Montag, 19. Februar 2018

23. Spieltag: Monday, Monday

Keine Ahnung wie oft ich in dieser Woche schon angefangen habe einen Blogeintrag zu verfassen und wieder abgebrochen habe. So viele Gespräche, so viele Diskussionen, kein Ergebnis, dafür ein doofes Gefühl im Magen und, schlimmer, im Herz. Was ist richtig, was ist falsch?  Wer funktionalisiert wen?  Kann ich nur dafür oder dagegen sein?  Unterstütze ich, wenn ich Montags ins Stadion gehe, die weitere Kommerzialisierung des Fußballs? Verhindere ich sie, wenn ich daheim bleibe oder eher wenn hingehe und schweige?  Bedeutet Hingehen und Schweigen Loyalität oder stelle ich meine Liebe zur Eintracht in den Dienst von Fangruppierungen, die ein Alleinvertretungsrecht für sich in Anspruch nehmen? Leiste ich mit meiner Loyalität einen Beitrag zum sportlichen oder hauptsächlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Eintracht? Schade ich der Eintracht, wenn ich  zuhause bleibe und schweige? Schade ich ihr, wenn ich hingehe und nicht schweige? Steht der Erfolg über allem? Wenn alle Verantwortlichen gegen Montagsspiele sind und der Montag "keine Zukunft hat" - warum finden die Montagsspiele trotzdem statt?  "Wir setzen uns dafür ein, dass es künftig keine Montagsspiele mehr geben wird." Vermutlich habe ich diesen Satz eines Eintracht-Verantwortlichen einfach überlesen.   Gehe ich ins Stadion, um Fußball zu schauen oder um zu singen? Wenn ich nicht singe, schade ich damit der Eintracht?  Warum will ich Montags nicht als Stimmungskulisse dazu beitragen, das Premiumprodukt Fußball zu vermarkten, habe aber nichts dagegen, wenn ich es am Freitag, Samstag oder Sonntag tue? Warum ist ein Montagsspiel erst dann so richtig schlimm, wenn es auch noch gegen RB Leipzig geht? Wäre es ok gegen Gladbach? Wenn ich Montags nicht ins Stadion gehen kann oder will, warum sollte ich dann jetzt erst recht Montags ins Stadion gehen, um zu zeigen, dass ich es nicht will? Wäre es eine Bestätigung für die Anti-Montagsbewegung, wenn die Eintracht heute verliert  oder wenn sie gewinnt? Was bedeutet es, wenn die Eintracht heute auch ohne Support gewinnt?

Das sind so Fragen.

Sonntag, 11. Februar 2018

21. Spieltag: Närrische Tage im Wald

Für mich ist Fastnacht in seinem Kern weniger laut und krakehlig, sondern rührend und ein bisschen melancholisch. Das erkennt man am besten, wenn man nicht mittendrin ist, sondern am Rande, z.B. gestern als ich mich aus dem rheinhessischen Hinterland auf den Weg in Richtung Waldstadion mache. Im Nachbarort findet heute Nachmittag ein Fastnachtsumzug statt und während ich mit dem Auto Richtung Frankfurt brause, zieht es die Menschen aus den umliegenden Orten zur Fastnacht. Aus allen Himmelsrichtungen laufen kleine kostümierte Trupps durch die kahlen Äcker auf Harxheim zu. Je nach Entfernung leuchten die Kostüme durchs Grau oder zeichnen sich als Silhouette am grauen Horizont ab. Eine Gruppe Indianer mit Federschmuck auf dem Kopf, Schweine, Außerirdische, Hasen, Superman, ein Gardist in Uniform,  kleine Prinzessinnen, im Ort selbst passiert gerade eine ganze Kuhfamilie eine Seitenstraße, im mitgeführten Rollkarren sitzt ein Mini-Fastnachter, ebenfalls als Kuh bzw. Kälbchen verkleidet.
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Samstag, 20. Januar 2018

19. Spieltag: Mit Wolf gegen die Wölfe

Schon immer wundere ich mich darüber, woher die Tiefs und Hochs ihre Namen haben. Dachte immer, das denkt sich einfach jemand aus. Neulich, bei Hoch Edlibert kam ich ins Grübeln - kann sich diesen Namen jemand ausdenken? - und habe mal gegoogelt. Deshalb weiß ich jetzt, dass die Namen Namen für Hochs und Tiefs im Zuge einer Namenspatenschaft vergeben wird. Diese Namenspatenschaft kann man kaufen und damit junge Wissenschaftler unterstützen kann. Per Formular kann man sich bewerben, bekommt den Zuschlag (oder nicht) und eine entsprechende Urkunde. Die Zuteilung ist zeitlich nicht festgelegt, sie folgt - in alphabetischer Reihenfolge - der Frequenz der Hochs und Tiefs. Männlich sind die Hochs immer in geraden Jahren, entsprechend die weiblichen in den ungeraden. Und so hat Namenspatin Friederike dieses Jahr das Glück eines ganz großen Auftritts als Tief gehabt. Ob das Spiel der Eintracht heute in Wolfsburg auch zum großen Auftritt? Zum Hoch oder Tief? Nach dem am Ende ja doch irgendwie verbumfidelten Heimspielrückrundenauftakt gegen Freiburg könnte das Spiel heute schon so ein bisschen richtungsweisend für die Rückrunde sein. Können wir die Heimschwäche auch weiterhin durch Auswärtssiege kompensieren? Dann könnte das was werden mit einer endlich mal erfolgreichen Rückrunde, und sonst? Gewinnen wir eben den Pokal (stopp, Denkfehler:auf dem Weg dorthin liegt mindestens noch ein Heimspiel...) Auch in Sachen Eisbär gibt es übrigens Neuigkeiten. Der Titelseite der "Hör zu" entnehme ich: Er ist in Gefahr. Und ich fürchte, das kommt der Wahrheit näher. Auswärtssieg und sonst gar nix.

Sonntag, 14. Januar 2018

Impressionen von der Waldtribüne vor dem Spiel gegen Freiburg

Ungewöhnliche Umstände befördern ungewöhnliche Verhaltensweisen. Während ich normalerweise immer kurz vor knapp in letzter Minute Richtung Stadion hechele, habe ich mir vorgenommen, mir im neuen Jahr - nicht nur in Sachen Waldstadion - zeitlich etwas mehr Luft zu verschaffen. Hurra - der Anfang ist gemacht und ich schaffe es tatsächlich schon um kurz nach 1 im rheinhessischen Hinterland in Richtung Waldstadion zu starten. Die Vorteile der früheren Anfahrt sind offensichtlich. Kein Stau nirgends, mein Lieblingsparkplatz ist noch frei, statt zum Stadion zu rennen, schlendere ich zügig, aber entspannt durch den Wald und genieße die Spieltagsatmosphäre. Aus allen Richtungen strömen große und kleine Adler, zu Fuß, per Rad oder S-Bahn, einzeln oder in Gruppen, Mützen, Schals. Bratwurst Walter dampft, Pulks von Menschen stehen  um Tische und Bänke und diskutieren die bevorstehenden Ereignisse und aktuellen Fragezeichen. Rückrunde. Heimspiele. Pokal. Hradecky. Reihe mich am Eingang in eine noch sehr überschaubare Menschenschlange, bin in nur fünf Minuten durch und stapfe in Richtung Stadion.

Samstag, 13. Januar 2018

18. Spieltag: Smart ist apart.

Die Sonne scheint. Das neue Jahr ist fast schon wieder Schnee von gestern und dann wollen wir mal. Rückrundenauftakt gegen Freiburg - endlich! (so said) und ich bin gespannt, ob die supersmarte Saisonvorbereitung - alles perfekt, alles super, alles diszipliniert, alles demütig  - der Eintracht sich wie geplant auf den Verlauf die Rückrunde auswirkt. Was soll schief gehen? Nichts ist dem Zufall überlassen. Die neue Eintracht erinnert mich an Designerjeans, die so perfekt sind, dass man bereits vor Gebrauch Löcher hineinschneidet, damit sie authentisch aussehen.  Meine Jeans haben Risse, weil ich die schon ein paar Jahre trage und mit eben diesen mache ich mich erwartungsvoll und unverdrossen auf den Weg Richtung  Stadtwald und will doch mal schauen, ob der frischgebackene Schütze des Tor des zurückliegenden Jahres gegen Freiburg zum nächsten - hoho - Streich ausholt und uns die Mannschaft zum Jahresaufrakt einen Heimsieg beschert.

Gerne möchte ich euch noch eine meiner neuen Lieblingsschlagzeilen mit auf den Weg geben, die ich letzte Woche in unserer Lokalzeitung gelesen habe: "Der Eisbär vermisst nichts." Und vielleicht sollten wir ihn uns deshalb zum Vorbild nehmen.

Heimsieg gegen Freiburg und sonst gar nix.