Montag, 21. Mai 2018

So geht Fußball, so geht feiern.

Ante zu Prince: "Bruda, schlag den Ball lang."
Prince zu Ante:  "Bruda, ich schlag den Ball lang."

Did it.

So einfach ist Fußball.

Und der Rest ist: "Jubeeeel."

Samstag, 19. Mai 2018

Macht es!

Heute also: Finale. Ex-Trainer, potenzielle Abgänge?  Was kümmert uns das heute, den Pokal wollen wir holen. Die Sonne scheint, die Adlerkarawane rollt, tausende sind schon in Berlin angekommen. insgesamt 61.375 Adler haben ihr Kommen angesagt.  Hype um Harry und Meghan in Windsor? Nix gegen das, was in Berlin abgeht. Die Bühne auf dem Breitscheidplatz steht bereit. Der Alex Meier Platz bebt und die Bahnhöfe, S-Bahnen und Straßen der Stadt sind fest in rotundschwarzer Hand. Intensive Recherchen haben ergeben, dass die Stimmung vor Ort phänomenal ist, die geplante Choreo alles bisher Dagewesene toppen wird und die Chancen auf den fünften Pokalsieg minütlich steigen.

Berlin. 8 Uhr 15. Mannschaftshotel. Das Team des künftigen Pokalsiegers nimmt gerade ein leichtes, aber kräftigendes Frühstück zu sich -

Samstag, 12. Mai 2018

34. Spieltag: Deckel drauf machen.

Nein, nein, nein. Ich rege mich nicht auf. Die Sonne scheint, ein leichtes Lüftchen weht und es war die (fast) letzte Pressekonferenz mit Niko Kovac. Wer hätte das gedacht,  dass es so kommt wie es ist (da zumindest hat er ja recht, der Herr Kovac) und es ist ein großes Glück, dass wir jetzt hier und heute noch alles klar machen können mit diesem Europa. Ohne Alex Meier, der ja jetzt sein Erlebnis gehabt hat und sich sicher auch auf dem heimischen Sofa über einen Sieg der Eintracht in Gelsenkirchen freuen wird. Diszipliniert sitze ich bei einem Glas Saftschorle und denke an Lyon, Monaco, Bern und Tottenham. Und schließlich ist es am Ende egal, wer alles richtig gemacht haben wird. Oder?

Ob Vize-Meister Schalke heute nochmal so richtig ernst macht? Wird RB Leipzig sich am Ende der Saison tatsächlich komplett die Butter vom Brot nehmen lassen? Setzt Gladbach den finalen. Schlusspunkt für den HS?  Oder schafft tatsächlich der VFB Stuttgart am Ende den großen Coup und knockt uns am letzten Spieltag aus?  Es wäre nicht das erste Mal (und damals war es weit schmerzhafter)

Auf nach Europa. Auswärtssieg und sonst gar nix.

Sonntag, 6. Mai 2018

Kind of magic

Bis ungefähr zur 77. Minute ist es ein ganz normales, ehrlich gesagt ein eher mäßig  aufregendes Fußballspiel. Die Eintracht wieder geradliniger als in den letzten Spielen, nicht besonders virtuos,  aber engagiert und effizient in der Chancenverwertung. 2:0. Das passt. Der HSV bemüht, aber ohne den letzten Biss, fast ängstlich. Vor dem Tor wird der Ball immer noch und noch einmal hin- und hergeschoben, kein Antreiben, kein ordentliches Ballstoppen, viele technische Fehler,  kein Messer zwischen Zähnen - aus diesem Spiel hätten sie in ihrer Situation mehr machen können und müssen. War ich vorher geneigt, am Ende doch so etwas wie Mitleid mit dem Dino zu empfinden, denke ich jetzt, dass das so schon seine Richtigkeit hat. Zeit zu gehen.

Samstag, 5. Mai 2018

33.Spieltag: Zeit für Alex

Heute also gegen den HSV.  Und eigentlich hatte ich geplant, meinen Spieltags-Blogeintrag mit der Frage "Wo bleibt Meier?" zu eröffnen,

Montag, 30. April 2018

In der Ticketschlange

Berlin oder nicht Berlin? Diese Frage habe ich für mich in diesem Jahr noch nicht endgültig entschieden. Sicher war ich mir aber, dass ich auf jeden Fall mein Finalticket abholen werde – und es (im Falle des Falles) einem meiner lieben Berlin-begierigen Adlerfreunde weitergeben werde.

Schon am Sonntagmorgen haben Nicole und Dagmar, die im Waldstadion ganz in meiner Nähe sitzen, ihre Karten abgeholt  und vom Massenandrang berichtet. Dreieinhalb Stunden Wartezeit,. „Bestimmt ist es morgen nicht mehr so schlimm…“ Na,  mal sehen was uns heute erwartet.

Samstag, 28. April 2018

32. Spieltag: #einrichtiggutesSpiel

"Ein richtig gutes Spiel der Eintracht." "Außergewöhnlich, dass eine Mannschaft bei den Bayern nach einem 0:2 nochmal mit einem Treffer zurückkommt." Und: "Wirklich nicht hoch genug einzuschätzen, was Niko Kovac in nur zwei Jahren bei der Frankfurter Eintracht bewirkt hat."

Samstag, 21. April 2018

31. Spieltag: Der verkannte Niko

Was für eine Eintracht-Woche mit Auf und Ab und einem Wechselbad zwischen Wut, Apathie,  Trotz, Glück und Zweifel, immer wieder Zweifel.

Da war die Klatsche in Leverkusen, die man geahnt hatte. Klar, so würde es kommen. Saison am Arsch. Der immer noch trotzige Trainer,  der keinen Fehler gemacht hat und ruhig schläft. Beleidigt,  verkannt. Die Bayern, die den ebenfalls beleidigten Fredi Bobic "zur Räson"bringen. Geburtstagsfeiern in Geretsried. Haha. Hoho. So war das also. Die Versöhnung. Kein Misston in der Geschäftsstelle,  nirgends. Beste Freunde.  Die nicht enden wollende Kette der Stand jetzt-Witze. Aus Niko wird der Kroate bzw. der Kroate mit dem eiskalten Blick. Größte Enttäuschung ever. Menschlich, moralisch. Besser er geht jetzt gleich. Aber so ist das Geschäft. Und da ist der Verein, der größer ist als wir alle. Formierung der ersten Jetzt erst recht-Rufe. Die Fokussierung. Die Mannschaft, die sich nicht aus dem Konzept bringen lässt. Dann das präsidiale Video, das Gänsehautmomente und die unglaublichen Fans beschwört, den Schulterschluss fordert und mir einen Schauder verursacht. Manipulationsmasse. Stimmungskulisse. Und alle so yeah. 


Samstag, 14. April 2018

30. Spieltag: Und jetzt so?

Gestern war: Wut, Enttäuschung, Fassungslosigkeit. Heute brodelt es immer noch in mir, aber ich versuche, es wegzudrücken. Da ist vor allem ein ich-will-nicht-mehr-darüber-Nachdenken-Gefühl. Herr K. Aus M.? Abgehakt. Mich hat es erschreckt wie sehr mich dieser ganze Mist gestern mitgenommen und aus der Kurve getragen hat. "So ist halt das Geschäft". Zwischen Wissen und Fühlen ist ein himmelweiter Unterschied und von Abgebrühtheit bin ich offensichtlich meilenweit entfernt. Im Moment leider auch von einem "Jetzt erst recht."

Die Sonne scheint. Im den Tulpenblüten im Garten glitzern die Regentropfen von gestern und das schwarzundweiße Kätzchen humpelt wacker durchs Gras.

Nachher das Spiel der Eintracht in Leverkusen? Schaun wir mal.

Freitag, 13. April 2018

Ab dafür!

Story Telling - das ist eine - speziell im Social Media-Zusammenhang gern genutzte - Marketingtechnik:  Geschichten geben Produkten ein menschliches Gesicht. Man überlegt, welche besonderen Benefits das eigene Produkt zu bieten hat, fokussiert diese Einzigartigkeit und  findet Menschen und Situationen, die die Geschichte glaubwürdig vermitteln können. So weit, so gut und nicht verwerflich. Man stärkt damit einen persönlichen Bezug der potenziellen User/Kunden und daran muss ja nichts verkehrt sein, zumal dann, wenn die Strategie mit der Realität korrespondiert, idealerweise sogar übereinstimmt. Die Marketingabteilung der Eintracht hat - was zu beweisen war und ja auch bereits mit Preisen honoriert wurde  -  richtig gute Arbeit gemacht und  mit ihrer "Story" genau die Punkte identifiziert, mit denen sie uns Eintrachtler erreicht. Die Geschichte vom grundehrlichen, anständigen und hart-arbeitenden, nicht nach links und rechts schauenden Trainer, die verschworene mulit-kulti Gemeinschaft mit Spielern aus aller Welt, eine Einheit mit den Fans und der besonderen Eintracht-Fankultur,  den Adler im Herzen und ein gemeinsames Ziel vor Augen. Nur zu gerne haben wir uns diese Geschichte erzählen lassen, Widersprüche ausgeblendet und uns bereitwillig im Widerschein unserer eigenen Eintracht-Geschichte gespiegelt. Wir!

Montag, 9. April 2018

29. Spieltag: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

„Wir sehen uns doch im Stadion?“ Das hat mich meine Adlerfreundin Dagmar am letzten Mittwoch per Whats App gefragt. „Bin auf jeden Fall da -  wenn nichts ungewöhnliches dazwischen kommt,“ habe ich ihr geantwortet.

Bei strahlendem Sonnenschein starte ich am Sonntag um halb vier – für meine Verhältnisse besonders früh – aus dem rheinhessischen Hinterland in Richtung Waldstadion. Zeitig da sein,  bei Black and White eine lecker Bratwurst verspeisen, mit Nicole, Zoë und Rosa auf dem Mäuerchen sitzen, Sonne auf den Kopf scheinen lassen und aufs Spiel einstimmen. Dann früh ins Stadion, um für einen Bremer Adlerfreund und mich eines der neuen „United Colours“-Shirts zu ergattern. So ist der Plan. Für alle Fälle habe ich das schwarze Shirt der letzten Aktion jetzt schon mal an – schwarz und/oder weiß – Hauptsache united.

Die Autobahn ist erfreulich leer, Sonntagsausflügler, viele Cabrios – Ruckzuck bin ich am Flughafen vorbei und nehme wie immer die Ausfahrt Frankfurt Süd. Hier wird es voller, Stau Richtung Würzburg, Stau auf der Abbiegerspur zum Stadion, im Stop and Go kommen wir langsam voran. Ich bin auf Höhe Waldparkplatz als mir auffällt, dass da vorne an meiner Armatur ein rotes Lämpchen blinkt. Bing bing. Keine Ahnung, was das  bedeutet, aber so richtig vielversprechend sieht es nicht aus. Ach was. Bin ja gleich da. Wird schon gut gehen. Zwei Minuten später weiß ich: Wird nicht. Mein Auto qualmt  - Hilfe  -, aber zum Glück kommt da gleich eine Stelle, an der ich  auf dem Seitenstreifen anhalten kann.  Was für ein Mist. Dort ist das Stadion. Hier bin ich. Und nun?

Montag, 2. April 2018

28. Spieltag: Jacke wie Hose

Eieieieieieiei. Das letzte männliche Breitmaulnashorn ist schon vor zwei Wochen verstorben,  jetzt verliert die Eintracht  durch einen dabbischen Fehler von Lukas Hradecky in Bremen, Ante Rebic hat einen Muskelfaser- und  (was für mich im Moment weit schlimmer wiegt) unser liebes schwarzundweißes Kätzchen einen Kreuzbandriss erlitten. Das Kätzchen ist tapfer und mein Kummer groß.

Samstag, 17. März 2018

27. Spieltag: ErInnerungsPunkte

 "Da ist man hingefahren, hat drei Punkte mitgenommen und ist wieder nach Hause gefahren," sprach Fredi Bobic auf dem Frühlingsfest der Eintracht, bei dem im Palmengarten zu Frankfurt Sponsoren und Honoratioren der Eintracht zu Gast waren. So war das also früher, wenn man in Stuttgart gespielt hat und zum Auswärtsspiel bei diesem Krauterverein Eintracht angereist ist. So so. Und einmal mehr ärgere ich mich über diesen nonchalanten Schnodderton, der in meinen Ohren so klingt als sei die Eintracht ohne Fredi Bobic eine Provinzklitsche gewesen.  Ich habe mir mal die Mühe gemacht und nachgeschaut, wie oft Fredi Bobic in seiner aktiven Zeit nach Frankfurt gekommen ist  und drei Punkte mitgenommen hat. Und jetzt weiß ich es: Genau NULL mal. In Bobics Zeit beim VFB Stuttgart reichte es zu drei Unentschieden, während seiner Zeit beim BVB schlägt ebenfalls lediglich ein 1:1 zu Buche.  Beim einzigen Sieg des VFB in Frankfurt in diesen Jahren war Bobic nicht dabei. Ok, die Zahl der Eintrachr-Bundesligapartien in den Jahren 1994 bis 2002 waren begrenzt, da die Eintracht, mmh, in dem einen oder anderen Jahr durch Abwesenheit glänzte, trotzdem halten wir fest:  Ganz so einfach war es auch früher nicht nach Frankfurt zu fahren und drei Punkte mitzunehmen. Auch vor Fredi Bobic.

Sonntag, 11. März 2018

26. Spieltag: Die Freiheit, das Spiel zu genießen

Von Freiheit und Genuss weit entfernt, ist allerallerspätestens seit gestern der HSV, dem in dieser Saison wohl wirklich und wahrhaftig die Bundesligaluft ausgeht, Heribert „warum hat er sich das bloß angetan“ Bruchhagen kann das Gefühl derzeit schon austesten , aber ganz sicher können wir erst dann sein, wenn wirklich der allerletzte HSV-Witz (von wegen Uhr, Dino und Raute) gemacht ist.

Ganz anders die Situation bei unserer Eintracht. Sie hat in dieser Woche am 8. März ihren 119. Geburtstag gefeiert. Zeitgleich mit dem Weltfrauentag, was nichts zu bedeuten hat, und gleichzeitig mit dem zwei-jährigen-Jahrestag von Niko Kovac, was durchaus als glücklicher Zufall oder – wenn man hochgreift – sogar als schicksalshafte Fügung bezeichnet werden könnte. Seit zwei Jahren ist Niko Kovac jetzt unser Trainer und es fällt im Moment wirklich schwer ein Haar in der Suppe zu finden. Seit zwei Jahren ist Niko Kovac jetzt unser Trainer und es fällt im Moment wirklich schwer ein Haar in der Eintracht-Suppe zu finden. Mich quält zwischendurch zwar immer noch der Zweifel am großen Ganzen, aber es ist wahrlich nicht der richtige Zeitpunkt für Grundsatzdiskussionen. Binde und Schui? Wie es aussieht, kein Thema, zumal die U19 seit der Entlassung Aufwind zeigt. Alex Meier, der nie nie wieder eine Chance haben wird, war für mich ein schwelender wunder Punkt, den ich nach seinem Einsatz im Testspiel jetzt ebenfalls nicht mehr ins Feld führen kann.  Auch der lange Zeit häufig bemühte „Abnutzungskampf“ scheint aus dem Sprachschatz unseres Trainers verschwunden und selbst die historisch gewachsene Eintracht-Skepsis (am Ende kommt es doch immer anders) lässt sich nur äußerst mühsam aufrecht erhalten.

Samstag, 3. März 2018

25. Spieltag: Aufwärts

Drinnen bleiben und auf dem Sofa einkuscheln  oder warm einpacken und erst recht nach draußen? Jeder hat in den letzte Tagen  seine  eigene Methode entwickelt, um mit der Eiseskälte umzugehen. (Ich zum Beispiel schlafe auch bei hohen Minustemperaturen bei offenem Fenster, allerdings - echt - mit Wollmütze...)  Gestern habe ich die ersten Vögel zwitschern hören, bevor es anfing zu schneien. Heute morgen tropft der Schnee vom Dach und es bilden sich überall Pfützen.  Temperaturmäßig geht es also aufwärts.

Und bei der Eintracht?  Alex Meier ist zurück, zumindest im Training und fast sind die Bilder, die ihn am Ball zeigen, so etwas wie ein Gruß aus längst vergangenen Zeiten.  Da jedes Spiel seit einiger Zeit mit einem Label versehen wird, steht das heutige Spiel gegen Hannover  im Zeichen der "Wiedergutmachung", damit auch ja keiner auf den Gedanken kommt, dass er sich möglicherweise auf einen eher trüben Kick bei unangenehmem nasskaltem Wetter einstellen sollte. Letzte Woche haben wir nicht einfach nur schlecht gespielt und ein Auswärtsspiel verloren,  was - unter uns gesagt - schon mal vorkommen kann, sondern die Mannschaft hat "kollektiv versagt." Große Worte, schweres Geschütz.

Also dann:  dicke Socken, Eintrach Shirt, warmer Pullover, noch ein warmer Pullover, Stppjacke, Schal und Mütze. Wärme geht in diesen Tagen vor Schönheit. Achtet auf ausreichend Bewegungsfreiheit zum Hüpfen und Jubeln.  Heimsieg und sonst gar nix.

Samstag, 24. Februar 2018

24. Spieltag: stino

Zurück Im Bundesligaalltag an einem stinknormalen Samstag zur besten Anstoßzeit zu Gast im Schwäbischen, dort, wo vor einigen Jahren Fredi Bobic gewirkt und - ich zitiere meinen schwäbischen Mit-Adler - "den VFB zugrunde gerichtet hat."  "Erst war alles super, und am Ende alles in Schutt und Asche." Wenn ich es richtig verstehe, ist Bobic also dene ihrn Heynckes und da Heynckes außerhalb von Frankfurt ja durchaus erfolgreich gewirkt hat, hege ich zwischenzeitlich zumindest vorsichtig die Hoffnung, dass es für uns am Ende mit Bobic vielleicht doch gut ausgehen kann. 

Der VFB ist nach dem Aufstieg überraschend  gut in die Saison gestartet, inzwischen aber da gelandet, wo man ihn am Anfang der Saison verortet hat: im Abstiegskampf, derzeit aber im Aufwind und dies obwohl Korkut als neuer Trainer zunächst nicht gerade euphorisch aufgenommen wurde. Der Wechsel von Simon Terodde nach Köln scheint durch den heimgekehtren Mario Gomez bestens kompensiert. Eine schöne Geschichte, die mir den Herrn Gomez fast sympathisch macht, obwohl ich ihm sein Last Minute Tor (nach vertaner Gekas-Chance) zum Sieg der Bayern gegen uns in der Abstiegssaison immer noch übel nehme.

Die Eintracht heute ohne den  gelb gesperrten  Prince und ohne den verletzten Mascarell, trotzdem mit einer Mannschaft, die aus Stuttgart etwas mitbringen will und wird. Strahlenblauer Himmel,  kalt, windig.  Auf zum nächsten Auswärtssieg. Ganz stino.

Freitag, 23. Februar 2018

Nach dem 23. Spieltag: Balla balla

Hach… es ist im Moment einfach nur ein großes Glück, ein Eintrachtler zu sein. Schweben. Fliegen. Abheben. Wer oder was soll uns aufhalten auf dem Weg nach Berlin und nach Europa? Höchstens ein durchgeknallter Schiedsrichter oder der Video Assistent. Unsere Mannschaft:  Aufopferungsvoll, motiviert, kämpferisch, tolle Charaktere, einfach nur großartig. Unser Vorstand? Ein prächtiger Haufen von  aufgeklärten, toleranten Visionären, die aufs glücklichste wirtschaftliche Interessen mit Fannähe vereinen.  Unser Trainer?  Ein charmanter, hart arbeitender, demütiger, gut aussehender, wohl erzogener Sympathieträger, der immer die richtigen Worte findet und mit allen taktischen Wassern gewaschen ist. Unsere Ultras: Vorbildlich, kreativ, loyal, witzig, immer im Dienste der Fankultur und gleichzeitig die Interessen des Vereins im Blick. Ein einziges großes Wir. 99,2 % Zustimmung für Peter Fischer? Pah: 110 % für alles, was immer es sein mag.

Hatte ich irgendwann, irgendwo Zweifel an irgendetwas?  Hinweggefegt von einer einzigen großen Euphoriewelle. Ich sauge  die Zustimmung von allen Seiten, zappe mich durch alte Blogeinträge auf dem Weg nach und durch Europa. „Stell dir vor, wir spielen in der Champions League in einer Gruppe mit ManU oder Barca?“ imaginiert ein Adler-Freund. Ich stelle es mir vor und mir wird schwindelig. Wohl dem, der eine Dauerkarte besitzt und sich keine Sorgen machen muss, ob und wie er/sie im Fall des Falles im Stadion dabei sein kann. So lange Jahre in Grau, mit Zittern und Zagen und Bauchweh,  und jetzt zurückkatapultiert in ein goldenes Zeitalter.. *sing …Niko, wir danken dir…. ... .Ax-el Hell-mann. Ax-el Hellmann... Fredi, Fredi  (War ich das, die das gerade gerufen hat?)

Mit lila Mützen nach Liverpool, in Orange nach Paris, in Grün nach Istanbul? Fand ich diese Farbmottofahrten jemals doof? Unfug. Das ist cool und witzig. Kann es kaum erwarten. Mein Mit-Adler schlägt vor, ich solle mir schon mal profilaktisch ein T-Shirt anfertigen lassen mit dem Text „No doubts anymore. I’m a 100 % in line.“  Und mein Fastnachstkostüm für nächstes Jahr steht auch schon fest:  Ich geh als Tennisball und schmeiß mich weg. 

Montag, 19. Februar 2018

23. Spieltag: Monday, Monday

Keine Ahnung wie oft ich in dieser Woche schon angefangen habe einen Blogeintrag zu verfassen und wieder abgebrochen habe. So viele Gespräche, so viele Diskussionen, kein Ergebnis, dafür ein doofes Gefühl im Magen und, schlimmer, im Herz. Was ist richtig, was ist falsch?  Wer funktionalisiert wen?  Kann ich nur dafür oder dagegen sein?  Unterstütze ich, wenn ich Montags ins Stadion gehe, die weitere Kommerzialisierung des Fußballs? Verhindere ich sie, wenn ich daheim bleibe oder eher wenn ich hingehe und schweige?  Bedeutet Hingehen und Schweigen Loyalität oder stelle ich meine Liebe zur Eintracht in den Dienst von Fangruppierungen, die ein Alleinvertretungsrecht für sich in Anspruch nehmen? Leiste ich mit meiner Loyalität einen Beitrag zum sportlichen oder hauptsächlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Eintracht? Schade ich der Eintracht, wenn ich  zuhause bleibe und schweige? Schade ich ihr, wenn ich hingehe und nicht schweige? Steht der Erfolg über allem? Wenn alle Verantwortlichen gegen Montagsspiele sind und der Montag "keine Zukunft hat" - warum finden die Montagsspiele trotzdem statt?  "Wir setzen uns dafür ein, dass es künftig keine Montagsspiele mehr geben wird." Vermutlich habe ich diesen Satz eines Eintracht-Verantwortlichen einfach überlesen.   Gehe ich ins Stadion, um Fußball zu schauen oder um zu singen? Wenn ich nicht singe, schade ich damit der Eintracht?  Warum will ich Montags nicht als Stimmungskulisse dazu beitragen, das Premiumprodukt Fußball zu vermarkten, habe aber nichts dagegen, wenn ich es am Freitag, Samstag oder Sonntag tue? Warum ist ein Montagsspiel erst dann so richtig schlimm, wenn es auch noch gegen RB Leipzig geht? Wäre es ok gegen Gladbach? Wenn ich Montags nicht ins Stadion gehen kann oder will, warum sollte ich dann jetzt erst recht Montags ins Stadion gehen, um zu zeigen, dass ich es nicht will? Wäre es eine Bestätigung für die Anti-Montagsbewegung, wenn die Eintracht heute verliert  oder wenn sie gewinnt? Was bedeutet es, wenn die Eintracht heute auch ohne Support gewinnt?

Das sind so Fragen.

Sonntag, 11. Februar 2018

21. Spieltag: Närrische Tage im Wald

Für mich ist Fastnacht in seinem Kern weniger laut und krakehlig, sondern rührend und ein bisschen melancholisch. Das erkennt man am besten, wenn man nicht mittendrin ist, sondern am Rande, z.B. gestern als ich mich aus dem rheinhessischen Hinterland auf den Weg in Richtung Waldstadion mache. Im Nachbarort findet heute Nachmittag ein Fastnachtsumzug statt und während ich mit dem Auto Richtung Frankfurt brause, zieht es die Menschen aus den umliegenden Orten zur Fastnacht. Aus allen Himmelsrichtungen laufen kleine kostümierte Trupps durch die kahlen Äcker auf Harxheim zu. Je nach Entfernung leuchten die Kostüme durchs Grau oder zeichnen sich als Silhouette am grauen Horizont ab. Eine Gruppe Indianer mit Federschmuck auf dem Kopf, Schweine, Außerirdische, Hasen, Superman, ein Gardist in Uniform,  kleine Prinzessinnen, im Ort selbst passiert gerade eine ganze Kuhfamilie eine Seitenstraße, im mitgeführten Rollkarren sitzt ein Mini-Fastnachter, ebenfalls als Kuh bzw. Kälbchen verkleidet.
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Samstag, 20. Januar 2018

19. Spieltag: Mit Wolf gegen die Wölfe

Schon immer wundere ich mich darüber, woher die Tiefs und Hochs ihre Namen haben. Dachte immer, das denkt sich einfach jemand aus. Neulich, bei Hoch Edlibert kam ich ins Grübeln - kann sich diesen Namen jemand ausdenken? - und habe mal gegoogelt. Deshalb weiß ich jetzt, dass die Namen Namen für Hochs und Tiefs im Zuge einer Namenspatenschaft vergeben werden. Diese Namenspatenschaft kann man kaufen und damit junge Wissenschaftler unterstützen. Per Formular kann man sich bewerben, bekommt den Zuschlag (oder nicht) und eine entsprechende Urkunde. Die Zuteilung ist zeitlich nicht festgelegt, sie folgt - in alphabetischer Reihenfolge - der Frequenz der Hochs und Tiefs. Männlich sind die Hochs immer in geraden Jahren, entsprechend die weiblichen in den ungeraden. Und so hat Namenspatin Friederike dieses Jahr das Glück eines ganz großen Auftritts als Tief gehabt. Ob das Spiel der Eintracht heute in Wolfsburg auch zum großen Auftritt reichen wird? Zum Hoch oder Tief? Nach dem am Ende ja doch irgendwie verbumfidelten Heimspielrückrundenauftakt gegen Freiburg könnte das Spiel heute schon so ein bisschen richtungsweisend für die Rückrunde sein. Können wir die Heimschwäche auch weiterhin durch Auswärtssiege kompensieren? Dann könnte das was werden mit einer endlich mal erfolgreichen Rückrunde, und sonst? Gewinnen wir eben den Pokal (stopp, Denkfehler: auf dem Weg dorthin liegt mindestens noch ein Heimspiel...) Auch in Sachen Eisbär gibt es übrigens Neuigkeiten. Der Titelseite der "Hör zu" entnehme ich: Er ist in Gefahr. Und ich fürchte, das kommt der Wahrheit näher. Auswärtssieg und sonst gar nix.

Sonntag, 14. Januar 2018

Impressionen von der Waldtribüne vor dem Spiel gegen Freiburg

Ungewöhnliche Umstände befördern ungewöhnliche Verhaltensweisen. Während ich normalerweise immer kurz vor knapp in letzter Minute Richtung Stadion hechele, habe ich mir vorgenommen, mir im neuen Jahr - nicht nur in Sachen Waldstadion - zeitlich etwas mehr Luft zu verschaffen. Hurra - der Anfang ist gemacht und ich schaffe es tatsächlich schon um kurz nach 1 im rheinhessischen Hinterland in Richtung Waldstadion zu starten. Die Vorteile der früheren Anfahrt sind offensichtlich. Kein Stau nirgends, mein Lieblingsparkplatz ist noch frei, statt zum Stadion zu rennen, schlendere ich zügig, aber entspannt durch den Wald und genieße die Spieltagsatmosphäre. Aus allen Richtungen strömen große und kleine Adler, zu Fuß, per Rad oder S-Bahn, einzeln oder in Gruppen, Mützen, Schals. Bratwurst Walter dampft, Pulks von Menschen stehen  um Tische und Bänke und diskutieren die bevorstehenden Ereignisse und aktuellen Fragezeichen. Rückrunde. Heimspiele. Pokal. Hradecky. Reihe mich am Eingang in eine noch sehr überschaubare Menschenschlange, bin in nur fünf Minuten durch und stapfe in Richtung Stadion.

Samstag, 13. Januar 2018

18. Spieltag: Smart ist apart.

Die Sonne scheint. Das neue Jahr ist fast schon wieder Schnee von gestern und dann wollen wir mal. Rückrundenauftakt gegen Freiburg - endlich! (so said) und ich bin gespannt, ob die supersmarte Saisonvorbereitung - alles perfekt, alles super, alles diszipliniert, alles demütig  - der Eintracht sich wie geplant auf den Verlauf die Rückrunde auswirkt. Was soll schief gehen? Nichts ist dem Zufall überlassen. Die neue Eintracht erinnert mich an Designerjeans, die so perfekt sind, dass man bereits vor Gebrauch Löcher hineinschneidet, damit sie authentisch aussehen.  Meine Jeans haben Risse, weil ich die schon ein paar Jahre trage und mit eben diesen mache ich mich erwartungsvoll und unverdrossen auf den Weg Richtung  Stadtwald und will doch mal schauen, ob der frischgebackene Schütze des Tor des zurückliegenden Jahres gegen Freiburg zum nächsten - hoho - Streich ausholt und uns die Mannschaft zum Jahresaufrakt einen Heimsieg beschert.

Gerne möchte ich euch noch eine meiner neuen Lieblingsschlagzeilen mit auf den Weg geben, die ich letzte Woche in unserer Lokalzeitung gelesen habe: "Der Eisbär vermisst nichts." Und vielleicht sollten wir ihn uns deshalb zum Vorbild nehmen.

Heimsieg gegen Freiburg und sonst gar nix.