Samstag, 27. Februar 2016

Rotundschwarze Eintracht-Schnipsel vom 20.2. bis zum 27.2 2016

Samstag, 20. Februar 2016
Nach dem traurigen 0:0 gegen den HSV fängt sie endgültig wieder an, die Zeit, in der man den Bundesligaspielplan ständig neben sich liegen hat und immer wieder neue Rechnungen anstellt: Wer holt wo noch wie viele Punkte? Wie viele Punkte werden reichen? Und es ist wieder die Zeit, in der ich meinen Eintracht-Schal noch ein bisschen fester zurre und mich betont straff aufrichte, wenn ich durch die Mainzer Innenstadt laufe. Ist was?

Der traditionelle wöchentliche Gedankenaustausch mit Adler-Bekannten auf dem Mainzer Wochenmarkt  fällt heute besonders kurz aus. „Und wie?“ „Geh mer fort.“

Taktiktafel, leer
Ich benötige Stifte, Federn, Zeichenkarton und komme im Schreibwarengeschäft zufällig an einem Tisch mit Fußballutensilien vorbei. Radiergummi-Fußbälle, Notizblöcke mit Fußballmotiven. Kurzerhand erstehe ich eine Taktiktafel. Könnte sein, dass wir die noch brauchen.





Sonntag, 21. Februar 2016

Volle Breitseite


Da haben wir ihn wieder, den Salat. Nicht nur so ein bisschen. Volle Breitseite. Anders tun wirs nicht bei Eintracht Frankfurt. Auf dem Platz ein (oops)  "verängstigter" , orientierungsloser Haufen, der versucht, sich mit einigermaßen heiler Haut über die 90 Minuten zu retten und der bemüht ist, so zu tun, als ob er Leidenschaft zeige.  Überforderte Verantwortliche, denen nichts besseres einfällt als a) einfach nicht mehr aufzutauchen oder b) öffentlich dazu aufzuforden nicht zu pfeifen. Ein Trainer, dessen Nerven blank liegen und der ob der bedenklichen Situation unzufriedenen Fans den  Rat erteilt,  "zuhause zu bleiben". Volles Programm. Gerüchte und Berichte über Disziplinlosigkeiten und schlechte Stimmung in der Mannschaft. Über das herausragende abbudabbische Traingslager, das nicht so "intensiv" gewesen sein soll wie nach Außen vermittelt. Wilde Diskussionen im Netz. Argumente. Abwiegelungen. Fast schon kollektive Trainer raus-Einmütigkeit. Rechthabereien. Ein tapfer und fast schon verzweifelt Standardsätze vortragender Bruno Hübner (arme Socke) im Doppelpass. "Noch haben wir die Chance es aus eigener Kraft zu schaffen." Optimismus klingt anders. Alles schon mal dagewesen. Schon mitten drin im Trümmerhaufen oder noch dabei, ihn aufzuschütten? Peinliche öffentliche Demontage. Bei der Eroberung asiatischer Märkte im eigenen Klüngel erstickt. Fische. Und irgendwo, ganz am Rande: ich, ein kleiner rotundschwarzer Punkt, Hände vor dem Gesicht, wütend, traurig, fassungslos, sprachlos (naja,  noch nicht ganz). Vieles geahnt, manches gewusst, alles kommen sehen, null Genugtuung.  Da ist es fast schon wieder das Gefühl von damals, 2011, im Stadion nach dem Abstiegsshowdown gegen Köln. Qualm. Trümmer. Hubschrauber kreisen.

Nie mehr zweite Liga, nie mehr, nie mehr... Noch haben wir 12 Spieltage, wenn auch deutlich weniger Punkte als zum gleichen Zeitpunkt 2011, um den Nullbock...ähem...umzustoßen und die Kuh...ähem...vom dünnen Eis zu holen. 12, 13 Punkte - das könnte knapp reichen. 3 Punkte zuhause gegen Hannover? Je einen gegen Ingolstadt, Hoffenheim und Mainz? Auswärts - in Leverkusen? Bei Hertha? - einen Überraschungscoup landen. Irgendwo ein Unentschieden erkämpfen. Am letzten Spieltag bei Werder? Da würde ich es lieber nicht drauf ankommen lassen.  Angst? Wenn's Angst hast, brauchst net spuin, hat der große Ernst Happel mal gesagt. Wenn wir noch einen Notausgang finden, ist die Tür hoffentlich noch nicht von Innen verrammelt.

Sonntag, 14. Februar 2016

Hochgeschwindigkeitskombinationsfußball

Also: Nicht wir, sondern...mmh... Borussia Dortmund. Vielleicht sogar der VFB Stuttgart. Oder der 1. FC Köln? Bei uns ist die Lage eher so:

Samstag, 6. Februar 2016

Apfelbäumchen

Heute also gegen den VFB Stuttgart. Ein guter Freund, der hier bei uns im Ort wohnt, aber beruflich am anderen Ende der Republik tätig ist, hat mir neulich mal erzählt, dass er gerne bei mir im Block vorbeischaut,  weil "du immer so schön über das Wetter schreibst". Dann will ich ihn also auch heute nicht enttäuschen: Gestern hat es den ganzen Tag geregnet, heute ist es trüb, ab und zu blitzt die Sonne durch, die ersten Vögel zwitschern, Krokusse blühen, ein Hauch von Frühling. Temperatur: Um die zehn Grad.

Keine Ahnung, wann das angefangen hat, aber seit einigen Tagen habe ich kein Magengrimmen mehr, wenn ich an die Eintracht denke, sondern ein leichtes Lächeln im Gesicht. Ich könnte nicht mal sagen, warum. Liegt es daran, dass wir  - vollkommen unerwartet - in der Rückrunde bereits vier Punkte geholt haben? War es der Moment, in dem Daniel Hartwich aus dem Dschungelcamp Alex-Meier-Fußballgott gegrüßt hat? War es die gruselige Außendarstellung der Eintracht bei der vorübergehenden Schließung des Eintracht-Forums? Die überraschenden (find ich gut!) Chaos-Einkäufe kurz vor Ladenschluss am Montag? Wahrscheinlich nichts von alledem und ich bin einfach einmal mehr an einem "Warum soll ich mich aufregen, nützt ja nix, ich werde trotzdem ein Apfelbäumchen pflanzen"-Punkt angelangt, weil: An der Lage an sich hat sich aufs Ganze gesehen ja eigentlich nix geändert hat. Irgendwie hängt immer noch der (in den letzten Tagen medial sehr präsente) Fredi Bobic unheilvoll im Raum. Armin Veh ist zwar seit dieser Woche ein Jahr älter, bleibt aber (das hat er mit Mainz gemeinsam) Veh. Ob er auch singt und lacht, entzieht sich meiner Kenntnis. Wir haben kein Konzept (zumindest keines, das ich erkennen kann), erobern aber weiterhin den asiatischen Markt. Die Aussichten für die nähere Zukunft sind uneindeutig bis bedrohlich - letzteres gilt auch für unseren heutigen Gegner.