Montag, 28. Mai 2012

Heute am Römer

Jetzt isses aber wirklich mal genug! Manche Leute wollen und wollen  mit dem Feiern einfach nicht mehr aufhören.

Montag, 21. Mai 2012

Neues vom Kid aus der Klappergass

Es ist jetzt gut ein halbes Jahr her, dass „The Diva and the Kid“, einer der beliebtesten und – neben Beves Welt  und Blog G – wohl der bekanntesten Eintracht-Blogs sich aus dem Netz verabschiedet hat. Schon seit August 2010 hatte der Kid in der Klappgass daran gearbeitet, „das ‚ich muss‘ durch ‚ich mag“‘ und ‚ich will‘“ zu ersetzen, am 6. November 2011 hat er dann einen - letztlich  lange gereiften - Entschluss von einem Tag auf den anderen umgesetzt und die Klappergass verlassen. Alles richtig gemacht. Eine große Erleichterung -  findet Kid heute und sieht sich täglich mehr in seinem Entschluss bestätigt. So sehr ich mich (und sicher nicht allein) für und mit Kid  freue, so sehr bedaure ich doch auch die Lücke, die durch das Fehlen der Klappergass entstanden ist, und die sich so schnell nicht wieder schließen wird.

Für alle, die auf Klappergass-Lektüre nicht verzichten möchten, gibt es jetzt eine gute Nachricht, eigentlich gleich mehrere. Die erste: Kid is back, war eigentlich nie richtig weg bzw. hat mit dem Schreiben über die Eintracht nicht aufgehört – nur schreibt er eben jetzt nicht mehr als öffentlicher Blogger. Die zweite: Das, was Kid zu sagen hat, kann man zwar nicht mehr im Netz, dafür aber jetzt zwischen zwei Buchdeckeln nachlesen. Die kompletten Blog-Einträge aus der Saison 2010/11 liegen bereits als Buch vor, auch ein Buch zur Saison 2011/12 ist bereits in Vorbereitung.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Blog, jupphei!

Es sind merkwürdige Tage und Zeiten, in denen wir alle permanent für oder gegen etwas sind und unseren Gefühlen oder Ängsten Ausdruck verleihen, indem wir entweder Plätze oder Städte stürmen oder besetzen. Ob überschwängliche Freude oder Zorn – die Ausdrucksformen ähneln sich sehr. Platz da, fürn Mazda.

Man kann in diesen Tagen auch viel lernen. Z.B. habe ich gesprächsweise neulich erfahren, dass es so genannte „Blockade-Trainer“ gibt, mit denen man – bevor man Schienen, Plätze, Städte besetzt – übt, wie man sich denn richtig verhält in kritischen Situationen – was tun, wenn man Panik bekommt? wie sich verhalten, wenn die Polizei angreift? was tun, wenn geräumt wird, und man sich wegtragen lässt? Das weiß ich seit gestern auch ohne Training: Spagettitechnik. Alle Spannung aus dem Körper nehmen, dann wird das Wegtragen schwieriger und „bindet jedesmal drei Polizisten“. O selige Zeiten, in denen wir nicht lustig und gut vorbereitet, sondern einfach nur zornig demonstriert und uns im Zweifelsfall hinterher elend und scheiße gefühlt haben. Heute könnten wir stattdessen in der Nachbereitung der Aktion unser „Trauma“ in einer Therapiegruppe besprechen.

Ohnehin können wir ja gar nicht so schnell meinen, wie wir meinen, meinen zu wollen oder zu müssen. Ich habe mich deshalb kurzfristig entschlossen, mich dem Trend anzuschließen. An einem der folgenden Tage wird bei uns im Garten – im Rahmen des Grillanzündens – kontrolliert Pyro abgebrannt, wobei in nicht unerheblichem Maße Rauch entstehen kann. Anreisende Gäste, die ein Zelt mitbringen wollen, können das gerne tun. Ich weise jedoch präventiv darauf hin, dass kein Fahnenmast mit Kickersfahne vorhanden ist, der aus Protestgründen besetzt werden könnte, so dass gegebenenfalls mit einem Platz auf der höchsten Tanne vorlieb genommen werden muss. Sollten sich unter den Gästen Mitarbeiter von Banken befinden, die sich – getarnt in Freitzeitkleidung – unter das Volk mischen, möchten wir höflich bitten, dass sie sich freiwillig melden, so dass sie am Eingang mit einer handelsüblichen Krawatte ausgestattet werden können und fortan für Späße aller Art zur Verfügung stehen.

Bitte wundert euch nicht, wenn mein Mit-Adler und ich euch in einem Plantschbecken mit weißer Farbe empfangen. Das ist unsere Art, gegen den Kapitalismus und verbrannte Würstchen, für freie Downloads, gegen das Urheberrecht und den Krieg in Afghanistan zu protestieren. Versucht erst gar nicht uns wegzutragen. „Wir bleiben hier. Wir bleiben hier.“ Im Zweifelsfall wisst ihr ja: wir beherrschen die Spagettitechnik. Die Ereignisse können gerne getwittert werden. Vergesst also nicht, vorher eure Akkus aufzuladen.

Zum Schluss noch ein Sicherheitshinweis: Gäste, die es nicht erwarten können und vorzeitig den Rasen stürmen, müssen damit rechnen, dass der Abend wiederholt wird.

Sonntag, 13. Mai 2012

Rostock 1992? Das ist eine Müd. - Meer-Puzzlesteine von einem Abend im Eintracht-Museum

Soll ich oder soll ich nicht? Bin sicher, dass nicht nur ich mir diese Frage gestellt habe. Selbst am Donnerstagnachmittag war ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich mir den Aleschia-Abend im Eintracht-Museum tatsächlich antun sollte. Entschloss mich, meine Entscheidung davon abhängig zu machen, ob Nicole, mit der ich mich schon eine ganze Weile vergeblich versuche zu treffen, kommen würde. Nachmittags die Mail: Bei mir alles klar. Ich bin da. Damit waren die Würfel gefallen – ich bin auch da. Und so fuhr ich los.

Der kleinere Vorraum im Museum war gut gefüllt, überwiegend nicht mehr ganz junge Gäste. Hallo hier, hallo da. Endlich die längst überfällige Aufstiegsumarmung mit Nicole. Und dann geht es auch schon los. Matthias Thoma begrüßt die Gäste. Ein bisschen Vorgeplänkel.Trauma hier, Trauma dort. Alfons Berg und der Spatz von Konz. All die Versatzstücke, die sich inzwischen fast schon verselbstständigt und sich abgelöst haben von diesem schrecklichen Tag und bei denen wir – wie bei so vielem – aufpassen müssen, dass sie nicht Teil einer gut geölten und gepflegten Eintracht-Erinnerungsmaschinerie werden.

Zum Auftakt des Abends flimmern Bilder des Spiels über die Leinwand. Alles zieht sich in mir zusammen. Beve, der die Veranstaltung lebendig und kenntnisreich moderiert, trifft - einmal mehr - den richtigen Ton, berichtet von seiner Vorbereitung auf den Abend, davon wie er im Hof saß, Flieger über ihn hinwegdonnerten, wie er in Unterlagen blätterte und auf einmal merkte, dass ihm - jetzt und hier und zwanzig Jahre später - Tränen die Wangen herunterliefen. Tränen um einen verlorenen Traum.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Spieler der Stunde: Sebastian Rode (heute als T.C. Boyle Special, außerdem mit viel Qualm und lustigen Bildern)


Der Schriftsteller T.C. Boyle ist derzeit auf vielumjubelterDeutschlandtour. In meinem heutigen Eintrag zum Spieler der Stunde orientiere ich mich daran, wie er laut eigenem Bekunden den Ablauf seiner Leseabende gestaltet:  Es wird eine kleine Lesung geben (hier: einen kleinen Text, ein paar Bilder), eine kleine Diskussion (das hängt dann von euch ab) und ich werde einen Witz erzählen.

Hier also zunächst der Text:

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Mit den Niederlagen gegen 1860 München und gegen den KSC ist die Zweitligasaison 2011/12 – die letzte Zweitligasaison der Eintracht – ausgedümpelt.  Egal, irgendwie. Trotzdem schade – die Saison (und wir mit ihr) hätten einen besseren Abschluss verdient gehabt. Um so  vorbildlicher die Wahl zum Spieler der Stunde: Obwohl auch hier offensichtlich das letzte Quäntchen Motivation gefehlt hat, es noch einmal wissen zu wollen, hat die Abstimmung es aber trotzdem durch den unbändigen Einsatz einiger Teilnehmer in letzter Sekunde  gerad noch über die 31-Stimmen-Hürde geschafft und damit konnten die im moralischen Sinn wertvollen und entscheidenden letzten Punkte geholt werden. Dass es trotzdem nur zur  niedrigsten Wahlbeteiligung in dieser Legislaturperiode gereicht hat, spielt hierbei keine Rolle. Es ist der Einsatz, der zählt.  Mein herzlicher Dank gilt all den Wählern, die während der ganzen Saison am Ball geblieben sind und auch am 34 Spieltag trotz schlechten Wetters…ähem: Spiels… den Weg ins Wahllokal geschafft und die Aufstiegssaison auch hier zu einem guten Ende gebracht haben. Yeah. Danke!

Qualm (gehört zu jeder
"wahnsinnig friedlichen und
emotionalen Party")
Schon allein deshalb habe selbstverständlich auch ich keine Sekunde daran gedacht, am Tag nach der Wahl erst einmal meinen Rausch auszuschlafen, sondern bin umgehend  hier im Blog erschienen, um einige Dankesworte loszuwerden. Auf eine Feier im Römer, auch auf eine Facebookparty werde ich allerdings nach reiflicher Überlegung verzichten, auch ohne Feierbefehl wird hier  – da bin ich sicher –  alles „wahnsinnig friedlich und emotional“ (TV-Originalkommentar zur Feier am Römer) ablaufen. Mindestens.

Sonntag, 6. Mai 2012

34 (von 34)

Heute also das letzte Spiel einer Zweitligasaison, die viel schneller herumgegangen ist als gedacht, die trotz zweite Liga auch viele schöne und glückliche Momente gebracht hat und an deren Ende wir wieder da sind, wo wir hingehören. Back again. Alles gut. Bereits ausgiebig gefeiert, bejubelt.  Wir sindwaren überglücklich, überschwänglich froh, erleichtert. Wir haben mit der Mannschaft gesungen, sind gehüpft, haben uns bei allen bedankt, haben alles – nur nicht die Erinnerung - aus den Knochen geschüttelt. Die Sensoren sind bereits in Richtung Zukunft gerichtet. Für mich ist es fast so als sei das Spiel heute in Karlsruhe nicht das letzte Spiel der alten Saison, sondern das erste, das bereits in die neue Saison weist. Armin Veh hat angekündigt, dass die beste Mannschaft auf dem Platz stehen wird. Pirmin Schwegler ist angeschlagen, wird aber spielen, weil er auch in „jedem anderen Spiel spielen würde, in dem es um etwas geht.“ Und es geht um etwas. Für uns darum, ob wir diese Saison als Erster oder Zweiter abschließen (das Wort „Meister“ will mir in diesem Zusammenhang nicht so recht über die Lippen und die Vorstellung, dass wir diese „Meisterschaft“ heute Abend vor dem Römer ähnlich enthusiastisch feiern wie gestern Dortmund ist mir - von wegen: Haben wir das nötig? - fast ein bisschen peinlich, aber das ist ein anderes Thema), für Karlsruhe ist das Spiel so etwas wie der Final Countdown. Diese Paarung an diesem Tag gehört schon irgendwie zu den Spielen, bei denen man wieder einmal merkt, dass der große Fußballgott wohl doch eine ganz eigene, merkwürdige Art von Humor hat.

Für mich gehört Karlsruhe zu den Vereinen, zu denen ich irgendwie keine Beziehung habe. Mein Mit-Adler mag sie nicht (das ist verständlich - er ist gebürtiger Schwabe), mir sind sie egal. Überall ist davon die Rede, dass wir mit Karlsruhe das tun, was der große Hintern dereinst mit der ganzen Welt tun wird. Ich kann nicht so recht nachvollziehen, warum das eigene Glück noch ein Stück größer zu werden scheint, wenn es anderen Scheiße geht und man sich daran weidet. Das ist, als wäre es eine besondere Genugtuung, einen toten Hund noch ein wenig zu treten. Ist es nicht.

Wenn wir gewinnen – und wir werden gewinnen – hängt das Schicksal der Karlsruher von den Spielen in Aue, in Cottbus und in München ab. Die Chance, dass sie dann – wie gestern Köln – noch vom Relegationsplatz auf den direkten Abstiegsplatz rutschen, ist nicht ganz klein. Solche Bilder wie die gestern  gehen nicht ganz spurlos an mir vorbei. Nicht vorrangig wegen des Rauchs, der da aus der Kurve gestiegen ist und sich ziemlich schnell verzogen hat, sondern wegen der entsetzten Gesichter, die in Großaufnahme auf dem Fernsehbildschirm zu sehen waren, wegen der Tränen, die mit Schals abgewischt werden, den schlaff in ihren Sitzen hängenden Menschen. Ich weiß noch sehr genau, wie ich mich letztes Jahr um diese Zeit gefühlt habe. Es war das Grauen.

Es gibt Siege gegen Mannschaften, die sind besonders schön und besonders wichtig, die erfüllen einen mit besonderer Genugtuung und die müssen besonders ausgiebig gefeiert werden. Ob der Sieg heute in Karlsruhe in diese Kategorie gehört? Mmh.

Heute ist ein letztes Spiel, aber irgendwie auch ein erstes.

Freitag, 4. Mai 2012

Feiertagslieblinge

Der 33. Spieltag der Zweiten Fußballbundesliga war auch für die Eintracht ein Spiel-, aber vor allem ein Feiertag. So ist nicht nur das Spiel gegen 1860 München, sondern auch der Spieler der Stunde noch einmal aus der Reihe gefallen. Da auf dem Platz nicht so furchtbar viel Fußball gespielt wurde, konnte hier im Blog stattdessen der Liebling des Tages gewählt werden. 85 Stimmen wurden abgegeben - eine des Aufstiegs und des Feiertags würdige Fast-Rekord-Beteiligung. Herzlichen Dank dafür!

Die Stimmen sind dieses Mal besonders breit gestreut. Fünf mehr oder weniger verwunderliche Stimmen hat z.B. auch Constant Djakpa erhalten. Da sie kaum als Anerkennung für sein dämliches und  überflüssiges Foul gedacht sein können, kann ich nur vermuten, dass sie ihn motivieren sollen, sich künftig aufs Fußballspielen zu konzentrieren.

Leichter fällt mir da die Interpretation der restlichen Stimmen: Danke-schön-und-alles-Gute-Stimmen für die Spieler, die uns nach der Saison verlassen werden: Ümit Korkmaz (2 Stimmen),Caio (1 Stimme) und Habib Bellaid (4 Stimmen) standen am Sonntag alle noch einmal mit dem Adlertrikot auf dem Platz. Und so sehr wir sie aus den unterschiedlichsten Gründen in unser Herz geschlossen haben, konnten wir  dann auch noch einmal sehen, warum sie sich bei der Eintracht nicht durchsetzen konnten: Ümit dribbelt sich fest. Habib ist  leider, leider immer noch zu lässig, seinen Pässen fehlt Präzision und Timing, und Caio ist und bleibt Caio.

Dienstag, 1. Mai 2012

"Eigentlich war es doch ganz schön..." - Aufstiegsfeier Tag- und Nacht-Gedanken

Eigentlich geht es um Fußball. Deshalb ist es schon ein etwas merkwürdiges Gefühl zu einem regulären Punkt- und Meisterschaftsspiel zu fahren, bei dem von vornherein klar ist, das es nur eine Kulisse darstellen wird. Es geht noch um etwas. Wir wollen als Tabellenführer aufsteigen. Ja. Eigentlich.

Der Sonntag, der Tag des Spiels gegen 1860 München ist da. Das letzte Heimspiel in der zweiten Liga. Beim Spiel gegen Aue, das waren aus dem Spiel heraus geborene große Gefühle, Überschwang, heller Jubel. Nach dem Spiel in Aachen dann eine große Zufriedenheit und Erleichterung. Stilles Glück. Heute? Heute ist ein Feier-Tag. Ein großes Fest für alle und mit allen, die die Eintracht lieben. Adlerfestspiele. Die Mannschaft hat ihr Versprechen gehalten. Wir sind wieder da. Erstklassig und jetzt fahren wir ins Waldstadion um uns zu bedanken und mit der Mannschaft und mit unseren Adlerfreunden zu feiern.

Heute ist alles anders: Kein rituelles Anlegen der immergleichen Glücksbringerklamotten vor dem Spiel (die sind jetzt endgültig in der Wäsche), kein – wie bei uns leider häufig übliches – Zuspätkommen. Heute. Nicht. Schon kurz nach 11 sind alle Adler eingesammelt und wir sitzen wir im Auto und brausen erwartungsvoll Richtung Waldstadion. In den Wäldern um den Parkplatz ist es noch relativ ruhig, aber je näher wir zum Stadion kommen, desto lauter und bunter wird es. Hinter uns hupt es. Unser lieber DK-Adlerfreund leuchtet rotundschwarz aus seinem Autofenster. Eintracht. Eintracht. Ruft er. Ein warmer Funke springt von Adlerherz zu Adlerherz – hey. Unsere Eintracht. Wir!

Während meine Mit-Adler bei Black and White die gewohnte Spieltagsbratwurst verzehren, gehe ich heute andere Wege. Breaking the Rules. Lasse mich von der rotundschwarzen Welle tragen, schlendere am Waldrand entlang zum Gleisdreck. Von fern höre ich Stimmen durch den Lautsprecher, aha – die Waldtribüne, die ich noch nie live erlebt habe und jetzt zumindest schon mal höre.