Sonntag, 24. Dezember 2017

Still, still ganz still

Heute am Heiligabend bin ich morgens schon sehr früh aufgewacht. Ich schrecke hoch. Kurze Verwirrung:  Heute war doch irgendwas? Wichtiger Abgabetermin? Call? Eintracht? Irgendein "muss", "sofort", "heute", "unbedingt"?  Dann die Erkenntnis. Nichts von alledem. Durchatmen, entspannt bleiben. Ja, heute ist etwas: Weihnachten. Draußen dämmert es gerade. Auf Socken tappere ich durchs Haus und husche von Fenster zu Fenster, um etwas von Weihnachten zu spüren. Öffne die Tür zum Garten, leichter Wind,  mild, trotzdem fröstele ich in meinem dünnen Eintracht-Schlafeshirt.  Der Himmel ist  grau und wolkenverhangen, dünner Nebeldunst. Die Nässe der vergangenen Tage liegt schwer auf den Bäumen und Büschen. Die verblühten Hortensien hängen ihre Köpfe. Nasses Laub klebt auf dem Rasen. Die Beete sind kahl und matschig. Vom Rosenstrauch neben dem Bänkchen leuchtet eine einzelne, spät erblühte Rose . Die schwarzundweiße Katze ist auch schon wach und sitzt neben mir auf der Fußmatte.  Sitzkatze. Etwas missmutig schaut sie ins Freie. Es ist still, so still, dass ich die Stille hören kann. Die Stille der kommenden Christnacht mischt sich mit der des Sonntags.  Kein Auto, kein Nachbar, der irgendwo mit einem elektrischen Gerät zugange ist, kein Flugzeug, kein Mensch auf der Straße, kein Rollladen,  der knattert,    nicht einmal ein Vogel,  der flattert oder piepst.  Einfach nur: still. Ab und zu ein leises Rascheln der dürren Zweige oder ein tropfen, der sich von einem Blatt löst und beim Aufprall zerplatzt. Ich stehe ganz ruhig, fast atemlos, fühle mich glücklich und frei. Weihnachten. Dann trete ich den Rückzug in Richtung Bett an. Bei offenem Fenster noch einmal einkuscheln und in die Weihnachtstage hineinträumen. Die schwarzundweiße Katze hält das für eine gute Idee, hopst aufs Bett  und kringelt sich in meine Armbeuge. Von fern bellt Pucki,  der Nachbarhund. Wir schlafen ein.

Allen, die hier regelmäßig mitlesen oder ab und zu vorbeischauen ein frohes Weihnachtsfest und eine gute, friedliche Zeit. And the bells are ringing out for Christmas day...


Samstag, 16. Dezember 2017

Vom 16. zum 17. Spieltag: Warum die Eintracht nicht nur Auswärtstabellenführer ist, sondern heute auch ganz sicher den dritten Heimsieg einfährt

Dienstag. Und ist es auch Wahnsinn, so hat es wie's aussieht doch Methode. "Ein Spiel wie eine Kneipenschlägerei. Immer noch ein Schwinger für den HSV, " kommentiert der Sky Reporter die erste Halbzeit des Spiels der Eintracht in Hamburg. In der zweiten Halbzeit setzt es dann umgekehrt mehr Schwinger für die Eintracht, aber wir haben die besseren Nehmerqualitäten. Auswärtstabellenführer. Hüpf. Kreisch.

Mittwoch. An einem überaus hektischen und anstrengenden Tag freue ich mich aufs abendliche Weihnachtsmärchen, schaffe es hechelnd gerade noch rechtzeitig ins Theater und starte mit Peterchen, Lisa und dem Maikäfer Sumsemann zum Mond, wo zwar in diesem Fall kein Hesse, aber allerlei Himmelsbevölkerung zu finden ist und die Sterne leuchten. 

Sonntag, 10. Dezember 2017

15. Spieltag: Sensation in Frankfurt

Der 15. Spieltag der Bundesligasaison 2017/18 könnte in die Bundesligageschichte eingehen. Wie verlautet, tagt derzeit in Frankfurt der Videosssist-Ausschuss der DFL, der per Videokonferenz (logisch!) mit dem operativen Videoassist-Team in Köln verbunden ist. Thema ist die knappe Niederlage der ruhmreichen Frankfurter Eintracht,  gegen die unter Trainer Josef Heynckes gewohnt aseptisch und diskussionsfreudig aufspielende designierte Meistermannschaft aus Bayern. Eine Sensation liegt in der Luft, die gleichzeitig good news für die Frankfurter Eintracht bedeuten könnte.

Sonntag, 3. Dezember 2017

14. Spieltag: Leise rieselt der Schnee

Es ist erster Advent und es schneit, das ist wunderbar. Adler-Freunde, die im Moment in Berlin am Stadioneingang stehen, vermelden Minustemperaturen, kalte Hände, fast abgefrorene Hinterteile, aber gute Stimmung und so sollte einem Auswärtssieg beim Fast-Tabellennachbar in Berlin nichts im Wege stehen. Blick vorsichtig nach oben oder doch fest nach hinten? Wir werden sehen.  Hertha ist nach dem Sieg in Köln - so said - wieder zurück in der Erfolgsspur, will nach vorne spielen und das Spiel bestimmen. Niko Kovac schaut, auch wenn dort Berliner Freunde und Bekannte winken, nicht nach links und rechts, sondern nur auf drei Punkte. Ganz wie Mit-Berliner Prinz Boateng, der nur Punkte mitnehmen und dann wieder heimfahren möchte.

Niko Kovac beklagt den Werteverlust in der Gesellschaft und ein kleines bisschen nagt in mir der Verdacht, dass aus seiner Sicht Werteverlust sich z.B. auch darin äußert, wenn kritische Stimmen zum Spiel der Eintracht laut werden.  So übermäßig viel wird im Moment ja nicht kritisiert. Könnte aber sein, dass sich das  generell nicht gehört, weil man der Arbeit des Teams damit nicht genug Respekt zollt. Darüber muss ich nachdenken.

Das Eintracht-Museum feiert Geburtstag: Es war ein dufter Abend!*

(Nachtrag vom 29.11.2017)

Viel zu lange war ich nicht mehr im Eintracht-Museum, aber heute, bei der Geburtstagsfeier zum 10-jährigen Bestehen will ich unbedingt dabei sein, schon vor Wochen habe ich mir Karten besorgt und am Dienstagabend, pünktlich (!) um halb Sieben biege ich auf den Stadionparkplatz ein. Dort ergattere  ich - hurra - einen der letzten noch freien Plätze, das Waldstadion leuchtet heimelig in der Ferne und ich mache mich erwartungsfroh auf den Weg.

„Ich hab auf dich gewartet“, schallt es mir schon nach wenigen Metern entgegen. Dort steht Frank, mit dem ich mich für heute Abend verabredet habe. Wie das in Facebook-Whatsapp-Zeiten so ist, hören wir zwar regelmäßig voneinander,  haben uns aber - da wir auch im Stadion an verschiedenen Ecken sitzen - seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Frank hat ein Geschenk für mich dabei,  das er schon seit einiger Zeit bei sich zu Hause im Schrank liegen hat, und jetzt wissen wir auch ganz genau, wann wir uns zum letzen Mal in echt getroffen haben. Unglaublich, das war vor vier Jahren - in Bordeaux.

Der Abend ist kalt und klar und vor dem Museumseingang hat sich bereits eine Warteschlange gebildet. Dort entdecke ich Kid, da kommt Nicole. Umarmungen,  Wiedersehensfreude und ich bin hibbelisch fast wie vor einem Spiel. Vorfreude mischt sich mit großen Erwartungen.„Große Erwartungen?“ sagt Kid. „Da bist du bei der Eintracht auf jeden Fall richtig.“