Dienstag, 30. September 2014

So oder so

„Was für ein geiles Tor, aber…“  So lassen sich die im Internet überlieferten Reaktionen auf den Sieg der Frankfurter Eintracht in Hamburg zusammenfassen. Die Freude über den Sieg war nicht so groß wie man vielleicht vermuten könnte, ja müsste. Stattdessen wird vielerorts beklagt, dass das Spiel der Mannschaft insgesamt wenig ansehnlich und durch eine zu hohe Anzahl von Fehlpässen geprägt, dass nach wie vor kein System erkennbar und das Spiel von eher rumpelfußballartiger Struktur sei. Miesmacher? Dauernörgler? Stopp –  nicht so vorschnell mit dem Urteil. Dies alles hat nämlich seinen Grund – es liegt an dem Internetz.  

Das lässt sich ganz einfach beweisen. Wie zum Beispiel hätten sich die Internet-Kommentare angehört bei Spielen in der Vor-Internet-Zeit, wenn es das Netz  mit seinen Foren und Blogs, Threads und Ritualen denn damals schon gegeben hätte? Wie bei Spielen, die heute zum festen Mythen- und Legendenbestand der Eintracht gehören? Na, wie wohl?  Vielleicht so:

Fliegende Systeme

Während die „fliegenden Systeme“ der Bundeswehr sich derzeit offensichtlich in einem desolaten Zustand befinden, war am frühen Abend des Sonntags beim Spiel der Eintracht in Hamburg ein über die Maßen sehenswertes Phänomen zu besichtigen, das mit Fug und Recht den Namen „fliegendes System“ für sich in Anspruch nehmen kann, gegebenenfalls auch – in Anlehnung an zur Auslieferung von Paketen eingesetzten Drohnen  – als „Ballcopter“ bezeichnet werden könnte.

Dienstag, 16. September 2014

Kleines Fußball-ABC – Heute „P“ wie „Prognose“

Prognose, die (f), Pl: die, -n. Als Prognose bezeichnet man den saisonbegleitenden auf- und abschwellenden Meinungsstrom, der den Ausgang  bzw. weiteren  Verlauf der laufenden Saison vorher sagt und/oder → Befürchtungen  → Mahnungen und → Bedenken oder → Erwartungen, → euphorischen Überschwang  und → Hoffnungen  zum Ausdruck bringt oder verdichtet.

Bereits bevor der erste Ball getreten ist,  formieren sich die  Prognosefronten, die eine grundsätzlich → optimistische oder eine grundsätzlich → pessimistische Ausrichtung haben. Die Entscheidung für eine →optimistische  oder →pessimistische  Ausrichtung  hängt  weniger von der Sachlage als vom Naturell und der Positionierung des Prognostikers ab.Übermäßig →pessimistische und übermäßig →optimistische Prognosen sind mithin kein Widerspruch, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille. Vgl. hierzu auch:  → Komplementärprognosen

Sollte die →pessimistische bzw. →optimistische Prognose von der tatsächlichen Entwicklung überholt werden,  wird dies sowohl von pessimistischer wie von optimistischer Seite als Bestätigung der eigenen Haltung empfunden. Bsp.:  1) Positive Entwicklung bei pessimistischer Prognose „Dann haben sie also doch noch irgendwie die Kurve gekriegt…“ Bsp. 2) Negative Entwicklung bei optimistischer Prognose: „Das war so nicht abzusehen…“ „Mehr war sowieso nicht drin…“

Montag, 15. September 2014

Auweia

Das war kein schöner Nachmittag gestern im Waldstadion. Im Gegenteil: Nach dem Abpfiff ging es mir schlecht. Also: So richtig schlecht - so, dass ich mich selbst gefragt habe, warum um des Himmels willen, ich gar so niedergeschmettert bin. Zusammengesunken sitze  ich auf meinem Platz, fast wie gelähmt. Stiere minutenlang vor mich hin, rappele mich mühsam hoch und stapfe mit müden Schritten zum Ausgang, die Beine schwer wie Blei.

Niederlagen sind nie schön. Zuhause schon zweimal nicht. Aber am dritten Spieltag sollte man sie noch einigermaßen verkraften können. Vier Punkte haben wir nach drei Spielen ja schon, immerhin. Eine 0:1  Heimniederlage gegen eine körperlich robuste, gut eingestellte Augsburger Mannschaft und gegen einen indisponierten Schiedsrichter – das kann einem ja nicht so aus den Schuhen hauen.  Und doch. Irgendwie scheint das Maß der Enttäuschung mit der Einstellung zusammen zu hängen, mit der man ins Spiel geht.

Schwenk zurück auf den Sonntagmorgen:  

Donnerstag, 11. September 2014

Rotundschwarze Schnipsel (25. August bis 10. September - von Freiburg bis kurz vor Augsburg)

Sonntag, 25. August
Die Eintracht ist ohne Meier und Zambrano in der Startformation, aber mit einem Sieg gegen Freiburg in die Saison gestartet. Ich freu mich über den an der Seitenlinie rotierenden Thomas Schaaf, sehe, dass noch nicht alles rund läuft, aber entdecke jede Menge positive Ansätze, bin zuversichtlich und gespannt. Im Netz überwiegt die Skepsis. War ja klar! Das, was wir jetzt ernten, ist  das Ergebnis eines heimtückischen Offensivfußballverhinderungs-Mutigetrainerabwehr-Talenteverschleuderungs-und-die-Eintracht-auf-Ewigkeiten-widerstands-und-systemlos-im-Tabellenniemandsland-Dahindümpelmechanismusses. Das haben wir jetzt davon. Drei Punkte zum Saisonauftakt. Bah.

KABS -  das klingt wie die Abkürzung für eine militante Einsatzgruppe und so ähnlich ist es auch. Die Abkürzung steht für “ Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“  Die KABS hat in diesem Jahr bereits über drei Billionen Schnakenlarven getötet. Besonders aggressiv sind die neu hinzugekommen, ausländischen Sorten: Die japanische Tigermücke und der Buschmoskito. Ruf in der hereinbrechenden  rheinhessischen Dämmerung: „Mach die Fenster zu, die Japaner kommen.“