Freitag, 29. Mai 2015

Kein Machtkampf, nirgends

Wow, was für eine Woche. Haben wir nicht eben noch im Stadion AlexMeierFußballGott gefeiert?  Schnee von gestern, scheint fast schon Jahrzehnte zurückzuliegen. Gut, dass der Titel von Alex Meier fest in die Annalen eingraviert ist – die sonstigen fußballerischen Ereignisse des Jahres sind nämlich schon im großen Fußballnirwana verschwunden, die fußballerische Visitenkarte des Trainers weggewischt. (Aufpassen, dass nicht auch noch die Fotos verschwinden).  Einzig das bereits terminierte Trainingslager auf Norderney steht im Juli im Kalender wie ein rückwärts gewendetes Menetekel aus einer vergangenen Zeit.  Wir sind stattdessen zurück in der Zukunft. Vor meinem inneren Auge sehe ich die Mannschaft der Eintracht -  allen voran Uli Stein – die Treppen am Riederwald hinaufsteigen und zum Rapport antreten. Wie lange ist das her? 25 Jahre…  Hach – endlich: Back where we belong. Ich sehe eine große Zukunft voller Fast-Meisterschaften.

Ist Thomas Schaaf aus dem Amt getrieben worden, hat er von sich aus „die Flucht ergriffen“ oder schlicht und einfach die Konsequenzen aus einer – aus seiner Sicht – nicht mehr haltbaren Situation gezogen? Warum auch immer er seine Entscheidung getroffen hat, die Entwicklungen der letzten Tage zeigen: Er hatte recht damit.

Samstag, 23. Mai 2015

Indizienketten und Torschützenkönige

Heute also Leverkusen und - kaum zu glauben - schon wieder der letzte Spieltag einer Saison. Eine Saison, die in vielerlei Hinsicht merkwürdig war - manchmal nahm sie Fahrt auf, manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie noch gar nicht richtig angefangen hat - und die mir trotzdem (oder gerade deshalb) als irgendwie besonders im Gedächtnis bleiben wird. Letztes Jahr war alles ein bisschen unwirklich, egal wie gut oder schlecht wir gespielt haben - jedes Spiel im Waldstadion war fast so etwas wie ein der Wirklichkeit entrücktes Erlebnis, überstrahlt von Europa. Dieses Jahr war real, manchmal vielleicht sogar zu real.  Mit allem, was bei der Eintracht zum Fußball gehört - inklusive Geknodder, Gegrummel, Zoff und Untergangsprophezeihungen. System oder kein System. Tore. Tore. Tore. Fehlpass-Chaos. Alleingänge. Fehlendes Mittelfeld. Machtspiele. PR-Maschine. Unzufriedenheit.  Alex. Stefan. "Joe". Verletzungen. Sonny Kittel. (Sonny!!!) Marc Stendera. Mein Lucas (ach jemine). Der unglaubliche Haris. Kapitäne.  Rückkehrer. Trainerlieblinge. Rauschende Siege. Fragezeichen. Herzkasper. Immer noch und noch eine Auswärtspleite. Interviews. Vorhersehbare Enttäuschungen. Unverhofftes Glück. 40 (41, 43?) Punkte. Tabellenplatz 12 (11, 10, 9, 8?).  Die einen reden von Spektakel, den anderen ist es langweilig. Was auch immer zutrifft - alle  "Indizien" (Heribert Bruchhagen) sprechen dafür, dass es eine gute Saison war.

Samstag, 16. Mai 2015

Wär' doch gelacht, ...

... wenn wir in der Rückrunde nicht noch einen Auswärtssieg  holen. Oder?

(Da das letzte  Woche mit dem einzeiligen Vorbericht so gut geklappt hat, musste ich es gleich nochmal probieren!)

Sonntag, 3. Mai 2015

Ach und Weh

Bilder, die bleiben. Der Moment in dem Sonny Kittel am Boden liegt, die Hände vor dem Gesicht, die Tränen laufen ihm über die Wangen. Haris Seferovic, der sich über ihn beugt, ihm Mut zuspricht. Hey, wird schon nicht so schlimm sein. Die Hoffnung war leider trügerisch. Doch, es ist schlimm, richtig schlimm. Wieder ein Kreuzbandriss und Sonny schien es vom ersten Moment an gewusst zu haben. So glücklich war er, noch vor zwei Wochen im HR Heimspiel, endlich wieder so weit, auf dem Platz zu zeigen  was für ein feiner Fußballer er ist. Deutlich machen,  dass er an den Rückschlägen gewachsen ist, dass er es schaffen kann, ein ganz Großer zu werden. Einfach froh. Jeden Tag wieder zum Training gehen. Fußball spielen. Und jetzt  das. Wieder das Knie. Wieder neu anfangen und die Hoffnung, dass er die Kraft findet, um sich noch einmal heranzukämpfen und dass sein Körper ihm das auch gestattet. Gedanken an Christoph Preuss schwirren durch meinen Kopf und ich schiebe sie ganz, ganz schnell nach hinten. Nein, nein, nein, das darf nicht sein. Sonny, du schaffst das.

Auch sonst liegt die Niederlage in Bremen heute wie ein schwerer Schatten über dem Tag und meinem Gemüt. Dort, wo mein Herz ist, brennt ein feiner kleiner Schmerz. Mein Magen tut mir weh. Nein, nicht wegen oder zumindest nicht vorrangig wegen des Spieles gestern in Bremen. Ich habe ein fehlerhaftes, deutlich verbesserungswürdiges Spiel, aber kein Desaster auf dem Platz gesehen. Und: Ich habe keine Angst, dass wir noch in Relegationsnot geraten (das ist schon spielpaarungstechnisch -  selbst wenn wir gar keinen Punkt mehr holen - so gut wie unmöglich). Wie im Schuh des Manitou ist es die Gesamtsituation,  die mir auf der Seele lastet und die durch das Spiel gestern nicht wirklich besser geworden ist.

Samstag, 2. Mai 2015

Sachsenhausen den Sachsenhäusern!

Heute also: Vorletztes Auswärtsspiel der Saison in Bremen. Und ich kenne ein paar bremer  Exil-Adler, die ihrem „Heimspiel“ seit Wochen entgegenfiebern und nicht nur räumlich weit entfernt sind von Langeweile und lustiger Scheißegaligkeit. Sie wissen es halt nicht besser ,-)

Vorgestern hatten unser Trainer Thomas Schaaf und unser Adler Attila gemeinsam Geburtstag und ehrlich gesagt war ich froh, dass in den jeweiligen Geburtstagsthreads im Eintracht Forum Thomas Schaaf zumindest ein paar Klicks und ein paar Glückwünsche mehr zu verzeichnen hatte. Während sich der Beliebtheitsgrad unseres Trainers bei uns auf niedrigem Niveau stabilisiert, sind andernorts ganz andere Töne zu hören: Vom Schaafismo ist die Rede, und von der Trainerlegende Schaaf.

Damit die Bremer nicht ernsthaft auf den Gedanken kommen, uns um unseren Trainer zu beneiden, berichtet Frank Hellmann im Weser-Kurier vom „gestörten Binnenklima“, das bei der Eintracht unter Trainer Schaaf Einzug gehalten habe. Es weht ein scharfer Wind aus Richtung Frankfurt. In dem Artikel wird im Übrigen zunächst ausführlich davon berichtet, wie Thomas Schaaf sich und seiner Bremer Trainertruppe mitten in Sachsenhausen  - man stelle sich vor - Kohl mit Pinkel servieren lässt statt Apfelwein zu trinken, dass er „und seine Frau Astrid“ sich auch  privat „gern“ mit den – bremer – Familien der anderen – bremer - Trainer „umgeben" und dass er  - es ist nicht zu fassen - „immer noch“ seinen Bungalow in der Nähe von Bremen stehen hat und dort auch gerne hinfährt. Also nach Bremen, der Bremer, der bremische. So wundert es nicht, dass Thomas Schaaf auch einen Bremer Sennenhund hat. Berner? Ach so. Auch schon egal.