Freitag, 30. März 2012

28 (von 34)

Heute vor 100 Jahren ist Karl May in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Was das mit der Eintracht zu tun hat? Wollen doch mal sehen, da wird sich doch was finden lassen: Wie die Eintracht hat Karl May jede Menge schlechte Zeiten hinter sich gebracht und sich trotzdem nicht unterkriegen lassen. Je schlimmer die Situation, desto größer war seine Klappe. Mit viel Phantasie hat er sich etwas ausgedacht, dass es zwar nie gegeben hat, aber trotzdem alle für bare Münze genommen haben. Wie die Eintracht hat er vielen Menschen viel Freude gemacht.Auch Winnetou und Old Shatterhand  sind einander höchst einträchtlich verbunden - nur schade: Das einzige, was sie nicht können, ist Fußball spielen.

Um 18 Uhr heute Abend spielt die Eintracht gegen den VFL Bochum. Die Karten scheinen klar verteilt. Die Eintracht hat einen Lauf, einen wunderbaren Auswärtserfolg in Berlin im Rücken, steht auf dem zweiten Tabellenplatz – ready for take-off – und will und wird heute nichts anbrennen lassen. Der VFL spielt eine enttäuschende Saison, hat am letzten Wochenende zu Hause gegen Ingolstadt verloren, ist zwar eigentlich so gut wie durch, muss aber aufpassen, nicht vielleicht doch noch halbuntendrin hängen zu bleiben.

Klare Sache und damit Hopp. Nicht nur die Eintracht, auch die Euphorie hat einen "Flow" und so mehren sich auch die die guten Zeichen:  Schwegler und Mo kabbeln sich. Manche davon sind sogar "riesig": Schwegler wird, jawohl, er wird unterschreiben . Rode und Caio sind heute leider  krank und können nicht mit tun – macht aber nichts, wir haben ja Alternativen. Der Tipp, den ich vor dem Spiel gegen den VFL am häufigsten gehört habe, war 5 oder 6 zu Null. Mmh. Jetzt müssen wir also nur noch aufpassen, dass es uns nicht geht wie dem Leser, der voller Spannung zu seiner Lektüre – dem Kapital von Karl Marx - gegriffen hat und nach einer Stunde verwundert den Kopf schüttelte: „50 Seiten und immer noch keine Indianer…“

Sieg – und sonst gar nix!


Was für ein Glück - da sind sie ja!

Donnerstag, 29. März 2012

Spieler der Stunde: Jimmy Hoffer

Wie schwer haben wir uns lange Zeit mit dieser Zweitligasaison getan, mit der zweiten Liga gehadert, mit der Mannschaft gefremdelt. Haben uns allmählich emotional berappelt. Wollten uns keine Euphorie verordnen lassen und haben doch allmählich ein Aufstiegskribbeln gespürt. Gerade vor dem Spiel in Berlin haben wir uns wehmütig an große Eintracht-Momente erinnert. Auf dem Platz, aber auch daneben. Was waren wir Eintrachtler doch mal für ein cooler Haufen. Klar werden wir aufsteigen. Aber so schräg, so chaotisch, so bunt wie früher würde es nicht mehr sein. Dachten wir. Und dann passiert so was wie das am Montag in Berlin. Einfach so. Einer der Tage, die bleiben werden und die sich nicht dann ereignen, wenn man sie plant oder erwartet, sondern dann, wenn es ihnen passt.  Einer von den Tagen, von denen diejenigen, die das Glück hatten, dabei zu sein, noch in Jahren erzählen werden. „Das friedlichste Fest seit Woodstock“ beschreiben die 11 Freunde den Abend. Union-Blogger Hönower erlebt in der Alten Försterei „Gänsehaut wie lange nicht“. Beve freut sich über den bunten Haufen der Eintracht –Fanszene, "der sich trotz aller Seltsamkeiten nicht unterkriegen lässt“ und zollt Union Berlin, ohne die dieses Fußballfest nicht möglich gewesen wäre, Dank und Respekt. „Juchuuu, wir sind euphorisiert.“ 

An diesem Abend war auf einmal wieder da, was wir vielleicht schon verloren geglaubt hatten: Wir! Zusammengehörigkeit. Solidarität. Die Mauer muss weg. Ein wieder gefundenes Bewusstsein von gemeinsamer Stärke. Die nächsten Tage, Wochen, Monate werden zeigen, ob und wie dauerhaft die Mauern eingerissen und/oder Risse geflickt worden sind. Aber wie immer es weitergeht: Was bleibt ist das Wissen um diesen einen geglückten Moment. No surrender. Es geht. Und es ist gut, dass wir das jetzt wieder wissen.

Fußball gespielt wurde am Montag Abend in Berlin auch - sehr gut sogar. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass der Funke, die Spielfreude auch auf die beiden Mannschaften übersprang. Die Eintracht wollte und musste gewinnen, war die klar überlegene Mannschaft , aber Union Berlin spielte munter mit. Es war ein abwechslungsreiches, sehr ansehnliches Spiel mit vielen Torraumszenen, das sich wunderbar in die Kulisse und in den Vorfrühlingsabend einfügte.

Montag, 26. März 2012

27 (von 34)

„Die zweite Liga befindet sich in der zweiten Hälfte – die erste Liga rückt näher.“ Mit diesen Worten hat der Sky-Reporter am Samstag während der Übertragung des Spiels Düsseldorf gegen Braunschweig einen Ausblick auf die nachfolgende Übertragung der Erstligaspiele gegeben.

Der Mann hat recht und zwar über den Tag hinaus: Wir stehen mitten in der zweiten Hälfte der Saison, haben fast schon Blickkontakt zur ersten Liga. Wie es aussieht, könnte aus dem Fünf-, teilweise, sogar Sechskampf um den direkten Aufstieg jetzt dann doch schneller als erwartet ein Dreikampf werden. St. Pauli geht irgendwie die Luft aus. Paderborn hat sich – so sieht’s wohl aus – im Spiel gegen die Eintracht noch ein letztes Mal gegen den allmählichen Sinkflug angestemmt und verabschiedet sich jetzt wohl auch zumindest von der Möglichkeit des direkten Aufstiegs. (1:2 gegen den MSV Duisburg – mein Tipp!) Schade irgendwie für die Paderborner, gut für uns.

Bei all dem ist es gar nicht so einfach, sich im Moment herunter zu coolen, die Aufstiegszuversicht im Zaum zu halten und weiter mit der gebotenen Vorsicht von Spiel zu Spiel zu denken. Jajaja. Eins nach dem anderen. Noch ein weiter Weg. Aber da sind auch: Blauer Himmel. Sonne. Knospen. Strauchelnde Mitkonkurrenten. Aufbruch. Neuanfang.

Donnerstag, 22. März 2012

Spieler der Stunde: Benni Köhler und Die Mannschaft (Two-in-one-Edition)

Aufstiegssaison 2011/12. Es hat gedauert. Die Eintracht ging ihrer Wege, sie spielte, sie gewann meistens. Sie zeigte, was an fußballerischem Vermögen in ihr steckt – mal mehr, mal weniger. Alles gut, alles schön, und doch immer ein Mangel, immer wenig, um das vergessen zu machen, was wir in der Rückrunde der vergangenen Saison erlebt haben. Immer dieses sich selbst im Zaum halten – Hoffnung, Freude, Glück, auch Jubel, aber immer merkwürdig gedämpft, auch bei den Eintrachtlern, die – wie ich – eigentlich zum Überschwang und zum Ausrasten neigen. („Do you understand my pain?“)

Und jetzt auf einmal merken wir, dass es sich ganz allmählich eingestellt hat – nicht plötzlich, nicht überschwappend und laut, eher still und stetig – dieses Gefühl: Es ist unsere Mannschaft. Das da, das sind nicht nur irgendwelche Fußballer – das sind unsere Jungs. Sie sind diejenigen, die die Eintracht zurück in die erste Liga führen. („Can you cook and sow make flowers grow?“). Endlich wieder ein vorsichtiges Vertrauen darauf, dass aus „der Mannschaft“ und „uns“ am Ende doch ein richtiges „Wir“ geworden sein wird. „All right, i take that chance….“

Die Wahlergebnisse am 25. und 26. Spieltag
Wie man’s macht, macht man’s verkehrt, hat meine Oma immer gesagt und auch Armin Veh scheint diesen Satz verinnerlicht zu haben. Erst sind wir zu wenig euphorisch, jetzt sollen wir auf dem Teppich bleiben. Machen wir, machen wir alles – wenn’s der Wahrheitsfindung dient.

Wahr sind auf jeden Fall die Ergebnisse der Wahl zum Spieler der Stunde. Da ich letzte Woche leider nicht dazu gekommen bin, den Sieger zu küren, heute also der 25. Und 26. Spieltag im Doppelpack.

In der letzten Woche – nach dem Sieg in Rostock – haben sich 70 Leser dieses Blogs an der Wahl beteiligt, in dieser Woche – nach dem Sieg gegen Dresden – waren es 53. Herzlichen Dank für eure regelmäßige Beteiligung!

Zwei klare Siege, die Eintracht - spielerisch und mental auf dem Vormarsch - hat den Aufstiegsplatz weiter gefestigt – und auch die beiden Wahlergebnisse zeigen zwei ziemlich ähnliche Stimmungsbilder. Die wesentlichen Änderungen gibt es an der Spitze – standen in der letzten Woche ein bzw. zwei Einzelspieler im Vordergrund, so ist es in dieser Woche das Mannschaftskollektiv.

Die Gegenüberstellung der beiden Spieltage zeigt einen Trend, der typisch für die Wahl zum Spieler der Stunde ist und verdeutlicht, warum die Wahl jede Woche dabei hilft, neue Facetten aufzublättern, Einblicke in das Mannschaftsgefüge zu gewinnen, aber auch zu verstehen, welches Standing einzelne Spieler bei uns haben.

Mittwoch, 21. März 2012

Limitiert

Abb.1: Oha.
Was ist nicht alles limitiert. Das Geld. Die Vorräte auf einer langen Wanderung. Der Vorrat an „Adler-Uffstiegs-Schoppe“ in der örtlichen Rewe-Filiale. Manchmal kann man nicht so wie man will - die Möglichkeiten sind limitiert. Auch Intelligenz ist häufig limitiert und ebenso sicher ist, dass nicht alle Menschen alles gleich gut können und insofern in manchen Bereichen nur über limitierte Fähigkeiten verfügen. Ich bin z.B. eine Geschichts-Null mit äußerst limitierten historischen Kenntnissen, anderen fehlt z.B. die Fähigkeit, Bildunterschriften für Fotos zu formulieren (Abb. 1 zeigt eines meiner aktuellen Lieblingsbeispiele). Und es gibt natürlich noch unendlich viel mehr Beispiele für Limitiertheiten jedweder Art.

Besonders ins Auge gefallen sind mir heute die beliebten limitierten Osternester, die derzeit auf der Eintracht-Homepage ausgelobt werden. Limitierte Osternester? Schon klar, so ganz leicht ist es nicht, sich darunter etwas vorzustellen. Aber mit etwas Phantasie funktioniert das schon. Möglicherweise ist ein limitiertes Osternest nur zum Teil gefüllt. Vielleicht fehlen die bunten Eier, vielleicht mangelt es  an Schokohasen oder –eiern. Vielleicht werden limitierte Osternester aber auch einfach von limitierten Osterhasen gebracht:


Ehrlich gesagt ist mir das aber auch egal. viel wichtiger ist, dass wir bei der Eintracht (fast ,-) keine limitierten Fußballer haben. Und eins ist sowieso vollkommen unbegrenzt: Der Jubel nach dem Aufstieg!

PS: Sollte jemand jetzt hier den Eintrag zum Spieler der Stunde erwartet haben: Er kommt! Soweit ich das aus meiner im Moment etwas limitierten zeitlichen Perspektive sagen kann: Entweder noch heute Abend oder morgen Vormittag. Versprochen!

Montag, 19. März 2012

Wildwood

In der vergangenen Woche fand in Leipzig die Buchmesse statt - gestern ist sie zuende gegangen. Allerorten gab es Lesetipps und Buchempfehlungen – und erstaunlich viele dieser Bücher (vielleicht sogar alle?) haben einen Bezug zu Eintracht Frankfurt. Glaubt ihr nicht? Dabei muss man doch nur genau hinschauen und lesen.

Nehmen wir nur zum Beispiel den hochgelobten „Roman in Fragen“ von Padgett Powell , den der wunderbare Harry Rowohl ins Deutsche übersetzt hat. Das Buch besteht ausschließlich aus Fragen und stellt also auch die Fragen, von denen wir noch gar nicht wussten, dass es überhaupt lohnt, sie zu stellen. Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm. „Wie stehen sie zur Kartoffel?“ Das ist eine interessante Frage, die ich aus dem Off beantworten kann („Ausgesprochen positiv!“), die mir aber nicht unbedingt etwas mit der Eintracht zu tun zu haben scheint. Aber es finden sich andere, die zwar verdeckt , aber für den Kenner der Materie eindeutigen Eintracht-Bezug aufweisen. Zum Beispiel: „Ist es bei dem, was man nicht wissen kann, besser eine klug agnostische Haltung einzunehmen, oder soll man lieber blind frisch drauflos meinen und diese Meinung in Ehren halten?“ Blindfisch. Aha. Und einfach so drauflos meinen? Aber immer. Dabei ist es im Grunde genommen doch nur eine Frage, die uns wirklich bewegt: An welchem Spieltag macht die Eintracht den Aufstieg sicher?

Samstag, 17. März 2012

Ganz einfach!

Der Winter war lang und kalt. Die zurückliegende Woche war doof und beschwerlich. Aber gestern Abend im Stadion – da war alles ganz einfach. Das Wetter, das Fußballspielen, das Aufsteigen, das Drumherum. Ja, das Drumherum. Was war im Vorfeld nicht alles kolportiert worden, von Dresdnern, die sich dann doch irgendwie ins Stadion schmuggeln und sich strategisch günstig im Stadion verteilen würden; davon, dass es jetzt erst bestimmt so richtig abgehen würde. Ein leicht mulmiges Gefühl hatte ich, war mir nicht sicher, was uns erwarten würde. Man hat ja so seine Vorstellungen von der Dresdener Fanszene. Und tatsächlich: Unser Block ist  gesprengselt mit Dresdnern – nicht an gelbundschwarzen Klamotten, aber unschwer an ihrem Dialekt zu erkennen. Oopsala - da waren sie also wirklich – und sehr schnell die Erkenntnis: Na und? Grinsen. Lachen. Staunen. Schulterklopfen hier, kurzes Schwätzchen da. Fußballfans wie du und ich. Alles klar. Der Gästeblock, die rechte Hälfte der Ostkurve gähnt leer, aber dann, kurz vor dem Anpfiff, setzt sich eine Menschenwelle von links in Bewegung und aus den benachbarten Blocks strömen einige hundert Dresdener in Block 18b, den Block direkt hinter dem Tor. „Dünamou“, skandieren sie. „Dynamo“, echot es ihnen aus der West entgegen. Wechselseitiger Applaus. Und da ist es – wie gesagt – auf einmal alles ganz einfach: Abgedreht, witzig, Fußball.

Unterdessen fällt dann auch bereits das 1:0 – vorbereitet von Djakpa, der in der ersten Halbzeit wie gedopt aufspielt – schöne Flanke auf den Kopf von. Meier. Meier. Mei….Tooooor. Zehn Minuten später das 2:0 – wunderschön von Benni Köhler in den Lauf von Mo Idrissou, der passt nach Innen, Hoffer – oder war es doch ein Dresdener – rutscht in den Ball. Egal. Tooor. Wahnsinn. Wir spielen wie aus einem Guss. Nach einer viertel Stunde ist das Spiel praktisch schon entschieden. Die Dresdener Fans neben uns sind – wer will es ihnen verdenken – jetzt doch ein wenig bedrippelt und beschließen, das sich abzeichnende Desaster in (noch mehr) Bier zu ertränken. Im zehn Minuten Abstand verschwindet einer nach draußen, um mit Nachschub zurückzukehren. „Dürft ich mal bitte vorbei?“ Ei, sischä doch.

Freitag, 16. März 2012

26 (von 34)

Sechsundzwanzig. Tatsächlich - heute ist bereits der 26. Spieltag dieser Zweitligasaison. Vor knapp 8 Monaten fing der Aufstiegscountdown an zu laufen. Jetzt ist bereits der Frühling angebrochen und wir werden – zum ersten Mal in diesem Jahr – bei strahlendem Sonnenschein ins Waldstadion pilgern. In acht – nein: wegen der englischen Woche – bereits in sieben Wochen ist es geschafft. Egal, welche Hürden bis dahin noch zu überwinden sein werden: Dann ist die Eintracht zurück und wir werden zusammen vor dem Römer feiern.

In der zurückliegenden Woche ging es um alles, am wenigsten um Fußball. Über die Finanzsituation der Eintracht wurde diskutiert. Über die  vermeintlich ohnehinigge Aussichtslosigkeit einer Rückkehr in die erste Liga.  Über die Spendenaktion der Eintracht, die als Appell an die Verantwortung der Ultraszene gemeint ist. Die DFB-Urteile zum pauschalen Auswärtsfahrverbot aller Fans einer Mannschaft. Wir alle dürfen nicht mit nach Berlin, heute trifft es bei uns die Dresdener (die in der letzten Woche in einer großartigen Aktion die DFB-Entscheidung konterkariert und  das erste ausverkaufte Geisterspiel der Fußballgeschichte durchgeführt haben.)

Gelbundschwarze Farben sind heute also im Waldstadion verboten und mich bewegt die Frage: Was passiert, wenn ein erkennbar rotundschwarz gekleideter Mensch außerdem auch gelbundschwarze Utensilien bei sich trägt? Deswegen habe ich die  ganze Woche über versucht, einen Biene-Maja-Haarreif aufzutreiben. Ihr wisst schon, diese Dinger, mit denen man sich an Fastnacht zu Hauf zum Affen macht – Bommeln auf Draht, die entweder rotundschwarz (Marienkäfer) oder gelbundschwarz (eben: Biene Maja) sind und die auf dem Kopf lustig auf und ab wippen. Aber nix zu machen – außerhalb der Fastnacht gibt es so was nicht. Schließlich habe ich zu Papier und Schere gegriffen und mir ein – leider höchst unzulängliches – Modell selbst gebastelt, was basteltechnisch nicht einfach und farblich fast unmöglich war (= ich besitze buchstäblich NICHTS gelbes, kein Shirt, kein Tuch, kein gar nichts). Das Ergebnis ist trotzdem ganz brauchbar:


Und da kam mir die Idee: Warum eigentlich Biene Maja-Haarreif? Reicht ja, wenn man heute im Stadion  irgendetwas gelbundschwarzes mit sich trägt – eine Art Solidaritäts-Flashmob gegen Sippenhaft. Zum Beispiel kann man sich ja – orientiert an der Aids-Schleife – einen gelbundschwarzen Schlubb an sein Trikot heften. So:


Bevor ich’s vergesse. Fußball ist heute auch noch. Alex Meier hat diese Woche einmal mit dem Training ausgesetzt, kann aber spielen. Karim Matmour ist wieder zurück. Steht er in der Anfangsformation? Wird Djakpa links hinten spielen oder doch Heiko Butscher? Spielen wir mit zwei oder mit einer Spitze? Wenn nur eine: Jimmy Hoffer oder Mo Idrissou? Fragen über Fragen. Und nur eine Antwort. Egal wer spielt: Eintracht!

Sieg – und sonst gar nix!

Samstag, 10. März 2012

25 (von 34)

Bei Tchibo – ihr wisst schon: das ist der Laden, bei dem es auch Kaffee gibt – habe ich heute entdeckt, dass es als Frühlingsangebot etwas besonders Nettes zu erwerben gibt: einen Apfelschäler. Wer sich jetzt darunter so etwas ähnliches wie ein Messer, so etwa in Richtung Kartoffelschäler, vorstellt, liegt vollkommen daneben. Das Gerät ist aus - quietschbuntem - Plastik, ungefähr 20 Zentimeter lang und ca. 15 cm hoch und breit und sieht (meiner Erinnerung nach) ungefähr so (vielleicht marginal ,-) anders) aus:

Apfelschäler (einfache Ausführung), Vorderansicht

Wie gesagt keine Daumenschraube oder ähnliches Folterwerkzeug – ein Apfelschäler. Ich stand minutenlang staunend davor, um nur annähernd zu begreifen, wie das Gerät funktioniert. Der Apfel (hier: links im Bild) wird in die Halterung gelegt und justiert. Per Kurbel (rechts) kann dann das Schneidegerät von oben an den Apfel herangeführt werden, der dann auf seiner Halterung zwecks Schälung um die eigene Achse am Gerät vorbeigedreht werden kann. Zur Erhöhung des Nutzungskomforts funktioniert es wohl wahlweise auch umgekehrt: Der Apfel liegt still, per Kurbel wird die Messerschneide um den Apfel herum (von links nach rechts, von oben nach unten) geführt. Eine Schiebemechanik kann – so schien es mir – unterstützend dazu genutzt werden, den Apfel außerdem vor- und zurück zu bewegen und/oder den Einfallswinkel bzw. die Lage des Apfels nach links oder rechts zu verändern. Ob sich in der Packung eventuell außerdem weiteres schweres Gerät (z.B. zur Entfernung des Gripsch) befindet, konnte ich auf die Schnelle leider nicht herausbekommen. Armer Apfel.

Was ich damit sagen will? Der Tchibo-Apfelschäler ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man die einfachsten Dinge in einen komplexen Vorgang verwandeln kann – und das erinnert mich irgendwie an das Spiel der Eintracht morgen in Rostock. Dazu könnte einem nämlich eine Menge überflüssiges Zeug einfallen. Schauerliche Erinnerungen. Flüche. Dieses eine Spiel. Und das andere. Und dann auch noch das. Ahnungen. Mahnungen. Unterschwellige Ängste. Statistiken. Befindlichkeiten. Dabei ist doch eigentlich alles ganz einfach: Die Rostocker sind Tabellenletzter, wir wollen aufsteigen, wir sind vorne mit dabei, und das soll und wird auch so bleiben. Einfach morgen nach Rostock fahren. Raus auf den Platz gehen. Spielen. Kämpfen. Siegen. Und dann ist der Apfel geschält.

Auswärtssieg – und sonst gar nix.

PS: Herzlichen Glückwunsch an den FSV Frankfurt zum heutigen Sieg gegen 1860 München. Wenn der FSV in drei Wochen auch noch einen Punkt aus Düsseldorf mitbringen sollte, möchte ich bereits heute vorschlagen, dass eventuell doppelte freudige Anlässe der einen oder anderen Art am 6. Mai vor dem Römer gemeinsam begangen werden.

Freitag, 9. März 2012

Spieler der Stunde: Sebastian Rode

Eigentlich sollte hier jetzt der Eintrag zum „Spieler der Stunde“ stehen. Aber leider - mir geht's wie Armin Veh: „Keine Zeit.“  Trotzdem habt ihr grad noch mal Glück gehabt ,-) – ich nehm sie mir.

Die Eintracht ist zwar zäh, aber doch einigermaßen geradlinig auf Aufstiegskurs. Wir alle haben es in den letzten Tagen hundertfach gehört: Es wird schwer, es wird holprig, es wird eng. Die Mannschaft ist leicht zu verunsichern, wirkt immer irgendwie gefährdet. Es bleibt spannend bis zum Schluss. Noch nie war die Spitze in der zweiten Liga so eng zusammen. 70 Punkte für den Relegationsplatz. Alles egal. Wenn wir uns jetzt ins Hemd machen, können wir von der Mannschaft nicht erwarten, dass sie es nicht auch tut. Wir ziehen das jetzt durch. Wir sind zu gut, um nicht aufzusteigen. Wir machen das. Hey – hallo – und jetzt alle: Wir. Machen. Das!

Ebenfalls ein bisschen holprig - trotzdem unbeirrbar und zielorientiert ,-) - läuft die Wahl zum „Spieler der Stunde“. Sie ist nach wie vor und „still alive“ und wird dies auch bis zum Aufstieg bleiben! In dieser Woche haben sich 60 Leser an der Abstimmung beteiligt – ganz herzlichen Dank dafür und hier kommt auch schon das gewohnte Streiflicht auf die Ergebnisse.

Martin Fenin
Nein – Martin Fenin stand (auch wenn Anita es sich im Eintracht-Forum gewünscht hätte) nicht auf der Liste des „Spielers der Stunde“ – aber Martin hätte sich diesen Titel in gewisser Weise auch verdient. Vor, während und nach dem Spiel war er allgegenwärtig. Freundlich, ein wenig verlegen, machte er keinen Hehl daraus, wie froh er war, wieder zurück in Frankfurt zu sein. Im Herzen von Europa. Hab mich sehr gefreut ihn zu sehen und von ihm zu hören und hoffe jetzt einfach einmal sehr, dass das alles nicht zu früh und zu viel für ihn war. Erinnere mich daran wie übermotiviert er im Hinspiel gegen die Eintracht war und wie er danach – zunächst fußballerisch – erst einmal in ein Loch zu fallen schien. Hoffe sehr, dass dieses Wochenende – und die ehrliche Zuneigung, die ihm entgegen geschwappt ist - ihm einen weiteren Schub auf dem Weg zur Gesundung gegeben hat - und dass er die billigen Schlagzeilen, die nach diesem Wochenende gefolgt sind, schnell abhakt.

Mittwoch, 7. März 2012

Ich bin eine Wolke!

Die Wolke hat in unserem Wortschatz vielfältige Bedeutungen. Es gibt Häuser, die an Wolken kratzen. Wenn dem – imaginären – Berliner im klassischen Berlin-Cartoon etwas gut – und vielleicht ja auch wenn dem Herthaner sein Otto - gefällt, befindet er „Det is eene Wolke.“ Leicht bewölkt ist es, wenn – im übertragenen Sinn – die Stimmung gut war und auf einmal nicht mehr ganz so gut ist. Wenn sich Schlimmeres abzeichnet, ziehen Wolken auf  oder – noch schlimmer – sie ballen sich über unseren Köpfen zusammen. Wer ein bisschen weltfremd ist, wohnt in Wolkenkuckucksheim, wer vor sich hin träumt, hat den Kopf in den Wolken und wem es über die Maßen gut geht, der schwebt auf Wolke 7.

So gut und so poetisch, aber noch lange nicht am Ende, denn in diesen Tagen lernen wir die Wolke noch von einer ganz anderen Seite kennen. Sie ist sozusagen auf dem Boden der Tatsachen angelangt.  Jetzt gibt es „die Wolke zum Anfassen“  - alles wird „in die Wolke geschickt“. Deshalb muss sichergestellt werden, dass bei Wolken-Angeboten „europaweit ein einheitliches Schutzniveau“ garantiert ist. Die „Rahmenbedingungen der Wolke“ „Transparenz, Sicherheit, rechtliche Vorgaben“ – müssen geklärt sein. Im Moment gibt es 150 verschiedene „Wolken-Standards“, die sich überschneiden. Ein „Güte-Siegel für Wolkenanbieter“ ist in Planung („Wolken-TÜV“). Die „deutsche Wolke wird zum Wettbewerbsfaktor“. Privatanwender und große Unternehmen sind eifrig dabei, die "Wolke zu entdecken“, während andere „der Wolke noch hinterherhinken“. Enorm wichtig ist, dass „die Wolke flexibler wird“, um die „Akzeptanz und die Reichweite“ weiter zu verbessern. Heute bereits ist die Wolke z.B. Teil des Projekts Spider, mit dem die Polizei Einsatzaufträge koordiniert. "Aus der Wolke" wird aber auch „Unterhaltung bezogen“ - da ist es gut, dass „arbeiten in der Wolke Strom spart" –  im nächsten, entscheiden Schritt müssen jetzt nur noch „die Effizienzpotenziale der Wolke“ weiter erschlossen werden. 

Alles klar, alles Wolke. Könnte aber auch von Smartphones, Solaranlagen, sozialen Netzwerken oder PKWs die Rede sein. Oder vom Fußballgeschäft. Bin mal gespannt, wann es endlich so weit ist, und wir aus allen Wolken fallen.

Nachtrag am 9.3.2012 (feat. by  Celtix)


*Alle Zitate sind aus aktuellen Zeitungsartikeln zum Thema CeBit  zusammengecloud. ,-)

Montag, 5. März 2012

Von bösen Gespenstern und guten Geistern

In der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich schlecht geschlafen. Spät ins Bett, im Morgengrauen bin ich bereits wieder wach, tappere durch die Wohnung, füttere die Katzen. Alles ist still, alles schläft. Ich fröstele, ziehe mir eine Kapuzenjacke über. Setze mich an meinen Schreibtisch, sehe aus dem Fenster. Kahle Zweige, Nebeldunst. Vögel zwitschern. Sitze. Schaue. Blättere. Irgendwann gewinnt die Müdigkeit überhand, ich packe mich noch einmal ins Bett…

Drei Stunden später muss dann alles ganz schnell gehen. Aaaargs. Verdammt doch wieder so spät. Duschen. Schnell noch eine Tasse Kaffee, ein Toast. Mir ist ein bisschen übel. Und spätestens jetzt kann ich mir nichts mehr vormachen: ich habe Schiss, richtiggehend Schiss vor diesem Spiel.

Spät wie immer brausen wir los und sind erstaunlich früh am Stadion. Die Schlangen am Eingang sind überschaubar, die Kontrollen sehr körperbetont. „Kommen Sie ein Stück näher“, dirigiert der Ordner, den vor mir stehenden, offensichtlich im Stadionbesuch ungeübten älteren Herrn. Der Mann zögert kurz, und lässt sich mit dem ganzen Gewicht seines Oberkörpers nach vorne sinken und umarmt den Ordner. Hihi. So war das sicher nicht gemeint, der Ordner grinst schief, schiebt den Herrn ein wenig zurück. Ach so.

Die Mannschaftsaufstellung der Eintracht. Wie erwartet mit Amedick. Mit Matmour  - und wir brauchen einen Moment bis wir kapieren, dass das was wir gehört haben nicht mit den Bildern übereinstimmt, die wir sehen. Das da ist zweifelsohne eine 8 und keine 21 und da muss wohl kurzfristig irgendetwas mit Karim Matmour passiert sein.

Eine Serie soll heute gestartet werden. Eine Reaktion gezeigt. Und es ist zunächst kaum zu glauben, dass das was sich da abspielt, tatsächlich das Spiel sein soll, von dem im Vorfeld die Rede war. Warum um des Himmels willen ist diese Mannschaft so verunsichert wie sie es offensichtlich ist? Nervös. Übervorsichtig. Wie schon in Paderborn – gleich zu Anfang (und auch ohne Schildenfeld) ein, zwei unnötige Bälle sinnfrei ins Seitenaus – und danach: Nichts mehr. Sie mühen sich erkennbar, aber nichts gelingt. Kein Pass kommt an. Kein Spielaufbau. Kein energisches Nachsetzen. Cottbus gewinnt die Zweikämpfe. Cottbus macht das Spiel, äußerst mittelmäßig, aber das reicht vollkommen aus, um uns den nicht vorhandenen Schneid abzukaufen.

Samstag, 3. März 2012

24 (von 34)

Gut aufgestellt.
Seit dieser Woche ist er im Handel: Der „Adler-Uffstiegs-Schoppe“ und als ich das gelesen habe wurde mir ein wenig mulmig – als ob man das Fell des Bären verteilt, bevor der Bär erlegt ist. Mulmig war mir auch heute am frühen Nachmittag als ich – noch unterwegs beim samstäglichen Einkauf – die Ergebnisse der Samstagsspiele in der zweiten Liga mitbekommen habe. Alter Vater. Mein lieber Schwan. Ach du Scheiße. Hilfe. Will denn da keiner locker lassen? Ein einziger Aussetzer und schon kann alles vorbei sein. Was, wenn – hilfe – unser Aussetzer in Paderborn vielleicht schon einer zu viel war?

Weg, weg, weg mit diesen negativen Vibes und lieber auf dem Heimweg schnell noch zu Rewe. Durch den Laden tönt eine Lautsprecherstimme, die mich dazu auffordert mitzumachen. Wobei? Ja klar - (nein, ich hab mich mitten in M1 nicht verhört, tatsächlich:) beim großen Eintracht-Preisausschreiben. 10 x 2 Tickets für ein Heimspiel der Eintracht gibt es zu gewinnen. „Wir wünschen Ihnen viel Glück. Und der Eintracht alles Gute.“ Oh ja, das wünsche ich ihrmiruns auch und will doch gleich mal sehen, ob der „Uffstiegs-Schoppe“ tatsächlich schon im Handel ist. Ja, ist bzw. war er: „Mir hadde da zwei Palette – abber die warn gleich weg.“ Glück gehabt - ich wär sonst sicher in Versuchung geraten, den Bär dann doch auch lebendig nach Hause zu schleifen.

Freitag, 2. März 2012

Spieler der Stunde: Alex Meier (Kapitäns-Edition)

Neue Energie
Das Spiel gegen Paderborn ist abgehakt. Am Sonntag kommt Cottbus. Bevor wir uns zusammen mit der Eintracht diesen neuen Herausforderungen – vielleicht ja auch neuen Abenteuern, neuen  Träumen, erfüllten Hoffnungen - zuwenden, noch ein kurzer Rückblick und Zwischenstopp: Die – heute wirklich einigermaßen kurze ,-) - Kür des Spielers der Stunde des 23. Spieltags.

„Ich war überrascht, wie schlecht wir waren.“ Das sagte Matthias Lehmann in einem Interview nach dem Spiel gegen Paderborn. Ein Satz, der mir gut gefällt, weil er doch zeigt, dass man immer offen sein muss, für die Wunder, die einem täglich begegnen. Und Matthias Lehmann gab ja auch selbst ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas auf dem Fußballplatz aussehen kann –z.B. eine halbe Stunde vor Schluss – als er staunend dabei zusah wie Jens Wemmer den Ball zum 3:2 ins Tor hämmert. Oder eine Viertelstunde später, als Meha Lehmann aussteigen lässt, Rupp zum Schuss kommt und Oka im Tor gerade noch den fünften Treffer verhindern kann.

In der zurückliegenden Woche wurde viel diskutiert – und es gab ja auch viel zu besprechen. Wehret den Anfängen. Heilsamer Schock. Mangelnde Gier auf Aufstieg oder doch nur auf dem falschen Fuß erwischt? Schlechter Tag oder grundsätzliches Problem? Alternativen in der Abwehr. Sündenböcke. Fahnenstangen. Verpatzte Chance, sich abzusetzen. Kein Durchmarsch, sondern jetzt doch von Woche zu Woche denken. Falsche Einstellung oder falsche Aufstellung. Nicht alles falsch, aber vieles nicht richtig. Mehr. Anders. Wer? Was? Wie? Warum?