Donnerstag, 27. März 2014

Back in the saddle again

Was für ein wunderbarer Abend war das gestern, draußen im Wald. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen. Nicht nur die Mannschaft, auch wir haben uns Europa aus den Knochen (wenn auch nicht aus dem Herz) geschüttelt. Die Beine fest auf dem Boden, der Kopf frei, das Herz weit und mutig. Fußball, einfach nur Fußball – auf dem Platz und drumherum. Konzentriert, zuversichtlich, kämpferisch, selbstbewusst.

Dem verdi-Streik sei Dank bin ich früher als sonst los gefahren, komme verblüffend gut durch und stehe  bereits knapp eineinhalb Stunden vor Anpfiff auf dem Parkplatz. Hallo, hallo bei Black and White und auf dem Anmarsch zum Stadion. Ein Sitznachbar von Nicole - ein Bär von einem Mann - sorgt für allgemeine Erheiterung: Er trägt zur Feier des Tages eine rosafarbene Eintrachtbommelmütze auf dem Kopf. Eintauchen in die Atmosphäre rund ums Stadion.  Erhasche noch die letzten Minuten der Waldtribüne, sitze auf den Treppenstufen vor  unserem Block, schaue in den Himmel, freue mich am Gewusel, bin erwartungsfroh und zuversichtlich.  Beim Europalied der gewohnte Schwenk durch die Blocks, singende und lachende Gesichter, Schals, Fahnen und da - in Großaufnahme - die rosa Eintracht-Bommelmütze. Hihi - und dann geht es los.

Mittwoch, 26. März 2014

Ohne Bus, ohne Bahn und ohne Flugzeug, aber mit dem Fahrrad, wie Eric Zabel.

Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie so ein überraschender Sieg in bedrohter Lage die Welt verändert. Das merkt  man sogar am Wetter: Am Sonntag war es trüb und regnerisch, heute scheint die Sonne.  Hammer. Die Aufregung um das Ende der Ära Veh (und über die Art und Weise, wie wir davon erfahren haben) hat sich gelegt, die Trainersuche hat erstmal Zeit und wer dabei letztlich das Sagen hat,  ist uns – zumindest heute -  herzlich egal. Schwegler, Meier und Rode fallen weiter aus. Macht aber nichts, weil wir ja – trotz Ausfällen – "eine ordentliche Mannschaft auf dem Platz" haben. "Genau das ist ja"  - seit Sonntag wieder - "der Unterschied zum letzten Jahr" - und dass wir dieses  Jahr genau deshalb hinten drin stehen,  weil die zweite Reihe nicht stark genug ist, war dann wohl ein Irrtum.

Sonntag, 23. März 2014

So oder so

Heute also gegen Nürnberg. Eigentlich säße ich jetzt, genau jetzt, mit Nicole, Zoë und Rosa im Auto in Richtung Nürnberg. Stattdessen sitze ich hier, den Schreibtisch voller Arbeit und kann den Sieg der Eintracht in Nürnberg also nur vor dem Fernseher bejubeln. Den Sieg? Mmh…

Samstag, 22. März 2014

Adler im Quizduell

Spielt ihr eigentlich auch „Quizduell“? Dann sind euch sicher auch schon viele Menschen  und Dinge begegnet, von denen ihr im Leben noch nichts gehört habt. Wer um des Himmelswillen ist z.B. Petra Busch? Und wer sind die vier Männer, mit denen sie möglicherweise mal  verheiratet war? Ist ihr Kopfkissen grün, gelb, rot oder blau? Woher soll ich wissen, ob Jim Myer, Bud Weinstein, Phil Stocker oder Larry Whitacker noch nie in einer Band gespielt haben, deren Namen ich noch nicht mal kenne? Ist der längste Regenwurm der Welt 50 Zentimeter, 80 Zentimeter, 3 Meter oder 4 Meter lang? Es ist mir eigentlich egal – ich möchte ihm nur lieber nicht persönlich begegnen. Auch die Tatsache, dass es eine Schnecke gibt, die nach Boris Becker benannt ist und den klangvollen Namen " bursina boris beckeri" trägt, war mir bisher  gänzlich  unbekannt. Wohingegen ich mir absolut sicher bin, dass Shakespeare mit Vornamen William heißt (nicht etwa Ted). Und Goethe? Klar: Fritz....ähem: Johann Wolfgang. Selbstverständlich.

Erstaunlich viele Quizduell-Fragen (nicht nur beim Thema Sport)  beschäftigen sich mit Adlern: Seeadler. Fischadler. Steinadler. Adler Olsen. 

Sonntag, 16. März 2014

Franz. Uli. Heribert. Heinz. Marvin. Armin. Pirmin. Und Kerstin.

„Für alle Fälle Franz  lautet die Titelschlagzeile der TAZ vom gestrigen Samstag und ich dachte, es handelt sich um einen Artikel über den präsidentenlosen FC Bayern. Die Rede war aber von Papst Franziskus, der einjähriges Dienstjubiläum feiert und den alle super finden, anders als Uli, bei dem alle gar nicht genug lustige Witze machen können, die zeigen, wie recht ihm geschieht und wie unrecht alle haben, die zumindest menschlich ein gewisses Maß an Mitleid empfinden. Damit wären wir bei Heribert, der jetzt endgültig unten durch ist. Zement im Kopf, das Geld im Tresor, als Kommunikator falsch getimet und jetzt auch noch Mitleid mit Uli. Das ist zu viel. Da sind wir uns einig. So gesehen ist es schade, dass am Donnerstag beim deutschen Vorentscheid für den Grand Prix Eurovision in Kopenhagen am Ende Elaiza und nicht der Graf gewonnen hat. „Wir sind alle wie Heinz – das wäre eine Grand Prix Botschaft gewesen wie die Welt sie noch nicht gehört und gesehen hat.Schöne Tore sieht die Welt hingegen öfter, wenn im Moment auch eher selten im Waldstadion, stattdessen z.B. in Paderborn. Dort hat Marvin im Spiel gegen Dresden ein Tor erzielt, das sich gewaschen hat. Boah. Aus 35 Metern. Vielleicht hätte er so ein Tor auch für uns schießen können, wenn er denn ein paar mal öfter die Gelegenheit dazu gehabt hätte? Aber solche Spekulationen sind natürlich müßig und so sehr wir uns über manche Aufstellungen auch wundern, wir können sicher sein, dass Armin immer die beste Mannschaft aufstellt. Sonst wäre er ja – ich zitiere -  behämmert. Ganz sicher nicht behämmert, aber zumindest ein bisschen crazy ist vermutlich Pirmin, unser Kapitän, der wahrscheinlich auch dann noch auflaufen würde, wenn er sich ein Bein gebrochen hätte und nur noch auf dem Zahnfleisch laufen könnte. Ein vorbildlicher Profi? Fast schon ein bisschen ein Held, jedenfalls ein richtig feiner Kerle, womit ich dann alle Namen durch hätte. Bis auf einen: Kerstin. Die ist im Moment aufgeregt bis in die Haarspitzen, skeptisch, nachdenklich, vorsichtig zuversichtlich, hofft, dass alle Befürchtungen sich in Luft auflösen werden und wünscht sich nur eins: 3 Punkte gegen Freiburg, irgendwie.  Absetzen aus dem Tabellenkeller. Fußball spielen. Kämpfen. Durchziehen.

Sieg und sonst gar nix!

Samstag, 8. März 2014

Alles eine Frage der Perspektive

Heute spielt die Eintracht in Hamburg. Ein Tag zum Abheben. Der Himmel ist blau, die Vöglein zwitschern, nach der kalten Nacht hängt ein leichter Dunst zwischen den noch kahlen Bäumen., die ersten Blumen recken ihre Knospen der Sonne entgegen. Der Frühling ist nicht erwacht, er ist ausgebrochen, platzt aus allen Nähten. Die Mainzer Innenstadt gleicht an diesem Vormittag  einem Wimmelbuch. Alles, was zwei Beine hat, hat sich eine Sonnenbrille auf die Nase gesetzt, isst heiße Fleischwurst und trinkt ein Schöppchen. Alles, was vier Beine hat, wälzt sich in der Sonne und streckt die Beine in die Luft. Die Marktstände sind abgegrast, trotzdem ist noch genug für alle da.  Ich kaufe Radieschen, Kresse, Lauch, Salat, Oliven, Schafskäse und einen Korb voller bunter Primeln und Hornveilchen. Der Mainzer Oberbürgermeister höchstpersönlich überreicht mir eine rote Rose zum Tag der Frau (was nicht ganz auszugleichen vermag, dass ich leider nicht auf der – fast zeitgleich zum Weltfrauentag publizierten – Liste der reichsten Menschen der Welt zu finden bin, obwohl dort  derzeit 171 Frauen  - die höchste Zahl ever – zu finden sind)  Dafür  ergattere ich auf den Stufen vor dem Theater – nach dem Rheinufer eines der sonnigsten und chilligsten Plätzchen  in der Mainzer Innenstadt  - noch ein freies Plätzchen. Auch nicht schlecht. 

Ein Tag zum Siegen. Alex Meier hat gestern seinen Vertrag bei der Eintracht um drei Jahre verlängt, die Eintracht hat heute ohnehin Grund zum Feiern  - 115 Jahre alt, ziehst mich in deinen Bann -  da ist ein  Sieg in Hamburg doch quasi vorprogrammiert.  Die Hamburger sind angeknockt, wichtige Leistungsträger (nein, damit meine ich nicht Raffael van der Vaart) fehlen, sie werden mit einer quasi nur halben Mannschaft auflaufen. Ok, wenn ich unseren Trainer richtig verstanden habe, hat das nichts zu bedeuten. Egal, wer oder was da auf der Hamburger Bank sitzt, es ist immer noch besser als das, was wir uns in unseren kühnsten Träumen erhoffen könnten, pah, da können wir uns nur die Finger nach schlecken  - trotzdem sollte da auch für so eine kleine Mannschaft, wie die Eintracht sie nun mal ist, etwas drin sein.

Sonntag, 2. März 2014

"Vielleicht sind wir nicht so gut, aber charakterlich sind wir in Ordnung." *

Heute also der VFB. Die Europatränen sind getrocknet, die ach so „kleine Eintracht“ hat schier unglaubliches geleistet und wir haben es nicht versäumt, uns wechselseitig noch einmal auf die Schultern zu klopfen. Vielleicht ist die nächste Eurocup-Teilnahme näher als wir denken – die Sache mit der „wild card“ für die Eintracht klingt auf den zweiten Blick gar nicht mal so abwegig: Wir sorgen überall für 1A-prima-Stimmung, wir füllen bereitwillig auch die Stadien in Kasachstan oder der hinteren Mongolei, chartern Flieger, Busse, Bahnen, mieten vor Ort Hotels, essen, trinken und kurbeln durch erhöhten Alkoholkonsum die lokale Wirtschaft an. Unter ökonomischen Gesichtspunkten spricht also einiges dafür.Anders sieht es aus mit einem Sieg heute gegen den VFB. Für den spricht so wenig, dass es schon wieder dafür spricht.