Samstag, 3. März 2012

24 (von 34)

Gut aufgestellt.
Seit dieser Woche ist er im Handel: Der „Adler-Uffstiegs-Schoppe“ und als ich das gelesen habe wurde mir ein wenig mulmig – als ob man das Fell des Bären verteilt, bevor der Bär erlegt ist. Mulmig war mir auch heute am frühen Nachmittag als ich – noch unterwegs beim samstäglichen Einkauf – die Ergebnisse der Samstagsspiele in der zweiten Liga mitbekommen habe. Alter Vater. Mein lieber Schwan. Ach du Scheiße. Hilfe. Will denn da keiner locker lassen? Ein einziger Aussetzer und schon kann alles vorbei sein. Was, wenn – hilfe – unser Aussetzer in Paderborn vielleicht schon einer zu viel war?

Weg, weg, weg mit diesen negativen Vibes und lieber auf dem Heimweg schnell noch zu Rewe. Durch den Laden tönt eine Lautsprecherstimme, die mich dazu auffordert mitzumachen. Wobei? Ja klar - (nein, ich hab mich mitten in M1 nicht verhört, tatsächlich:) beim großen Eintracht-Preisausschreiben. 10 x 2 Tickets für ein Heimspiel der Eintracht gibt es zu gewinnen. „Wir wünschen Ihnen viel Glück. Und der Eintracht alles Gute.“ Oh ja, das wünsche ich ihrmiruns auch und will doch gleich mal sehen, ob der „Uffstiegs-Schoppe“ tatsächlich schon im Handel ist. Ja, ist bzw. war er: „Mir hadde da zwei Palette – abber die warn gleich weg.“ Glück gehabt - ich wär sonst sicher in Versuchung geraten, den Bär dann doch auch lebendig nach Hause zu schleifen.

Freitag, 2. März 2012

Spieler der Stunde: Alex Meier (Kapitäns-Edition)

Neue Energie
Das Spiel gegen Paderborn ist abgehakt. Am Sonntag kommt Cottbus. Bevor wir uns zusammen mit der Eintracht diesen neuen Herausforderungen – vielleicht ja auch neuen Abenteuern, neuen  Träumen, erfüllten Hoffnungen - zuwenden, noch ein kurzer Rückblick und Zwischenstopp: Die – heute wirklich einigermaßen kurze ,-) - Kür des Spielers der Stunde des 23. Spieltags.

„Ich war überrascht, wie schlecht wir waren.“ Das sagte Matthias Lehmann in einem Interview nach dem Spiel gegen Paderborn. Ein Satz, der mir gut gefällt, weil er doch zeigt, dass man immer offen sein muss, für die Wunder, die einem täglich begegnen. Und Matthias Lehmann gab ja auch selbst ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas auf dem Fußballplatz aussehen kann –z.B. eine halbe Stunde vor Schluss – als er staunend dabei zusah wie Jens Wemmer den Ball zum 3:2 ins Tor hämmert. Oder eine Viertelstunde später, als Meha Lehmann aussteigen lässt, Rupp zum Schuss kommt und Oka im Tor gerade noch den fünften Treffer verhindern kann.

In der zurückliegenden Woche wurde viel diskutiert – und es gab ja auch viel zu besprechen. Wehret den Anfängen. Heilsamer Schock. Mangelnde Gier auf Aufstieg oder doch nur auf dem falschen Fuß erwischt? Schlechter Tag oder grundsätzliches Problem? Alternativen in der Abwehr. Sündenböcke. Fahnenstangen. Verpatzte Chance, sich abzusetzen. Kein Durchmarsch, sondern jetzt doch von Woche zu Woche denken. Falsche Einstellung oder falsche Aufstellung. Nicht alles falsch, aber vieles nicht richtig. Mehr. Anders. Wer? Was? Wie? Warum?

Mittwoch, 29. Februar 2012

"Ich ist ein anderer." *

Von Arthur Schnitzler, dem österreichischen Dramatiker und Schriftsteller, der in 150 Jahren in Wien zur Welt kam, gibt es eine äußerst irritierende Kurzgeschichte. Sie heißt „Ich“ und erzählt von einem Mann, dem die Welt abhanden kommt. Er weiß nicht mehr, was ist und was nicht ist, und versucht sich vor dem Verlust der Dinge zu retten, sich ihrer zu versichern, indem er sie benennt. Zunächst nur die Dinge der Außenwelt und nur sporadisch: An den Baum im Park hängt er einen Zettel „Baum“, an den Busch einen Zettel „Busch“. „Bank“. „Gatter“. Dann fängt er an, auch die Gegenstände in seiner näheren Umgebung und in seiner Wohnung zu benennen und zu verzetteln – Stuhl, Tisch, Schrank, Bett -, dann die Dinge des persönlichen Gebrauchs – Schuh, Hut, Mantel -, schließlich beschriftet er auch sich selbst: „Ich“.

Heute nachmittag klingelte bei mir im Büro das Telefon. Im Display erschien eine mir unbekannte Nummer – ich nahm ab und meldete mich wie ich mich im Büro immer melde: Mit dem Namen unserer Firma und mit meinem Vor- und Nachnamen. Am anderen Ende der Leitung war eine Dame vom Burda-Verlag. Sie stellte sich kurz vor und fragte dann, ob sie – Sie nannte meinen Vor- und Nachnamen – mit mir sprechen könne. Ich zuckte kurz zusammen, zögerte einen Moment und sagte dann: „Die ist nicht da.“ Sie entschuldigte sich für die Störung und legte auf.

„It ain’t me, Babe.“ Oder: „I don’t know if I am really real.” Jedenfalls überlege ich seitdem, ob ich mir vielleicht auch einen Zettel auf den Rücken kleben sollte. Nur zur Sicherheit: „Ich.“


*Der Satz stammt von Arthur Rimbaud.


Nachtrag am 1. März:
Abb.1:  Ein Ball ist ein Ball. Ein Tor ist ein Tor. Ein Ball im Tor ist ein Tor. Huch.
Eintracht-affines Anwendungsbeispiel (inspired by Celtix)

Seat-Filler

Heute ist der 29. Februar. Den gibt es – wie jeder weiß - nur alle vier Jahre und er ist dazu da, um die „Differenz zwischen einem planmßigen Kalenderjahr und dem Sonnenjahr auszugleichen“. Der Tag schließt also eine Lücke.

In der Nacht vom Sonntag auf Montag sind in Los Angeles - kurz L.A (wie wir als globale Weltbürger gerne sagen) – die diesjährigen Oscars verliehen worden. Seit dem weiß ich, dass es so etwas gibt, wie den Job des „Seat Fillers“, die den gleichen Zweck erfüllen wie der 29. Februar: Sie sind Platzhalter und füllen Lücken.

Es gibt zwei Arten von Seat-Fillern: Die einen kommen dann zum Einsatz, wenn ein furchtbar wichtiges Event so furchtbar wichtig ist, dass es ausverkauft sein sollte, es aber nicht ist – dort befüllen sie dann also die leeren Plätze und sorgen dafür, dass voll ist, was voll zu sein hat. Oder sie sind so etwas wie „Seat-Hopper“ und haben die Aufgabe, während eines Events kurzfristig mal hier und mal da Platz zu nehmen, wenn der Eigentlich-Dort-Sitzer seinen Platz gerade einmal verlassen hat – um eine Zigarette zu rauchen oder zur Toilette zu gehen, um zwischendurch draußen ein Schwätzchen zu halten oder – nur zum Beispiel - kurz Backstage zu verschwinden, um dann auf der Bühne einen Oscar zu verleihen.

Sonntag, 26. Februar 2012

Kopf aufkrempeln! Aufwachen!

Es war einer dieser Tage, von denen man hätte wissen müssen, dass sie schief gehen. Bei denen man irgendwann ziemlich sicher weiß, dass es auch so kommen wird und sich trotzdem hartnäckig einredet: Heute nicht.

Schon gestern zum Beispiel, der allsamstägliche Austausch mit den Eintrachtlern auf dem Mainzer Wochenmarkt: Optimismus war gar kein Ausdruck. „E klar Sach wird des – und dann simmer so gut wie dorsch.“ Ja. So wäre es wohl gewesen...

Heute, beim Aufwachen: Vogelzwitschern, gähnende Katz  und ein erwartungsvolles Kribbeln im Bauch. Sogar mein Mit-Adler, der nicht zum Überschwang neigt, sieht den kommenden Ereignissen vorsichtig zuversichtlich entgegen. Heute Nacht hat der Wind aufgefrischt; erste mahnende Worte schlage ich in selbigen.  Überhaupt: Man muss die Zweitliga-Anstoßzeiten nehmen wie sie fallen und  - haha - nutzen solange es sie noch gibt  - unser kleiner Adlertrupp hatte sich deshalb zum Brunch verabredet und um halb eins komme ich auf die glorreiche Idee – "Maaaaan, dass ich da nicht eher drauf gekommen bin" - , dem Ganzen auch noch ein Adler-Setting zu geben: Eintracht-Teller, Eintracht-Tischsets, Eintracht-Servietten, Gläser, Adler-Girlande (...woisdienochgleich...ah..daissieja...)  – alles angerichtet für eine Mini-Aufstiegspartie. „Das war der Tag, an dem wir die entscheidende Hürde Richtung Aufstieg genommen haben.“ So oder so ähnlich dachte ich mir das. Wie gesagt: Ich hätte es besser wissen müssen…

Um ca. zehn nach 1 klingelt das Telefon. Adler-Anruf aus Paderborn. Aus tausend Kehlen schallt mir über ein paar hundert Kilometer Entfernung das Europa-Lied entgegen, ich schalte den Lautsprecher an, nehme Aufstellung vor dem Fernseher (Armin Veh gibt dort gerade sein Vor-dem-Spiel-Interview) und singe lauthals mit. Ein erhebendes, frohes, fast ein wenig transzendentesGefühl. Spätestens in diesem Moment hätte ich ... Aber ich glaub, das sagte ich bereits....

Samstag, 25. Februar 2012

23 (von 34)

Mit oder ohne? Das ist die Frage, die uns  in drei Wochen beim Spiel gegen Dresden, aber auch bereits morgen in Paderborn alle bewegt.

Mal sehen, wie viele Eintrachtler es rechtzeitig zum Anpfiff ins Stadion schaffen. Wer den Fanbrief des Polizeieinsatzleiters von Paderborn liest, gewinnt den Eindruck, dass dies wohl nur einer verschwindend kleinen Gruppe gelingen wird. Auf dem Weg zum Stadion sind nämlich einige Tücken und Unwägbarkeiten zu meistern, die ein pünktliches Eintreffen äußerst unwahrscheinlich erscheinen lassen. Zunächst müssen die „Bahnreisenden“ nämlich in Warburg in einen „Zug der EuroBahn“ umsteigen. Möglicherweise bleibt diese EuroBahn auf halber Strecke von Warburg nach Paderborn stecken – denn es könnte ja sein, dass die „Bahnreisenden“ (Tipp: Schild mit Angabe des individuellen Lebendgewichts gut sichtbar um den Hals tragen, auf die Mitnahme von Apfelwein-Fäsjer  tunlichst verzichten) das technisch vorgeschriebene Gewichtslimit überschreiten. „Eine technische Sperre, die nicht von Hand gelöst werden kann, verhindert die Weiterfahrt.“ Auf die schlanken, ohne (über-)flüssigen Ballast angereisten Adler, die es bis nach Paderborn schaffen, warten am Hauptbahnhof Shuttle-Busse. Könnte allerdings sein, dass auch die Fahrt im Shuttle-Bus nicht fortgesetzt wird. „Die Folge ist, dass Sie den Weg zu Fuß zum Stadion nehmen müssen und wahrscheinlich nicht zum Spielbeginn eintreffen.“ Mmh. Dann vielleicht lieber gleich zu Fuß? „Ich weise Sie ausdrücklich darauf hin, dass der Weg ungefähr 8 km lang ist und Sie möglicherweise nicht rechtzeitig zum Spiel ankommen.“ Eieiei.

Trotzdem, nur mal angenommen, der unwahrscheinliche Fall tritt ein – die Auswärts-Adler kommen tatsächlich durch bis zum Stadion. Hurra. Pünktlich. Sie schaffen es doch. Nicht. Denn da sind ja noch die „intensiven Zugangskontrollen“. Muss das jetzt auch noch sein? Hey - kein Grund, genervt zu sein oder sich zu ärgern, dass das so lange dauert. Gleich wieder abregen, denn schließlich wurden wir ja im Vorfeld bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die Kontrollen „nicht wenig Zeit in Anspruch nehmen werden.“

Aber ich schweife ab: Mit oder ohne? So lautete meine Eingangsfrage – und deswegen hier mein Angebot an die Adler-Freunde, die sich nicht mit dem eigenen Auto/per Fanbus auf in Richtung Paderborn machen. Falls ihr es morgen möglicherweise nicht rechtzeitig ins Stadion schafft – ganz ruhig bleiben, mich einfach kurz ansimsen. Ich beantworte dann gerne die Frage, ob die Eintracht mit oder ohne Pirmin Schwegler gewinnen wird.

An die Leistung gegen Düsseldorf und den FSV anknüpfen. Tabellenspitze zurückholen. Auswärtssieg – und sonst gar nix!

Donnerstag, 23. Februar 2012

Spieler der Stunde: Karim Matmour (Spät-aber-trotzdem-noch-Edition)

Gestern war Aschermittwoch – und heute streue ich ein wenig Asche auf mein Haupt. Das Spiel gegen den FSV ist bereits drei fach abgehakt, die Kür des Spielers der Stunde interessiert wahrscheinlich keine Socke mehr – ich will trotzdem kurz der Chronistenpflicht Genüge tun.

Aaaaalso:



Herzlichen Glückwunsch an Karim Matmour!

Und wer jetzt noch Lust dazu hat, dazu auch noch ein paar Worte zu lesen - bitte sehr:

Montag, 20. Februar 2012

"Reingemacht." * Eins schöner als das andere.

Samstag, 18. Januar, Waldstadion. Eintracht Frankfurt : FSV Frankfurt.

11. Minute:
Die Eintracht kommt über rechts. Ein FSVler klärt, bekommt den Ball aber nicht unter Kontrolle, spielt ab – und trifft Sebi Jung. Der Ball prallt von ihm ab, Sebi gibt ihm zusätzlichen Effet mit – Hoffer sprintet hinterher, hat den Ball, zieht nach Innen, er müsste passen, wartet noch einen Moment, jetzt – passt den Ball in die Mitte. Da ist Karim Matmour: Toooooooor!

Special Freu-und Hüpf-Faktor: 
Karim Matmour, der so schmal und wuselig ist, dass er immer ein bisschen aussieht als ob ihm Arme und Beine um den Kopf schlackern, der noch viel besser sein könnte als er ist, wenn er den Ball nicht so häufig vertändeln würde und der auch bei diesem Tor den Batmour-Faktor einbaut: Aaargs, er  verbaselt ihn. Klandt ist dran. Und den Ball dann doch  im Nachsetzen ins Tor bugsiert.

33. Minute: 
Dieses Mal kommt die Eintracht über die Mitte. Lehmann geht mit dem Ball, sieht Hoffer, der in den freien Raum startet.  Trockener, präziser Pass in den Strafraum, Hoffer zieht ab. Klandt hechtet, ist noch dran, lässt den Ball abklatschen – da ist der, der heute überall ist: Matmour.  Langes Bein, rechts an Klandt vorbei: Tooooooooor!!

Special Freu- und Hüpf-Faktor: