Mittwoch, 20. Februar 2019

Wie im Film

Champions League Liverpool gegen Bayern oder Kino? Wir entscheiden uns am Dienstagabend dafür, uns den Eintracht-Pokalfilm anzuschauen, der - Wunder über Wunder - auch in Mainz läuft. Nur drei Vorstellungen  an drei verschiedenen Tagen, eine davon mitten in der Nacht. Wenn nicht Dienstag, 20 Uhr, wann dann? Wir fahren los.

Ich freu mich sehr und habe trotzdem die leise Befürchtung, dass der Film möglicherweise zu dick aufträgt. Geht das überhaupt? Ich fürchte schon,  aber  jetzt bin ich erst einmal total gespannt und lasse mich überraschen. Der  Film läuft leider nicht in einem der schönen Programmkinos, die Mainz zu bieten hat, sondern im  Cinestar, Kino 8 - ein großer Zuschauerraum nur eine Handvoll Eintrachtler, aber immerhin zum Teil - wie ich - mit Schal oder Käppi. Haben alle anderen den Film schon gesehen oder sind wir hier in Mainz doch nur eine kleine versprengte Truppe - mer waas es net. Zusammen singen werden wir hier am Ende des Films wohl eher nicht.  Unsere Tickets habe ich online geordert und hätte dabei gleichzeitig auch Verpflegung mit bestellen können - z.B. Tacos und/oder Cola im 1 oder 2-Liter-Plastik-Trog. Och nö. Wir sitzen bequem, sehr weit vorne fast bis zur Nackenstarre,  und harren der Dinge, die da kommen.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Go East!

Heute also. Die nächste Etappe in Europa. Donezk bzw. Charkiw. Schon beim Aufwachen macht mich der Gedanke an das Spiel heute Abend hibbelisch. Achtelfinale - es wär so schön, so schön. 3000 Adler sind vor Ort, großartig, wunderbar, gigantisch und doch habe ich, wie in letzter Zeit fast immer inmitten des Eintracht-Jubels, auch heute wieder so ein merkwürdiges "aber" im Hinterkopf, das ich aber schnell wieder verdränge. Mein Mit-Adler und ich machen uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg in Richtung Speyer, wo wir am Rande eines Termins auch der Marylin Monroe-Ausstellung, die derzeit im historischen Museum zu sehen ist, einen Besuch abstatten wollen. Mit der Diva im Herzen zur Diva. Und die Autofahrt nutzen wir, um uns gegenseitig zu erzählen, was wir über die Ukraine und den heutigen Gegner der Eintracht so  alles wissen. Es kommt wenig systematisches, aber querbeet doch einiges zusammen.

Nachtrag am 15.2:
Wie konnte ich nur diese wunderbare  Landkarte "Ukraine auf einen Blick" vergessen, die ich dann jetzt also nachträglich ergänze. (Sorry, dass nicht alles gut lesbar ist. Das Original-Buchformat ist A3.)

Aus: ALLE WELT. Das Landkartenbuch. Von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski, Moritz Verlag, Frankfurt
(enthält noch viele weitere wunderbar inspirierende Landkarten aus aller Welt)

Samstag, 2. Februar 2019

So viel Qualidäd - Vorfreude auf das Spiel gegen Dortmund

Es ist Winter, auch im Rheinhessischen. Nachts rieselt der Schnee, morgens ist die Welt weiß und bist zum Abend glänzen die Straßen wieder schwarzundweiß, und auf den Äckern, Wiesen und Bäumen blitzt es grünlich. Ich versuche, ein Bild "Garten im Winter" zu malen, was gar nicht so einfach ist, denn weiß auf weiß ist ein besonderer Fall. Es geht um die Kontraste, aber von denen gibt es ja zum Glück sonst mehr als genug.

Ansonsten rast die Zeit und wir rasen mit. Das. Da. Dort. Gleich noch das nächste. Und dazwischen geht auch noch was. Spielt der Prince, unser Prince, jetzt tatsächlich, wahr- und wahrhaftig beim FC Barcelona? Sachen gibt's, die gibt's gar nicht. Mit dieser Geschichte geht es mir wie der Oma meines Studienfreunds Bernd, die ihr Leben lang nicht geglaubt hat, dass "die" tatsächlich auf dem Mond waren, obwohl sie die Bilder im Fernsehen gesehen hat. "Die könne mer viel erzählen." Wie gut, dass wir im Eintracht-Museum auch künftig zumindest das Pokal-Replikat anschauen können. Notiz an mich: Mit dem Pokalsieg  hat alles seine eindeutige Richtigkeit

Alex Meier hat sein erstes Pflichtspiel bzw. seine ersten zehn Minuten für St.Pauli gespielt und auch ich habe das Spiel, nein, nicht live am Böllenfalltor, aber zumindest die letzte halbe Stunde vor dem TV verfolgt, und mich gefreut, ihn wieder auf dem Platz zu sehen. Auch wenn er kurz vor Schluss kam, um (Asterix bei den Briten) zu geben dem Spiel eine Wende, bin ich fast erleichtert, dass er nicht direkt zum Ausgleich getroffen hat. Der ewige Fußball-Deus ex machina? Ich weiß nicht so recht. Er wird schon noch seinen Beitrag zum Aufstieg von Pauli leisten. Sicher.

Heute also gegen Dortmund. Ein Spiel, auf das ich mich seit Wochen freue, mehr noch als auf die bisherigen Eurocup-Spiele. Diese beiden Mannschaften im direkten Duell, das muss, das wird ein Hammerspiel werden. Okeh, ich weiß - häufig, wenn man ein besonders großartiges Spiel erwartet, kommt es am Ende ganz anders als man denkt. Aber ich bin mir echt sicher, dass das dieses Mal nicht der Fall sein wird und wir mit roten Ohren und heißen Herzen aus dem Stadion zurückkommen. "So viel Qualidäd" (Lothar Matthäus) und so viel Energie nach vorne bei beiden Mannschaften - da muss und wird ein tolles Spiel raus kommen.

Samstag, 19. Januar 2019

Kontrollierte Attacke

Die Sonne steht am strahlend blauen Himmel, es ist noch nicht klirrend, aber doch frostig kalt. Endlich Winter, endlich Bundesliga. Normalerweise bin ich zum Rückrundenstart noch nicht wieder so richtig in Fußballstimmung,  dieses Jahr war die Pause kürzer als sonst, aber die Lust ist schon wieder da. Mag daran liegen, dass bei mir auch das "normale" Leben im neuen Jahr sehr schnell wieder Fahrt aufgenommen hat.

Heute dann also gegen die Freiburger mit ihrem hochgeschätzten Coach Christian Streich, der findet, dass es bei der Eintracht immer gut abgeht.  Und was soll ich sagen? Da hat er, wie so häufig, recht. Adi Hütter hat - wie er sagt - in der kurzen Winterpause bei der Mannschaft an einigen Stellschrauben gedreht, Ante Rebic hat im Trainingslager besonders überzeugt und Sebastian Rode bekommt vom Trainer ein Sonderlob. Ich persönlich hätte ihn nicht unbedingt zurück haben müssen, habe aber das Gefühl, es könnte passen, für ihn und für uns. Makoto Hasebe steht wieder auf dem Platz, das ist vielleicht nicht die halbe Miete, aber doch ein erklecklicher Anteil.

Und da sind ja auch noch die - ehrlivh gesagt - ein bisdchen unsäglichen "Büffel", die schon wieder überall in den Schlagzeilen strspaziert werden und  dort (ja was?) herumtrampeln.  Aber wie man die Jungs am Ende nennt, ist vielleicht sowieso schnurzpiepegal. Denn auch hier liegt die  Wahrheit auf dem Platz. Und schießt dann logischerweise auch dort ihre Tore (wenn auch eher selten liegend).

Heimsieg und don't gar nix.


Montag, 14. Januar 2019

Showtime

In diesem Jahr sind in den verschiedenen TV-Kanälen die jährlichen Trashformate besonders geballt und besonders frühzeitig gestartet. Nicht nur das Dschungelcamp (in diesem Jahr von Beginn an ohne Ansgar Brinkmann stattdessen mit Peter Orloff) und Dieter Bohlen sind bereits am Start, sondern auch der Bachelor, der glücklicherweise die Zeichen der Zeit erkannt hat und das Kaugummi hinterfragt. (Möglicherweise in seinen Auswirkungen auf den Klimawandel? )

Sonntag, 6. Januar 2019

It's only words - Jahresanfangsschnipsel


Howdy. Da hat es also begonnen, das neue Jahr und fühlt sich gar nicht so viel anders an wie das alte, und wie gehabt produziert es auch bereits wieder große und kleine Kuriositäten, Aufreger, Ärgernisse und Glücksmomente. Die Zeit zwischen den Jahren war ruhig und friedlich, mit viel frischer Luft, Musik, kurzen Ausflügen, lieben Freunden und viel Lesezeit (von Elisabeth Gaskell über Iwan Turgenjew bis zu Selma Lagerlöff) . Die Silvesternacht hat mir einen glitzernden Himmel voller Herzen beschert, und auch unser Katzen-Trio hat – jeder auf seine Weise – das Silvesterspektakel gut überstanden (je nach Temperament im hintersten Winkel  eines  Schrankes oder im Freien unter einem Busch).

Montag, 24. Dezember 2018

Alle Jahre wieder

"Bei dem Wetter kommt gar keine Weihnachtsstimmung auf", ruft mir die freundliche Nachbarin heute morgen zu und ergänzt: "Aber mir nehme es wie's kommt." Ja, das tun wir.  Bei der Eintracht und auch sonst. Geht ja nicht anders. Und manchmal kommt es so, wie es dieses Jahr gekommen ist und da steht man als Pokalsieger unterm Baum und strahlt mit den Kerzen um die Wette.

Ansonsten hat ja jeder von uns seine eigene Art in diese Tage zu gehen , die wir heilig nennen, und die so heilig sind, dass sie auch für diejenigen unter uns, die alles Heilige weit von sich weisen, einen Segen bringen: Stille und Zeit. Nicht lange, dann wuseln und diskutieren wir wieder, aber für einen kurzen Moment hält die Welt an. Sogar Fredi Bobic legt sein Smartphone zur Seite und grinst ganz still vor sich hin, nachdem er noch einmal das Glückwunsch-Mail des Kickers gelesen hat. Axel Hellmann schickt die letzten Weihnachtsgrüße nach Katar und China: "Wir sehen uns!" Seppl "die Eintracht war schon immer mein Lieblingsverein" Rode überlegt, ob es zu früh ist, wenn er zur Weihnachtsfeier in rotundschwarz  erscheint. Luka Jovic winkt ein letztes Mal im Eintracht-Weihnachtspullover aus dem Flieger, Marco Russ verpackt noch schnell den letzten Eintracht-Plüsch-Adler und Ante Rebic verschenkt in diesem Jahr "seine" CD, am liebsten zusammen mit dem Pokal-Starschnitt, den er noch schnell am Samstag im Eintracht-Museum erstanden hat.  während Sebastién Haller grübelt, ob es eine gute Idee war, seinen Lieben einen Bembel Apfelwein als Getränk zum Weihnachtsmenü zu servieren. Und der DFB-Pokal in der Vitrine des Eintracht-Museums? Der fängt an, nervös zu werden.  Was ist los? Kommt heute keiner, der mich bejubeln  und fotografieren möchte? Keine Angst, lieber Pokal, du bist fest in unseren Herzen - wir sind schon übermorgen wieder da, genau so laut und bunt wie du uns kennst.

Weihnachten ist, wenn Steppi White Christmas singt?  Das könnte man irrigerweise annehmen, aber natürlich stimmt das nicht, denn dazu braucht es Shane MacGowan. So hat es Tradition hier im Blog und so soll es auch dieses Jahr sein. Allen, die hier vorbeischauen, mitlesen und mit ihren Beiträgen den Blog bereichern ein frohes und friedliches Fest voller Liebe, Zuversicht und Eintracht. And the bells are ringing out.