Sonntag, 16. November 2014

Frankfurt – Hin oder Weg?

Zufällig bin ich neulich über den Hinweis auf ein kleines Bändchen mit Texten aus und über Frankfurt gestoßen, dessen Titel mich neugierig gemacht hat. Die Bestellung dauerte etwas länger, da nur direkt beim  Verlag – Waldemar Kramer, Frankfurt – zu haben. Seit ein paar Tagen liegt es vor mir:


„Übermenschliche Kräfte scheinen nötig, um sich in einer Stadt wie Frankfurt eine Heimat zu schaffen.“ Dieser Satz von Botho Kirchhoff ist dem Band als Motto voran gestellt. „Dich will ich loben Hässliches, du hast so was Verlässliches“ hat Robert Gernhardt mal (wenn auch nicht mit Blick auf Frankfurt) gedichtet und hätte mir besser gefallen als Motto für ein Buch aus Frankfurt, das – wie ich vermute – am Ende ja doch nur so etwas wie eine verdeckte Liebeserklärung sein kann. Oder?

Freitag, 7. November 2014

Win Win.

Morgen  gehe ich nicht ins Stadion. Ich bin krank.Ich habe eine chronische Bayern-Allergie, die mich eigentlich das ganze Jahr über plagt, aber immer dann besonders heftig ausbricht, wenn das Spiel des FC Bayern im Waldstadion vor der Tür steht. Das hängt nicht etwa damit zusammen, dass ich mich vor den Bayern oder dem  Spiel fürchte. Nein, das kann ich schon aushalten. Ich laufe nicht weg, wenn’s dick kommt. Habe tatsächlich noch nie ein Stadion, selbst in tiefstem Elend, vor dem Abpfiff verlassen. Da müssen wir zusammen durch. Und so war  – trotz jener durchaus quälenden Allergie, die sich z.B. durch Genervtsein und Übellaunigkeit äußert – auch gegen die Bayern immer im Stadion dabei.  Habe mir angeschaut wie Gekas den Ball einen Meter  vor dem Tor links vorbei  schiebt und Gomez ihn – direkt vor meiner Nase– wenige Minuten später aus 11 Metern im Tor versenkt hat. Habe vor zwei Jahren  den Meisterfeierlichkeiten der Bayern im Waldstadion beigewohnt und  von meinem damaligen Platz aus der ersten Reihe dabei zugeschaut, wie Schweini und Co den Jupp in die Luft geworfen haben. Nur  ein einziges Mal habe ich in den vergangenen Jahren gekniffen. Und das war das Spiel, an dem die Eintracht den FC Bayern München mit 1:0 besiegt hat. Den wunderbaren Fallrückzieher von Christoph Preuß habe ich nur vor dem Fernseher bejubelt.

Chancenlos

Ich kann nicht so recht sagen, wie die Chancen der Eintracht stehen, in den nächsten drei Spielen den einen oder anderen Punkt zu holen oder ob sie tatsächlich chancenlos ist.  Nun sehe auch ich gewiss keinen Anlass zu großer Siegesgewissheit, gehe aber dennoch davon aus,  dass trotz Zement  und Zweiklassengesellschaft ein Fußballspiel immer erst dann verloren ist, nachdem es gespielt ist. 

Absolut  chancenlos, da bin ich mir zunehmend sicher, ist in Frankfurt derzeit vor allem einer:  Und der heißt Thomas Schaaf.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Bei den Oplern in Rüsselsheim

(Direkt nach dem Spiel  fast fertig verfasster, aber erst nachträglich  zur Vervollständigung der Annalen am 30. Oktober  eingestellter Eintrag)

21. Oktober. Dienstag. Testspiel der Eintracht in Rüsselsheim,  16 Uhr ist mitten in der Woche wirklich eine verdammt ungünstige Anstoßzeit, eigentlich versinke ich derzeit in Arbeit, aber hey – Rüsselsheim ist nur einen Sprung weit weg und der Besuch beim Spiel für mich eigentlich ein Muss.  Nicht ganz wie geplant, aber immerhin fast kommen wir um kurz nach halb vier los. Fast logisch,  dass wir zu spät kommen, aber zum Glück bin ich ortskundig.

Made up my mind!

Gestern  spät abends, irgendwann gegen 11 Uhr als ich durch den Wald Richtung Parkplatz gestapft bin, hat es Klick bei mir gemacht. Gerade habe ich mich von meinen Adler-Freunden verabschiedet. Umarmung. Schulterklopfen. Alla, bis dann. Meine Beine sind schwer. Die  Schuhe quietschen (sie sind wohl nicht ganz dicht - das  haben sie mit manch anderem gemeinsam, aber in diesem Fall trifft es mich ganz besonders): Meine Füsse sind nass. Der Regen nieselt. In mir grummelt es. Ist es das Spiel, das ich eben im  Stadion gesehen habe oder mein Magen? Ich habe Hunger.  Und da, auf einmal, als ich kurz vorm Auto bin, passiert es, schlagartig: Mein Kopf und mein Herz sind klar, ganz klar.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Weh im Wald. Ein Satyrspiel in zwei Akten.

Versammelt ist sie, die rotundschwarze Menge, im Stadion im Wald, zu zelebrieren die samstäglichen Rituale. Bange, freudige Erwartung, schwebend zwischen den Wipfeln. Stolz laufen sie auf, die Adler.   Die leisen Zweifel im Ansatze. Zu bekämpfen. Jedoch: Schon bälde, bälde nagt die Sorge.  Das Mittelfeld: fehlend. Die einst so stolzen Kämpen: Mut- und kraftlos.  Der Brasilianer, der schmächtige: Hiflos. Doch dann, wie aus dem Nichts. Yeah. Tor. Erzielt von ihm, dem jüngst noch geschmähten. Jetzt, jetzt. Sie werden zeigen, dass!  Bannen jene Unken und schwarz sehenden Propheten.  Zumachen ihn, den Sack.

Samstag, 25. Oktober 2014

Wo ist die Lücke?

In dieser Woche habe ich in der Zeitung gelesen, dass die „Gerechtigkeitslücke wächst“. Aha. Das bedeutet dann also, dass es früher  - bevor die Lücke gewachsen ist - überall auf der Welt unglaublich gerecht zugegangen ist. Das hat die Gerechtigkeitslücke mit der Zufriedenheitslücke in Frankfurt gemeinsam. Die wächst ebenfalls und auch bei der Eintracht herrschte früher immer rundum und ausschließlich Zufriedenheit.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Eintracht in Paderborn - auf dem Weg zum Klassiker?

Wisst ihr was merkwürdig ist? Ich persönlich kenne relativ viele Menschen, die in  Paderborn geboren und aufgewachsen sind, aber keinen einzigen aus – sagen wir mal – Mönchengladbach.  Das ist ein rätselhaftes Phänomen, das mehrere Ursachen haben kann.  Z.B. könnte es sein, dass Menschen, die in Paderborn groß geworden sind, es im Erwachsenenalter eilig haben, ihre Stadt zu verlassen und überall auf der Welt auftauchen können, während der Mönchengladbacher dazu neigt, in Mönchengladbach zu bleiben. Ob dieses Verhalten im Zusammenhang mit dem ortsansässigen Fußballverein steht, ob es sich möglicherweise dadurch verändern wird, dass Paderborn jetzt in der Bundesliga spielt oder ob der Paderborner an sich möglicherweise einfach auskunftsfreudiger sind als der Mönchengladbacher -  darüber konnte ich  mir derzeit noch keine abschließende Meinung bilden.

Ich sprühe, also bin ich.

Endlich ist es da, das Freistoßspray und weckt in mir kühne Hoffnungen und frohe Erwartungen. Schiedsrichter, die immer eine Dose mit sich führen um Linien markieren zu können – das kann und darf doch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Die Spraydose hat das Zeug zum Kultobjekt – das war gestern am Jubel, der bei jedem Einsatz des Sprays in den Stadien aufbrandete,  bereits zu spüren. Nicht mehr die Pfeife, das Spray wird zum markantesten Kennzeichen des Berufsstandes.  Der schäumende Schiedsrichter ist nur der Anfang, ich bin sicher: Bald schäumen alle mit.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ein bisschen wie fliegen

Reden wir zunächst über Alex Meier. Als er  vor gut einem Jahr sein  50. Bundesligator für die Eintracht erzielt hat, habe ich mir alle 50 Meier-Tore unter statistischen Gesichtspunktenangeschaut und dabei z.B. festgestellt (ich zitiere):

Alle Tore sind wichtig, manche sind noch ein bisschen wichtiger. Alex Meier ist häufig derjenige, der mit seinen Toren den Bann bricht. Immerhin 20 seiner Tore waren erste Tore, die die Eintracht häufig, fast kann man sagen - in der Regel - auf die Siegerstraße brachte bzw. zumindest die Weichen in Richtung Punktgewinn stellte.
Und:

14 Meier-Tore waren spielentscheidend, d.h.: Alex erzielte den entscheidenden Treffer zum Sieg oder Punktgewinn. Wenn Meier trifft, ist die Chance ohnehin sehr groß, dass die Eintracht als Sieger den Platz verlässt oder punktet. Nur bei 8 (von 43) Spielen mit Meier-Toren stand die Eintracht am Ende mit leeren Händen da, in der Saison 2012/13 kein einziges Mal.

Wie man sieht: Statistik lügt nicht ;)

Endlich wieder Fußball, ist vielfach zu hören und zu lesen, wenn es um das Fazit des gestrigen Spiels geht.