Samstag, 8. Juni 2019

Sommer-Schnipsel (Teil 1): Besser geeignet.

Und es war Sommer... Gibt es neue Hitzerekorde? Trockenheit? Überschwemmungen? Schlage vor, wir freuen uns jetzt erstmal, dass die Sonne (zumindest öfter mal) scheint und hoffen das beste.

Mit Beginn des Monats Juni ist die Saison 18/19 jetzt auch fußballtechnisch erst einmal abgehakt. Die letzten Ab- und Aufsteiger sind ermittelt, die wichtigsten Pokale verteilt. Kloppo hat endlich seinen ersten großen Pokal mit den Reds geholt, die Bayern haben Robben und Ribery und irgendwie auch Jerome Boateng verabschiedet, der SV Wehen hat den Aufstieg in Liga 2 geschafft  und wir freuen uns in der nächsten Saison auf zwei Spiele gegen Eisern Union und leider auf keines gegen den FC St. Pauli. Auch die Eintracht hat ihre Mission der Markterschließung im Land der Mitte längst beendet und die Helden der vergangenen Saison befinden sich  wahlweise bei ihren Nationalmannschaften oder in ihrem wohlverdienten Urlaub - wer daraus wann und ob  überhaupt wieder in Frankfurt landen wird - mer waas es net.

Samstag, 18. Mai 2019

Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.

Die Saison 2018/19, die Europacup Reise der Eintracht liegt fast schon hinter uns und doch ist noch eine Seite offen -  so etwas wie das "Nachspiel auf dem Theater".

Die Rollen sind klar verteilt:  Hier der hartherzige verknöcherte Landvogt,  der unter Druck geraten ist und gemeinsam mit seinen Kumpanen die ihm untergebenen Bauern bis aufs Blut trietzt,und keinen Widerspruch duldet, wenn es gilt,  seine ehrgeizigen Ziele  zu verfolgen. Menschliche Zuwendung, Respekt, Wärme - nein, die kennt er nicht. Skrupellos und unersättlich will er immer mehr und zieht sich seine Günstlinge heran.

Dort der sympathische,  wilde Haufen,  der tatkräftig und mit lebhafter Unterstützung seiner Landsleute von Stadt zu Stadt zieht und lange Zeit nicht zu stoppen schien. Auf dem Weg zu den kujonierten Bauern rollen Busse,  Züge,  Fahrräder, Kutschen durch das Land,  vollgepackt mit Aufständischen, die mit ihren Fahnen wedeln,  merkwürdige Flüssigkeiten trinken und fröhliche Lieder singen - ganz wie einst Lilian Harvey in dem berühmten Film "Die Bundesliga tanzt".



Überall an den Straßen stehen Menschen,  die  tanzen, ihnen zuwinken und jubeln. Oh, du Eintracht. Dort fährt er,  der Europopokalteilnehmer der Herzen,  der Rom, Mailand und London im Sturm erobert hat und an dessen Spitze das gütigste und weiseste Führungsteam seit Beginn der Fußballaufzeichnungen steht und das den Verein Hand in Hand mit allen Treuen und Gutwilligen in eine glorreiche Zukunft führen wird, was immer der Nachmittag auch bringen mag.

Die Truppe,  die heute Nachmittag gegen das schier übermächtige Team der Ungeliebten antritt ist müde,  ausgelaugt, voller Blessuren und dennoch mit (sic) "hocherhobenen Hauptes"  -   voller Zuversicht und Mut, noch einen weiteren Kontrapunkt in der Welt des schnöden Mammons zu setzen.  Wird das Gute Siegen?  Werden die - so said - "Mayas" sich tatsächlich zu einem Sieg aufraffen? Wird den - grmpf - "Radkappen" und "Pillendrehern" am Ende das Quäntchen Liebe fehlen, das zum Siegen unerlässlich ist? Werden die nur scheinbar fußball-affinen Karnevalisten den seelenlosen "Hoppis", die nur von Geldes Gnaden und für Geld spielen, die Europa-Suppe versalzen?


Mehr dazu ab 15 Uhr 30 an Ihne ihrm 34. Bundesligaspieltag.





Donnerstag, 9. Mai 2019

Fußball-Geschichte(n)

Der Fußball hat in dieser Saison schon viele wilde und große Geschichten geschrieben. Unsere eigene, die uns auf einen Wahnsinns-Trip quer durch Europa geführt hat, aber auch die Geschichte des FC Liverpool, des FC Barcelona, der Tottenham Hotspurs und die von Ajax Amsterdam, die in den letzten beiden Tagen einen vorläufigen Höhepunkt gefunden haben. Wundergeschichten hatten,  Märchen, die von einer Minute zur anderen zum Albtraum werden. Geschichte vom Glück, von Dankbarkeit, Überschwang und von Fassungslosigkeit - und immer gibt es zwei Seiten. Diejenigen, die ihr Glück kaum fassen können und die, die wie ein Häufchen Elend zusammensacken. Bilderflut.  Jürgen Klopp, dem man in den letzten zehn Minuten im Spiel gegen Barca dabei zusehen kann, wie er innerhalb von Minuten altert, und der direkt nach Abpfiff zunächst - vielleicht in einer Art Glücksstarre -  ganz ruhig bleibt, kaum eine Miene verzieht. Maurizio Pochettino, der auf dem Rasen des Tottenham-Stadions  kniet und noch nicht zu begreifen scheint,  dass es wahr ist und seine Spurs tatsächlich im Endspiel der Champions League stehen. Die in den Händen vergrabenen Gesichter der mitgereisten Fans aus Barcelona. Die Tränen der Ajax Fans.

Wie geht es weiter? Welche Geschichte werden wir in zwei, drei, fünf, zehn Jahren erzählen von diesem 9. Mai 2019, an dem die Eintracht an der Stamford Bridge in London im Halbfinale der Euro League auf den FC Chelsea trifft und nach knapp vierzig Jahren wieder die Chance hat,  in ein europäisches Finale einzuziehen? Wird dieser Abend der Beginn von etwas noch größerem?

An der Stamford Bridge ist den Zuschauern von A wie Alkohol bis Z wie Zigaretten so gut wie alles verboten,  sogar stehen. Nicht auf der Verbotsliste stehen: hüpfen,  singen,  schreien,  jubeln, Tore schießen. Schon gar nicht für Büffel.

Na dann! Finale uns sonst gar nix!

Montag, 6. Mai 2019

Umpf. Boing.

Vielleicht isses wie mit dem kleinen Häwelmann oder wie mit der Ilsebill,  die immer mehr will und am Ende mit leeren Händen da steht. Jetzt ist es also passiert. Nicht nur nicht gewonnen,  sondern eine echte Klatsche kassiert. Ein 1:6,  das sich wie ein 1:10 anfühlt. Mir kommt es vor als hätte ich es tief in meinem Innern geahnt, dass der Deckel kurz vorm Hochfliegen ist,  dass wir die Peripetie bereits überschritten haben -  aber klar,  das lässt sich hinterher leicht sagen.

Donnerstag, 2. Mai 2019

C. H. E. L. S. E. A. Heute!

"Es tut mir zwar leid für die Eintracht,  aber Hazard ist nicht zu stoppen und wird euch heute abschießen." Das sagt mein lieber Freund Grabi  der so heißt, obwohl er kein Eintrachtler ist, aber über profunde Kenntnisse der englischen Fußballlandschaft verfügt. Auch Jürgen Klopp findet: "You need three players to stop Eden Hazard."  Und: "Am Ende kochen alle irgendwie mit Wasser, aber bei Eden Hazard bin ich mir nicht sicher." Ich muss sagen - so langsam bin ich echt gespannt diesen Mann live zu erleben und wappne mich also für eine Begegnung mit dem leibhaftigen Chuck Conners.

Zum Glück haben wir einen eigenen Chuck Conners in spe in unseren Reihen. Und auch wenn der Luca in der Liga Im Moment etwas schwächelt,  eilt ihm auf der Insel ein Ruf wie Donnerhall voraus. Tenor:  Luca hat das Zeug einer der allergrößten zu werden,  dank Fredi Bobic,  der ihn (das wusste ich bisher nicht) offensichtlich bereits zu Stuttgarter Zeiten  nach Deutschland holen wollte. Auch Alex Meier wird (nice!)  als Kronzeuge herangezogen: "He is the best finisher I ever played with." Und in welches englische Team würde Luca im Fall des Falles am besten passen? (siehe Kommentar beim verlinkten Text): Liverpool : "... Because of the system frank'nfurter and Klopp are playing... It's pretty similar." Und mit diesem System hat Liverpool in der Liga immerhin (nach einem 1:1 im Hinspiel) vor drei Wochen Chelsea mit 2:0 geschlagen. Das würde ich genau so und I dieser Zusammenstellung  auch nehmen.

Noch drei Stunden bis zum Aufbruch, sieben Stunden vor dem Anpfiff. Wetterlage: Mild mit Tendenz zur Abkühlung. Diesig. Ich schwanke zwischen Anspannung und  Vorfreude,  zwischen totaler Zuversicht, Zweifel und leiser Panik vor einem unsanften Aufprall.

Wie auch immer es ausgeht: Immer daran denken -  Chuck Conners verliert nicht,  er schüttelt sich und macht danach noch stärker weiter.

Samstag, 27. April 2019

Footballtopia

In unserer Tageszeitung habe ich in dieser Woche einen Bericht gelesen, über "My Zeil", die "Shopping Mall, die seit zehn Jahren die Frankfurter Fußgängerzone prägt". (Müsste das nicht eigentlich "mei Zeil" heißen, aber so what - hier geht es ja um Wichtigeres.) My Zeil, ist nämlich modernisiert worden und jetzt wurde in einem ersten Schritt der neu gestaltete Gastronomie-Bereich - "Foodtopia" - eröffnet.  Und was soll ich sagen: Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen im Stadtwald sind sicher rein zufällig und nicht beabsichtigt. Aber lest selbst.

Samstag, 20. April 2019

Der Tag, an dem der Seppl leuchtete

(Diese Schnipsel habe ich am Tag nach dem Sieg gegen Benfica notiert und wollte einen Text daraus verfassen. Daraus wurde nix, deswegen poste ich den Text leider erst heute und außerdem unbearbeitet -   neun Tage später vor dem Spiel gegen Hertha. Vielleicht ist er ja auch verspätet und in dieser Form lesenswert)

Bin sehr früh am Stadion. Erst nach und nach tröpfeln aus allen Richtungen die Eintrachtler aus dem Wald.  Bratwurst bei Black and White. Spieltagsgebabbel mit Nicole. Sind wir zuversichtlich? Wir sind.