Sonntag, 11. November 2018

Nur geträumt?

Wie ein Spielerinterview nach dem Spiel verläuft und welche Antworten in der Regel erfragt werden, das wissen wir jetzt dank Danny da Costa. Aber wie sieht es aus mit einem Blogeintrag vor dem Spiel? Auch da gibt es eine ganze Reihe von häufig verwendeten Ingredienzien: Kurze Vorstellung des Gegners, Spielstatistiken, Rückblick auf die aktuelle Situation und Form der eigenen Mannschaft, Überlegungen zur potenziellen Aufstellung...

Hier ein Vorbericht der etwas anderen Art. Ich habe heute Nacht nämlich vom Spiel geträumt und zwar wie folgt:

Samstag, 3. November 2018

Hach!

Samstag morgen. Die Sonne scheint. Die Eintracht hat (wie gewohnt?) gewonnen, die Blätter an den Bäumen sind noch ein bisschen bunter, die Welt glitzert. Wie nennt man das, wenn man gar nicht mehr landet, sondern selig lächelnd immer weiter schwebt? So locker, so souverän, so selbstverständlich.

Wie sie kombinieren, Räume nutzen, nachsetzen,  sich wechselseitig inspirieren, köpfen,  schlenzen,  lupfen,  drauf halten, Vollgas geben,  nie locker lassen, dran bleiben, sprinten, den Mitspieler im Blick behalten, wirbeln, dazwischen grätschen, über die Außen kommen, sich anbieten, zum Tor ziehen, den Ball streicheln, den Gegner alt ausssehen lassen.

Wie sie stürmen, passen, flanken,  tricksen, dribbeln, fighten,  Spaß haben, konzentriert bleiben, sich lösen, Wege gehen, kontern, Räume öffnen, Tore machen, aus allen Lagen schießen, den Gegner überrollen., immer noch mehr wollen.

Geradlinig, mutig, spielfreudig,  leidenschaftlich, leicht, wild, locker, echt, zupackend,  energisch, entschlossen, enthusiastisch, begeisternd, überraschend, selbstbewusst, siegreich.

Hach.

Samstag, 27. Oktober 2018

Bitte recht freundlich!

Europacup, immer noch, noch,  noch gigantischere Choreos, Siege,  Tore, Euphorie allez - trotzdem heute nach einer glücklichen, aber anstrengenden Woche erstmal ausschlafen, dann relaxt in die Stadt, frühstücken, Markt - so war der Plan für den heutigen Samstag.  Aber Mainzer Innenstadt und relaxt - das sind zwei Dinge, die im Moment nicht so richtig zusammen passen. Eine der Hauptverkehrsadern in der Innenstadt ist eine große Baustelle, die Wege durch die Stadt sind verschlungen, die Parkplätze rar. Und ich hasse Parkhäuser.

Samstag, 20. Oktober 2018

Die wichtigste Mannschaft Deutschlands

Es ist Freitagabend.  Die Eintracht spielt gegen Düsseldorf und vor dem Stadion stehen Menschen, die Pappschildchen in die Höhe halten "Suche Ticket". Suche Ticket! Wir reden von einem Spiel gegen den Tabellenletzten Fortuna Düsseldorf, nicht etwa von Rom oder Barcelona, Liverpool oder  - hoho - der wichtigsten Mannschaft Deutschlands.  Wie abgefahren ist das denn. Und das ist noch gar nichts gegen das, was sich in den nächsten 90 Minuten im pickepacke vollen Stadion abspielen wird.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Tschüss, Prince - Hallo Europa!

Jetzt geht's also richtig los mit diesem Europa, wo immer es auch liegt. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und die Choreo, die es heute geben wird, wird wohl die aller unfassbarste aller unfassbaren Ganz-Stadion-Choreos, die die Welt je gesehen hat. Vor dem Spiel verabschieden wir den Prince, der seinem Bruda zwar heute keinen Ball lang schlagen, aber ihm noch einmal aufmunternd auf die Schulter klopfen kann. Ob ein gewisser Alex Meier (das ist der, dem die Eintracht - wie ich der neuen FGV entnehme - so einen märchenhaften Abschied geschenkt hat) im fernen Mödling per TV dabei ist, weiß ich leider nicht zu sagen.

Lazio Rom mag ich nicht. Die Lazio-Fans machen Mussolini, dessen Lieblingsverein Lazio war, alle Ehre, was ja nicht notwendig etwas über die Mannschaft aussagt, die auf dem Platz steht. Ein Highlight für mich war auf jeden Fall schon mal die Eintracht Pressekonferenz vor dem Spiel, in deren Livestream ich gestern zufällig reingezappt habe. Auf ein - sagen wir mal - kurzes einminütiges Statement von Marco Russ oder Adi Hütter folgte die gefühlt 10-minütige Übersetzung ins Italienische. Das war wunderbar. Gracioso.  Sentimento.  Capitano. Chiaro. Bambino. Padre. In Campo. Molto italiano.

Ohne Abraham, dafür mit Rebic und vielleicht ja ein Comeback von Marc Stendera? Ob wir fußballerisch eine realistische Chance haben,  ist schwer  einzuschätzen. Aber bei uns - soviel ist nicht erst seit dem 19. Mai klar - ist sowieso immer alles möglich.

Was heißt eigentlich "Klarer Sieg für die Eintracht" auf Italienisch? Egal, die Wahrheit liegt ja sowieso auf dem Platz. Vittoria di Concordia - e basta!




Sonntag, 30. September 2018

Vorne zu wenig, hinten zu viel.

Der Herbst ist da. Und nachdem er letzte Woche pünktlich zum Spiel gegen Leipzig den Stadtwald (und unseren Keller samt Treppenhaus) überflutet hatte, strahlt er heute blitzeblau und blätterbunt. Gute Vorzeichen fürs spiel gegen Hannover? Ich weiß nicht so recht.

In Offenbach macht der Problem-Wels  wieder Probleme. Und die Eintracht hat (so Adi Hütter) "eine Problematik in der Spielfortsetzung in der Offensive." Man könnte auf den Gedanken kommen, dass das möglicherweise auch auf die Defensive zutrifft. Immerhin bescheinigt uns der Sky Reporter (beim Spiel gegen Leipzig), dass wir zwar weniger Möglichkeiten haben als unsere Gegner, aber "die Qualität unserer Möglichkeiten" überzeugt. Darauf kann man vielleicht aufbauen.

Viel diskutiert wird über Kevin Trapp, unsere neue alte Nummer 1 im Tor: Ist er nun tatsächlich eine Verstärkung und ein Rückhalt für die Mannschaft? Mal abgesehen von dem Sinn oder Unsinn der vier Torhüter,  fällt meine Trapp-Bilanz komplett neutral aus. Er ist da, na gut, sei recht.  Er ist auf jeden Fall keine Schwächung und trotz einiger "den hätte er halten können"'Situationen ist ihm noch kein richtig großer Schnitzer unterlaufen. Trotzdem scheint mit, dass Trapp sich im Vergleich mit seinen frühen Jahren bei der Eintracht verändert hat.  Wenn ich an Trapp früher oder an Hradecky letztes Jahr denke - da stand immer so ein "Bämm" zwischen den Pfosten - hellwach, Körperspannung vom Kopf bis zu den Fußspitzen, eine Präsenz die über den ganzen Platz gestrahlt hat. Die sehe ich im Moment bei Keviiiin nicht, das ist alles so ein bisschen irgendwie, vielleicht sogar ein wenig schlaff. Aber das kann ja noch kommen. Und die Rolle als Interviewpartner und Sprachrohr nach dem Spiel  füllt er ja bereits souverän.

Unser Ex-Fußballgott Alex Meier wird demnächst vielleicht in der österreichischen Bundesliga spielen (ich wünsche es ihm sehr), Cenk Tosun (der in unserer letzten Abstiegssaison unter Skibbe aussortiert wurde) spielt demnächst für den FC Everton. Wir hoffen heute auf unseren neuen "Unterschiedsspieler" Ante Rebic, der wohl zum ersten Mal in dieser Saison in der Startformation stehen wird. Bleibt auch zu hoffen, dass Makoto Hasebe (wie gegen Gladbach) hinten aushilft "wenn die Räume zu groß werden oder wenn er Löcher wittert." (Zitat Sky).

Ich freu mich, dass ich mein Auto heute wie seit vielen Jahren irgendwo am Waldrand parken kann und dass das "riesengroße Parkhaus", dass zur Verbesserung der Infrastruktur im Vorfeld der - #jubel - EM demnächst im Stadtwald entstehen wird, vorläufig noch in weiter Ferne ist. Zur Eröffnung werden dann 1899 Quadrocopter die Geschichte der Eintracht in den Himmel zeichnen.

Vielleicht ist ja einer der 110 Drohnen von der gestrigen Einweihung der Altstadt in den Stadtwald importiert worden und zeichnet heute Abend  ein 2:0 = das Ergebnis des Spiels gegen Hannover in den Himmel. Das würde mir vorläufig genügen.

*Links zu den Zitaten werden so weit im Netz verfügbar noch ergänzt.

Donnerstag, 20. September 2018

Ein Gespenst geht um in Europa ,)

Schlimmer geht immer! Als ob der Fanausschluss fürs erste Eurocup-Spiel nicht schon elend genug wäre,  gibt es doch offensichtlich immer noch weitere Möglichkeiten den laufenden Schwachsinn zu toppen. Stadtverbot für Eintracht-Fans. Unfasslich.  Und es bleibt zu hoffen, dass sich der neue Staatssekretär für Innere Sicherheit nicht von solcherlei Umtrieben inspirieren lässt: Stadtverbot für Bremer in Hamburg, für Frankfurter in Offenbach (oder umgekehrt).  Man könnte auf vielerlei Gedanken kommen und irgendwie  werden sie es schon schaffen, uns eine nette kleine Hölle voller Mauern und Verbote zurecht zu zimmern. Ob die Eintracht-Verantwortlichen trotz Einreiseverbot und möglichem Eintracht-Schal in Marseille willkommen sind? Fredi Bobic, dessen Nerven irgendwie blank zu liegen scheinen, täte eine kleine Abwechslung vielleicht ganz gut.