Samstag, 25. Oktober 2014

Wo ist die Lücke?

In dieser Woche habe ich in der Zeitung gelesen, dass die „Gerechtigkeitslücke wächst“. Aha. Das bedeutet dann also, dass es früher  - bevor die Lücke gewachsen ist - überall auf der Welt unglaublich gerecht zugegangen ist. Das hat die Gerechtigkeitslücke mit der Zufriedenheitslücke in Frankfurt gemeinsam. Die wächst ebenfalls und auch bei der Eintracht herrschte früher immer rundum und ausschließlich Zufriedenheit.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Eintracht in Paderborn - auf dem Weg zum Klassiker?

Wisst ihr was merkwürdig ist? Ich persönlich kenne relativ viele Menschen, die in  Paderborn geboren und aufgewachsen sind, aber keinen einzigen aus – sagen wir mal – Mönchengladbach.  Das ist ein rätselhaftes Phänomen, das mehrere Ursachen haben kann.  Z.B. könnte es sein, dass Menschen, die in Paderborn groß geworden sind, es im Erwachsenenalter eilig haben, ihre Stadt zu verlassen und überall auf der Welt auftauchen können, während der Mönchengladbacher dazu neigt, in Mönchengladbach zu bleiben. Ob dieses Verhalten im Zusammenhang mit dem ortsansässigen Fußballverein steht, ob es sich möglicherweise dadurch verändern wird, dass Paderborn jetzt in der Bundesliga spielt oder ob der Paderborner an sich möglicherweise einfach auskunftsfreudiger sind als der Mönchengladbacher -  darüber konnte ich  mir derzeit noch keine abschließende Meinung bilden.

Ich sprühe, also bin ich.

Endlich ist es da, das Freistoßspray und weckt in mir kühne Hoffnungen und frohe Erwartungen. Schiedsrichter, die immer eine Dose mit sich führen um Linien markieren zu können – das kann und darf doch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Die Spraydose hat das Zeug zum Kultobjekt – das war gestern am Jubel, der bei jedem Einsatz des Sprays in den Stadien aufbrandete,  bereits zu spüren. Nicht mehr die Pfeife, das Spray wird zum markantesten Kennzeichen des Berufsstandes.  Der schäumende Schiedsrichter ist nur der Anfang, ich bin sicher: Bald schäumen alle mit.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ein bisschen wie fliegen

Reden wir zunächst über Alex Meier. Als er  vor gut einem Jahr sein  50. Bundesligator für die Eintracht erzielt hat, habe ich mir alle 50 Meier-Tore unter statistischen Gesichtspunktenangeschaut und dabei z.B. festgestellt (ich zitiere):

Alle Tore sind wichtig, manche sind noch ein bisschen wichtiger. Alex Meier ist häufig derjenige, der mit seinen Toren den Bann bricht. Immerhin 20 seiner Tore waren erste Tore, die die Eintracht häufig, fast kann man sagen - in der Regel - auf die Siegerstraße brachte bzw. zumindest die Weichen in Richtung Punktgewinn stellte.
Und:

14 Meier-Tore waren spielentscheidend, d.h.: Alex erzielte den entscheidenden Treffer zum Sieg oder Punktgewinn. Wenn Meier trifft, ist die Chance ohnehin sehr groß, dass die Eintracht als Sieger den Platz verlässt oder punktet. Nur bei 8 (von 43) Spielen mit Meier-Toren stand die Eintracht am Ende mit leeren Händen da, in der Saison 2012/13 kein einziges Mal.

Wie man sieht: Statistik lügt nicht ;)

Endlich wieder Fußball, ist vielfach zu hören und zu lesen, wenn es um das Fazit des gestrigen Spiels geht.

Samstag, 4. Oktober 2014

3 + 0 + 3 x (2:2) + 3 + ?

Heute also Köln. Der FC ist als Wieder-Bundesligist ganz ordentlich in die neue Saison gestartet, steht aber jetzt auf dem Kipp nach unten. Bekanntester Kölner derzeit ist der putzige  österreichische Trainer Stöger, der sich – auch optisch – irgendwo zwischen Retro und Avantgarde bewegt.Die Kölner haben in 6 Spielen 2 Tore geschossen und 3 Gegentreffer kassiert und damit 6 Punkte geholt. Das hat was. Wenn sie das bis zum Ende der Saison durchhalten, wären es bis zum Ende der Saison ca. 34 Punkte und 12:18 Tore, immerhin die Chance auf einen Relegationsplatz. Mit Fug und Recht kann man derzeit behaupten, dass die Kölner defensiv ganz gut stehen. 

Abb. 1
Nun könnte man davon ausgehen, dass justament dieser Sachverhalt am heutigen Spieltag nicht  unbedingt dafür spricht, dass die Frankfurter Eintracht ihren zweiten Heimsieg in dieser Saison unter  Dach und Fach bringen wird.  Schließlich tun wir uns bekanntermaßen schwer, gegen Mannschaften, die hinten drin stehen, das Spiel zu machen. Manche behaupten: Das gilt auch gegen Mannschaften, die nicht hinten drin stehen, aber von denen, soll hier und jetzt nicht die Rede sein. Es gibt nämlich durchaus auch eine ganze Reihe eindeutiger Indizien, die heute für einen Sieg – fast will ich sagen: einen klaren Sieg – sprechen.  Aus meinen seit vielen hundert Jahren geführten, detaillierten Aufzeichnungen und meiner akribisch geführten Mitschrift der laufenden Saison (siehe Abb. 1) geht eindeutig hervor:

Dienstag, 30. September 2014

So oder so

„Was für ein geiles Tor, aber…“  So lassen sich die im Internet überlieferten Reaktionen auf den Sieg der Frankfurter Eintracht in Hamburg zusammenfassen. Die Freude über den Sieg war nicht so groß wie man vielleicht vermuten könnte, ja müsste. Stattdessen wird vielerorts beklagt, dass das Spiel der Mannschaft insgesamt wenig ansehnlich und durch eine zu hohe Anzahl von Fehlpässen geprägt, dass nach wie vor kein System erkennbar und das Spiel von eher rumpelfußballartiger Struktur sei. Miesmacher? Dauernörgler? Stopp –  nicht so vorschnell mit dem Urteil. Dies alles hat nämlich seinen Grund – es liegt an dem Internetz.  

Das lässt sich ganz einfach beweisen. Wie zum Beispiel hätten sich die Internet-Kommentare angehört bei Spielen in der Vor-Internet-Zeit, wenn es das Netz  mit seinen Foren und Blogs, Threads und Ritualen denn damals schon gegeben hätte? Wie bei Spielen, die heute zum festen Mythen- und Legendenbestand der Eintracht gehören? Na, wie wohl?  Vielleicht so:

Fliegende Systeme

Während die „fliegenden Systeme“ der Bundeswehr sich derzeit offensichtlich in einem desolaten Zustand befinden, war am frühen Abend des Sonntags beim Spiel der Eintracht in Hamburg ein über die Maßen sehenswertes Phänomen zu besichtigen, das mit Fug und Recht den Namen „fliegendes System“ für sich in Anspruch nehmen kann, gegebenenfalls auch – in Anlehnung an zur Auslieferung von Paketen eingesetzten Drohnen  – als „Ballcopter“ bezeichnet werden könnte.

Dienstag, 16. September 2014

Kleines Fußball-ABC – Heute „P“ wie „Prognose“

Prognose, die (f), Pl: die, -n. Als Prognose bezeichnet man den saisonbegleitenden auf- und abschwellenden Meinungsstrom, der den Ausgang  bzw. weiteren  Verlauf der laufenden Saison vorher sagt und/oder → Befürchtungen  → Mahnungen und → Bedenken oder → Erwartungen, → euphorischen Überschwang  und → Hoffnungen  zum Ausdruck bringt oder verdichtet.

Bereits bevor der erste Ball getreten ist,  formieren sich die  Prognosefronten, die eine grundsätzlich → optimistische oder eine grundsätzlich → pessimistische Ausrichtung haben. Die Entscheidung für eine →optimistische  oder →pessimistische  Ausrichtung  hängt  weniger von der Sachlage als vom Naturell und der Positionierung des Prognostikers ab.Übermäßig →pessimistische und übermäßig →optimistische Prognosen sind mithin kein Widerspruch, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille. Vgl. hierzu auch:  → Komplementärprognosen

Sollte die →pessimistische bzw. →optimistische Prognose von der tatsächlichen Entwicklung überholt werden,  wird dies sowohl von pessimistischer wie von optimistischer Seite als Bestätigung der eigenen Haltung empfunden. Bsp.:  1) Positive Entwicklung bei pessimistischer Prognose „Dann haben sie also doch noch irgendwie die Kurve gekriegt…“ Bsp. 2) Negative Entwicklung bei optimistischer Prognose: „Das war so nicht abzusehen…“ „Mehr war sowieso nicht drin…“

Montag, 15. September 2014

Auweia

Das war kein schöner Nachmittag gestern im Waldstadion. Im Gegenteil: Nach dem Abpfiff ging es mir schlecht. Also: So richtig schlecht - so, dass ich mich selbst gefragt habe, warum um des Himmels willen, ich gar so niedergeschmettert bin. Zusammengesunken sitze  ich auf meinem Platz, fast wie gelähmt. Stiere minutenlang vor mich hin, rappele mich mühsam hoch und stapfe mit müden Schritten zum Ausgang, die Beine schwer wie Blei.

Niederlagen sind nie schön. Zuhause schon zweimal nicht. Aber am dritten Spieltag sollte man sie noch einigermaßen verkraften können. Vier Punkte haben wir nach drei Spielen ja schon, immerhin. Eine 0:1  Heimniederlage gegen eine körperlich robuste, gut eingestellte Augsburger Mannschaft und gegen einen indisponierten Schiedsrichter – das kann einem ja nicht so aus den Schuhen hauen.  Und doch. Irgendwie scheint das Maß der Enttäuschung mit der Einstellung zusammen zu hängen, mit der man ins Spiel geht.

Schwenk zurück auf den Sonntagmorgen: