Samstag, 24. September 2016

Batsch. Bumm. Aber immer akribisch.

Was für ein wunderbarer Spätsommer. Der Morgen leicht diesig, weiche und doch leuchtende Farben. Die Geräusche sind gedämpft, die Tage klar und weit. Mild. Blau. Ein leichtes Lüftchen.  Alles atmet und duftet. Vögel ziehen. Ein Wetter, um einfach ins Weite zu laufen – oder um sich aufzumachen Richtung Waldstadion. Ich wähle für heute die zweite Variante,  obwohl ich von rechts wegen eigentlich zuhause bleiben müsste. Denn:  Wer an mehr als 40 Punkte „denkt oder träumt, kann sich einen neuen Verein suchen.“  Sagt Fredi Bobic, der gerade mal ein viertel Jahr bei der Eintracht ist. Aha. Mein Adler-Freund Kid, der schon ein bisschen länger dabei ist, findet: „Bruchhagen und Funkel wären für solche Aussagen geteert und gefedert worden.“ Da hat er zweifelsohne recht.

Besser als Bobic trifft es das Abendblatt im Übrigen – unabsichtlich? -  mit seiner Überschrift: „Wer träumt, fliegt.“  Genau so ist das – und ich will sehr gerne noch ein bisschen weiter und höher fliegen.

Samstag, 10. September 2016

Satz mit x

Auswärtsspiel in Darmstadt, "schon" der zweite Bundesligaspieltag und fühlte sich trotzdem ein bisschen so an, als ob es grade erst losgeht. Immer noch Sommer, eigentlich mehr Sommer als je. Vor dem Spiel allerorten Zuversicht ( auch bei mir) nach dem Spiel ist die Luft zwar noch nicht raus, aber deutlich weniger Luft im Ballon. Fredi Bobic  hat - wie diese Woche im FAZ-Interview zu lesen war - einen Plan,  die Mannschaft hatte heute offensichtlich keinen. Der Innovationsdruck lässt uns keine Wahl und ist alternativlos (alle Worte richtig untergebracht?) und so kam es fast schon vorhersehbar so wie es kommen musste: Die annern machen das Tor, das wir vorher nicht gemacht haben und die Kackspiel-Selfies in Facebook nehmen wieder Fahrt auf.  Warum suchen alle immer Meier, wenn sie selbst schießen müssten und warum schießen sie selbst, wenn sie nur noch auf Meier ablegen müssten, der in der Mitte freisteht? Das sind so Fragen, würde Harry Rowohlt in solchen Fällen gesagt haben. Kein Meier-Tor in seinem 250. Spiel für die Eintracht und fast schon logisch auch kein Punkt für uns. Nico Kovac gewinnt aus jedem Spiel neue Erkenntnisse. Vielleicht sollte er sich das Werder-Spiel aus der Vorsaison nochmal anschauen: In einem - sagen wir mal vorsichtig - unterdurchschnittlichen Spiel, das für beide Mannschaften eine gewisse Brisanz hat, sollte man niemals nicht auswärts kurz vor Schluss wechseln, um einen Punkt mitzunehmen. Das klappt nicht.

Samstag, 27. August 2016

3.17

Spätestens nach den Ausführungen von Axel Hellmann in der Pressekonferenz vor dem Spiel der Eintracht gegen Schalke war ich kurz davor, meinen Blog umzubenennen. Schwarzundweiß ist – ok, das sehe ich ein  - historisch korrekter, aber es ist, wie ich jetzt weiß, auch cooler und frischer, designmäßig und überhaupt.  Rotundschwarz ist out. Aber wenn ich erstmal anfange, mich jeweils den aktuellen Gegebenheiten anzupassen  – wer weiß, wo das dann noch endet. Ich müsste mir z. B. demnächst vielleicht sogar Funktionsunterwäsche bestellen, um  regelmäßig zu checken, ob meine Laufleistung den erhöhten Anforderungen, die das tägliche Leben  (nicht nur an Bundesliga-Profis) stellt, Stand hält.

Donnerstag, 25. August 2016

Im Schwimmbad

"Alles drin in eenem Satz" fügt mein Literatur begeisterter Freund Axel gerne hinzu, wenn er einen seiner Meinung nach besonders bemerkenswerten Satz aus einem literarischen Werk zitiert. Ähnliches lässt sich auch nach einem Schwimmbadbesuch behaupten. Oder sagen wir: In drei Sätzen.

"Ich finde es wichtig, dass man herausfindet, was man wirklich will."
(mittelalte Dame zur neben ihr schwimmenden Freundin)

Junger Mann taucht und springt vor einer jungen Dame, die leicht gelangweilt am Beckenrand lehnt:
"Ich kann sogar den Hampelmann." (Innerer Kommentar der gerade vorbei schwimmenden Kerstin: Ja, genau).

Und warum machen im Schwimmbad eigentlich alle so gerne eine Arschbombe? Weil Sie es vorher so gerne ganz laut rufen: "ICH MACH JETZT EINE ARSCHBOMBE."

Platsch!


Sonntag, 21. August 2016

Der Prozess

Gleich geht es los. Vor ein paar Tagen hätte ich noch weit von mir gewiesen, dass ich aufgeregt bin – jetzt weiß ich wieder: „Es“ ist stärker.  Skepsis und Zweifel am alternativlosen Konzept sind ausgesetzt. Die Minuten vor dem ersten offiziellen Pflichtspiel einer Saison sind eine Art Verheißung. Alles ist neu.  Ok, ok - es kann schief gehen, die ganze Fußballwelt ist schief und der Weg, den die Eintracht da geht, will mir nicht gefallen, aber hey: Alles kann auch gut werden, richtig gut. Alles ist möglich. Der Funke wird springen. All die vielen Neuen werden sich von jetzt auf nachher in unsere Herzen katapultieren. Wir sind Mascarell, Hrgota und Blum, Tawatah und Hector, Varela und Rebic. Meier, Hradecky, Ozcipka, Russ. Und und. Und Kovac. Eintracht? Eintracht.

Kann gut sein, dass wir schon in wenigen Wochen (vielleicht sogar in wenigen Stunden) wieder geerdet sind, wieder nur noch von Spieltag zu Spieltag denken und uns darin bestätigt sehen, dass das alles so nicht funktionieren kann, Spieler eben nicht beliebig ausgetauscht werden können und ein Trikot mit dem Adler auf der Brust nicht ausreicht, um aus einem Spieler einen Eintrachtler zu machen. Kann gut sein, dass es spielerisch einigermaßen läuft und sich trotzdem falsch anfühlt. Oder dass wir wieder jeden Sieg und jedes Pünktchen zählen und uns damit über Wasser halten, dass wir uns gegenseitig versichern, dass das zähe Ringen um Glück doch viel erfüllender und weniger langweilig ist als immer und immer einfach nur zu gewinnen.

Montag, 15. August 2016

Sommer-Schnipsel

Sommer ist.  Wann fängt er an, wann hört er auf? Kann man so nicht sagen. Es ist ein Gefühl, in das man allmählich hineingleitet und sich dann fallen lässt Das tägliche Leben folgt einem eigenen Rhythmus, eine eigene Welt jedes Jahr wieder, scheinbar endlos.  Und doch spürt man gerade in den intensivsten Momenten schon die nahende Veränderung. Die Farben verdichten sich und glühen, es wird früher dunkel, die Nächte sind kühl und die Eintracht-Neuigkeiten, werden dringlicher und schieben sich immer mehr in den Vordergrund. Nur noch eine Woche bis zum Pokalspiel in Magedeburg. Irgendwann wachst du auf, die Sonne scheint, alles ist wie immer, aber du weißt: Der Sommer ist vorbei.