Montag, 13. August 2018

Nach dem Supercup ist vor der Saison

Oops. Wenn mir der Supercup nicht so vollkommen egal wäre, wäre mein Wochenstart reichlich verkorkst. Aber auch so bietet das Spiel gestern eine Menge Stoff zum Nachdenken. Und eine im Glitzerregen jubelnde Bayernmannschaft im Waldstadion als Vorbote der neuen Saison? Mal sehen, ob und, wenn ja, was das bedeutet.

Ok. Die Saison fängt erst nächste Woche richtig an, man soll das nicht so hoch hängen. Aber: So sollte man sich als Pokalsieger im eigenen Stadion definitv nicht hergeigeln lassen. Das war peinlich. Rönnow hätte nach so kurzem Training wohl besser noch nicht gespielt (dass er offensichtlich kein "Herzenzuflieger"-Typ wie Lukas ist, steht auf einem anderen Blatt). Bei Torró ist vorläufig sein Name das dynamischste. Und warum eigentlich hat außer ihm keiner der Neuen gespielt? Schon merkwürdig, wenn Spieler aus der zweiten Reihe des letzten Jahres den Vorzug gegenüber den Verstärkungen des neuen Jahres erhalten. Mmh. Der Widerstand gegen die Bayern hielt sich in sehr überschaubaren Grenzen, viel zu weit weg vom Gegner, langsam - nicht nur in den Bewegungen, auch im Denken. Irgendwie waren wir gar nicht richtig da. Was war das, was Marco Fabian da auf dem Platz gemacht hat? Hatte er nicht eben noch verkündet, dass er es in dieser Saison so richtig wissen will bei der Eintracht? Und ob die merkwürdig aggressive Spielweise von David Abraham Ausdruck erster Verzweiflung war? Am schlimmsten: Nicht der Hauch eines Ansatzes für eine -  neue? - Spielidee erkennbar.

Schnipsel:
Haarschnitt und Scheitel von Niko Kovac sind noch etwas akkurater als in der letzten Saison.

Was hatten der Niko und der Ante denn nach dem Spiel hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln? ( Die Hand hätten sie auch weglassen können - wir können alle kein kroatisch, uns fehlt das Balkan-Gen). Vielleicht so: Niko: "Ich habs dir doch gesagt - wärst du doch besser zu uns gekommen." Ante: "Dann halt im Winter."

Die Stunden nach dem Spiel waren wunder-voll. Die Schnuppen sind erst zögernd, dann immer wilder durchs Bild gehuscht. Kleine Wunder.

PS zum Eintrag von gestern: Vielleicht andere Bretter?

Sonntag, 12. August 2018

Sommerschnipsel: Dicke Bretter und helle Sterne

Da findet er also doch ein Ende, der Sommer, der kein Ende zu nehmen schien, und der schließlich doch - wutsch - plötzlich auf der Sommerzielgeraden einbiegt. Immer noch warm, immer noch Sommer, aber es liegt so ein Hauch von "bald vorbei" in der Luft.

Ist es der nahende Saisonstart oder sind es Folgen der Hitze? Fürs erste habe ich meinen Frieden gemacht mit dem Kommen und Gehen bei der Eintracht und beobachte mit einem gewissen Vergnügen die ständig neuen Namen und Gesichter. Bunt und südlich wird es in der neuen Saison, ob auch erfolgreich, das steht vorläufig in den Sternen. Gonzalo Paciencia, Lucas Torró, Allan Souza, Chico Geraldes. Da sind Nicolai Müller, Evan N'Dcka  und Trainer Adi Hütter  schon ein alter Hut und gehören praktisch zum alten Eisen. Ganz wie Ante Rebic, der tatsächlich noch eine Weile ein Adler bleiben wird.

Mittwoch, 4. Juli 2018

WM- und Sommerschnipsel: Rollenspiele und Zeitmanagement

(Dieser Text wurde am Mittwoch, 4. Juli, verfasst und wird heute, am 8. Juli, rückwirkend und unverändert eingestellt, ist also auch ergebnis- und inhaltsmäßig auf Stand vom Mittwoch, ggf. trotzdem noch lesenswert - aktuelle Schnipsel folgen).

Was mer hat, das hat mer. Und wir haben den DFB-Pokalsieg und können  uns, wann immer uns danach ist, im Eintracht-Museum versichern, dass wir nicht geträumt haben. Da steht er, der Pokal, und wenn wir Glück haben und in der Oper in Frankfurt oder auf sonst einem schicken  Event sind, ist vielleicht auch Peter Fischer zugegen, hat den Pokal dabei und wir dürfen ihn berühren. So wie heute, beim Trainingsauftakt für die neue Saison, dessen Besuch man mit einem Besuch des Pokals verbinden konnte.

Sonntag, 1. Juli 2018

WM- und Sommerschnipsel: Kamele in Rheinhessen

Der Sommer, der bisher schon so viele wunderbare Tage gebracht hat, nimmt nach kurzer Unterbrechung wieder Fahrt auf.  Zum blitzeblauen Himmel weht ein kühler, fast schon stürmischer Wind, heißere Tage sind angekündigt. So auch bei der Fußball-WM im fernen Russland und ihren Nachbeben im Schlandischen.

Samstag, 23. Juni 2018

WM und Sommerschnipel: Lachen oder Weinen?

Der Sommer und die Fußballweltmeisterschaft gehen weiter ihren Gang, beides bisher mit mehr Höhen als Tiefen. Und auch wenn man – wie ich – nur einen Teil der Spiele live sehen kann oder will und sich auf Zusammenfassungen beschränkt, stochert man so ganz allmählich mit seinen Spieltipps nicht mehr vollkommen ins Leere, sondern hat zumindest eine begründete Ahnung, wohin der Hase bzw. der Ball laufen wird.  Bei Kolumbien „singt James und nimmt dann auf der Bank Platz“ – dann ist es ja kein Wunder, dass Kolumbien gegen Japan verliert - und die haben ja auch Hasebe. Lewandowski hat beim Spiel gegen den Senegal satte 14 Ballkontakte und verabschiedet sich mit den Polen vielleicht bereits in der Vorrunde aus dem Turnier. „Es gibt keine Kleinen mehr im Fußball,“ das wissen wir schon länger. Berti Vogts hat das seinerzeit gesagt und ich dachte, er hätte über die Körperlänge von Fußballern und über sich selbst gesprochen.

Sonntag, 17. Juni 2018

WM- und Sommerschnipsel: Hossa!


Jetzt läuft sie also die Weltmeisterschaft, und war ich vorher eher betont „mir doch egal“  und wild entschlossen, mir maximal einige ausgewählte  Spiele anzuschauen, hat mich dieses Mal überraschend schnell das WM-Interesse (Fieber wäre dann doch eine Nummer zu hoch gegriffen) erfasst. Von Anfang an fügt sich das Spielgeschehen wunderbar in unsere sommerlichen Abläufe,  ist wie ein kontinuierlicher Nebenton warmer Tage und langer Abende. Viel Arbeit, schwimmen, offene Fenster und Türen, draußen sein, spätabends gefräßige Schnecken von Blumen und Gemüsepflänzchen absammeln, Katzen, die sich wie Erdferkel in Beeten wälzen, Bücher, Musik, Tagträume. Und Fußball.

Dienstag, 29. Mai 2018

Ein Tritt in den Hintern

Eigentlich sollte es in diesem Eintrag darum gehen, was der Pokalsieg mit uns gemacht hat und wie er das verändert, was viele von uns bereits seit Jahrzehnten mit sich tragen: Den Mythos der großen Zeiten der Eintracht. Die große Zeit, das  war - sozusagen schon immer - die Zeit, die früher war. Selbst, wenn wir als Kinder oder Jugendliche einen Zipfel davon noch persönlich zu fassen hatten, einen (oder zwei, drei) Pokalsiege, vielleicht sogar den UEFA-Cup-Sieg miterlebt haben. Wir hatten uns damit eingerichtet, die Erinnerung an diese Zeit zu bewahren und zu pflegen und davon zu singen, wie es war und dass es irgendwann wieder so sein würde.

Die große Zeit der Eintracht, das ist und war in unserem kollektiven Gedächtnis das, was früher war, das, was - so sehr wir es in unseren Liedern auch beschwören - vermutlich nie wiederkehren würde.  Der Grabi und der Holz. Der Moment des Vergeblichen als inhärenter Bestandteil der ewig währenden Größe. Die Bilder der Meistermannschaft,  die in Cabrios durch Frankfurt fährt, Massen von Menschen am Straßenrand.  Das Uefa Cup Endspiel mit dem Jürgen, mit dem Jürgen.

Die Lieder, die wir seit vielen Jahren singen,  hören sich jetzt anders an, müssen neu gedichtet, neu gefühlt werden.  Da ist jetzt dieser Tag, dieser 19. Mai, da sind Ante, Mijat, Prinz, David und Makoto. Da ist diese Explosion, das Unfassliche - es ist tatsächliche passiert. Wir. Nicht nur fast. Sondern wahr und wahrhaftig. So groß, so überwältigend, dass es eine ganze Stadt zum Beben gebracht hat.

Ist das Vergangene jetzt endgültig vergangen. Ist der Mythos neu entfacht oder endgültig beerdigt und eine neue Ära eingeläutet? Und wenn ja: Bleibt die Eintracht die Eintracht?