Montag, 23. Mai 2016

So oder so

Die vier wichtigsten Spiele der Saison haben wir bereits hinter uns.  Das allerwichtigste ebenfalls. Und doch steht heute noch ein Spiel an, das ist dann wohl das allerallerwichtigste und dann auch definitv letzte Spiel dieser merkwürdigen Saison. Heute fühlt es sich so an, als hätte die gesamte Spielzeit nur aus den letzten neun Spielen bestanden. Die Hinrunde, die letzten Spiele unter Armin Veh – fast surreal, ganz weit weg, wie ein Spuk. Alles ausgeblendet,  alles Fühlen und Denken nur noch darauf gerichtet, irgendwie da wieder rauszukommen. Was für ein Auf und Ab. Mut. Enttäuschung. Frust. Überschwängliche Freude. Nackenschläge. Trotz. Jetzt erst recht. Viel Kraft hat das gekostet. Sehr viel Kraft.

Flashback

Samstag, 14. Mai 2016

5 von 5: Bremen

Heute also. Viertes Endspiel in Bremen.  Das Wetter ist ebenso wild wie mein Herz schlägt. Wind. Sonne. Regengüsse. Gestern Abend bin ich bei Blitz, Donner und knöchelhohem Kübelregen in Höhe Flughafen über die Autobahn geschlittert und in Richtung eines rotundschwarz glühenden Himmels gefahren. Normalerweise ist es bei mir  so, dass – egal in welcher Lage sich die Eintracht gerade befindet – vor einem Spieltag meine Zuversicht steigt. Normalerweise. In dieser Woche werde ich von Tag zu Tag ängstlicher. Kämpferisch, bereit es mit allem aufzunehmen, hoffnungsvoll – ja! Aber ich will mich nicht von Zuversicht einlullen lassen. Aufpassen. Wach bleiben. Nichts für sicher nehmen. Hochkonzentriert sein. Sich nicht auf irgendwas oder irgendwen verlassen. Selbst durchziehen. Den Klassenerhalt mit eigener Hand bzw. eigenem Kopf und Fuß klar machen.

Schreckliche Visionen  von einem unglücklichen Spielverlauf in Bremen und Last-Minute-Toren in Wolfsburg treiben mir den Schweiß auf die Stirn. Hilfe, Hilfe. Was, wenn es – sagen wir 3:2 – hinten liegen, auf den Ausgleich drängen, Pizarro aus unübersichtlicher Situation schnell hintereinander zwei Tore macht  und es in Wolfsburg fünf Minuten vor Schluss 0:1 steht…  

Samstag, 7. Mai 2016

4 von 5: Dortmund

So viel ist schon mal sicher: Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, das Stadion pickepacke voll und die Luft brennt. Stimmungslage: Hypernervös. Ängstlich. Zuversichtlich.  Mutig.  Kämpferisch. Verwirrt. Ich habe heute morgen schon 1) Die Zahnbürste verkehrt herum benutzt, 2) Mein Müsli (irgendwas muss der Mensch auch vor dem Spiel essen) statt in die Milch in den Kaffee geschüttet und mich gerade noch selbst daran gehindert, den Napf mit dem Katzenfutter im Kleiderschrank abzustellen.

Bei aller Anspannung ist da auch so etwas wie Stolz. Ja, tatsächlich, jetzt schon Stolz auf Mannschaft und Trainer. Wir sind wieder da.  Die Mannschaft ist wieder eine Mannschaft, jeder ist im Boot, wir sind wach, wir können es mit dem, was kommt, aufnehmen –  jeder (Luca Waldschmidt, Sonny Kittel...?) kann derjenige sein, der den entscheidenden Punch setzt.  Wir haben uns bis hierhin gekämpft und wir haben die Chance auf zwei weitere Endspiele. Denn zwei werden es werden, egal wie es heute ausgeht. Im positivsten, aber leider auch unwahrscheinlichsten Fall können wir nach dem heutigen Spieltag schon sicher sein, dass wir zumindest die Relegation geschafft haben. Im negativsten Fall fahren wir – vielleicht sogar dann, wenn wir heute punkten –  nur noch mit einer minimalen Chance auf den Klassenerhalt nach Bremen. So what? Nicht drüber nachdenken. Von Spiel zu Spiel werden die Karten neu gemischt. Wir sind da. Wir sind bereit. Wir werden sehen.