Dienstag, 31. Dezember 2013

Here we go again!

Das war dann also 2013. Ein Jahr voller Veränderungen. Bunt, arbeitsreich, mit Höhen und Tiefen, wild, lebendig. Abschiede. Anfänge. Einsichten. Erkenntnisse. Manches ist verloren gegangen, das Wichtige ist geblieben, anderes ist wieder aufgetaucht, näher heran gerückt oder ganz neu hinzugekommen.  Manches war schwierig und wird es auch bleiben. Vieles, das sich erst nur ganz allmählich zu entwickeln schien, zeigt jetzt nach vorne. Am Ende ein gutes Jahr, überall zart keimende Pflänzchen, die im nächsten Jahr zum Blühen gebracht werden sollen.

Und falls uns im kommenden Jahr die allgemeine Wetterlage  (oder die Eintracht) einen Strich durch die Rechnung  machen sollte, dann halten wir uns einfach an die Vision eines der großen Jubilare des Jahres 2013:

„Wir umstellen das Ländchen mit Brennspiegeln, dass es keinen Winter mehr gibt, und wir uns im Sommer bis Ischia und Capri hinaufdestillieren, und das ganze Jahr zwischen Rosen und Veilchen, zwischen Orangen und Lorbeer stecken.“

In diesem Sinne: Kommt gut ins neue Jahr – man sieht, hört und liest sich!

Ready to take off

Freitag, 27. Dezember 2013

2013: Rotundschwarze Jahresschnipsel (Januar bis Mai)

Januar

Zum Jahreswechsel schlägt es nicht nur 12, sondern auch gleich noch 13. Ich starte  hoffnungsvoll und wild entschlossen ins neue Jahr, während die Eintracht auch das Jahr 2013 beginnt wie es seit einigen Jahren gute Tradition ist: Sie nimmt am Hallenturnier in Höchst teil und scheidet frühzeitig aus. Kümmert aber keinen so richtig, 30 Hinrundenpunkte strahlen hell und freundlich, Armin Veh wird vom Kicker zum Trainer der Hinrunde gekürt, Alex Meier zum besten Spieler und Seppl Rode zum „Rookey oft the year“.  Der Weg nach Europa führt zunächst übers Trainingslager in Abu Dhabi,  wo auch ohne Sand im Getriebe alles abbudabbisch läuft und ist. Der Winterschlussverkauf sorgt täglich für neues Gemurmel. Kurz vor Wintertransferschluss  kommen weder Igor die Camargo noch Gojko Kacar,  stattdessen Sdrjan Lakic, der ebenfalls schon lange gerüchteweise gehandelt wurde. Benni Köhler – alles, alles Gute! - verlässt die Eintracht in Richtung Kaiserslautern. Marco Russ kehrt aus Wolfsburg zur Eintracht zurück, bekundet hohen Respekt vor dem in der Hinrunde geleisteten, will aber den Kampf um einen Stammplatz annehmen: „Ich werde nicht den Hut einziehen.“  Armin „bleibt er, oder bleibt er nicht?“ Veh erstickt  jeden Zweifel an der Transferpolitik der Eintracht im Keim: „Wir denken uns schon was, bei dem was wir tun.“ Was genau das ist, lässt er vorerst offen.

Dienstag, 24. Dezember 2013

And now it is Christmas

Jetzt also Weihnachten. Wo eben noch gewuselt und gewerkelt wurde, wird es still. Viel zu mild in diesem Jahr. Wind weht. Nebel sinkt.  Ein paar Regentropfen sprühen, von fern läuten die Glocken.  Hier wird noch schnell ein Flugticket Frankfurt – Porto in einen Umschlag gesteckt, dort eine Eintracht-Wärmflasche in rotundschwarzes Papier gehüllt.  Auch über das Netz, das nicht vergisst und niemals ruht, senkt sich Stille. Genug kommentiert und darüber diskutiert, wie eng es am Ende werden wird und wie aussichtslos die Lage der Eintracht ist oder vielleicht auch nicht.  Hier wird noch ein allerletzter Kommentar zu den Wintereinkaufsplänen der Eintracht gepostet, dort noch ein Foto eines mit Adler-Weihnachtskugeln geschmückten Weihnachtsbaumes in Facebook eingestellt. Bilderbummbauch. Geschenkpapier raschelt.  Im Ofen bruzzelt der Adler, still ruht der Veh. Oder doch zumindest so ähnlich.

Allen die diesen Blog und damit auch mich durchs Jahr begleitet haben, die hier mitlesen, kommentieren, Geschichten erzählen,  regelmäßig, ab und zu oder auch einfach nur zufällig hier vorbeischauen, Mit-Adlern, lieben Freunden und Bekannten,  wünsche ich ein buntes, friedliches, liebevolles Weihnachtsfest.

And the Bells are ringing out for Christmas Day.


Alle Jahre wieder. Nicht nur die Eintracht, auch Weihnachten hat seine festen Traditionen.  Bei uns singen 
Shane MacGowan und Kirsty McColl. Immer. Jetzt auch schon zum fünften Mal hier im Blog.

Freitag, 20. Dezember 2013

Runde Sachen mit GroCho

Uff. Was für eine Woche, in der die vorweihnachtlich friedlich-besinnliche Zeit wie ein Sturm über mich hinweggefegt ist. Kein Vergleich mit Xaver. Macht ja nix, da hatte ich auch keine Zeit,  einen der 737 satirischen Jahresrückblicke zu verfolgen. Hoho. Runde Zahlen gab es am Mittwoch zu feiern. Willy Brandt wäre 100 Jahre alt geworden und Keith Richards feierte am gleichen Tag seinen 70. Geburtstag. Nach dem Sieg der Eintracht in Leverkusen der zweite untrügliche Beweis dafür, dass nicht nur im Fußball, sondern auch im wirklichen Leben alles möglich ist.

Wäre doch gelacht, wenn die Eintracht in dieser Woche der Jubiläen nicht auch nachziehen würde, und endlich, endlich den 400. Heimsieg in der Bundesliga unter Dach und Fach bringen würde. Rode ist wieder zurück, Alex Meier sitzt auf der Bank, dort wo auch Stephan Schröck heute wieder Platz nimmt, während Constant Djakpa weiterhin  in der Startformation mitspielen darf. Gut so.Der letzte Heimsieg - wir alle wissen es - ist schon EWIG her, wodurch sich quasi nahtlos eine goldene Brücke zum zweiten Ereignis des heutigen Abends ergibt: Wir verabschieden Oka, der schon ewig und drei Tage Adler ist und in diesem Sinne gar nicht verabschiedet werden kann, weil er ja sowieso immer das bleibt, was er ist: Ein Adler.

Wie es feiertechnisch guter Brauch ist vollziehen sich die Feierlichkeiten in drei Schritten: 1) Verabschiedung an der Waldtribüne 2) GroCho im Stadion und 3) Na was wohl:

Den Sieg in Leverkusen veredeln! Heimsieg!

Große Ereignisse werfen ihre Pappen voraus.

Sonntag, 15. Dezember 2013

GroKo gegen den Abstieg

Vor der Saison hätte ich im Leben nicht damit gerechnet, dass die Eintracht in der Bundesliga irgendwann im Laufe der Saison dort stehen würde, wo sie jetzt  steht. Im Leben nicht, was für ein Quatsch. Wir, Anschluss nach vorne, Mittelfeld. Mindestens.  Aber schon seit ein paar Wochen weiß ich es. Habe das in all den Eintracht-Jahren, quer durch alle Höhen und Tiefen,  noch nie so deutlich, fast körperlich gespürt,  jede Woche, jedes Mal im Stadion ein bisschen mehr, wie der Boden bröckelt, auf dem wir stehen.

Heute also Leverkusen. Letzten Samstag, nach der Niederlage gegen Hoffenheim, herrschte rundum Ratlosigkeit. Auch Adlerfreunde, die  sonst bis zum Anschlag optimistisch sind, waren sicher: So gewinnen wir kein Spiel mehr.Keine Ahnung wie das weitergehen soll. Dann der Sieg im Europacup. Und obwohl das Spiel gegen Nikosia als das unwichtigste Spiel ever bezeichnet wurde, scheinen nach dem Einzug in die KO-Runde, nach der Pokalauslosung gegen den BVB die beiden noch ausstehenden Spiele in Leverkusen und gegen Augsburg fast schon wieder in den Hintergrund zu geraten. Rege Betriebsamkeit. Pokaltickets buchen, europäische  Auslosung, Wunschgegner, Buchungsfristen, Trainingslager. Nix wie Orschele, würde Mama Hesselbach sagen. Das Spiel in Leverkusen ist fast schon abgehakt. Da kriegen wir sowieso eine Klatsche, gegen Augsburg ist im Moment nichts zu holen, Bruno darf im Winter ja einkaufen, in der Rückrunde wird alles anders, erst mal Weihnachten und Nürnberg hat am Ende in Hannover zum Glück doch auch nur unentschieden gespielt. Yep. Ich kann mir nicht helfen: Wenn es so ist, dass der mentale Zugriff und der Kopf der Mannschaft im Moment das wesentliche Problem darstellen, dann haben wir irgendwie, irgendwie auch  einen Teil dazu beigetragen. Aber vielleicht neige ich auch einfach zur Selbstkasteiung.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Einmal Europa und wieder zurück

Man lernt doch nie aus: Wir können in der Bundesliga nicht mehr gewinnen,  weil wir den Rhythmus verloren haben, aber Marco Russ spielt heute Abend gegen Nikosia, damit  er einen Rhythmus bekommt.  Ja, was denn nun? 

Aber egal. Hauptsache. Natürlich ist das Spiel heute Abend das unwichtigste Spiel ever, wenn auch ganz sicher nicht für Felix Wiedwald, der heute sein erstes Profi-Spiel als Adler bestreitet. Logisch haben wir jetzt alle gemerkt, dass wir in der Bundesliga ums Überleben kämpfen.Logisch geht jetzt alle Konzentration auf den nächsten Sonntag und Freitag. Trotzdem – so viel Zeit muss sein: Hey, Europa. Schön, dass du da warst, hier im Waldstadion und hey, Europa, wunderbar, dass du uns überall so freundlich empfangen hast. Am schönsten: Wir sind weiter dabei. Im nächsten Jahr, in der Zwischenrunde. Und selbstverständlich auch in der Bundesliga.

Europäische Adler-Tour 2013 -
von Frankfurt über Baku, Nikosia, Tel Aviv und Bordeaux wieder zurück in Frankfurt :)


Samstag, 7. Dezember 2013

Mach et, Eintracht!

Während Xaver nur ein lindes Lüftchen war, will die Eintracht heute mal zeigen was ein richtiger Sturm ist, während Pirmin klug und kampfstark das Heft in die Hand nehmen und ein Zeichen setzen will, plant auch der torhungrige Jose Lu gegen seinen noch bzw. Ex-Klub etwas klar zu stellen, wobei dies auch für Vaclav gelten darf, der endlich wieder treffen will, wohingegen der kampfstark rotierende Seppl heute keinen Anlass geben möchte, um im Boden zu versinken, der ja ohnehin keine Löcher aufweist, wobei dies den ungestümen Carlos trotzdem nicht hindert, manchmal auf selbigen aufzustampfen, während der mitunter unterschätzte Martin vorne den Kopf hinhält und der spielintelligente Kevin den einen oder anderen Ball in höchster Not geschmeidig, fast schon artistisch,  aus dem langen, wahlweise auch dem kurzen, Eck fischt, versucht Basti an die Glanztaten der letzten Saison anzuknüpfen und flankend über den linken Flügel zu kommen, wobei wichtig ist, dass auch der laufstarke Sebi auf rechts nicht verhungert, während der ins Team zurückgekehrte, fast schon unentbehrliche Bamba den öffnenden Pass in die Schnittstelle spielt, wo er vom wild wuselnden Taka gekonnt verarbeitet wird, wobei ohnehin grundsätzlich alle aus allen Lagen einfach mal aufs Tor der Hoffenheimer halten, weshalb trotz wild hin und her wogendem Spiel die Eintracht bis kurz vor Spielende knapp in Führung liegt, dabei keinerlei Zweifel aufkommen lässt, dass sie das Spiel heute unbedingt gewinnen will und demenstprechend den Druck weiter aufrechthält und in der 86. Minute den spielentscheidenden Treffer erzielt. Armin jubelt. Wir auch.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Ohooo, wir waren alle in Bordeaux (Reise-Schnipsel)

Noch bevor der Wecker um halb vier klingelt, bin ich wach. Bordeaux. Heute. Die Tasche ist gepackt. Duschen. Mein Mit-Adler hat mir eine Täschchen  mit Proviant gepackt. Das rheinhessische Hinterland still und dunkel. Um 5 Uhr sitze ich in der S-Bahn Richtung Frankfurt. Mir gegenüber:  Männer in Orange, auf dem Weg zur Arbeit in Kelsterbach.

Wie konnte ich denken, dass ich das Gleis nicht finde, an dem unser Zug abfährt? Überall mehr oder weniger müde, erwartungsfrohe Adler. Nicole, Zoë und Rosa warten schon. Zoë schläft im Stehen. Am Gleiseingang eine Kette Polizisten. Taschenkontrolle. Raus damit. Alles? Alles. „Das ist Unterwäsche.“ Ok. Ich darf passieren. Adlertrupps am Bahnsteig, die meisten in Orange. Plastikkannister mit Äppler. Paletten mit Europaschobbe. Bierkästen. Der Zug wird voll. Und das in jeder Hinsicht.