Samstag, 31. Dezember 2011

Ein neues Jahr in Sicht!

Was es uns wohl bringt? Wir werden es herausfinden: Immer die Augen gut offen halten, klaren Kopf bewahren und das Herz in beide Hände nehmen  The best ist always yet to come. Wird schon werden.



Allen die hier  mitlesen, kommentieren oder einfach nur zufällig vorbeischauen alle guten Wünsche fürs neue Jahr. Liebe. Glück. Zufriedenheit. Den Aufstieg.  Sollten doch auch mal ein paar Tage dabei sein, an denen die Dinge nicht so laufen wie sie sollten, immer dran denken: "Do your thing and you'll be king."  Und im Zweifelsfall hilft Liam Clancy:  "No fear. No envy. No meanness." 

In diesem Sinne: Wir sehen, lesen, hören uns in 2012 -  fangt es gut an.

Freitag, 30. Dezember 2011

Rotundschwarze Jahresschnipsel 2011 (April bis Juni/Juli)

Teil 2 - und damit auch der letzte Teil meines Jahresrückblicks. Habe in den letzten Tagen das erste Halbjahr noch einmal durchlitten und werde es vor Jahresende nicht schaffen, den Rest des Jahres aufzuarbeiten. Das zweite Halbjahr nehmen wir als Hoffnung mit ins neue Jahr - und führen es dort zu einem guten Ende!

Tipp: Im Eintracht-Forum gibt es einen kompletten Zeitraffer-Jahres-Rückblick von Bernie.
- Teil 1
- Teil 2

Und hier also die rotundschwarz geschnipselten  Monate April bis Juni 2011 - immer noch unfasslich und also nichts für schwache Nerven:

April

Die Saison fängt mit dem Spiel gegen Wolfsburg wieder neu an, hat Christoph Daum bei seiner ersten Pressekonferenz gesagt. Und – schnips – wir fühlen uns wie wiederbelebt. Im ersten Spiel unter Daum spielt die Eintracht innerhalb von drei Wochen zum zweiten Mal gegen die Mannschaft von Felix Magath, die zwischenzeitlich Wolfsburg („Herzensache.“) heißt. Die Eintracht holt einen Hoffnungspunkt und wir tauchen staunend ein in den Daumschen Kosmos: Videoanalyse. Professionelle Trainingskiebitze.Videobotschaften in Facebook. 

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Rotundschwarze Jahresschnipsel 2011 (Januar bis März)

Januar

Weiße Weihnachten, verschneites Silvester. Patrick Ochs glaubt an eine „rosige Zukunft“ für die Eintracht, während Ümit Korkmaz findet: „Es kann ja eigentlich nur besser werden.“ Die Welt versinkt im Schnee und die Eintracht nimmt – wie jedes Jahr – zum Rückrundenauftakt an den Hallenturnieren in Höchst und in Mannheim teil. Also: Sie ist anwesend, was man von Michael Skibbe nicht sagen kann. Stattdessen sitzt Co-Trainer „Erwin Möhlkamp“ (= Original Namenseinblendung in Sport 1) auf der Bank und betreut ein „durch Stammspieler verstärktes Reserve-Team“. Das kommt gut an. Die Mannschaft fliegt jeweils in der Vorrunde raus und startet wohlgemut („Da erinnert sich doch in einer Woche kein Mensch mehr dran.“) ins Trainingslager nach Belek. Enkhaamer und Exil-Bischemer erfreuen das Eintracht-Forum mit täglichen Berichten. Die Stimmung scheint gut. Zum Abschluss des Trainingslagers gewinnt die Eintracht sogar ihren ersten internationalen Titel nach hundert Jahren: Hey, hey Antalya-Cup. Während der Übertragung des Finales erfreut Oliver Forster durch seine stilblütenreichen Kommentare.„Martin Fenin hat den Elfer an der Latte versenkt.“ Yeah.

Das Wetter hat gedreht,  Mitte Januar ist es fast frühlingshaft warm. In den Eiern ist Dioxin. Herr zu Guttenberg weiß kein Bescheid, Rainer Langhans philosophiert im RTL-Dschungelcamp, Lena nervt und auf der Gorch Fock kommt es zu einer Meuterei. Das gibt’s doch auf keinem Schiff.

Wegen der Frauen Fußball-WM , die im Sommer in Deutschland stattfindet, beginnt die Bundesliga-Rückrunde bereits Mitte Januar. Bereits durch die Hinrunde hat mich die Orakel-Kuh begleitet, die drei Mal muht, wenn man ihr auf den Bauch drückt und damit den Ausgang jedes Eintracht-Spiels vorhersagen kann, wenn man nur die richtige Frage stellt. Beim ersten Heimspiel gegen Hannover landet sie gleich wieder einen Volltreffer. „Wie viele Tore fallen?“ frage ich sie vor der Abfahrt ins Waldstadion. Tatsächlich: 3. Allerdings für die falsche Mannschaft. Patrick Ochs meldet sich wieder zu Wort. Dieses Mal meint er, dass wir „wenn wir so weiterspielen, kein einziges Spiel mehr gewinnen.“ Orakel-Ochs. Das macht die Orakel-Kuh eigentlich überflüssig.

Samstag, 24. Dezember 2011

And now it is Chrismas

Früher war mehr Lametta. Früher war aber auch mehr Eintracht (wirklich?) und mehr Schnee. Heute ist es trüb und nass und grau, das rotundschwarze Mützje ist viel zu warm und doch: Da ist so was in der Luft. Die Straßen sind leer, dort fährt noch ein letztes Auto.Eine Katze huscht über die Straße. Die Lichtlein blinken und leuchten. Es wird still. Weihnachten.

Allen, die diesen Blog - und damit auch mich - durchs Jahr begleitet haben, die hier mitlesen, kommentieren, ergänzen oder nur ab und zu vorbeischauen - ein friedliches und frohes Weihnachtsfest.

And the Bells are ringing out for Christmas-Day!

Freitag, 23. Dezember 2011

Spieler der Stunde: Pirmin Schwegler (Wunschzettel-Edition)

Wie wir alle war ich am Montagabend nach dem Spiel gegen St. Paul ziemlich deprimiert. Das war wieder so ein Moment, in dem man gemerkt hat, wie tief die Schrunden sind, die die letzte Rückrunde geschlagen hat. Wir können Niederlagen nicht mehr einfach abhaken. Sehen überall die Anzeichen drohenden Zerfalls. Haben regelrecht Angst, uns über etwas hinwegzutäuschen, Warnsignale zu übersehen oder nicht wichtig genug zu nehmen. Beziehungsgeschädigt: Lieber erst auf gar nichts einlassen, um am Ende nicht wieder, noch einmal und vielleicht noch tiefer (geht das?) verletzt zu werden.

Und ganz ehrlich ist die Mannschaft auch nicht dazu angetan, um sich in sie zu verlieben. Nicht etwa, weil sie nicht „schön“ oder gut genug ist (nein, nein Herr Veh), sondern weil sie sich nicht die Bohne um uns und um die Eintracht zu bemühen scheint. Wir sind ja sowieso da. Wenn sie einen guten Tag haben, bringen, sie auch mal ein paar Blümchen (von der Tankstelle?) mit – ansonsten muss der Hinweis auf die durchaus positive Bilanz und den langen Weg genügen. „Wir tun doch schon, was wir können.“ Undankbares Volk. „Eure Treue ist unser Antrieb.“ Dieser – tschuldigung – billge Werbeslogan war auf dem Banner zu lesen, das die Mannschaft – bzw. der gutwillige Teil derselben – nach dem letzten Heimspiel gegen Fürth im Stadion spazieren getragen hat. Ein Spruch mit dem Hinz und Kunz – vom Rechtsanwaltsbüro über das Hotel und den Solarenergieanbieter bis zum Sonnenstudio – ihre Kundschaft erfreuen. Na, herzlichen Dank auch.

Am Montagabend war ich mir sicher, dass die Spieler der Stunde-Wahl dieses Mal endgültig abschmieren würde. Wäre ja nichts weniger als verständlich, wenn keiner mehr Lust hätte, einen der Spieler auch noch besonders hervorzuheben. Es ist kurz vor Weihnachten, der Fußball, die Eintracht rücken für eine Weile in den Hintergrund. Wir sind mürb. Ein – vielleicht nicht nur fußballerisch – anstrengendes jahr liegt hinter uns. Lieber nichts mehr hören und sehen. Im einträchtlichen Netz dann auch kein Hauch von „O du fröhliche“ – statt „Hosianna“ eher „Kreuziget Sie.“

Und dann geschah das fast Unglaubliche, eine echte weihnachtliche Überraschung:

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Susi und ich

Vorgestern Abend, nach dem Spiel der Eintracht bei St. Pauli. Irgendwann vor Mitternacht. Wieder eine Chance sinnlos vertan. Wieder gehofft und enttäuscht worden. Wieder kein Zeichen, kein Fingerzeig. Letztes Spiel vor der Winterpause. Einmal noch, einmal noch. Nichts. Noch einmal Bilder des Spiels. Immer und immer wieder dieses dämliche zweite Tor. Der hilflose Djakpa. Die einigermaßen frei im Raum umherirrenden Schildenfeld und Anderson. Interviews. Mit verschränkten Armen und gesenkten Häuptern sitzen Heribert Bruchhagen und Armin Veh neben Axel Kruse und Helmut Schulte. Heribert Bruchhagen betont ruhig. Armin Veh gefährlich heiter. Pirmin Schwegler nachdenklich. Sebi Jung gefrustet. Alex Meier bedröppelt. Ich? Unsere Spieler sind brav und können nicht aus ihrer Haut. Ich? Schon. Sogar fahren. Bin Wütend. Traurig. Enttäuscht. Habe einen Kloß im Hals. Ein banges Gefühl ums Herz. Wird das, kann das gut gehen?

Heute lese ich, dass der Wunsch des Trainers nun doch Gehör finden und es in der Winterpause wohl doch weitere Neueinkäufe geben wird. Die Schwächephase der letzten Wochen ist allen in die Glieder gefahren – das setzt nicht nur Adrenalin, sondern offensichtlich auch Geld frei. „Andere Teams sind als Mannschaft gefestigter, die wollen als Einheit ihr Ziel erreichen. St. Pauli hat mehr dagegengehalten.“ Sagt unser Kapitän Pirmin Schwegler. Wenn DAS der Knackpunkt ist, wird er sich wohl kaum dadurch ändern lassen, indem man noch zwei, drei Spieler dazu kauft.

Flashback

Montag, 19. Dezember 2011

19 (von 34)

So allmählich geht es auf die Weihnachtszielgerade und das bedeutet auch:  In diesen Tagen gibt es vieles, das hängt. Wolken am Himmel. Das Krisen-Damoklesschwert über unseren Köpfen. Entscheidungen in der Luft. Lichterketten vor den Häusern und in den Städten. Weihnachtskugeln und Lametta an Tannenbäumen. Engelchen in Fußgängerzonen. Auch die Mannschaft der Eintracht hängt: Sie hängt ein wenig durch.

Sagt Herr Veh, aber ganz ehrlich: Dem glaub ich sowieso nur noch die Hälfte von dem, was er sagt. Meistens meint er ja doch genau das Gegenteil. Heißt in diesem Fall also: Die Mannschaft hängt nicht durch, sondern ist motiviert bis in die Haarspitzen.

Edgar Prieb hat im Spiel gegen uns nur den Pfosten getroffen. „Dann soll es halt so sein, dass wir nicht verlieren und oben bleiben.“  Findet Mo „Stier“ Idrissou (und er hat recht). Zu den vier Punkten, die wir vor der Winterpause noch holen wollten, fehlen noch drei. Fürth hat am Wochenende etwas für sein Torverhältnis getan. Paderborn ist jetzt punktgleich mit uns (argsgrmpf)  -  macht aber nichts (echt nicht!), denn mit den drei Punkten, die wir heute Abend holen, sind wir dann punktgleich mit Düsseldorf. Spitzenreiter. Nicht, dass das etwa unser Ziel wäre. Nein. Nein. Aber wenn wir die drei Punkte holen: „Dann ist das halt so.“ Und wir können die „kleine Weiche“ stellen, die wir am letzten Montag ein bisschen achtlos überfahren haben.

Ich dachte immer: Die Eintracht ist verrückt. Mo Idrissou findet: Wir sind alle nett und ganz normal. Wenn tatsächlich dieser Eindruck entstanden sein sollte, müssen wir dringend etwas ändern. So weit kommt es noch. Normal. Wir.

Heute Abend gibt es bei uns vor dem Spiel Wraps für den (fast) vollständig vorm Fernseher versammelten Adlertrupp. Wie man so einen Wrap füllt, hängt immer von der Tagesform ab. Salzig. Süß. Scharf. Mit diesem und jenem. Oder einfach mit allem. Jede Füllung eine Überraschung. Wollen wir doch mal sehen, was heute abend drin ist und wer hier wen einwickelt.

Es gibt solche Tage, wie die gegen Fürth. Aber wisst ihr was: Es gibt auch andere. Heute!

Auswärtssieg und sonst gar nix!

Freitag, 16. Dezember 2011

Spieler der Stunde: Gruppenbild mit Weihnachtsmann

„Es gibt so Tage, an denen man nicht so gut drauf ist. Das kennt jeder, der ins Büro geht,“ sagte Armin Veh am Tag nach dem Spiel. Mmh. Eine Aussage, die nicht so recht passen will, zu dem „rassigen Zweitligaspiel“, von dem ebenfalls hier und da zu lesen war. Ja, was denn nun? Mäßig oder rassig?

Sieht man sich die Beteiligung zur Wahl des Spielers der Stunde an, scheint es wohl ein eher mäßiges Spiel gewesen zu sein. Auch die Anwesenheit eines weihnachtlichen Gastes konnte nichts daran ändern, dass die Abstimmungsquote auf einen All-Time-Klappergass-rotundschwarz-übergreifenden Negativ-Rekord sackte. 49 Adler haben sich an der Umfrage beteiligt – darüber kann man enttäuscht sein (sooooo wenig) oder sich freuen (doch noch sooooo viel). Also: Ich freu mich über jeden, der durchhält und dabei bleibt. Danke schön – und sorry dafür, dass die Auswertung erst so spät bzw. so kurz vor dem nächsten Spieltag kommt. Ihr wisst ja: Es gibt so Tage…

Mäßig oder rassig, viel oder wenig, so oder so kann man das Spiel der Eintracht gegen Fürth einschätzen –und diese Zwiespältigkeit hält auch ein paar Tage nach dem Spiel noch an. Je nachdem, von welcher Seite man drauf schaut und/oder wie man sich gerade selbst fühlt, überwiegen die positiven oder die eher kritischen Aspekte. Wie viel hatten wir uns erhofft als wir am Montag abend losgefahren sind - nein, nicht ins Büro, sondern ins Waldstadion. Hibbelig waren wir, erwartungsfroh - was für eine Riesenchance, auf 5 Punkte davonzuziehen -  und wir waren ein bisschen ängstlich (man kennt ja seine Eintracht). Müd, aufgewühlt, enttäuscht und doch auch irgendwie zufrieden sind wir dann um kurz nach Mitternacht wieder zu Hause gelandet. Alles ok. Punkt geholt. Wir stehen da, wo wir stehen wollten, wie haben die beste Zweitligahinrunde ever gespielt. Alles im Soll. Trotzdem.

Montag, 12. Dezember 2011

18 (von 34)

Heute also: Rückrundenauftakt. Heimspiel gegen Fürth.

Weiß nicht mehr genau, wann es war – jedenfalls vorgestern, am Samstag. Die Düsseldorfer hatten nur Unentschieden gespielt. Ich blätterte grade die Zeitung durch, aß ein Brötchen - im Hintergrund lief die Radiokonferenz und ich glaube, in Bremen fiel gerade das 2:0 gegen Wolfsburg als mich – aus dem Off, wie aus heiterem Himmel – ein Schreck durchzuckte: Kann es sein, dass wir vielleicht gar nicht aufsteigen? Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Die Teetasse, die ich grade zum Mund führen wollte, fing bedenklich an zu wackeln. Kann das sein?

Das war er also der Moment, in dem mir klar geworden ist, dass ich bisher keine – also wirklich keine - Sekunde daran gezweifelt hatte, dass die Eintracht den Aufstieg schaffen wird. Ich war vor der Saison skeptisch bezüglich des eingeschlagenen Wegs, habe die Augen-zu-und-durch-Parole ausgegeben, habe mit der Mannschaft gefremdelt, habe angefangen, mich an sie zu gewöhnen, habe hier gekrittelt und da Abstriche gemacht, habe mich über dieses und jenes gefreut und dann doch wieder gehadert und gemäkelt – das alles aber immer getragen von diesem einen Gedanken: Am Ende sind wir wieder oben!

Samstag, 10. Dezember 2011

Lieber angemalt als angeschmiert

Vorübergehend kann man sich alles schön malen - wenn's sein muss sogar die zweite Liga. Im Juni habe ich es mit der Hinrunde ausprobiert - es hat einigermaßen funktioniert.  Jetzt,  wo ein Ende unseres Verbleibs absehbar ist, folgt hier Teil 2: die Rückrunde. Und das soll es dann auch gewesen sein. Den nächsten handgeklöppelten Spiel- und Routenplaner gibt es dann erst wieder in Liga 1. Denn eigentlich gilt für die zweite Liga genau das, was auch für andere Orte gilt, an denen man sich nicht länger aufhalten möchte als unbedingt nötig: „Da möcht ich net abgemalt sein.“

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Spieler der Stunde: Pirmin Schwegler (Epilog zum 17. Spieltag)

Der 2:0-Sieg gegen den KSC liegt bereits fünf Tage zurück. Die Spielanalysen sind abgeschlossen (souverän, aber...) , die Leistungen der einzelnen Spieler (so oder so) eingeordnet, ein Zwischenfazit der Hinrunde gezogen (beste Zweitligahinrunde ever, alles im Soll), die meisten Weihnachtsfeiern sind bereits absolviert, Hinrunden-Rückblicke werden gehalten (schön!) – und bevor uns allen wirklich weihnachtlich ums Herz werden kann, stehen noch zwei hochwichtige Spiele auf dem Plan und am Horizont tauchen bereits – noch etwas wolkenverhangen - die Vereinslogos der Erstligisten auf. Die Frage nach der Erstligatauglichkeit des bestehenden Eintracht-Kaders wird diskutiert. Armin Veh wünschte sich unlängst Verstärkungen, nicht nur, weil die Rückrunde hart wird, sondern weil ein Trainer ja längerfristig und – mit oder ohne Scheich - über die Saison hinaus denken muss. Bei der Weihnachtsfeier im Eintracht-Museum wurde Alex Schur nach den Namen gefragt, die perspektivisch das Gerüst der Eintracht bilden könnten. Jung. Rode. Schwegler.

Schwegler? Ich wette nur, wenn ich mir sicher bin, dass ich die Wette gewinne. Merkwürdig genug verliere ich trotzdem grundsätzlich. Derzeit habe ich zwei FußballWetten „laufen“. Bei der ersten wünsche ich mir sehr, dass ich recht behalte, bei der zweiten hoffe ich es inständig.

Die erste Wette hat keinen direkten Eintracht-Bezug und ist bereits mehrere Wochen alt – datiert in die Zeit, in der alle Welt davon sprach, dass die Bayern sich über kurz oder lang uneinholbar vom Rest der Liga absetzen und unangefochten Deutscher Meister werden würden, vor allem auch deshalb, weil sie von einem - hoho - vollkommen veränderten, abgeklärten Jupp Heynckes trainiert werden. Ich wettete dagegen, nicht aus Prinzip und Bayern-Hass (obwohl das natürlich hinlängliche Gründe wären), sondern aus fester Überzeugung. Ich hatte die Bayern und die Dortmunder in Mainz im Ligacup spielen sehen, und war/bin mir sicher: Dortmund wird es auch in dieser Saison packen. „Denkt an mich!“ (würde mein Opa sagen).

Die zweite Wette wurde fast zeitgleich abgeschlossen und hat mit der Eintracht und dem erfolgreichen Ende der laufenden Zweitligasaison zu tun: Ich habe gewettet, dass Pirmin Schwegler im Falle des Aufstiegs bei der Eintracht bleibt.

Und damit bin ich auch schon (*g) bei dem Thema dieses Eintrags: Der Wahl zum Spieler der Stunde. Die hat nämlich in dieser Woche genau dieser Pirmin Schwegler mit 43% der Stimmen klar für sich entschieden. Dazu gleich noch ein bisschen mehr – vorab erst ein  kurzer Überblick über das Abstimmungsergebnis.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nachts im Stadion

Als ich vor geraumer Zeit angefangen habe, regelmäßig über die Eintracht bzw. über das Leben mit ihr zu schreiben, war meine größte Befürchtung, dass ich zu nah an etwas, was mir sehr wichtig ist, heranrücke. Beschreiben, erzählen, wissen wollen, verstehen, analysieren, kritisch einschätzen, dumm käsen - trotz allem ist da eben doch dieser unverbrüchliche Kern, dieser Zauber, den ich mir bewahren möchte und der von all dem unberührt bleibt und bleiben soll. So, wie wenn man als kleines Kind auf den Boden stampft und sagt: Trotzdem. Mir doch egal, dass ich es besser wissen müsste, dass die Welt böse und der Fußball „modern“ ist. Meine Eintracht. Trotzdem!

Weil das so ist, erlaube ich mir – zumindest manchmal - manche Dinge bei der Eintracht gar nicht so genau wissen zu wollen. Weil das so ist, halte ich die Augen offen und schaue hin (doch, muss man!), passe aber auf, dass ich mich nicht selbst austrickse. Geheimnisse ruhen lassen, Träume bewahren, die Unmittelbarkeit des Erlebens, den Augenblick, bewahren. Würde mir jemand den Vorschlag machen, irgendwo Bob Dylan persönlich zu begegnen – nie, nie würde ich das machen - zumindest nicht als „Fan“. Wenn es sich zufällig ergäbe, irgendwo, in einer Kneipe (soll ja vorkommen, dass der Mann am Rande seiner neverending tour nachts durch die Straßen läuft) – ja, das vielleicht schon. „Hey, Bob“ – mehr nicht. Oder vor ein paar Monaten, in dieser schrecklichen Rückrunde als der Eintracht das Wasser schon bis zum Hals stand. Da hatte ich das Angebot das Spiel der Eintracht gegen die Kölner für eine Wochenzeitung zu twittern und hinter den Kulissen dabei zu sein. Es war verlockend. Aber wie hätte das gehen sollen? Mein Platz war in dieser Situation bei meinen Mit-Adlern im Block. Ich habe abgelehnt. Was für ein Glück...

Gestern Abend war Weihnachtsfeier im Eintracht-Museum und da habe ich zumindest eine kleine Hürde übersprungen, um die ich bisher einen Bogen gemacht hatte: Ich war in der Spielerkabine und im nächtlichen Stadion. Das ist doch gar nicht soooo außergewöhnlich, wird manch einer jetzt vielleicht sagen. Stadionführungen, viel länger und ausführlicher, als die, die wir gestern gemacht haben, gibt es ja regelmäßig. Auch nachts. Ja, so ist das. Trotzdem.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Weihnachtsmänner. Ölsardinen.

In zwei Tagen ist Nikolaustag. Als ich ein kleines Mädchen war, war ich der festen Überzeugung, dass der Weihnachtsmann im Haus meiner Oma auf dem Speicher wohnte – und so ganz bin ich heute noch nicht davon überzeugt, dass das nicht vielleicht wirklich so war (oder ist). Sehr früh morgens kam er manchmal herunter in die Küche, um dort mit meiner Oma eine Tasse Kaffee zu trinken. Das war doof – so früh morgens lag ich noch im Bett und durfte bei dem Besuch nie dabei sein. Mit dem Weihnachtsmann ist es wie mit den Heinzelmännchen, erklärte mir meine Oma, wenn Kinder ihn zu Gesicht bekommen oder ihm sogar auflauern, um ihn zu sehen, kommt er nie wieder. So blieb ich im Bett, kuschelte mich noch einmal ein und spitzte die Ohren, ob ich zumindest hören konnte, was der „Niggolos“ mit meiner Oma schwätzt. Darübe bin ich dann meistens wieder eingeschlafen  und wenn ich wieder aufwachte, war es Zeit für mich zum Aufstehen. Der Weihnachtsmann war dann schon längst wieder weg.

Was für ein Glück, dass meine Oma mich davon überzeugt hat, dass es nicht gut wäre, meine Nachforschungen in Sachen Weihnachtsmann zu intensivieren. Und was für ein doppeltes Glück, dass ich  – zumindest in dieser Angelegenheit und zumindest damals noch - ein braves kleines Mädchen war. So haben meine Oma und ich also damals schon dazu beigetragen, dass der Weihnachtsmann der Eintracht am Ende der Hinrunde der Saison 2011/12 38 Punkte beschert hat.

Aus dieser Geschichte kann man mehreres lernen:

Samstag, 3. Dezember 2011

17 (von 34)

Kaum zu glauben, heute Abend ist es soweit – wir haben die Hälfte unserer Zweitligazeit bereits hinter uns gebracht. Viel zu langsam könnte man meinen, und doch so schnell, so schnell. Wie viel Welt passt in fünf Monate, in einen Monat, in eine Woche?

Die Eintracht spielt erfolgreich, hat erst ein einziges Mal verloren und hat die beste Zweitligahinrunde ever gespielt. Trotzdem können wir uns nicht so richtig dazu entschließen, diese Tatsache zu bejubeln. „Erfolgreichste Zweitligasaison ever“ . Mmh. Ist das jetzt Hohn oder Lob?

Manchmal sieht es so aus als hätten wir uns jetzt aneinander gewöhnt – an die Liga, an die neu zusammengestellte Mannschaft, an den Trainer -, aber in Phasen in denen es nicht so läuft, wie wir glauben, es erwarten zu dürfen - da zeigt sich, wie fragil das alles noch ist. Drei Spiele, in denen wir „nur“ glücklich gepunktet haben, die erste Niederlage – und die kritischen Stimmen mehren sich. Hier und da wird bereits der Skibbe an die Wand gemalt.

Nicht nur wir granteln - auch unser Trainer grantelt mit uns. Mal sind wir zu wenig euphorisch. Mal machen wir es uns zu einfach, wenn wir meinen, dass wir jeden Gegner einfach so weghauen - wir nähmen den Aufstieg zu selbstverständlich. Zu selbstverständlich? Wir? Spätestens in der Rückrunde der letzten Saison haben wir gelernt, bei der Eintracht ziemlich wenig für selbstverständlich zu nehmen.

Obwohl...naja... das da heute - das vielleicht schon.