Dienstag, 29. November 2011

Spieler der Stunde: Alex Meier

Die Niederlage gegen 1860 München hat neue Erkenntnisse gebracht. Sie hat Erkenntnisse bestätigt, die wir ohnehin schon hatten, auf die wir also hätten verzichten können und sie hat Fragen aufgeworfen, die wir uns lieber nicht hätten stellen wollen.  Nur eine Spitze? Geht nicht. Nur eine Spitze, die Gekas heißt? Geht gar nicht. Das haben wir schon gewusst. Wir sind (so Armin Veh) gar nicht so richtig breit aufgestellt. Das ist neu. Und wir können uns jetzt darin übern, herauszufinden, wie gut es ist, auch mal zu verlieren. Kam die Niederlage zur rechten Zeit, weil „wir“ (also: wir Spieler) jetzt wissen, „dass wir so ein Spiel auch verlieren können. Vielleicht führt es dazu, dass wir im Hinterkopf noch ein paar Prozentpunkte zulegen.“ (Zitat Benni Köhler). Wenn es richtig ist, dass wir verloren haben, weil Idrissou gefehlt hat, warum ist es dann ebenfalls richtig, dass  wir das Spiel trotzdem hätten gewinnen müssen? Sind wir Glücksritter oder Pechvögel (Zitat Armin Veh)? Können wir kein Spiel 90 Minuten auf gutem Niveau durchziehen? Und wenn wir es können, warum tun wir es nicht? War das Spiel in München das folgerichtige Ergebnis einer Kette von schlechten? War es der Anfang einer Krise oder der Hallo-wach-Startschuss für die in diesem Jahr noch anstehenden wichtigen drei Spiele?

Wie auch immer: Die Eintracht ist nicht mehr ungeschlagen. Düsseldorf  ist wieder mit drei Punkten vorbei gezogen. Die Mannschaft ist - immer noch relativ sanft, aber eben doch - auf dem Boden der Tatsachen, genau dort, wo sich auch die Wahl zum „Spieler der Stunde“  befindet. Ich hatte da so eine Ahnung, dass die relativ hohe Beteiligungsquote nach dem Umzug aus der Klappergass sich nicht halten würde. Dass sie gleich so schnell in den Keller rauschen – und die Beteiligung sogar unter der Teilnehmerzahl des (sehr witzigen!) „40 Deppen ein Gedanke“-Spiels im Forum liegen würde - das hätte ich nicht gedacht.

Nach Niederlagen fällt es schwer einen Spieler besonders herauszuheben – ok, das kann als Grund herhalten, überzeugt mich aber nicht wirklich. So fühle ich mich ein bisschen wie Professor M. an der Mainzer Uni, der seine Vorlesung im P1 (dem größten Lehrsaal) zu Beginn eines Semesters zunächst vor vollen Rängen abhielt, Woche für Woche mehr Schwund in Kauf nehmen musste und schließlich den Saal so weit leergeredet hatte, dass er mit dem verbliebenen Häuflein in einen Seminarraum umziehen konnte. Als Trost bleibt: Wir – also der Rest – haben dann bis zum Semesterende durchgehalten . Und die Vorlesung war ziemlich gut.

In diesem Sinne: Danke an diejenigen, die bei der Wahl des Spielers der Stunde dabei geblieben sind und – wie ich hoffe – auch bleiben. ”Things should start to get interesting right up now.”

Und jetzt zur Auswertung:

Sonntag, 27. November 2011

Achtung! Achtung!

Samstag, 26. November, später Vormittag: 
Ich sitze am Tisch, trinke eine Tasse Kaffee. Die Terrassentür steht offen und ich schaue in den milden, herbstgrauen Garten. Da, plötzlich, ein Riesenschlag. Wir (= Kater, Katze, ich) schrecken hoch. Was war das? Ein Riesenrebhuhn ist (wohl auf der Flucht vor den heute in den Äckern wütenden Jägern) auf das Vordach geplumpst.

Samstag, 14 Uhr 50: 
Die Eintracht hat gerade mit 2:1 bei 1860 München verloren.

Samstag, später Abend, eigentlich schon Nacht: 
Wir schauen uns seit langer Zeit einmal wieder den Woody Allen-Film „Radio Days“ an.

Ihr wisst schon: Radio Days, das ist dieser zauberhafte Film, in dem Woody Allen erzählt, wie der Rhythmus, die Gedanken, das Leben und die Träume seiner Familie mit dem verwoben sind, was es im Radio täglich zu hören gibt.

Anfang der 40er Jahre. Tane Bea hat immer irgendein Rendezvous, aus dem dann doch nichts wird, und  hört hauptsächlich Musik. I’m getting sentimental over you. One, Two, Three, Kick. Tante Ceil lacht sich scheckig über einen Bauchredner (Bauchredner? Im Radio. Na und!) Ma und Pa lauschen im Frühstücksradio den nachrichten aus der feinen Welt im fernen New York. Und der kleine Woody, der im Film zwar Joe heißt, aber genauso aussieht, wie der kleine Woody ausgesehen haben muss – der kleine Woody liebt vor allem eins: Den maskierten Rächer, der (wie wir bei Einblendungen ins Studio sehen können), im wirklichen Leben ein mickriges Männchen, aber im Radio wild und gefährlich ist und von Woody heißt geliebt wird. Ziel aller Träume ist der Ring des maskierten Rächers. Der hat sogar ein Geheimfach. Joe-Woody hat ihn leider nie bekommen.

Wir alle haben sie kommen sehen. Irgendwann war sie fällig, diese Niederlage. Haben uns in den letzten Spielen schon mehr oder weniger durchgemogelt. „Irgendwann ist das Glück aufgebraucht“, warnte Oka. Jetzt war es soweit.

Freitag, 25. November 2011

16 (von 34)

Meine letzte direkte „Begegnung“ mit den 60ern – genauer gesagt: mit Einem von ihnen - liegt noch gar nicht so lange zurück. Sie war am 19. März dieses Jahres – das war der Samstag, an dem die Eintracht gegen den FC St. Pauli gewonnen hat. Endlich, endlich. Ein Sieg. Wir wussten damals noch nicht, dass es der letzte in dieser Saison bleiben sollte, waren gewiss nicht euphorisch, aber erleichtert und absolut sicher, dass damit die Wende geschafft und das Schlimmste – der Abstieg – so gut wie abgewendet wäre. Noch sieben Spiele, nur noch ein oder zwei Mal gewinnen. Das musste doch zu machen sein. Heute wissen wir: War es nicht.

An diesem Nachmittag glaubten wir jedenfalls noch daran. Wir hatten es nicht eilig nach Hause zu kommen, ließen uns Zeit, schwätzten, blödelten und schlenderten gemächlich Richtung Ausgang.

Flashback.

Gerade sind wir auf dem Weg hinter der Haupttribüne angekommen. Halten noch kurz am mobilen Fanshop und kaufen zwei Feuerzeuge. Tappern weiter. Jetzt, wo der Adrenalinpegel allmählich wieder absackt, merke ich, wie angespannt ich gewesen sein muss. Müd, wehe Knochen. Ein gut angetrunkener Pauli-Fan überholt uns. Er schwankt bedenklich, sein dünner Zopf wippt auf dem Rücken, sein Bierbecher schwappt.

Wieder da.

Am Wochenende war an der Uni in Mainz „Elternalarm“ – echt wahr und ein weiteres Indiz für die fortschreitende Verschulung und Verblödung der Universitäten. Die Eltern der Studierenden waren geladen, die große weite Welt der Uni zu bestaunen, durften selbst mal am Seziertisch stehen, bei einer lustigen Literaturshow dabei sein, in der (vielleicht mit 05er Fähnchen geschmückten?) Mensa eine 1a-nährstoffreiche und gesunde Mahlzeit verzehren und mit dem Gutenberg-Express eine Sightseeingtour durch Mainz machen. Apropos Gutenberg: Der war auch da, also der „Guddi Gutenberg“ – bekannt aus der Mainzer Fernsehfastnacht und im richtigen Leben Direktor an einer Mainzer Schule. Als Mainzer Aushängeschild war er – im Original Bütten-Guddi-Outfit - dazu ausersehen, eine Willkommensrede an die anwesende Elternschar zu halten.

Guddi war nur ein Vorbote, ich hatte da irgendwie eine böse Vorahnung und tatsächlich: Einen Tag später war auch er wieder zurück, Karl-Theodor zu Guttenberg. Auf den ersten Blick kaum wieder zu erkennen, auf den zweiten der unverändert gleiche. Schon wieder ein Plagiat, schon wieder die Fußnote vergessen.

Die „Affäre Guttenberg“ verläuft in meinem Gedächtnis parallel zum Abwärtsstrudel der Eintracht. Gelackte, uneinsichtig-trotzige Fassade und nichts dahinter. Alles Lüge. Nichts echt, alles Täuschung. Erst war Guttenberg weg – im „Exil“, ein paar Wochen später die Eintracht in der zweiten Liga.

Mittwoch, 23. November 2011

Spieler der Stunde: Karim Matmour

Manche Fußballspiele sind einfach nur Fußballspiele. Andere regen dazu an, sich mit den großen Dingen des Lebens auseinanderzusetzen. So wie das Spiel der Eintracht gegen Aachen, das allerorten zu fast philosophischen Diskussionen führte. Ist Glück unendlich? Ist es Ausdruck von Stärke oder von Schwäche, wenn man es über Gebühr in Anspruch nimmt? Kommt Glück immer dorthin wo ohnehin schon Glück herrscht? Und wenn dies so ist, ist das dann verdient? Kann man Glück planen? Ist geplantes Glück überhaupt Glück? Kann man dem Glück trauen, kann man sich darauf verlassen? Und wenn man sich darauf verlässt, verlässt es einem dann? Oder bleibt es gerade dann, wenn sich nicht darauf verlässt, aber darauf vertraut, dass man es hat und deshalb den Mut hat, es zu erzwingen? Fragen über Fragen.

Jetzt aber wirklich schnell zum Spieler der Stunde bevor das Spiel in München angepfiffen wird.

Sonntag, 20. November 2011

Du liebes bisje

Sonntag, 20. November. Waldstadion. Eintracht Frankfurt gegen Alemannia Aachen. Was war das denn?

Erste Pfiffe vor der Halbzeitpause. Ich ärgere mich. Hey. Ok. Muss so nicht sein. Besser wir machen das 3:0 noch vor der Pause, Ok, da haben die Jungs einen Gang zu viel runtergeschaltet. Nach dem 2:0 kam ja gar nichts mehr. Null. So lässig darf man da nicht sein. Lässig? Pomadig. Ohne Druck. Aber hey – hoppla – zweizunull. Wir führen klar. Jetzt drehen wir nach der Pause wieder ein bisschen auf. 3:0. 4:0 und gut ist. Fünf Minuten sieht es auch so aus. Das wars dann aber auch schon. Von den Aachenern immer noch wenig zu sehen. Zum Glück.  Schwach, ganz schwach. Aber warum, warum können wir nicht einfach mal ein Spiel konzentriert zu Ende spielen.  Rode fasst sich ans Knie. Meier. Wo? Djakpa scheint sich heute ein freiwilliges Flank-Verbot auferlegt zu haben. Gut so.

Im Stadion macht sich so etwas wie Langeweile breit. Der Aachener Fan-Block erzeugt pflichtschuldigst eine kleine gelbe Wolke. Ui. Pyro. Die West verfällt in einen wohlig einschläfernden Dauergesang. Ok. Irgendwie werden wir schon noch eins machen. Keine Panik. Auf jetzt Eintracht, macht das Ding klar. Freistoß Köhler. Boah. Waterman lenkt den Ball über die Latte. Das war knapp. Wie? Was? Schon die 65. Da kann doch nichts mehr anbrennen. Kann nicht? So reiten wir uns selbst noch in die Scheiße. Maaaaan. Hallo, ihr Lieben. Spielen. Das Spiel ist noch nicht aus.

68. Minute. Verdammt. Verdammt. Das geht schief. Das wird, das muss schiefgehen. Arrg. Da isser schon, der Anschlusstreffer.Boah. Glück gehabt, grad noch mal. Der Pfosten. Nix da: der Benni, auf der Linie. Mit dem Kopf. Uff. Das hätt ich nicht für möglich gehalten, dass ich heute hier noch in meine Eintracht-Notfall-Hallo-Wach-Schrei ausbrechen muss. Eintracht. Eintracht. Die Sitznachbarn zucken zusammen. Eintracht.Zu spät – da ist es das 2:1, jetzt wirklich.  Ich habs gewusst. Ich habs gewusst. Auer. Mit der Hacke. Echt? Ja. Mit der Hacke.

Samstag, 19. November 2011

15 (von 34)

Zwei Wochen ist es her, dass die Eintracht mit Ach und Krach, aber am Ende doch – yep! - in Aue gewonnen hat. Vor dreieinhalb Wochen war das letzte Spiel im Waldstadion und mir kommt es vor, als sei das alles schon Monate her. Nebel wallt übers Land, Weihnachten steht fast schon wieder vor der Tür. Kaum zu glauben. Viel ist passiert in den letzten beiden Wochen. In der Welt, bei der Eintracht. Aufgewühlt. Abgehakt. Komplett. Zumindest manchmal. Bei einigen. Bei anderen: mal mehr, mal weniger. In Position gebracht. Diskutiert. Kritisiert. Gewarnt. Gelobt. Je mehr geschrieben und geschwätzt wird, desto ferner scheint das zu rücken, um was es eigentlich geht. Morgen dann also endlich wieder Fußball, einfach nur Fußball. Hoffentlich. Sicher kann man sich in diesen Tagen ja nicht sein.

St. Pauli (heute) und (!) Paderborn (gestern) haben bereits 3 Punkte vorgelegt; Düsseldorf zeigt erstmals eine klitzekleine Schwäche und holt  nur einen Punkt. Armin Veh, der – sorry, lieber Charly Körbel – zum  Glück kein bisschen an Jogi Löw und noch viel weniger an Jupp Heynckes erinnert, warnt und  findet es respektlos, wenn man einen Gegner unterschätzt. Damit hat er recht. Trotzdem sollten wir davon ausgehen können, dass die Eintracht morgen gegen Aachen als klarer Favorit ins Spiel und am Ende - trotz ausgeklügelter Friedhelm-Taktik – auch als Sieger vom Platz geht. Das letzte Spiel gegen Aachen im Waldstadion war ein vollkommen abgedrehtes, durchgeknalltes Pokalspiel im Spätsommer 2009. 1:0. 2:0. 3:0. 3:1. 4:1.5:1. 5:2.5:3. 5:4. Hilfe. 5:4. Elfmeter. 6:4. Mein Blog-Eintrag damals sah so aus:


Ganz so muss es morgen nicht abgehen- aber so ein Hauch von Mind-Blowing – hey, ihr Jungs in rotundschwarz – das könnte ich grade ganz gut gebrauchen.

Ein bisschen Rästeln zum Einstimmen?

Mittwoch, 16. November 2011

Guter Rat ist (nicht) teuer

Kalt ist es geworden, in den letzten Tagen. Rund herum kränkelt alles, Schnupfen, Husten, Halsweh, Grippe, Nebenhöhlen, Ohrtubenkanal-entzündung (ja, so was gibt es!) und - wie immer – fällt mir als erster Ratschlag zur Erkältungsprävention das ein, was meine Oma mir mit auf den Weg gegeben hat: „Von unne ruff muss mer warm sein.“

Ein einfacher, aber guter Tipp, der dabei hilft, der Kälte, vielleicht ja sogar der Welt zu trotzen und der sich  für mich aus heutiger Sicht in das Bild fügt, das ich von meiner Oma bewahre, und ein ganz bestimmtes – warmes und helles – Licht auf sie wirft.

Ganz anders meine Tante Lisabeth, die leider auch nicht mehr lebt. „Langes Fädchen, faules Mädchen“, pflegte sie zu z.B. sagen, wenn sie fand, dass es schon aus Prinzip verwerflich sei, wenn man – zumal als ordentliches kleines Mädchen - bei einer Aufgabe „huddelte“. Mmh. Ein eher rigides, unbarmherziges Weltbild. Und so war ich ernsthaft empört, als die Tante eines Tages behauptete, sie hätte diesen Satz von meiner Oma übernommen. Meine Oma. Nie, nie hätte sie so etwas gesagt. Sorgfältig und achtsam. Liebevoll im Detail. Aufmerksam, niemals huddelig. Aber: Ist doch klar, dass es auch mal schnell gehen muss. Regeln sind dazu da, um auch mal davon abzuweichen. Und wenn’s hart auf hart kommt, ist es sowieso am besten, wenn man sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und sich auf das verlässt, was man selbst für richtig hält: „Steig vom Kreuz und hilf dir selber.“ (Zitat Oma)

Es ist schon merkwürdig, wie der Fundus an Zitaten, Geschichten und Sentenzen, die man als Urgrund aus der Kindheit bewahrt, die Sicht der Welt und der Dinge prägt, aber doch auch manches Geheimnis offen lässt.

Eines liegt z.B. über meiner musikalischen Früherziehung, die ich meinem Opa verdanke, der mir bereits  im Kindergartenalter das Noten lesen beibrachte, zu der aber auch mein Klassenlehrer´in der Grundschule, Herr S., nicht unerheblich beitrug. Herr S. war ein sehr korrekter, aber irgendwie auch cooler junger Mann, der "anders" war als die anderen Lehrer.  Er fuhr einen Sportwagen - ein Cabrio -, er  trug eine braune Lederjacke – und manchmal brachte er seine Gitarre mit in den Unterricht.  Herr S. spielte, wir sangen - und manchmal spielte und sang er uns etwas vor und wir stimmten nur beim Refrain mit ein. Z.B. bei meinem damaligen Lieblingslied: „Wähla, wähla, schääla wähla schäla wähla ho“ sang ich lauthals  und trällere ich auch heute noch oft vor mich hin, denn nicht nur der Text dess Liedes, auch seine Melodie ist mir erhalten geblieben ist.

Wähla Schäla? Hää? Wie heißt das Lied denn richtig? Und in welcher Sprache hat Herr S. gesungen? Keine Ahnung. Und ich will es auch gar nicht wissen. Ein paar Geheimnisse muss man sich im Leben erhalten.

Kein Geheimnis ist: Am Sonntag spielt die Eintracht gegen Alemannia Aachen. Es soll kalt bleiben. Deswegen denkt dran: Warm anziehen, vor allem von unne ruff.

Freitag, 11. November 2011

Bumbaaf

Heute beginnt also die Weihnachts – (**ähem**oops** grübel** Da war ich wohl grad im falschen Film.) nein, die Fastnachtszeit. Ja, genau. Die ist gemeint. Was mich nur am Rande tangiert, weil: Närrisch bin ich sowieso und zwar das ganze Jahr über – wäre ich sonst Eintrachtler? Aber nicht nur das: Ich bin nicht nur närrisch, sondern von Natur aus auch unglaublich schön. Deswegen würde ich auch keineswegs - wie 65 % meiner Geschlechtsgenossinnen - 11 Prozent meines IQs hergeben, um dadurch noch schöner zu werden. Obwohl das natürlich ein cleveres Angebot ist, weil: wer sich darauf einlässt, ist hinterher zu dumm, um zu begreifen, dass der Deal nicht funktioniert hat. Warum sonst gäbe es so viele Dumme, die es nicht durch Schönheit herausreißen?

Ok. Schön, muss ja auch nicht sein. Hauptsache, Mann findet zur richtigen Zeit und am richtigen Ort die richtigen Worte. So etwas wie: Topclub. Etabliert. Frankfurt. Brügge. Eskisehirspor. Hauptsache Europa-Kapp.
 
Ganz im Stillen habe ich – närrisch wie bin - außerdem beschlossen, dass ich sofort nach dem nächsten Heimsieg der Eintracht gegen Aachen, drei Dinge unbedingt abschaffen werde: 1) Fortuna Düsseldorf 2)Länderspielpausen und….drittens….ähem… Das fällt mir jetzt nicht mehr ein.

Ihr Liebe Leut, es ist so weit
Heut beginnt die Fastnachtszeit
Die Eintracht, die wird weiter siegen
Im Mai, da wird dann aufgestiegen
Da wird gedanzt und laut gelacht
Da brauche mer kaa Fassenacht.

Donnerstag, 10. November 2011

Spieler der Stunde: Erwin Hoffer

„Eigentlich gibt es nix zu meckern – gibt es aber doch.“ Das sagte Armin Veh nach dem Spiel der Eintracht in Aue. Und es war noch mehr, was er sagte: „Die Pause kommt uns gerade recht“, zum Beispiel. Die Erwartungen an die Eintracht seien zu hoch. „Jetzt soll Düsseldorf mal den Favoriten spielen,“  findet er. In der Frankfurter neuen Presse wird das gar zum „Veh schlägt Alarm“ und der Trainer „poltert gegen das Gerede von der Frankfurter Dominanz.“

Immer mehr verdichtet sich das Gefühl: Der Mann passt zu uns. Was bei uns Knoddern ist, ist bei ihm Granteln. Er steht bei der Mannschaft und hat trotzdem einen aufmerksamen und skeptischen Blick auf das, was geschieht - in der Mannschaft und im Umfeld. Er weiß, Dinge (fast) sprechblasenfrei einzuordnen. Und:  Er lässt sich das Granteln nicht verbieten - wobei er das, über was er grantelt, selbst entscheidet, und zwar jeden Tag neu. Gut so. Nur die Paranoiden überleben. Obwohl das Spiel vom Montag auch den weniger Paranoiden jede Menge Mecker-Steilvorlagen geliefert hat. Zufall. Glück. Hübsch häßlich. Unverdient verdient. Genervt. Angefressen. Stinksauer. So oder ähnlich waren die Kommentare. Unterm Strich stehen die drei Punkte, die dafür sorgen, dass die Eintracht über dem Strich steht und - nicht ganz unwesentlich - ungeschlagen bleibt.

Auch ich war ärgerlich während des Spiels, was fast noch schlimmer war: Ich bin erschrocken. Dieses Spiel hat mich irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt. Keine Ahnung, warum wir so aufgetreten sind wie wir aufgetreten sind. Die Spielfreude, die Sicherheit im Passspiel, Laufwege, Raumaufteilung. All das,  was wir spätestens seit dem Spiel gegen Duisburg als selbstverständlich voraus setzen, war weg. Kein Druck. Keine Dominanz. Viel zu weit weg von den Gegenspielern. Eingelullt in die eigene Spielweise. Kein Hebel da zum Umschalten. Ja, solche Spiele gibt’s. Trotzdem gibt es solche Spiele die so sind, und solche die sind so, dass sie doch schon wieder ein bisschen anders sind. Und so eines - so eines war das am Montag abend in Aue.

Montag, 7. November 2011

14 ( von 34)

Aue? Früher Wismut. Dreimaliger DDR-Meister. Letztes Jahr Überraschungs-Fünfter in der zweiten Liga. Erzgebirge. Zwickau. JWD. Könnte eigentlich idyllisch sein, ist es aber wohl nicht. Jedenfalls wird es immer leerer. Zumindest der Flora rund um Aue herum tut das anscheinend gut: Um den Auer Talkessel wachsen Pioniergehölze (Überbleibsel aus DDR-Zeiten?), während sich entlang des Schwarzwassertals die  „Staubige Wucherblume“ ausgebreitet hat. In Flussnähe wachsen die Schwarze Teufelskralle, die Rote Nachtnelke (yep, rotundschwarz)  und der Knotige Braunwurz (na ja...). Mehr noch wächst im Sommer: Zum Beispiel der Behaarte Kälberkropf und die allseits beliebte Wald-Engelwurz. Von Veilchen habe ich nichts gelesen. Stattdessen bin ich auf zwei weitere, eher seltene Gewächse gestoßen: Die Meisterwurz (ausdauernd, krautig, aufrecht, rauflaumig behaart, stark, würzig) und die Zittergras-Segge (lang, schlaff, scharf dreikantig, strohgelb und stumpf, blassgelbe Ährchen, gekrümmt). Womit wir  irgendwie auch schon beim Thema wären.

Heute also: Die Eintracht in Aue, dem letzten Zweitliga-Zwischenstopp im Osten. Parole für's Spiel? Die weiß, wer die folgenden Fragen beantwortet und  die Buchstaben der richtigen Antworten hintereinander reiht. Kleiner Zusatzhinweis: Es handelt sich um eine wunderbar gereizte Wortschöpfung, nachzulesen im Vorbericht im Eintracht-Forum.

Aaaalso:

Sonntag, 6. November 2011

Wahl zum Spieler der Stunde

Jetzt bereits seit über einem Jahr, seit Beginn der Saison 2010/11, wird von Kid in der Klappergass nach jedem Spieltag die Wahl zum „Spieler der Stunde“ durchgeführt. Eine feine Rubrik, die Kid zum Beginn der Saison 2010/11 ins Leben gerufen hatte. Spieltäglich beteiligen sich seit dieser Zeit regelmäßig 70 bis 170 Leser an der Wahl. Das Abstimmungsergebnis wird nicht nur einfach zur Kenntnis genommen, sondern bietet  - fast seismographisch -   allwöchentlich Anlass zu einer Art Standortbestimmung – die Stimmverteilung, die Gründe für die Wahl des einen oder anderen, Tendenzen,  Meinungen und Entwicklungen werden einbezogen und mit  zwei, drei Tagen Abstand zum Spiel eingeordnet und diskutiert.

Seit der vergangenen Woche ist die Klappergass leider, leider geschlossen, ob nur für kurz oder für länger, lässt Kid offen und hat mich gebeten, die Wahl zum Spieler der Stunde vorläufig bei mir im Blog fortzuführen. Das mache ich sehr gerne, auch wenn ich mir wünsche, dass es sich hierbei nur um eine vorübergehende Vertretung handelt.

Also, dann. Here we go. Wollen mir mal hoffen, dass die Teilnehmerzahl durch den „Umzug“  von dort nach hier nicht allzusehr leidet  und dass ich die hohe Messlatte, die Kid gelegt hat, einigermaßen erreiche. Wie Kid kann sowieso nur Kid - ich mache es dann halt auf meine Art - und im Geiste der Klappergass. Morgen, nach dem Sieg in Aue geht es los. Macht mit!

Bescheuert?

„Bin ich eigentlich bescheuert?“ Dachte ich vorgestern Abend, spätestens um ca. viertel nach Zehn als in der Mainzer Coface-Arena der gut organisierte Jubel der 05-Gemeinde über mir zusammenschlug. Ja, tatsächlich, ich war da. Mein Mit-Adler ist Schwabe und dem VFB in heimatlicher Zuneigung verbunden. Ein guter Freund, der in einem anderen Leben aber eben auch 05er ist, hatte uns zwei Karten – richtig feine Karten, Stehsitz, Mitte der Gegengeraden, direkt am Spielfeldrand – vermittelt. Die Aussicht auf einen Sieg des VFB schien mehr als realistisch. Also machten wir uns auf den Weg. Und es kam wie es wohl kommen musste.

Bescheuert. Ein Wort, das irgendwie aus der Mode gekommen  zu sein scheint, mir in der zurückliegenden Woche aber immer wieder begegnet oder durch den Kopf gerauscht  ist.  Merkwürdig. Das muss dann wohl an mir (oder an der Woche) liegen.