Montag, 31. Dezember 2012

Bald schlägt es 13!

Wieder ein Jahr vergangen. Kein richtig gutes, aber auch kein schlechtes und keinesfalls ein durchschnittliches Jahr.  Mit vielen kleinen und stillen, aber auch großen, lauten und überschwänglichen Glücksmomenten, mit Höhenflügen,  überraschenden Erlebnissen und Erfahrungen, mit Herzeleid und Enttäuschungen, mit jähem Schmerz, enttäuschten Hoffnungen und Verlusten,  mit Zweifeln, voll von Erinnerungen, aber auch mit frohem Schaffen, wilden Plänen, langen Nächten, guten  Gesprächen, fast vergessenen Einsichten und wieder entdeckten Talenten, mit Wind, Wetter und weitem Himmel, Freundschaft und Zuversicht und mit Träumen, die noch lange nicht zuende geträumt sind. Still going strong.

Im letzten Jahr an Silvester habe ich dem neuen Jahr eher vorsichtig aus der Halbdistanz zugeblinzelt:


In diesem Jahr schaue ich direkt nach vorn, ein bisschen trotzig, aber wild entschlossen und  mutig:


Sowieso gilt: Wir Adler rutschen nicht ins neue Jahr, wir fliiiiiiiiiiiiiiiiiegen! Allen, die hier vorbeischauen, ein glückliches, gesundes  und frohes Jahr 2013. Europa, wir kommen, wo immer du auch bist.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Rotundschwarze Jahresschnipsel (Teil 3)




Mai

Obwohl hier jetzt schon Mai ist, findet das letzte Heimspiel der Eintracht - gegen 1860 München -  noch im April, genau gesagt: am 29. April, statt. Wie nicht anders zu erwarten, verliert die Eintracht. Die Stimmung im Stadion ist nichtsdestotrotz ausgelassen, wir tragen lustige Papierhemdchen , halten rote, schwarze oder weiße Zettel in die Luft und sind alle Teil der größten und geilsten Choreo. Ever. Gerne würden wir die Mannschaft nach dem Spiel  gebührend feiern, daraus wird nix, weil wie vorgeschrieben der Platz gestürmt werden muss. Zunächst schwappt die West in den Innenraum, dann quellen die Eintrachtler aus allen Blocks aufs Feld, es dampft und qualmt, die Polizei findet das gar nicht lustig und manch Eintrachtler, dem das alles zu doof ist, verlässt mehr oder weniger fluchtartig das Stadion.  Auch die Mannschaft flüchtet erst einmal in die Kabine, wir bleiben, beobachten das Treiben vom Rande. Fahnen werden geschwenkt, Rasenstücke ausgebuddelt, die große Choreofahne über dem Feld entrollt.  Die eigentliche Aufstiegsfeier findet dann an der Waldtribüne statt. Wild. Bunt. Lustig.  Mit Caser Nova.  Tankard. Beve. Frauke. Heribert Bruchhagen im Aufstiegsshirt.  Mo. Benni. Pirmin.  Sebi. Seppl. Caio. Ümit. Frankfurter Jungs. Wir wollen die Mannschaft sehen und wir sehen sie. Wie sie hüpfen und singen und Sekt verspritzen. Feine Kerle. Alles, feine Kerle. Bruno Hübner hat die Haare schön, Armin Veh kriegt sich gar nicht mehr ein.

Rotundschwarze Jahresschnipsel (Teil 2)


„Mehr Transparenz!“ – dafür weniger Durchblick? – soll es im kommenden Jahr überall und auf allen Wegen – hier und hier und hier und hier – geben. Nicht nur die Dinge, sondern auch die Debatten darüber werden immer transparenter - da ist es gut, dass es immer mehr Transparenzagenturen und Transparenzstellen gibt, die für Transparenz in der Transparenz sorgen. Ihr habt Glück: Gerade noch rechtzeitig, bevor das Jahr 2012 sich endgültig verabschiedet, meldet sich die vollkommen eklektische, intransparente rotundschwarze Schnipselstelle mit weiteren Jahresschnipseln 2012.

Januar und Februar-Schnipsel gibt es bereits – hier!

Und jetzt also weiter mit dem März und dem April.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Weihnachtsworte

Weihnachten war alles andere als weiß, aber natürlich gab es auch in diesem Jahr viele weise Weihnachtsworte:

Wer sagte: "Wir müssen den Menschen im Abseits eine Stimme geben."

1) Die Schiedsrichtervereinigung
2) Der Papst

Vervollständigt bitte folgenden Satz, der in der Tagesschau verlesen wurde:  "Die Rede des Bundespräsidenten können Sie sich..."

1) "...schenken."
2) "...in die Haare schmieren."
3) "...im Internet herunterladen."

Und wer ist das noch gleich, der "eine Innovationsfläche für neue Programmpunkte" schaffen möchte?

1) Die CDU mit ihrem Jahresparteitag
2) Das ZDF mit dem Freitagabendprogramm
3) Die DFL mit ihrem Sicherheitspapier

Was ist falsch? Was ist richtig? Wer weiß, wer weiß!

Schlüssel mit bzw. für Eintracht-Anhänger

Montag, 24. Dezember 2012

And now it is Christmas

Es soll ja Menschen geben, die ihre Weihnachtsgeschenke bereits im Sommer kaufen, ebenso frühzeitig die Schleifchen, Kärtchen, den Tesafilm und das Packpapier bereitlegen, um dann – spätestens zwei Wochen vor dem Fest – alles geschmackvoll zu verpacken, während im Hintergrund Weihnachtslieder erklingen.   Bei mir ist das nicht so. So viel zu denken, zu schreiben, zu erledigen, zu planen. Dies noch und das, das vielleicht nicht, dafür aber das andere.  Die Vorweihnachtszeit ist meistens hektisch, immer überraschend schnell da und viel zu schnell vorbei, oft nachdenklich, manchmal melancholisch,  fast immer bunt und ein bisschen schräg  und hat - vielleicht ja gerade deshalb – inmitten all des Trubels wunderbar frohe und stille Momente, mit schnurrenden Katzen, Plätzchen und Tee, Willa Cather und Scrooge, mit Glücksmomenten im Sprühregen auf dem Eisernen Steg, dem Blick auf die Skyline von Frankfurt und auf das glitzernde Weihnachtsmarktufer, mit  Gesprächen bis tief in die Nacht, Erinnerungen und Hoffnungen und mit Bob Dylan, der Weihnachtslieder singt. In diesem Jahr sind da auch noch 30 herzhüpfende Punkte. Must be Santa.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Spieler der Stunde: Pirmin Schwegler, Kapitän der Mannschaft, die in der Hinrunde 30 Punkte geholt hat

Eigentlich war es mir schnurzpiepegal, dass da gestern Abend noch Spiele im DFB-Pokal stattgefunden haben - als ich dann die Ergebnisse gesehen habe, hat es mir dann doch noch mal einen kleinen Stich in der Magengrube versetzt. Was wäre, wenn… Hätten wir doch…  Aber nix da: Schnell weggewischt diese Gedanken. Mir doch egal. So viel Glück wie die Eintracht uns in dieser Vorrunde geschenkt hat, wäre ohnehin nicht zu toppen. (Außer vielleicht durch den Einzug ins Pokalviertelfina... aaaaaaaaargs...  weg da, giltet nich...apage...!) Wenden wir uns Wichtigerem zu, wenden wir uns dem zu, was zählt:

30 Punkte. Championsleaguequalifikationsplatzüberwinterer. Wie war das gleich noch mal? So:


Der Spieler der Stunde im Schnelldurchlauf

Montag, 17. Dezember 2012

Rotundschwarze Jahresschnipsel (Teil 1)

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr wieder mehr schnipseln. Leider – hat nicht geklappt. Zum Abschluss des  Jahres soll es wenigstens ein paar rotundschwarze Jahresschnipsel geben. Und hier kommt auch schon Teil 1.

Januar

Samstag, 15. Dezember 2012

Traumhaft


Heute morgen war ich eigentlich schon wach, und bin dann doch noch einmal eingenickt. Es regnete so schön – plitschplatsch. Unser schwarzundweißes Kätzchen saß am geöffneten Fenster und schaute dem Regen zu, ich sah der Katze zu und – wutsch – war ich wieder eingeschlafen. Ich träumte von meinem Opa. Konnte es kaum fassen. Mein Opa, der schon viele Jahre nicht mehr lebt, ist mir lange, lange nicht mehr im Traum begegnet. Heute also. Er suchte seine Brille und bat mich, ihm zu helfen. Das tat ich natürlich gerne. „Wo spielt denn heut die Eintracht?“ wollte Opa wissen. „Wir haben schon gespielt. In Wolfsburg,“ antwortete ich. „Wie?“ „Gewonnen!“

"30 Punkte. Hammer. Unfasslich. Wahnsinn," schwurbelte, wirbelte und hüpfte es durch meinen Kopf – dann wachte ich auf und mir wurde schlagartig klar: Mensch. Stimmt ja gar nicht, wir müssen ja erst noch spielen  – hätte das meinem Opa gerne noch gesagt, aber er war natürlich schon wieder weg. Was für ein Glück, dass ich jetzt weiß, dass ich ihm nichts Falsches erzählt habe. Traumhaft. Danke, Eintracht!

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Spieler der Stunde: Pirmin Schwegler - feiner Fußballer, feiner Kerle, Kapitän.

Jetzt ist es also vollbracht, die „Beer ist geschält“, die DFL hat ihr Sicherheitskonzept verabschiedet.  12:12 war in den vergangenen Wochen das beherrschende Thema und hat die Stimmung in den Stadion geprägt. Bringt das was?  Schaden wir damit unserer Mannschaft?  Egal, was der eine oder andere für Bedenken hatte – alle haben mitgemacht,  Kurve, Haupt- und Gegentribüne, alle.  Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle wirklich gewusst haben, um was es geht – trotzdem war da so etwas wie eine stadion- und vereins-übergreifende Solidarität zu spüren. Auch die, die sonst nicht gerade durch überschwängliche Nähe zur Kurve auffallen, hielten ihren Mund – fast als wäre zumindest in einem höheren Sinn  und zumindest für 12:12 Minuten allen klar: Hier geht es um mehr als persönliche Befindlichkeiten, Meinungen oder Animositäten.   Keine Ahnung, wie dauerhaft oder nachhaltig dieses Gefühl war oder sein kann.  Wenn wir an bei diesen Spielen jedem einen Zettel in die Hand gedrückt  hätten und  alle Menschen im Stadion hätten ihre Stimme Pro oder Contra Sicherheitskonzept abgeben können – wie wäre die Abstimmung wohl ausgegangen?  Ich weiß es nicht.

Beeindruckend jedenfalls, dass in den vergangenen Wochen auch die Pro- und Contra-Pyro-Diskussion nicht unnötig, ähem, angefeuert wurde. Es gab kaum Rauch, kaum Pyro. Die DFL hat die Verabschiedung des Konzepts trotzdem wie geplant durchgezogen - das ist ein bisschen so, wie wenn eine vorsichtig ausgestreckte Hand ausgeschlagen wird.  Ein Spiel gibt es noch in dieser Hinrunde, und irgendwie wäre mir lieber, es gäbe es nicht.

Wie geht es weiter? Das Sicherheitskonzept ist – so wird ausdrücklich betont – nicht aufgrund politischen Drucks verabschiedet worden, sondern ist eine DFL-interne Angelegenheit. Wer gestern z.B.  Boris Rhein im Interview in den Tagesthemen gesehen hat, weiß, dass die „Empfehlungen“, die den Vereinen zur Diskussion mit den Fanvereinigungen mit auf den Weg gegeben worden sind, politische Optionen zumindest offen halten. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem wir entscheiden müssen, was wir im und ums Stadion herum mit uns anstellen lassen.  Und „uns“ heißt  „uns“ – auch dann, wenn es dich oder mich scheinbar nicht direkt betrifft.

Das Thema wird uns – hoho – mit Sicherheit noch länger beschäftigen, deswegen jetzt zu dem, um das es  in diesem Eintrag eigentlich gehen soll: Zum Spieler der Stunde.

Samstag, 8. Dezember 2012

Ein Riesenspaß.


Heute also:  Werder.  Letztes Heimspiel in diesem Jahr und der brennende Wunsch:  Ein Sieg. Ein Ausrufezeichen hinter diese Vorrunde setzen!  Der Schnee glitzert im Sonnenlicht, es ist schweinekalt und mir kommt es vor als läge das Spiel gegen Düsseldorf schon viel länger als eine Woche zurück. Manchmal rast die Zeit und steht gleichzeitig still und es ist, als sei alle Zeit, die war, schon immer da.

Vorgestern ist Peter Handke 70 Jahre alt geworden. Ich mag und schätze ihn, obwohl ich irgendwann aufgehört habe seine Bücher zu lesen. Ich mag, wie er da zwischen Gegenständen, Bildern, Äpfeln  und Büchern in seinem Haus in Frankreich sitzt, leise und sanft spricht, auch mit 70 immer noch schön ist  und schwierig und auf seine suchende und tastende Art über die Welt nachdenkt. Viele seiner Buchtitel  sind ausgesprochen fußballkompatibel, mal sehen, in welche Richtung das heute draußen im Wald gehen könnte: 

Freitag, 7. Dezember 2012

Neues vom Kid aus der Klappergass (Teil 2)

Die Adler pfeifen es  bereits von den Dächern: Hurra - der neue Band aus der Klappergass ist da!  Der Eintrag, der jetzt hier kommt, hätte eigentlich bereits früher in dieser Woche hier stehen sollen, musste ihn leider aufgrund eines Unglücksfalls verschieben  - „eigentlich“ bin ich also zu spät, aber für Dinge, die einem wichtig sind, ist es ja nie zu spät. Deswegen – here we go:

Seit gut  einem Jahr bloggt er nicht mehr, der Kid, zumindest nicht mehr öffentlich und immer noch fehlt vielen von uns der morgendliche Blick in die Klappergass, der für mich auch immer so etwas wie ein Ruhepol im Jeden-Tag-eine-neu-Sau-durchs-Ort treibenden Netzgetriebe war. „Da könnte Kid jetzt gut ein bisschen die Luft rausnehmen.“ „Schade, dass Kid DAZU jetzt nichts schreibt.“ So etwas in die Richtung denke ich gar nicht so selten und freue  mich um so mehr, dass Kid seit dieser Saison zumindest als Gastautor hier bei mir im Blog wieder ab und zu netzöffentlich schreibend auftaucht.

Und natürlich schreibt der Kid auch sonst  weiter über die Eintracht. Im Eintracht-Archiv – wo er sein ganz persönliches Projekt – mindestens 10 komplette Saisonverläufe  in Form von Spielberichten zu dokumentieren – nach wie vor langsam aber stetig vorantreibt. (Derzeit geht es um die Saison 1965/66 ) – aber selbstverständlich hat Kid auch das  aktuelle Eintracht-Geschehen immer im Blick. Im Mai bereits ist der erste Klappergass-Band  "Der lange Abschied" erschienen, in dem Kid  die Saison 2010/11 Tag für Tag begleitet, auch in der tasmanischen Rückrunde (anders als die Akteure auf dem Platz) am Ball bleibt  und fassungslos, aber unerbittlich den Weg der Eintracht in die zweite Liga dokumentiert.  Zweite Liga? Da konnte, da durfte die Eintracht nicht bleiben – folgerichtig, dass Kid auch die Fortsetzung der Geschichte schreibt. „Lamento und Euphorie“ heißt  der vor zwei Wochen erschienene Band, der sich mit der Atomaufstieg-jetzt-Saison 2011/12 beschäftigt , in der die Eintracht versucht, die Dinge wieder gerade zu rücken – und auch Kid sich  Schritt für Schritt aus dem tiefen Loch der Enttäuschung, der Wut, der Apathie wieder  ins Freie schreibt.

Zwischen „Lamento und Euphorie“ liegen in der Saison 2011/12 nicht einmal 12 Monate – und auch  im Titelbild des Bandes sind diese beiden Eckpole  eingefangen – vorne steht ein jubelnder Seppl Rode, im Hintergrund läuft Sebi Jung, den Kopf gesenkt, und es ist kaum zu glauben, dass das keine Fotomontage ist, sondern diese Szene tatsächlich zeitgleich in einem Spiel stattgefunden haben soll – hat sie aber – und zwar  im Spiel gegen Energie Cottbus. Freude und Niedergeschlagenheit – warum auch immer und wie im richtigen (Eintracht-)Leben ganz dicht nebeneinander.

Samstag, 1. Dezember 2012

Crash-Test

Heute vor einer Woche war die Eintracht-Welt noch in Ordnung. Wolke 7 mit Kurs auf Europa, am Dienstag ist die Wolke in ein Luftloch gefallen, gestern dann mit einem dumpfen Knall auf die Erde gestürzt. Am Dienstag habe ich im Waldstadion wie paralysiert der Humba der Mainzer zugekuckt, gestern ca. ab der 40. Minute stumm und starr auf den Fernseher gestarrt, wo die Düsseldorfer sich ihr Mütchen an uns gekühlt und keine Gelegenheit ausgelassen haben, um zu demonstrieren, wie gut es ihnen tut, uns zu demütigen. Armin Veh hatte gewarnt:  Der Einbruch wird irgendwann kommen. Nicht Schalke, nicht Dortmund, nicht Bayern sind unsere Spitzenspiele, sondern die gegen Mannschaften in den unteren Regionen – Augsburg, Düsseldorf, Mainz. Jetzt haben wir den Salat. Zwei dieser drei Spiele haben wir verloren. Die Mannschaft ist dezimiert, ersatzgeschwächt. Die bekannten Lücken – in der Innenverteidigung, im Sturm – sind größer als man zwischendurch geneigt war zu glauben.  Das Selbstbewusstsein ist im Keller, sogar der bisher unangreifbare Torwart wackelt.  Mindestens vier sicher geglaubte Punkte  haben wir nicht geholt.

Und jetzt?