Samstag, 25. November 2017

Dreizehnter Spieltag: Demütig im Martinssommer

Gestern und vorgestern war das Wetter sonnig und mild - nicht so sonnig und mild wie angekündigt, aber immerhin. Heute regnet es. Und das heißt:  Der "Martinssommer",  von dem ich bis vor zwei Tagen noch nie etwas gehört hatte, liegt dann also hinter uns (auch wenn ich den Begriff ohnehin weniger mit dem heiligen St. Martin und dem November als mit einem anderen Martin verbinde und fast das Gefühl habe, er sei extra für ihn erfunden worden. )

Eintracht über dem grünen Klee
Martin steht in der Kritik (das sind dann wohl die kurz nach dem Martinssommer einsetzenden Nachtfröste), ganz anders die Eintracht, auf die es rund herum Lob hagelt. Und spätestens seit sich auch Thomas Berthold in die allgemeine Lobhudelei eingereiht hat, kann einem Angst und Bang werden. Zwischen "Fußball zum Abgewöhnen" und "Ich sehe nicht viele fußballerisch bessere Klubs zur Zeit" liegen gerade einmal zwei Monate. Immer gut, wenn man sein Fähnchen rechtzeitig in den Wind hängt.

Auch Niko Kovac bleibt seiner Linie treu: Er ist demütig und arbeitet. Ora et labora. Und folgerichtig ist auch für das Spiel heute gegen Leverkusen ebenso wie schon gegen Köln und gegen Mainz der obligatorische "Abnutzungskampf" avisiert. Das ist ja ohnehin das, was wir  "Fans so lieben"  und da ist es ist gut, dass wir dank Fredi Bobic schon vor Jahr und Tag dafür bereit waren, zumal es ein großes Glück ist, dass dieser Abnutzungskampf wahlweise "intensiv""unerbittlich", mitunter sogar "anarchisch" geführt werden kann. Gut, dass zumindest noch nicht vom Stellungskrieg die Rede ist.

Samstag, 18. November 2017

Zwölfter Spieltag: I bims zuversichtlich vong Gefühl her

In dieser Woche sind  fußball- und außerfußballmäßig so viele große und kleine kuriose Meldungen - vom singenden Trump-Nachwuchs bis zum Öko-Atomstrom - durch die Welt und das Netz gegeistert, dass es mir schwer fällt, mich für einen Aufhänger für meinen Spieltagseintrag zu entscheiden.  Ok, meine Wahl fällt auf das das "Ausreise-Center" bzw. Abschiebegefängnis in Ingelheim. Dort werden überwiegend so genannte Gefährder untergebracht.  Weil sich die "Qualität der Häftlinge" verändert hat, sollen jetzt die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden. "Qualität der Häftlinge vong Gefährlichkeit her" möchte man ergänzen und es keimt der Verdacht auf, dass das, was gerne als "Jugendsprache" bezeichnet wird, möglicherweise keine Sprachverstümmelung, sondern vielmehr eine Bereicherung der "Normalsprache" sein könnte, deren Qualität ja auch zunehmend zu wünschen übrig lässt. Qualität gibt es ja überall und in jeder Ausprägung. Während sich zum Beispiel die Qualität der italienischen Nationalmannschaft offensichtlich verschlechtert hat, hat sich die Qualität der Frankfurter Eintracht in dieser Saison eindeutig verbessert. Und ich überlege noch, welche Art von Qualität gemeint sein könnte. Mehr so vong Professionalität her? Vong Fußball? Vong Tore schießen?  Ich entscheide mich für: Qualität vong Marketing.

Montag, 13. November 2017

Zehnter und elfter Spieltag: Schnipsel vor, während und nach den Spielen in Mainz und gegen Bremen

Mittwoch, 25.10.2017
Nach dem Pokal ist vor dem Spiel in Mainz und wie jedes Jahr frage ich mich, ob dieses Spiel besonders interessant oder gerade das Gegenteil davon ist. Ein lieber 05er-Freund betreibt, wie in jedem Jahr, eine ausgeklügelte Vor-dem-Spiel –Taktik: Er schmiert mir Honig um den Bart, um mich in Sicherheit zu wiegen: Auf jeden Fall wird die Eintracht dieses Jahr gewinnen. Mentalitätsmonster seien wir. Spielerisch den 05ern sowieso meilenweit überlegen. Es stünde vollkommen außer Frage, dass wir die "Mainzer Buben" überrennen. Einen Kantersieg landen. Drei, vielleicht sogar vier zu null. Timeo Danaios et dona ferentes. Nicht mit mir. Schweig. Apage satanas.  Trotzdem überlege ich kurz, ob ich nach mehrjähriger Abstinenz in Main mal wieder live im Stadion dabei sein will - Karten gäbe es noch, aber:  ach nö.

Donnerstag, 26.10. 2017
"Dieses Jahr geht was in Mainz."  Das ist die Auffassung, die sich auch im allgemeinen Meinungsbild allmählich durchsetzt. Wir haben in Köln gewonnen. Wir haben in Hannovergewonnen. Damit hat auch keiner gerechnet. Richtig. Aber wenn wir jetzt damit rechnen, rechnen wir ja offensichtlich damit. Oder? War ich gestern noch der Auffassung, dass es mir vollkommen ausreicht, das Spiel maximal im Live-Ticker zu verfolgen, möchte ich jetzt doch lieber zumindest per Live-Stream dabei sein.  Na gut – dann ordern wir eben einen Amazon Fire Stick, um den wir bisher aus gutem Grund einen Bogen gemacht haben. Man weiß nie, zu was es gut ist. Oder was man sonst so in Situationen sagt, in denen man sich selbst zum Affen macht.