Samstag, 29. Mai 2010

Rotundschwarze Eintracht-Schnipsel - 13. Mai bis 29. Mai

Donnerstag, 13. Mai
WM in Sicht. Die resolute Dame an der Kasse bei Rewe verteilt an alle Kunden Fußballsammelbildchen. Vorher die Frage: „Habe sie en Bub daheim?“ Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Freitag, 14. Mai
Markus Pröll verklagt die Eintracht. Wenn ich es richtig verstehe, tut er dies deshalb, weil er eigentlich hätte spielen bzw. genauso gut wie Fährmann hatte auf der Bank sitzen können, ihm dies aber verweigert wurde und ihm deshalb Prämien entgangen sind. Das leuchtet irgendwie ein. Auch der Streit um Amas Bart, ähem, Amas Knie beschäftigt uns weiter. Ist das Knie in Ordnung oder nicht? Hat die Eintracht Ama wegen einer erneuten Kernspintomografie unter Druck gesetzt? Hat Ama sich geweigert? Und wer hat das der Blöd-Zeitung mitgeteilt? „Hier versucht jemand Stimmung gegen mich zu machen.“ Meint Ama.

Samstag, 15. Mai
Es regnet (aber das brauche ich eigentlich nicht besonders zu erwähnen). Mainz Innenstadt. Samstägliches Gewusel. Vor einer kleinen Eck-Boutique stehen zwei Musikanten – ein Keyboarder und eine Sängerin, die auf einem Barhocker sitzt, im kleinen Schwarzen mit High Heels. Die Menschen hasten vorbei. Sie singt: „Sometimes i feel like a motherless child...“ Vielleicht gerade jetzt, genau in diesem Moment.

Ach, Pokalfinale war heute auch. Die Bayern schwarten Werder mit 4:0 ab. Das hätte so nicht passieren dürfen. Finde ich.

Sonntag, 16. Mai
Es reg...ätsch bätsch stimmt ja gar nicht: Heute scheint die Sonne. Wie praktisch, wo gerade heute im rheinhessischen Hinterland „Tag des offenen Gartens“ ist. Die Nachbarin, deren Garten hinter bzw. über dem unseren liegt, ist Teil der Bewegung und so flanieren heute von morgens bis abends Menschen durch ihren Garten, der das Label „häuslicher Landgarten“ trägt. „Ach, das ist also eine lavendula wunderbarius“. Und dort – die rosa dufticus. „Wie reizend. Wie lauschig. Wie wunderbar.“ Franz, der Hahn, kräht empört und verlässt den Ort des Geschehens. Ich auch.

Am Rande eines D-Jugendspiels in Wiesbaden ist es gestern zu einer Schlägerei zwischen den Zuschauern gekommen. Also nochmal zum Mitschreiben: Bei einem D-Jugendspiel. Es gab 12 Verletzte.

Montag, 17. Mai
Die TAZ berichtet, dass auch der Nobelpreisträger Günther Grass dem Pokalfinale in Berlin beigewohnt hat. Kein Wunder – da war ja auch der Butt.


Michael Ballacks Fußverletzung ist so schwerwiegend, dass er für die WM ausfällt. Kaum zehn Minuten nachdem die Meldung durch getickert ist, startet die FR auf ihrer Homepage eine Umfrage: „Ist (Fußball)-Deutschland noch zu retten?“ Das frag ich mich auch manchmal. Zum Beispiel jetzt.

Abends suche ich etwas in youtube und stolpere dabei über einen Ballack-Werbespot. Ab in den Urlaub. Zufälle gibt’s.

Dienstag, 18. Mai
Teofanis Gekas wird in der kommenden Saison für die Eintracht spielen. Mmh.


Mittwoch, 19. Mai
Gestern hat Christoph Spycher mitgeteilt, dass er wegen seiner Verletzung auf eine WM-Teilnahme verzichten muss. Heute erklärt er seinen Rücktritt aus der Schweizer Nationalmannschaft.

Donnerstag, 20. Mai
Im Eintracht-Museum wird heute fast taggenau der 30. Jahrestag des UEFA-Cup-Gewinns gefeiert. Hatte mir diesen Termin fest vorgemerkt, aber wuselhektik – nein, ich schaffe es nicht, rechtzeitig loszukommen. Erst um zehn mache ich für heute den PC aus. Noch ein paar belegte Brote und ein, zwei Gläser Apfelwein – zumindest das muss zur Feier des Tages sein.

Die Tagesthemen vermelden, dass gegen Jörg Kachelmann jetzt offiziell Anklage erhoben worden ist und er weiter in U-Haft bleibt. Nachsatz: „Der Angeklagte hat jahrelang Wettersendungen für die ARD produziert.“ Aha. Sau tot.

Freitag 21. Mai
Jede Schule, die etwas auf sich hält, verfügt über eine, viele, mehrere „Bläserklassen“ und gibt einmal im Jahr ein Konzert. Die kleine Schwester meiner beiden jungen Mit-Adler spielt seit einem halben Jahr Klarinette – heute hat sie einen „Auftritt“ beim Schulkonzert in der Mainzer Phönixhalle. „Echt in der Phönixhalle? Die ist riesig.“ „Ja, in der Phönixhalle.“ Ok - mein ethnologisches Interesse treibt mich voran.

Riesenauftrieb. Halle gefüllt mit demonstrativ liberal-alternativen (es handelt sich um eine integrierte Gesamtschule) Eltern, alles betont locker, lässig, mit einem Hauch von: Wir können uns das leisten. Am Eingang werden Leuchtstäbchen verteilt, hinter der Bühne eine Riesenleinwand, auf der während des ganzen drei (!) stündigen Konzerts Bilder flimmern. Eine DVD mit einem kompletten Mitschnitt des Konzerts kann man später für 18 Euro 90 käuflich erwerben. Auf der Bühne: Ca. 300 Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Alterstufen, die in ihr Musikinstrument blasen und tröten und einen Klangbrei erzeugen, der von einer in der Mitte der Bühne platzierten Rhythmusgruppe gehalten wird. So ist das Konzept. Von „Let me entertain you“ bis „Sponge Bob“ – es klingt alles gleich. Ein altkluges, 10- oder 11-jähriges Mädchen fungiert als Moderatorin. Sie ist perfekt. Trägt ein niedliches Kleidchen, spricht frei, laut und deutlich, verspricht sich nicht ein einziges Mal, betont alles richtig und formuliert in wohlgesetzten Worten. Ekelhaft. Die Krönung vor der Halbzeit. Das Wunderkind tritt nach vorne und spricht: „Was jetzt kommt, kennen Sie ja schon aus dem Vorjahr. Wir möchten uns bedanken, bei unserem Sponsor, dem 1. FSV Mainz 05.“ Kurze Sprechpause. Jubel, Beifall. „Die 05er haben in diesem Jahr eine großartige Saison gespielt hat. Ganz besonders freut uns, dass wir in der Tabelle vor den Frankfurtern stehen.“ In der Zwischenzeit haben sich alle Nachwuchsbläser auf der linken Seite der Bühne 05er Shirts und Trikots übergezogen und schwenken 05er Fahnen. Der Kapellmeister-Schlumpf intoniert „You’ll never walk alone“. Würg. Raus, ich will hier raus. Das ist ja wie beten mit Abhängigen. Kann ich leider nicht (sitze in der Mitte einer Reihe), aber zum Glück habe ich meinen Eintracht-Schal dabei, den ich jetzt heraus krame, mir ganz fest um meinen Hals binde und für den Rest der Veranstaltung dort belasse.

Um einige Erkenntnisse reicher und vollkommen ausgehungert landen wir um kurz vor 12 bei McDo. Wie lieblich ist dies Fleckchen!

Samstag 22 Mai
Heute ist es warm, richtig warm. Kaufe mir die coolsten Turnschuhe von der Welt, die ich – jawohl, jawohl - den ganzen Sommer über nicht mehr ausziehen werde. Heute hat die Mama eines lieben Freundes Geburtstag. Die alte Dame ist grundständige Eintrachlerin, wir mögen uns und deshalb bin ich zum Geburtstagskaffee eingeladen, fahre mit einem Blumenstrauß und einem WM-Planer bewaffnet über Land und finde mich unter Nichten, Neffen, Schwägern, Schwestern wieder, die ich alle nicht kenne. Ein kleines Mädchen erzählt mir, was sie so macht: Sie spielt in einer Bläserklasse (ach?) und hat in ein paar Wochen einen Auftritt (wirklich?). Montags nachmittags hat sie Musikunterricht. Dienstags geht sie reiten. Mittwochs macht sie Leichtathletik. Donnerstag hat sie länger Schule. Freitag macht sie Yoga. Samstags hat sie Zeichenunterricht. Hilfe. Ich frage: „Und wann spielst du?“ Sie schaut mich mit großen Augen an. Ich schwöre: Sie hat nicht verstanden, was ich von ihr will. „Na... ich meine: Wann spielst du denn z.B. mit deinen Freunden?“ Ein erkennendes Lächeln geht über ihr Gesicht: „Ach so - manchmal kommt die Laura. Dann springen wir auf dem Trampolin.“ Das freut mich zu hören.


Unter den Gästen befinden sich Fußballfans unterschiedlichster Richtungen: O5er, Bayern-Fans (tatsächlich, erwachsene Menschen), VFBler und ein – Oxxenbächer. Oute mich als Eintrachtler. Er wendet sich ab. „Brauchst gar nix sagen – weiß schon. Alle Offebäscher sind brutale Assos.“ Hey – zu viel der Ehre: WIR sind die Hauptstadt des Verbrechens!


Später sitze ich in einem Eckelchen mit dem Geburtstagskind, irgendwann landen wir immer beim Thema Eintracht. Heute erzählt sie mir von einem ihrer (wenigen) Besuche im Waldstadion. Damals Ende der Siebziger muss das gewesen sein, gegen den FCK –auch die beiden Söhne waren an diesem Tag dabei. Ein ganz merkwürdiges Spiel. Die Eintracht erst stark, dann grottenschlecht. Führt bis zur 60 Minute mit 3:1 – am Ende gewinnen die Lauterer mit 5:3. Moment mal – da war doch was, das hab ich doch gerade erst vor ein paar Tagen gelesen Richtig: Die 3:5-Niederlage gegen Lautern – und dann drei Tage später der grandiose 5:1 Sieg im UEFA-Cup-Halbfinale gegen die Bayern. So is sie (war sie?) halt, die Diva.

Abends ziehen dunkle Wolken auf, ein sanfter Gewitterregen. Laufe durch den Regen, atme Luft und Leben.

Die Bayern verlieren das Champions-League-Finale gegen Inter und Franz Beckenbauer wird im Interview nach dem Spiel von Louis van Gaal abgeschwartet: „Was? Mit Ribery hätten wir gewonnen? Unfuuch!“

Sonntag, 23. Mai
Es ist Pfingsten und die Sonne scheint. Ein Tag voller Wärme und Glück. Wir nehmen die Tischtennisplatte in Betrieb (hahaha – ein Sieg zum Saisonautakt!). Im Amselnest, das in den Weinranken direkt vor unserm Wohnzimmer gebaut ist, sind jetzt die kleinen Amseln geschlüpft. Mama und Papa Amsel sind unermüdlich im Fütter-Einsatz. Die ham auch ihrn Schaff.

Beim abendlichen Zappen durchs Fernsehen bleiben wir kurz bei Gina-Lisa Lohfink hängen. (Ja, genau, die die überhaupt nicht mehr aussieht wie sie selbst). Sie hat einen neuen Freund. Er ist der Halbbruder von Kevin Kuranyi. Das merkt man als er den Mund aufmacht: Er lispelt.

Friedhelm Funkel wird nächstes Jahr Trainer beim VFL Bochum. Graue Maus meets graue Maus? Find ich nicht – freu mich, das passt einfach. Nächstes Jahr kann man Friedhelm also endlich wieder aus vollem Herzen die Daumen drücken!

Montag, 24. Mai
Bob Dylan wird heute 69 Jahre alt. Bob und die Eintracht haben nichts miteinander zu tun – und irgendwie doch. Wenn ich bestimmten Leuten erzähle, dass ich Bobster bin, ernte ich die gleichen Reaktionen wie wenn ich erzähle, dass ich Eintrachtler bin: „Wie kann man nur?“ Man kann. Man kann ganz ausgezeichnet. Beides.

Dienstag, 25. Mai
Überraschend kündigt Roland Koch seinen Rücktritt für das Ende des Jahres an. Hessen wird umgehend zur befreiten Zone erklärt.

Die Grand Prix Woche beginnt. Lena singt mit Norwegermütze im Fjord von Oslo und abends läuft das erste Halbfinale. Es gibt viel zu sehen und zu hören. Überrascht stellen wir fest, dass Claudia Roth in diesem Jahr für Serbien antritt und balkan balkan singt. Wir lernen: „Opa“ heißt auf griechisch „Los!“ und staunen über den russischen Beitrag: Eine Band. An der Rampe ein melancholisch aussehender junger Mann mit Schal um den Hals, der aussieht als sei er direkt einer Laienaufführung von Puccinis „La Boheme“ entsprungen. Er fängt an zu singen – tatsächlich er schmettert. Ein trauriges, trauriges Lied. Die russische Seele bebt. Er blickt sinnend auf ein Foto in seiner Hand. Lost and forgotten. Weiß nicht, wie ich das finden soll. Ist das ernst gemeint? Parodistisch?

***Erinnerungsflash.*** Unizeit. Wir sitzen spät abends – wie so oft – im Weinhaus Weinel, sind die letzten Gäste. Die Stimmung ist melancholisch, die Welt ist doof und das Leben schwierig. Wie immer ertönt die alldonnerstäglich in Kauf genommene leise Musik-Beschallung aus dem Lautsprecher. Gruselig. Was ist das?...aaah... Operette... woraus ist das nochmal? Stümmt. Der Zarewitsch. „Hast du dort oben vergessen um mich...?“ singt es aus dem Lautsprecher. Und wir singen mit. „Hab doch ein Heeeerz aus Lieb auch ich. Du hast dort droben die Englein bei dir. Schick doch eeeeeinen herunter zu mir.“ *** Erinnerungsflash Ende.***

Also, jetzt weiß ich, wie ich den russischen Grand Prix-Beitrag finde: Cool!

Mittwoch, 26. Mai
Neues von Jogis Truppe: Der Ballack-Ersatz Träsch ist jetzt auch verletzt und Thomas Müller fällt vom Rad.

Im Eintracht-Forum lese ich, dass Stefano Cincotta nach Oxxenbach wechselt. Wie bitte? Halte die Meldung zunächst für einen Scherz. Hä? Hieß es nicht: Ähnliches Talent links wie Sebi Jung rechts? Saß er nicht neulich auf der Bank, war auf dem Sprung in die erste Mannschaft? Brauchen wir nicht gerade einen LV? Mmh. Man muss nicht alles verstehen wollen im Leben.

Donnerstag, 27. Mai
Andreas Maier hat vor ein paar Jahren ein Buch mit dem Titel Wäldchestag geschrieben und im Wäldchestag so etwas wie die metaphysische Seele der Wetterau, Hessens und damit natürlich auch Frankfurts entdeckt. So ist es eigentlich nur folgerichtig, dass am Dienstag, an dem Roland Koch seinen Rücktritt erklärt hat, Wäldchestag war und dass Andreas Meier, ebenso wie der “Frankfurter an sich“ diesen Rücktritt also auch dort zur Kenntnis genommen hat. „Die Wahrheit liegt im Apfelwein.“ heißt der Bericht, den er heute in der Welt veröffentlicht und aus dem ich viel gelernt habe. Z.B., dass man auch in der Wald-Dorf-Schule die Titel von Politikern (fast) richtig lernt, dass man nach dem zehnten Apfelwein sogar Fremdworte richtig verwenden kann, dass der Rücktritt des "Bundesministers von Hessen" via Twitter-Ranking wie ein Bundesliga-Spieltag verfolgt werden konnte. Und dass, während im Internet noch über Roland Koch gezetert und kein gutes Haar an ihm gelassen wurde, man abends in Frankfurt beim Apfelwein schon so weit war, dass man im fast liebevollen Präteritum von ihm sprechen konnte: „Ich mochte Roland Koch“, sagt einer – ein Satz, der (so Maier) im Präsens nicht möglich gewesen wäre und die versöhnende Kraft des Apfelweins zeigt. "Im Internet muss man niemandem ins Gesicht schauen, anders als beim Apfelwein." Ach, wie schön.

Abends findet das zweite Grand Prix-Halbfinale statt. Der holländische Beitrag - Sieneke - scheidet aus. Och.

Samstag, 29. Mai
Doch, doch – obwohl sie jetzt so hochgehypt wird: Sie ist wirklich putzig. Und deswegen wird Lena Liebling wohl heute abend in Oslo den Grand Prix gewinnen. Direkt anschließend wird Stefan Raab zum König von Deutschland gekürt. Bei all diesem Treiben sollte aber nicht ganz vergessen werden, dass Caio heute Geburtstag hat. Herzlichen Glückwunsch!


*** to be continued ***

Freitag, 28. Mai 2010

Durchhalten!

So ungefähr sieht es im Moment auf meinem Schreibtisch (und ein bisschen auch in meinem Kopf) aus. „Abgabetermin!“ schreit es von links. "Abgabetermin!" schreit es von rechts. "Abgabetermin!" schreit es auch noch hinter mir. Da muss ich jetzt also durch, auch wenn von oben, aus der rotundschwarzen Wolke eine liebliche Stimme säuselt: „Hey…hallo...du da...kuck mal…. So viel wunderbares Material hat sich angesammelt… willst du nicht ein wenig schnipseln…?“

Jaaaaaaaaaaaaaaa, ich will. Aber erst muss ich den Berg noch ein wenig abbauen. Falls also hier jemand vorbeischaut, der von der Sehnsucht nach dem ultimativen Schnipsel-Erlebnis getrieben wird: Durchhalten! Die nächsten rotundschwarzen Schnipsel kommen, sie kommen sogar sehr bald. Und auch für die, die nicht Sieneke heißen und gerade „ fris verliefd“ sind, gilt bis dahin ganz einfach das gleiche wie für mich: Schalalischalala (Hilfe!)

Donnerstag, 27. Mai 2010

Kleines Fußball ABC - "N" wie "Nachwuchstalent"

Nachwuchstalent, das (sing.), auch: Nachwuchstalente, die (pl.): Oberbegriff für junge, begabte Fußballer, die auf dem Sprung in die erste Mannschaft eines Profi-Vereins stehen. (Im Unterschied hierzu s. a. → junge Spieler = Oberbegriff für junge, begabte Fußballer, die nie Nachwuchstalent waren, sondern gleich Spieler. Bsp.: → Beckenbauer, Franz → Messi, Lionel → Robinho → Körbel, Charly) Als finaler Talentnachweis eines Nachwuchstalents gilt: 1) Berufung in eine der Junioren-Nationalmannschaften 2) Auffem Platz.

In der Fußballwelt, in der alles zementiert ist, hat die → Nachwuchsförderung eine immer wichtigere Bedeutung. Statt „fertige“ Spieler für → „teuer Geld“ zu erwerben, werden junge Spieler frühzeitig aufgebaut oder entdeckt. Dabei kann man systematisch vorgehen (Bsp.: → Förderzentrum → Scouting) oder zufällig (Bsp.: „Der is gut – den hole mer.“) Nicht immer halten Nachwuchstalente das, was man sich von ihnen verspricht. Manchmal erweisen sie sich als Überflieger. Das erfreut, wenn man sie noch hat. (Mögliche Reaktion - Bsp. : „Ich habs schon immer gewusst.“ ) Das ist ärgerlich, wenn man sie nicht mehr hat. (Mögliche Reaktion - Bsp. : „Ich habs schon immer gewusst.“).

Die Integration von Nachwuchstalenten in bestehende Mannschaftsgefüge gilt als besondere → Qualität eines → Trainers. (im Unterschied hierzu s.a. → Verheizen) Je nach → Konzept des Trainers gibt es verschiedene Methoden der Heranführung: 1) Bei den Profis mit trainieren 2) Bei einem Bundesligaspiel auf die Bank setzen 3) Sporadische Kurz-Einsätze 4) Spielen lassen, vereinzelt auch überliefert als: 5): "Muss ich werfe."

Es gibt Vereine, die gelten als → Talentschmiede. Ein anderer Weg der Talentförderung ist: Verkaufen. Statt den eigenen Kader unnötig aufzublähen, können die → Nachwuchstalente dann bei anderen Vereinen, z.B. in der → dritten Liga zeigen, was sie können. Oder nicht. Und dann können wir ja immer noch sehen. S. hierzu auch: „Der is gut – den hole mer.“

Montag, 24. Mai 2010

WM in Sicht

Erkenntnis am Ende eines wunderbaren, sonnigen Pfingstwochenendes: Für den einen ist die Fußball-Weltmeisterschaft noch in weiter Ferne - der (oder die) andere hat sich unterdessen bereits die passende Kopfbedeckung besorgt:

Hey Mr. Tambourine Man

Es gibt ein paar Dinge in meinem Leben, die schon immer da waren und wohl immer da sein werden. Dazu gehört die Eintracht. Dazu gehört Bob Dylan. Während mir die Eintracht in die Wiege gelegt wurde, habe ich Bob ein paar gute Jahre später gefunden und seit dem bei mir behalten. Er ist nicht da. Für mich war er es immer.

"Everything passes, everything changes
Just do, what you think you should do"


Bob Dylan wird heute 69 Jahre alt. Ab Samstag ist er auf seiner Neverending Tour wieder in Europa unterwegs. Falls jemand da sein sollte, der ihn nicht erkennt – hier ein guter Tipp: Bob Dylan ist immer der mit dem Hut.

Danke Bob - für alles. Und: Mach’s gut. Man sieht sich.



“You always got to be prepared but you never know for what.”

Samstag, 22. Mai 2010

Nur mal so...

Lieber Fußballgott,
du weißt ja sicher, dass heute das Champions-League-Finale stattfindet, in dem Bayern München und Inter Mailand aufeinander treffen. Kann gut sein, dass es einige (viele?) Menschen gibt, die darauf hoffen, dass der FC Bayern heute noch einmal gewinnt und auch das „Triple“ holt. Kann gut sein, dass auch du vor hast, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. Ich möchte dich herzlich bitten, dir das noch einmal zu überlegen. Weil: Sie werden ja dann noch unerträglicher als sie es ohnehin schon sind. Auch ist die Welt nicht wirklich daran interessiert, ob es Trainer Louis von Gaal heute ein weiteres Mal gelingt, der Bierdusche zu entgehen bzw. welcher seiner lustigen Spieler eine List ersinnen wird, um ihn doch noch auszutricksen. Falls du meiner Bitte nicht nachkommen solltest und die Bayern trotzdem gewinnen, dann wäre es sehr nett, wenn du mir einen anderen Gefallen tun könntest: Bitte verhindere, dass im Hessischen irgend jemand auf die Idee kommt ein T-Shirt mit „Champions-League-Sieger-Besieger“ zu drucken. Die albernen „20. März 2010 - Historischer 2:1-Sieg gegen Bayern“-Schals sind schon doof genug.

Einträchtlich, r&s

Donnerstag, 20. Mai 2010

Kleines Fußball-ABC - Heute: "E" wie "Eurobbabogaal"

Abb. 1
Abb. 2

Eurobbabogaal, der (m): dialekt. für hdtsch: Europapokal, der. Liebevoll in den hessischen Wortschatz integrierte Sprach-Adaption. Im Frankfurtischen: Synonym und Inbegriff für „Traum von höheren Fußballweihen“. Anlässe zum Träumen (Bsp.:): Unverhoffte Siege gegen „große“ Mannschaften *** zwischenzeitliches „Kratzen an den vorderen Plätzen“*** Verpflichtung von → Ausnahmespielern, die zur Hoffnung auf ein Wiederaufleben der einst eminent hohen → Spielkultur der Frankfurter Eintracht berechtigen.

Ausdrucksformen: 1) Fangesänge (Bsp.: *singan* Eurobbabogaaaal, Eurobbabogaaaal *singaus*), 2) Vereinzelte Stellungnahmen von Spielern und/oder Offiziellen. Bsp.: „Ich schieße euch in den UEFA-Cup“ (anonym), „Es macht keinen Spaß immer nur im Mittelfeld zu spielen.“ (P. Ochs). 3) Allgemeine Euphorie und → Größenwahn, allzu häufig gefolgt von → Ernüchterung, irrgwse. häufig auch bezeichnet als → Realismus.

Bsp. für Erfolge der Eintracht auf europäischer Ebene (insbes.): 1960: Endspiel um den Europa-Pokal, bestes Vereinsspiel aller Zeiten (Eintracht Frankfurt : Real Madrid in Glasgow, Ergebnis: 3:6), 1980: UEFA-Cup-Gewinn (Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach, Ergebnis 1: 0). Kultstätte (nicht nur) für vergangene Erfolge (nicht nur) auf europäischer Ebene sind das → Eintracht-Archiv und das→ Eintracht-Frankfurt Museum. Zur Erinnerung bzw. aus Mangel an Realitätsnachschub werden im Museum regelmäßig tatsächlich statt gehabt habende Europapokal-Erfolge der Frankfurter Eintracht gefeiert und gewürdigt. Wohl dem, der dort dabei sein kann. Z.B.: Heute!
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Abb. 1: Poster von Philipp Waechter zur Erinnerung an den UEFA-Cup-Sieg am 21. Mai 1980 (Beilage zur Erstausgabe der „Diva vom Main“/Erstes offiizelles Fußballmagazin von Eintracht Frankfurt e.V.)

Abb. 2: Kurzer Ausflug in europäische Höhen (UEFA-Cup, Gruppenphase), aufgrd. des Erreichens des DFB-Pokalfinales in der Bundesligasaison 2005/2006.

Kleines Fußball-ABC - Heute: "G" wie "Griechen-Bomber"

Griechen-Bomber, der; ugs./yellow press für fußballspielenden Griechen (Stürmer, griechische Nationalmannschaft), der in der Regel bei → Eintracht Frankfurt spielt oder gespielt hat. Bsp.: → Amanatidis, Ioannis → Mantzios, Evangelos → Liberopoulos, Nikos → Gekas, Teofanis. Ausnahme: Charisteas, Angelos (derz. noch: → 1. FC Nürnberg). Spielanlage und persönliche Eigenschaften der Griechen-Bomber sind häufig sehr unterschiedlich. Bsp.: Mantzios: freundlich, unauffällig. Liberopoulous: integrativ, verantwortungsbewusst. Amanatidis: stolz, wild, kampfstark. Gekas: ? Den Griechen-Bomber zeichnet es aus, dass es einen Zeitpunkt in seiner Karriere gab, in der er viele Tore erzielt hat. Was ihm einen gewissen Ruf verleiht. In seiner Ur-Form gibt er immer alles und wird dafür geliebt (Bsp. Amanatidis = „Kapitän der Herzen“), wird aber durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen (Bsp. ebso. Amanatidis).

Wenn er ein bestimmtes Alter (i.e.: +/- 30) erreicht hat, wechselt der Griechen-Bomber aus Griechenland in die Bundesliga, um dort Eintracht Frankfurt mit seiner Erfahrung weiterzuhelfen (Bsp.: Mantzios, Liberoupoulos). Mitunter befindet er sich bereits seit geraumer Zeit in der Bundesliga, wechselt zunächst hierhin und dorthin und kommt erst dann zu Eintracht Frankfurt, wenn er anderswo abgestiegen ist oder ausgemustert wurde, was immer noch ausreicht, um die Qualität bei Eintracht Frankfurt zu verbessern (Bsp. Gekas).

Bei griechischen Toren gerne getrunkenes Getränk: → Ouzo, der (= Anis-Schnaps. Brrr).

Bei griechischen Toren gerne gespielte Musik: → Sirtaki, der (= Tanz in der Reihe mit den Armen über der Schulter des Nachbarn). Abwarten.

Nachtrag:
Verwandte Begriffe s.a.Griechen-Koloss, der: andere Bezeichnung für Sotirios „Sotos“ Kyrgiakos, Ebenfalls: griechischer Nationalspieler, ebenfalls: ehemals → Eintracht-Frankfurt. Der → Hüne sorgte durch seine körperliche Präsenz für Aufsehen und konnte es in Sachen Torgefahr durchaus mit seinen griechischen Stürmerkollegen(→ Griechen-Bombern, ebda.) aufnehmen. Sein freundliches, aber bestimmtes Auftreten, insbes. gegenüber kleinen werderaner Spielmachern, ist sprichwörtlich und gilt bis heute als vorbildlich.

Montag, 17. Mai 2010

Die Wucht in Tüten

Wenn ich an Vietnam denke, fällt mir – wie vermutlich jedem – zuerst der Vietnamkrieg ein, die schrecklichen Kriegsbilder, die „Revolution“ von 1968, Urkeim aller späteren Politisierung. Und wie so oft mischen sich die Bilder der fürchterlichen Ereignisse auch mit allerlei Lächerlichem und Kuriosem. An der Mainzer Uni erzählte man sich noch Ende der 1980er/Anfang der 90er Jahre wie das damals war, in den 1970ern, als die Revolution endlich auch in Mainz angekommen war. Ein kleiner Trupp von Studenten „stürmte“ , so hieß es, das Rathaus und hisste eine rote Fahne. Im Sitzungssaal angekommen, hatte der Führer der revolutionären Front nichts eiligeres zu tun, als direkt von dort aus in Ha Noi anzurufen und Meldung zu erstatten: „Das Mainzer Rathaus ist besetzt.“

Der Stoff für die roten Fahnen, die zum Zweck der Revolution geschwenkt wurden, wurde übrigens damals - wie auch noch viele Jahre später - gekauft bei „Jacques Herrmann“ – einem alteingesessenen Mainzer Geschäft für Fassenachtsbedarf. „Jacques Herrmann – größtes Spezialgeschäft von Deutschland“ stand auf den Papiertüten, in die die Kostbarkeiten, die man dort erwerben konnte, verpackt wurden. Allein das war den Einkauf Wert, zumal ein Besuch bei Jacques Herrmann auch sonst so etwas war wie Eintauchen in die Welt von Mary Poppins: Ältere, grauhaarige Damen in Kittelschürzen standen hinter einem hölzernen Tresen, vor einer rückwärtigen Wand, die von oben bis unten aus Schubladen und gestapelten Kisten bestand, die die wunderlichsten Inhalte enthielten: Schnauzbärte, Haarteile, Pappnasen, Medaillen, Hütchen, Glitzerringe, Ohrringe, Taft, Klatschen, Tröten in allen Farben und Größen, Tüll und Taft, Täschchen, Mini-Fähnchen aller Nationen, Pokale, Glitzersteine – alles fein aufgereiht , einsortiert oder gestapelt in Laden und Kistchen. Wenn man in Mainz irgendetwas Abwegiges – sagen wir: einen viereckigen, karierten Luftballon - kaufen wollte - und nirgends etwas Passendes fand, gab es bis vor zwei Jahren nur einen Rat: „Versuche ses beim Jacques Herrmann.“ Und meistens hatte man dort tatsächlich Glück.

Aber ich schweife ab: Seit dem zurückliegenden Wochenende hat Vietnam nämlich für mich eine neue Facette. Das verdanke ich der Reise der Eintracht in dieses Land und der wunderbaren Berichterstattung darüber im Hessischen Rundfunk. Am Samstag saß ich – der Gewohnheit gehorchend und noch nicht auf Sommerpause eingestellt – nachmittags vor dem Radio, biss ab und zu in ein belegtes Brötchen, blätterte in der Zeitung und hörte mit halbem Ohr auf die Berichterstattung in HR 1. DFB-Pokalfinale, Frauen, Männer – who cares? – und dann – hoppla – es geht um die Eintracht: Dieter Sdun, ein Journalist, der die Reise der Mannschaft nach Vietnam begleitet hatte, war Studiogast und berichtete jetzt – noch vollkommen erfüllt von dem Erlebten – über die Reise. Da ich am Samstag das HR Heimspiel verpasste, konnte ich mir die bewegten Bilder seiner Erzählung erst heute anschauen. Und da waren sie, die Mopeds und Motorräder, die auf den übervollen Straßen Ha Nois scheinbar kreuz und quer durcheinander fahren. Bepackt mit Kind und Kegel, Kisten und Taschen. Traumwandlerisch sicher. Mittendrin ein Motorradfahrer mit einem Riesenstapel Kartons, obenauf ein Käfig, seitlich baumeln Brote und Pfannen. Ebenfalls mittendrin: die Eintracht-Spieler, die staunend durch die Straßen Ha Nois tappern. Stefano Cincotta, der Souvenirs kauft. Live-Bilder des vietnamesischen Fernsehens aus dem Stadion. Trainer Skibble bzw. (O-Ton Sprecher): "Skibbe, wie er richtig heißt." Der Trupp mitgereister Eintrachtler, von denen einer bekundet: Das heute, das sei einer der schönsten Tage seines Lebens gewesen. Ein absolut irres Gefühl – neuntausend Kilometer gereist und dann, im Stadion von Ha-Noi tatsächlich – tatsächlich – die Spieler der Eintracht auf den Platz kommen zu sehen.

Weiter nach Saigon bzw. Ho Chi Minh-City. Lichterketten, Leuchtreklame. Die Eintracht-Spieler beim Besuch einer Blindenschule, Patti Ochs, der einem kleinen Jungen auf den Sitz der Schulbank hilft, Oka, Halil, Sebastian Jung, die dem Fußballteam der Schule einen Satz Eintracht-Trikots überreichen (O-Ton des Sprechers: "Damit sie nicht mehr in den häßlichen Leibchen des AC Mailand spielen müssen." *g). Das Schulorchester, das – zum Teil in den gerade überreichten Eintracht-Trikots – der Mannschaft ein Ständchen bringt. Die blinden, fußballspielenden Kinder, die mit erstaunlicher Ballsicherheit trainieren, dem Geräusch des Balles, den Zurufen ihres Trainers folgen. Über allem eine graue, heiße, sichtbar über der Stadt hängende Schwüle.

Aus dem Bericht des HR-Fernsehens weiß ich jetzt auch, dass es dort, im Fernen Osten, wahr- und wahrhaftig einen „Leiter des Hessenbüros Vietnam“ gibt. Dr. Bui Cang Tho heißt der Mann. Er spricht nicht hessisch – das dann doch nicht - aber sehr passabel deutsch und findet den Eintracht-Besuch sehr gelungen: "Man hat sehr zufrieden, nicht nur die Leute, auch die Mannschaft." Und ich habe wieder einmal erfahren, dass es wirklich nichts gibt, was es nicht gibt. Denn: In Vietnam ist der Fußball-Fan ein Fußball-Fan, aber – in seiner Funktion als Bier-Trinker – gleichzeitig auch eine Ressource, ein Rohstoff-Lieferant. Da die von ihm - bekanntermaßen in nicht unerheblichem Maße - konsumierten Dosen direkt wieder weiter verwertet werden, wird das Bier im Stadion direkt beim Verkauf umgefüllt. Und zwar in Cellophantüten. Die Zufuhr zum Mund erfolgt per Strohhalm. Und wie schmeckt das? „Is okeee“ meint einer der mitgereisten Eintrachtler „Bisje warm. Abber is gut."

Gleich mal ausprobieren. Prost! (Arrrgrmpff)


Samstag, 15. Mai 2010

Kleines Fußball-ABC: "R" wie "Regen"

Regen, der (sing.): Witterung, die bei extremem Verlauf – ähnlich wie → Schnee - Einfluss auf den Verlauf eines Fußballspiels, insbes. auf die Beschaffenheit des Fußballfeldes nehmen kann. Es fällt → Regen. Syn.: regnen, nieseln, tratschen, schütten, wie aus Kannen (Kübeln) gießen, Hunde und Katzen regnen, vereinzelt auch (ugs./vulg.): schiffen. Ein durch Starkregen beschädigter Platz wird auch als Acker (ugs.) bezeichnet. Andere Bezeichnung für Regen an einem Spieltag: „Em Fritz sei Wedder“. Geht zurück auf →Fritz Walter, der besonders gern bei Nieselregen auf glitschigem → Geläuf antrat. (Abb. 1)

(Abb. 1 und 2)
Die Bespielbarkeit des Platzes wird vor dem Spiel vom → Schiedsrichter festgestellt. Ggf. kann versucht werden, die Nässe mit großen Walzen aus dem Rasen zu rollen (→ Entwässerung, die). Spiele, die bei starkem Dauerregen stattfinden, verlaufen häufig überraschend. Gründe (Bsp.): Ball dozt nicht/nimmt keine Fahrt auf/bleibt liegen/rutscht vom Fuß/rutscht Torwart durch die Hände u.v.m. Die Verletzungsgefahr für Spieler steigt. Legendäre Regenspiele (Bsp.): Deutschland – Polen (WM 1974, Waldstadion Frankfurt), Endstand: 1:0 * Viktoria Kelsterbach – Eintracht Frankfurt (7. August 2007), Endstand: 1:6. Spielabbrüche wg. Regen sind eher selten, aber kommen vor. Bsp.: Eintracht Frankfurt (U23) – 1860 München (12. Mai 2010), Abbruch beim Stand von 0:0 in der 17. Minute. Während früher dem, das Fußballspiel beobachtenden Zuschauer der Regen je länger je nässer ins Genick floß, wird der moderne → Fan heute in der Regel durch nicht minder moderne Dachkonstruktionen (s.a. → Arena, die) vor dem Regen geschützt. Ob dies eine Verbesserung darstellt, bleibt einstweilen offen.

Kur.: Um den Satz „Em Fritz sei Wedder“ zur allgemeinen Erheiterung einfließen lassen zu können, hält der Schriftsteller und Schauspieler → Harry Rowohlt Lesungen bei Regen besonders gerne in Kaiserslautern ab.

Abb. 1: Zuschauer im Regen
Abb. 2: Angemessene Regenschutzbekleidung
Abb. 3: Pfütze




Traditioneller Fangesang bei Regenspielen (erstmals urk.: Anfang der 1970er Jahre im Oxxenbachischen)

Donnerstag, 13. Mai 2010

Rotundschwarze Eintracht-Schnipsel 29. April bis 13. Mai 2010

Donnerstag, 29. April
Ein milder Frühlingstag und ein kühler Frühlingsabend, der immerhin warm genug ist, um draußen zu sitzen. Wir trinken ein Schöppchen in einem rheinhessischen Landgasthaus. Kurz zur Toilette, die mit Lautsprechern bestückt ist. Normalerweise erklingen hier – strange genug – sphärische Klänge. Heute kurze Schrecksekunde. Eine Stimme ertönt. Ein Vorleser. Ich lausche. Kann das sein? „...denk ich an Deutschland in der Nacht...“ Tatsächlich. Heine. Auf dem Klo. Flüchte zurück zum Spundekäs.


Freitag, 30. April
Am Fußballplatz im Nachbarort wird heute das frisch renovierte Sportlerheim nebst Sprenkleranlage für den Hartplatz eingeweiht. Nachmittags hat es kräftig geregnet, die Luft ist feucht. Überall Schwärme kleiner Mücken. Das zur Einweihung ausgetragene Frauenfußballspiel ist ein trüber Kick. Bin müde. Kein Bock mehr. Radele zurück nach Hause. Atme durch. Hallo Welt.

Samstag, 1. Mai
Heraus zum rotundschwarzen 1. Mai. Heute trägt die Eintracht ihr letztes Heimspiel der Saison aus. Gegen Hoppenheim. An diesem Tag – von wegen Tradition und Klassenkampf – ist ein Sieg doch nachgerade Pflicht und die Eintracht (ohne Russ, wieder mit Clark) führt auch schnell mit 1:0. In der Halbzeit überraschende Erkenntnisse: Unser netter DK-Block-Nachbar outet sich als ehemaliger Fast-Profi-Fußballer, der in der zweiten Liga gespielt hat. Leider wurde seine aufstrebende Karriere bereits in jungen Jahren durch ein rüdes Foul von Katsche Schwarzenbeck jäh und frühzeitig beendet. *Staun* So fern, so nah. Im Alltag versteckte Geschichten und Erinnerungen.

Beendet ist offensichtlich auch die Saison für die Eintracht. Die Hoppenheimer drehen in der Schlussphase der zweiten Halbzeit das Spiel und gewinnen durch 2 Tore von Prince Tagoe mit 2:1. Rückweg aus dem Stadion. Vorbei an Bratwurst Walter. Seitlich am Straßenrand, mit dem Rücken zu uns, steht ein Eintrachtler mit Kapp und Schal. „Kuck mal“, sage ich, „gnihihi – das sieht aus als ob der grade pinkelt.“ Ähem. Es sieht nicht nur so aus. Da ham wir ja nochmal Glück gehabt, dass wir hinter ihm vorbei laufen und nicht gerade auf der Straße vorne an ihm vorbei fahren.

Sonntag, 2. Mai
Ein Bekannter, Vater von fünf Söhnen, erzählt folgende Begebenheit: Vor ein paar Tagen, vormittags , erhält er einen Anruf von der Lehrerin seines mittleren (12-jährigen) Sohnes. Er ist in der Schule umgekippt. Einfach so. Keiner weiß warum. Der besorgte Vater eilt ans Krankenbett. Der Sohn hat sich inzwischen wieder berappelt. Drogen? Alkohol? Ach was. Ein Eier-Ess-Wettbewerb. Die 17 Eier wären es nicht gewesen – aber dazu die Mandelentzündung, das war zu viel. Und dann isser eben umgefallen. Immerhin: Gewonnen.

Montag, 3. Mai
Im „Kaufhaus auf dem Lande“ bei uns im Ort gibt es alles: vom Päckchen Nudeln über Schreibhefte bis zur Luftmatratze und zum „Kicker“ für den Herrn Kramny. Heimlicher Star des Geschäfts ist der kleine Enkel Ben - ja, genau, der, der Luca Toni so gut nachmachen kann. Wenn er zu Besuch ist und auf seinen dicken Beinchen durch das kleine Lädchen wackelt wickelt er sämtliche Kunden ein. „Ach wie goldisch!“ ruft Frau Hesselbach. „Ach, wie treu.“ Stimmt Frau Strubbelisch in den Ruf ein. Mein Mit-Adler ist nicht bereit, diesen Personenkult mitzutragen und begegnet Ben stattdessen von Mann zu Mann. „Na , Ben. Alles klar?“ Ben, verblüfft, bleibt vor ihm stehen und blickt nach oben, nickt: „Alles gut!“

Dienstag, 4. Mai
Ein Adler-Freund aus dem Forum nimmt heute beruflich an einer Sponsorenveranstaltung im Waldstadion teil. Offizieller Termin hin oder her – Adler-Outfit ist Pflicht und natürlich auch ein paar investigative Fragen an den Gast-Redner Heribert Bruchhagen. Ist die Eintracht eine graue Maus? Nein. Finanziell steht sie auf Platz 11. An der Konstabler Wache (sic!) auf Platz 3-5. So ist das halt. Ob seine kühl-rechnerische Ader seiner ostwestfälischen Herkunft – von wegen „stur“ versus „hessischer Lebensart“ – geschuldet sei? HB findet, dass die Mischung aus echten Frankfurtern und Außer-Hessischen der Eintracht ganz gut tut. Zumindest bekomme er – anders wie die Frankfurter Kollegen – beim Bäcker, beim Metzger oder in der Sauna nicht ständig Ratschläge oder Beschimpfungen zu hören, wie die Eintracht zu managen sei. Ob er sich über die Darstellung bzw. Nicht-Darstellung der Eintracht in den Medien ärgere? Nein, er ärgert sich nicht. Aber wo immer er Gelegenheit dazu hat, spricht er Ärgernisse (z.B. das Nicht-Tor-des-Monats von Caio) offen an. Das hört man gerne. Auch der anschließende Rundgang durchs Innere des Stadions bringt neue Einblicke: Die Spieler haben von ihrer Umkleide aus direkten Blickkontakt zum Spielfeld und zu den Rängen. Wir sind näher als wir denken.

Mittwoch, 5. Mai
Einer meiner Mit-Adler verfertigt gerade eine Facharbeit zum Thema "Fußball und Literatur". Wir sitzen und blättern, diskutieren, gickeln und schwätzen. Und lesen, wieder einmal:

Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht,
die den großen Gedanken vermochte, den
Knaben zu träumen, zu denken – und dann auch zu
Bilden mit dem schnellen, beseelten, jauchzenden
Füßen des Jünglings: Flink, flitzend,
Flirrend und flackernd – nicht lange fackelnd
Doch feuernd und feiernd; den fühlenden Herzen
Frankfurts zur Freude.
(Aus: Eckhard Henscheid, Hymne an Bum Kun Cha)

Das Deckblatt der Arbeit wird ein Foto von Jürgen Grabowski und Ror Wolf zieren. Ei. Was gibt es denn da noch zu interpretieren? „Alles drin, in eeenem Satz“, wie ein alter Freund und Literaturliebhaber aus dem Hunsrück zu sagen pflegte.

Donnerstag, 6. Mai
Wegen drei Nullen zu viel (ach, nur drei?) bebt die Börse. Michael Skibbe teilt zum wiederholten Mal und aus gegebenem Anlass in einer Pressekonferenz mit, dass es: 1) Im nächsten Jahr nicht einfach automatisch weiter nach oben geht. 2) Dass wir uns Ziele stecken müssen. 3) Dass wir uns verstärken müssen (und zwar: links hinten und vorne). Das wusste bisher noch keiner. Die TAZ interviewt den scheidenden Wehrbeauftragten der Bundesregierung. Er findet:Wir brauchen mehr Frontkultur.“ Herr Heesters übernehmen Sie.

Freitag, 7. Mai.
Gestern wurde im Eintracht-Museum an die jüdischen Eintrachtler erinnert, die von Nazis ermordet und in KZs umgebracht wurden. Für den ehemaligen Eintracht-Spieler Hans Rosenbaum und seine ebenfalls von den Nazis ermordeten Eltern werden heute in der Unterlindau Stolpersteine verlegt. Dort befand sich früher die Metzgerei der Familie Rosenbaum.

Trotz Mai ist es immer noch arschkalt, windig und es regnet. Da haben wir also den Salat, vulgo: Klima-Wandel. Erinnere mich an einen Cartoon aus den 80ern. Ein kleines dünnes Männchen steht in einem kleinen Raum, der dicht mit Menschen gefüllt ist. „Guten Ta!“ sagt das Männchen „Ich bin die Lehrerschwemme. Seit ihr der Pillenknick?“ Warum ich das hier hinschreibe? Na darum.

Samstag 8. Mai
Ein Tag wie aus dem Wimmelbuch. Plötzlich bricht die Sonne durch. Melancholie war gestern, heute hopst, rattert, radelt und springt alles durch die Straßen. Neben uns an der Ampel hält ein Cabrio mit offenem Verdeck. Am Steuer ein graubärtiger alter Herr mit Schiebermütze. Wie Snoopy. Blau-weiße Schalker flanieren durch die Mainzer Innenstadt, räkeln sich mit einem Bierfläschchen in der Sonne und haben sich in ihr Vize-Schicksal gefügt, obwohl – wie jeder weiß – Vize doch eigentlich Käse ist. Ein Alt-Freak in Jeans, T-Shirt, mit Gitarre, Rhythmustrommel auf dem Rücken und Schellen an den Füßen steht vor C&A. Er spielt, singt, trommelt. Here’s to you Mrs. Robinson. Sein Hund, ein wuschelig gesprenkelter Köter, liegt flach neben ihm in der Sonne und blinzelt müde unter seinem Fell hervor. In der ersten Reihe der Zuschauer: Ein korrekt gekleideter Herr, Anzug und Krawatte, neben ihm – aufrecht sitzend – ein gepflegter, distinguiert blickender Hund. Der Herr im Anzug mustert den Sänger, der kultivierte Hund mustert den Köter. So hat jeder sein Pläsier. Im Kaufhaus ist ein älterer Herr mit osteuropäischem Akzent im Gespräch mit einer Verkäuferin. „Sagen Sie bitte Ihrem Mann, er ist ein glücklicher Mensch.“ Sie strahlt. Zum Ausgleich gibt es direkt am Stand daneben Fieslinge – für nur 3 Euro. Huch. Ach so: Füßlinge.

Nachmittags verliert die Eintracht auch ihr letztes Saisonspiel. In Wolfsburg mit 1, 2, 3 zu Null. Ach nein: Mit 3:1 (Altintop, 86.). Der VFL Bochum steigt ab. Wie lange liegt eigentlich deren letzter Abstieg zurück? Schaue kurz im Netz nach. Die Spiele sind gerade mal zwei Minuten abgepfiffen. Im Wikipedia-Profil lese ich: „ VFL Bochum. Liga: Zweite Fußball-Bundesliga.“ Also: Ich finde das unheimlich.

Sonntag, 9.Mai
Mit dem 2:1-Sieg gegen den FCK gestern ist der U17 der Eintracht der Titel in der Süd/Südwest Junioren-Liga nicht mehr zu nehmen. Die Jungs von Alex Schur sind damit fürs Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Yep! Den 16. Juni jetzt schon einmal vormerken!

Die Bundesliga-Saison ist vorbei und damit auch die Saison in unserer virtuellen Rheinhessenliga. Es steht also auch endgültig fest, dass ich in unserem Fünferfeld in diesem Jahr keinen Medaillenplatz belege. Lange habe ich um die vorderen Plätze mitgekämpft, am Ende der Saison bin ich eingeknickt. Vierter. Bei der Gründung unserer Liga (Hilfe – das war vor über 15 Jahren) war unser Ziel, möglichst nah am realen Liga-Geschehen zu sein – das scheinen wir geschafft zu haben. Alles ist zementiert. Vorne stehen die Mannschaften, die auf große Namen setzen – auf den hinteren Plätzen die, die beim Einkauf eher auf No-Names setzen oder auf Spieler bestimmter, derzeit nicht unbedingt als „groß“ geltende Mannschaften. Das geht eine Weile gut, aber am Ende reicht die Qualität nicht aus, um sich endgültig an der Spitze zu etablieren Ja.Ja.

In unserer Lokalzeitung geben Dres. Laura & Rainer Buch die Geburt ihrer Tochter Leni Elisabeth Magda bekannt. Dres.? Ach so. *stirnpatsch* Doctores. Stimmt, das ist eine eminent wichtige Information im Zusammenhang mit einer Geburtsanzeige. Damit auch jeder gleich sieht, dass es sich hier um ein künftiges Prachtexemplar der Spezies Mensch handelt.

Montag, 10. Mai
Bleibt Heller? Bleibt Tsoumou? Bleibt Altintop bei der Eintracht? Diese Fragen sind noch nicht abschließend geklärt. Halil Altintop zeigt aktives Interesse an seinem weiteren beruflichen Werdegang und bekundet, dass die Verhandlungen „so weit ich weiß“ positiv gelaufen sind.

Im größten aller Western „Der schwarze Falke“ gibt es eine wunderbare Szene, in der eine geplante Trauungszeremonie in einer wilden Schlägerei endet. „Eine schöne Hochzeit ist es gewesen", meint einer der Gäste, „auch wenn niemand geheiratet hat.“ Diese Szene könnte das Vorbild gewesen sein, für eine Hochzeit, von der heute „kurz notiert“ der Polizeibericht in der Mainzer Allgemeinen Zeitung berichtet: Um kurz nach Mitternacht wurde die Polizeistreife zu einer Hochzeitsgesellschaft gerufen. Vor Ort traf sie auf 50 Hochzeitsgäste, die sich prügelten oder zumindest in lautstarke Streitereien verwickelt waren. Mit vereinten Kräften konnten die Polizisten die Gruppe beruhigen. Ein Gast wurde mit Nasenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht, die anderen kamen mit blauen Flecken und Stauchungen davon. Was war der Anlass für das muntere Treiben? Der für die Musikbeschallung zuständige DJ hatte sich geweigert, ein von einigen Gästen dringlich gewünschtes Lied zu spielen. Leider, leider erfahren wir nicht, um welches Lied es sich hier gehandelt hat. Wie wär's damit?



Dienstag, 11.Mai
Die Eintracht bricht heute auf zu einer Dienstreise nach Vietnam, um dort zwei Freundschaftsspiele zu absolvieren. Interessant, ja sicher. Aber auch anstrengend und mühselig. Wohl dem, der nicht mitreisen muss, weil er (z.B. aufgrund einer Zerrung oder wegen anderer Verpflichtungen) verhindert ist.

Heute ist ein guter Tag – anstrengend, schaffensfroh, geschäftig, wuselig, voller Arbeit, Ideen und Pläne. Ein sehr spätes Abendessen. Weiterarbeiten. Noch ein Schlafe-Bier. Ach du Scheiße – schon halb drei. Trete noch einmal ans Fenster und schaue in die dunkle, dunkle Nacht. Sprühregen. Die Bäume knarzen. Der Wind heult. Kalt. Steinmüde falle ich ins Bett.

Mittwoch, 12. Mai
Morgen findet das erste Relegationsspiel zur Bundesliga statt. Ich will, dass die Nürnberger drin bleiben, in der Bundesliga - aber auch den Augsburgern, allen voran Michael Thurk, würde ich den Aufstieg gönnen. “Eintracht Frankfurt ist mein Verein.” Bekundet Thurk in einem Interview der Frankfurter Rundschau. Auch, wenn seine Zeit bei der Eintracht nicht so verlaufen ist, wie er es sich gewünscht hat – nein, er hat es nie bereut zur Eintracht gewechselt zu sein. Er ist stolz, dass er eine Zeitlang das Adler-Trikot getragen ist. „Respekt für diese Aussage!“ „Großartig!“ ist die einhellige Meinung im Eintracht-Forum. Richtig, nur schade, dass dieser Respekt damals, als er bei uns gespielt hat, so oft gefehlt hat. (Das Bild von Michael Thurk entstand beim Trainingsauftakt zur Saison 2007/2008. Unten rechts: Der Hund von Albert Streit ,-)

Mittags gewinnt die Eintracht – unterstützt von einem später im Video laut hörbaren Trupp von ca. 30 Eintrachtlern – in Ha Noi gegen die vietnamesische Nationalmannschaft. Per SMS gibt es eine Live-Ticker-Verbindung ins Eintracht-Forum. Abends bibbern wir mit dem FC Fulham, der im UEFA-Cup-Finale steht, und vielleicht die einzige Chance seines Vereinslebens hat, einen großen Titel zu gewinnen. Leider. Wird nichts. Aber mein Mit-Adler entdeckt zum ersten Mal leise Sympathien für Hugh Grant, der als junger Mann Asisstenz-Platzwart bei Fulham war und heute mit einem Bier in der Hand auf der Tribüne sitzt und erkennbar leidet. Es geht de Mensche wie de Leut.

Donnerstag, 13. Mai
„Vatertag“ – ein Tag an dem traditionell allerlei Unfug getrieben wird. So auch in Bremen, wo ein Adler-Freund heute – ganz neutral mit Adler-Cap - als Schiedsrichter beim Spiel zweier Bremer Thekenmannschaften fungiert. Der Austragungsort ist ganz in der Nähe des Weserstadions, das Gelände ist weiträumig durch Polizeikräfte abgeschirmt. Wegen des Freundschaftsspiels? Naaaaaain, das gibt es nicht einmal in Bremen, sondern weil im Weser-Stadion Filmaufnahmen gemacht werden – der zweite Teil der Herr Lehmann-Triologie – Neue Vahr Süd – wird gedreht. „Na ja, zum Glück wohl nicht mit Hugh Grant“, meint mein Mit-Adler. Die gestern neugewonnene Sympathie scheint also nicht besonders nachhaltig.

So, jetzt genug geschnipselt und den Feiertag mit Herrn Lehmann ausklingen lassen. Wie heißt es doch gleich bei Sven Regener? "Das ist jetzt was fürs Leben: Immer dann trinken, wenn Zeit dazu ist. Wer weiß, was später dazwischen kommt." In diesem Sinne:

*** to be continued ***

Dienstag, 11. Mai 2010

Kleines Fußball ABC - "F" wie Freundschaftsspiel

Freundschaftsspiel, das (sing.); kann als → Testspiel, als → Vorbereitungsspiel oder einfach so (aus Freundschaft) ausgetragen werden. Je nachdem findet es vor, während oder nach einer → Saison statt. Freundschaftsspiele haben häufig einen guten Zweck: Sie dienen z.B. der Unterstützung regionaler Fußballvereine oder dem Gelderwerb. In der Regel werden sehr berühmte Mannschaften von weniger berühmten Mannschaften eingeladen (Bsp.: 100-jähriges Vereinsjubiläum, Einweihung des neuen Sportlerheimes, Benefizspiel, Verabschiedung verdienter Vereinsgrößen) oder sie reisen im Auftrag der → DFL in die → weite Welt, um dort den Ruf des deutschen Fußballs zu mehren und zu verbreiten. Häufig spielt eine Musikkapelle und der Stadionsprecher ist lustig.

Gegner in Freundschafts- oder Testspielen sind → Egelsbach, →Rödermark oder →Kelsterbach, ggf. auch →Real Madrid oder der →FC Chelsea, wohingegen Vorbereitungsspiele im Trainingslager in der Regel gegen den →Karlsruher SC ausgetragen werden. In Freundschaftsspielen werden häufig Spieler eingesetzt, die sonst nicht so häufig spielen. Das ist: Um sie zu motivieren und als Bewährungsprobe. Typische Ergebnisse in Freundschaftsspielen lauten 11:1, 15:2, 0:3 oder 1:1. Sie werden sehr ernst genommen und haben keine Aussagekraft. Ausgenommen für Spieler wie die früher einmal bekannten Brüder Förster ("Förster-Buben") des VFB Stuttgart. Die kannten - so erzählt man sich - keine Freundschaftsspiele.

So genannte →Fans nutzen Freundschaftsspiele als willkommenen Anlass, um Autogramme zu jagen. Für die Spieler ist dies eine gute Gelegenheit sich im →Reißaus-Nehmen zu üben. Bevorzugte und bewährte Methoden (Bsp.): sehr schnelles Laufen in die Umkleidekabine (auf direktem Weg oder im →Zickzack), Hechtsprung in den Bus, Flanken über die Bande. Hier besteht erhebliche Verletzungsgefahr. Je weiter entfernt von heimischen Regionen das Freundschaftsspiel ausgetragen wird, desto geringer. Alles.

Unsere Abbildungen zeigen typische Austragungsorte von Freundschaftsspielen.
Abb. 1a): In der weiten Welt
Abb. 1b): Regional

Abb. 1a) und 1b)

Nachtrag am 12. Mai um 17.45 Uhr: Vietnam - Eintracht Frankfurt 0:2 .

Sonntag, 9. Mai 2010

Kleines Fußball ABC - Heute: "S" wie "Saisonabschluss"

Saisonabschluss, der (sing.); auch: Saisonfinale, das (ugs. vereinzelt: Herzschlagfinale, insbes. bei besonders dramatischen Entscheidungen, Bsp. → Saison 1998/99 → Saison 2002/03). Begriff aus dem Sportgeschehen. Bezeichnet den Spieltag einer Wettkampfklasse (ugs. Liga) der am Ende einer → Saison vor der → Sommerpause stattfindet. In der Fußball-Bundesliga gleichbedeutend mit dem 34. Spieltag, dem häufig besondere Bedeutung zu kommt, da an ihm über → Meisterschaft, →Abstieg → Aufstieg und/oder → Internationale Plätze entschieden wird. Zum Saisonabschluss wird die → Abschlusstabelle erstellt, die dort notierten Tabellenstände sind bis in alle Zeit in den Jahrbüchern nachzulesen (Bsp. Bundesliga-Saison 2009/10: 9. Mainz 05, 10. Eintracht Frankfurt). Auch für die Mannschaften im → Niemandsland der Tabelle ist der Saisonabschluss traditionell ein besonderer Spieltag, an dem Mannschaft und Fans gemeinsam feiern und sich wechselseitig für das Erreichte bedanken. Feier- bzw. Abschiedsrituale (anlassbezogen): Bierdusche (Bsp.: Meisterschaft, Aufstieg), Verbrennen von Fahnen (Bsp.: Abstieg) Singen und Hüpfen vor/in der → Fankurve (Normalfall).

Der Saisonabschluss ist Anlass für ein Fazit. Abb. 1 verdeutlicht mögliche Stimmungslagen von Fans unterschiedlicher Mannschaften.


Abb. 1

Donnerstag, 6. Mai 2010

Die Saison 2009/2010: Ist!

Spätestens am letzten Sonntag war klar: Die Saison ist für die Eintracht gelaufen. Fast schien es als hätten alle darauf gewartet, die Bürgersteige hoch zu klappen. Strich drunter. Ist da noch was am nächsten Samstag? Schon, schon. Aber so richtig interessieren tat das keinen mehr. Es war die Woche des Fazit Ziehens, Ausblick Haltens - wer kommt? wer wird noch gehen? stecken wir in einer Sackgasse? wo ist der Weg nach vorn? Am letzten Samstag im Stadion habe ich mich fürchterlich darüber geärgert, dass der Mannschaft ausgerechnet auf den letzten Metern einer guten Saison die Luft ausgeht - im Laufe der letzte Woche habe ich mich dann selbst dabei ertappt, wie ich ebenfalls innerlich immer mehr abgeschaltet habe. Ok. Vorbei. Abhaken.

Heute abend, schlagartig, bin ich aufgeschreckt: Hey, was machen wir da eigentlich? So geht das nicht! It ain't over till the fat lady sings. Kann sein, dass die Eintracht-Welt nicht in ihren Grundfesten erschüttert wird, wenn wir am Samstag in Wolfsburg nicht gewinnen. Kann ebenso gut sein, dass es am Ende nicht wirklich wichtig ist, ob wir auf Platz 8, 9 oder 10 landen. Aber hey: Ich kenne eine Menge Adler, die sich am Wochenende noch einmal aus allen Himmelsrichtungen in Bewegung setzen, um unsere Mannschaft zu begleiten, sie nach einer guten Saison in die verdiente Sommerpause zu verabschieden und den einstelligen Tabellenplatz zu feiern. Und: Da draußen gibt es noch ein paar Mannschaften, für die geht es um echt noch was. Für die finden am Samstag die Spiele aller Spiele statt. Freiburg, Hannover, Nürnberg, Bochum kämpfen ums Überleben. Der FSV muss in der zweiten Liga noch darum zittern, am Ende nicht doch noch in der Relegation zu landen. Und wir machen einen auf easy going und egal? Nix da. Es ist irgendwie auch eine Frage des Respekts, dass auch wir bis zum Ende echt - und nicht nur irgendwie - mit spielen. Und ganz nebenbei auch noch eine Kleinigkeit klar stellen: Ich will, wir wollen in der Abschlusstabelle vor den 05ern stehen!

Deswegen die Bitte an unser letztes Aufgebot, an die, die am Samstag in Wolfsburg auf dem Platz stehen werden. Beendet die Saison so, wie ihr sie auch gespielt habt. Gebt noch einmal alles. Sieg!

"Mama You've Been On My Mind"

Wusel. Hektik. Arbeit. Der Wind rüttelt am Fenster, Regen plitscht und platscht. Sanft und grün das Licht, die Welt vor meinem Bürofenster. Fetzen des Gesprächs, das wir gestern spät abends geführt haben, huschen mir durch den Kopf. Zeit und Raum. Sein und Zeit. Mein Blick verfängt sich im Baum, der vor dem Fenster steht. Meine Gedanken schweifen ab…

...Geschichte …chronologische Abfolge von Ereignissen... Entscheidungen, Kämpfe und Schlachten… Fußballgeschichte: Eine Saison folgt der nächsten. Jahr auf Jahr. Spieler, Spiele, Ergebnislisten. Auch die individuelle Geschichte folgt diesem Zeitenlauf – und doch sind es häufig nicht die äußeren Ereignisse, die bleiben, sondern die Bilder und Geschichten, die mit ihnen verknüpft sind...

Ein wichtiger Mittelpunkt meiner Kindheit und Jugend war der Kirschbaum, der bei uns im Garten stand. Meine Großeltern hatten ihn gepflanzt als sie in das Haus einzogen, der Baum war ebenso alt wie mein Vater. Mein erstes Baby-Foto zeigt mich zusammen mit meinem Opa unter dem Kirschbaum. Als kleines Mädchen kletterte ich in den Baum und benutzte die unteren dicken Äste zum Turnen. Der Baum wuchs weiter, ich ebenfalls - die Astgabelung bildete jetzt eine Kuhle und wurde zur Leseecke. Im Frühsommer zentrierte sich das Leben unserer ganzen Familie um den Kirschbaum. Mein Opa und mein Vater waren damit beschäftigt, Kirschen abzumachen, meine Oma weckte sie ein, verarbeitete sie zu Marmelade. Überall große Körbe voller Kirschen, die zu Onkeln und Tanten und Nachbarn verbracht wurden. Und ich? Ich aß den ganzen Tag über Kirschen, am liebsten und eigentlich fast ausschließlich direkt vom Baum.

Auch zu meinen ganz frühen Fußballerinnerungen gehört der Kirschbaum. Ich sitze mit meinem Vater, der Fernseher läuft, die Flügel des Fensters sind weit geöffnet, es ist warm. Im Dunkel zeichnet sich draußen die Kontur des Kirschbaums ab. Im Fernsehen Fußball, vielleicht das Sportstudio? Zwischendurch klettere ich durchs Fenster – das Zimmer liegt im Parterre – nach draußen , um ein paar Kirschen zu essen. Von Innen die Fußballgeräusche aus dem Fernseher, leise, manchmal laute Stimmen. Wenn ich genug gegessen habe, stelle ich mich auf einen kleinen Mauervorsprung, mein Vater lehnt sich durchs Fenster und hievt mich wieder hinein.

Mein erster Besuch im Waldstadion – ich kann mich nicht mehr genau an das Spiel und den Gegner erinnern, weiß, dass die Eintracht nach einem Rückstand noch gewann – ist untrennbar verknüpft mit dem Bild von Buttermilch. Wir waren zu dritt – mein Vater, ein guter Freund und ich – mit dem Zug aus Rüsselsheim zum Stadion aufgebrochen. Der Zug hielt nicht am Sportfeld – wir fuhren durch bis Hauptbahnhof. Nur noch eine Viertelstunde bis Anpfiff – keine andere Wahl, wir mussten uns ein Taxi nehmen. Ein Herr, den wir im Zug kennen gelernt hatten, schloss sich uns an. Er trug einen dunklen Mantel, einen Hut und hatte – aus mir bis heute unerfindlichen Gründen – eine Plastiktüte bei sich, in der sich mehrere Packungen Buttermilch befanden. Kurz vor knapp am Waldstadion angekommen, verteilten wir die Buttermilch auf uns vier, um schneller laufen zu können. Der Herr ging uns unterwegs verloren – die Buttermilch blieb.

1992. Die lakonische, höhnische Dramatik des Spiels. Der nicht gegebene Elfer. Die Verzweiflung von Ralf Weber. Das Bild jedoch, das mir am nachhaltigsten in Erinnerung ist, stammt nicht aus dem fernen Aleschia, sondern aus unserer Küche. Ein baumlanger, lieber Adler-Freund, der zusammengekauert auf dem Fußboden sitzt und dem die Tränen die Wangen herunterlaufen.

1999: Das Übersteiger-Spiel – für mich fest verbunden mit dem Geruch von Erdbeerkuchen.

2001: Zweitligaspiel gegen Ahlen. Das Waldstadion noch als halbe Baustelle. Es regnet, ist kalt, die Treppen glitschig. Wir verlieren mit 2:1. Ich rutsche auf der Treppe im Block aus. Nass. Elend. Autsch. Ewiges Bild fußballerischen Elends: 10.000 bedröppelte Eintrachtler im Nieselregen und ein Trüppchen von ca. 50 Ahlener Fans, die lauthals singend das Stadion verlassen.

2003: Das letzte Spiel der Saison. Wir haben keine Karten mehr bekommen, bibbern und leiden zuhause. Nur noch zwei, drei Minuten bis zum Abpfiff. Vorbei. Alles vorbei. Sitze starr und steif auf dem Gartenbänkchen, über mir kreist ein kleines Motorflugzeug, das ein Banner hinter sich herzieht. „Mainz 05 – erste Liga wir kommen“ steht darauf. Aus dem Wohnzimmer ein Urschrei. Tor. 5:3. Ich stürze nach Innen.

...Ring ring. Das Telefon kreischt. Ploing. Sein und Zeit und Raum. Von wegen. Ich falle zurück in die Wirklichkeit. Welche Bilder werden es sein, die von dieser Saison, der Saison 2009/2010 bleiben? Ich hoffe, das Bild jubelnder Eintrachtler in Wolfsburg gehört dazu.


Sonntag, 2. Mai 2010

Doof.

Eigentlich war ich darauf eingestimmt, heute noch einmal einen richtig schönen, stimmungsvollen Blogeintrag zu verfassen. Von wegen: Emotionen. Gänsehaut. Adlerschwingen. Aber daraus wird nix. Pustekuchen. Gestern im Stadion war es nämlich nur eins: Doof.

Auf dem Anmarsch zum Stadion laufen hinter uns zwei ältere Herren, die ein Fazit der Saison ziehen: Wir stehen zwar im Moment da, wo wir stehen, aber eigentlich dürfen wir da nicht stehen, weil wir da nicht hingehören. Bestes Beispiel: Der Meier. Der hat nämlich sozusagen alle arglistig getäuscht. Schießt zehn Tore. Jetzt denken alle was wunder wir für einen genialen Spieler da haben. Dabei: Alles Quatsch. Nie wieder schießt der noch einmal zehn Tore in einer Saison. Im Leben nicht.

Wir lachen. Noch.

Das Stadion ist schon eine halbe Stunde vor Anpfiff gut gefüllt. Erwartungsvolle Stimmung. Wir wollen sie noch einmal sehen: Christoph Preuß, Markus Pröll, Nikos Liberopoulous, Jan Zimmermann. Wuschu. Danke sagen für die Zeit als Adler. Ihnen etwas mit auf ihren weiteren Weg geben. Aber mmh... Nur noch fünf Minuten bis zum Anpfiff. Ach, ja wirklich. Da kommen sie. Blumensträuße. Der Stadionansager sagt, dass er nicht mehr viel zu sagen braucht. Heribert Bruchhagen nuschelt ein paar Worte ins Mikrofon. Wuschu bedankt sich. Der sichtlich ein wenig aufgewühlte Markus Pröll greift noch einmal kurz nach dem Mikrofon. Beifall brandet auf. Das war’s? Tats
ächlich: Das war’s. Abgang. Narhallamarsch. Ach nein, das war ja letzte Woche. Jetzt also: Europa-Lied.

Das Spiel nimmt seinen Lauf und auch der Ball läuft ganz nett. Schwegler erzielt mit einem schönen Schuss aus 25 Metern das 1:0. Yep. Ja. Give me Five. Vielleicht legen wir dieses Mal ja doch noch irgendwie einen runden Saisonabschluss hin. Von Kombinationsspiel und Drang nach vorn ist zwar nicht viel zu merken, aber das Spiel wird ein bisschen energiegeladener, ruppiger. Das liegt vor allem an den Hoppenheimern. Kann das sein: Die nehmen das Spiel anscheinend ernst. Rangnick gestikuliert wild an der Seitenlinie. Merkwürdig. Es geht doch um nichts. Oder? Schwegler, Franz, Korkmaz müssen einiges einstecken. Ein am Boden liegender Hoppenheimer greift Franz da hin, wo es am wehesten tut. Er regt sich auf. Zu recht. Altintop liegt am Boden. Ochs steht. Aber Schwegler knüpft allmählich wieder an seine Leistung vor der Verletzung an. Clark spielt ganz ordentlich. Ümit wuselt und müht sich – der hat wohl nicht verstanden, dass wir heute keinen Fußball spielen. Meier.... Ja, wo ist heute eigentlich Meier?

In einem Fort biebt der Videowürfel. Überall fallen Tore, meistens für die falschen Mannschaften. Einige unserer DK-Block-Nachbarn sehen das anders. Hurra, hurra – jubelt der eigentlich-Bayern-aber-irgendwie-auch-Eintracht-Fan vor uns bei jedem Tor in München. Hurra, hurra - jubeln die beiden DK-Inhaberinnen vor uns bei jedem Tor in Hannover. „Unser Shopping-Paradies darf nicht absteigen.“ Würg.

Halbzeit. Und danach wird das Spiel erst richtig schön. Die Eintracht findet praktisch nicht mehr statt. Sind die platt? Haben keine Lust? Können sie nicht besser oder wollen sie nicht? Liegt es daran, dass Schwegler nicht mehr auf dem Platz ist, auch Üüüüümit angeschlagen raus muss? Die Hoppenheimer sind spritziger, aggressiver. Unsere Jungs scheinen Blei in den Beinen zu haben. Stimmt ja. War eine lange Saison. Saisonziel erreicht. Luft raus. Hätten wir eigentlich selbst drauf kommen können. Sind ja selbst schuld, wenn wir diesen 1.Mai-Nachmittag ausgerechnet hier im Waldstadion verbringen müssen. Was steht auf den Zettelchen der Glückskekse, die HR 3 am Eingang verteilt hat? "Mailand oder Madrid. Hauptsache Hessen." Oder:„Wo ein Ball ist, ist auch ein Tor.“ Man könnte hinzufügen: „3 mal ist des Meiers Recht.“ Denn nach zwei nicht gegeben Abseitstoren, versemmelt Alex auch die dritte Chance. Freistehend vor dem Tor. Aus knapp 8 Metern. Es war nicht sein Tag. Und so kommt, was kommen muss. Prince Tagoe. Zum ersten. Und zum zweiten. Chris hätte doch nur... Oder hätte Fährmann? Aber das ist eh schon egal. Abpfiff. Wir haben unser letztes Heimspiel der Saison in den Sand gesetzt. Wie gewohnt. So ein Scheiß. Trotzdem sind wir um eine Erkenntnis reicher: Schlimmer geht’s immer.


Das findet anscheinend auch die Mannschaft. Denn nachdem sie in den letzten 45 Minuten keine Lust hatte, Fußball zu spielen, hat sie jetzt auch keinen Bock auf eine Stadionrunde. Kurzer Ausflug in die Fankurve – und Tschüss. Aber stimmt: Das Danke Sagen war ja wirklich überflüssig – das hatten sie ja schon während des Spiels erledigt. Per Leuchtschrift an der Bande: Patti sagt Danke. Faton und Ümit sagen Danke. Wuschu sagt Danke. Chris und Caio sagen Obrigado. Der Lange sagt Danke. Und Fabi, Andi und Michael auch.

Ich sage noch einmal das, was ich gestern nach dem Spiel an zwei Adler-Freunde gesimst habe: Doof war es gestern im Waldstadion. Richtig doof. Schade.


Samstag, 1. Mai 2010

Heraus zum rotundschwarzen 1. Mai!

Gerade einmal 6.000 Demonstranten werden heute zur 1. Mai-Kundgebung am Römer erwartet. Knapp über 50.000 Menschen werden es heute nachmittag im Waldstadion sein. Das hat auch erste-Mai-mäßig seinen Sinn, denn: Auch draußen im Wald werden berechtigte Forderungen vertreten.

Erstens: Pro Waldstadion (von wegen "Commerzbank-Arena"). Und zweitens: Gegen die Zweiklassengesellschaft in der Bundesliga. Dazu passen auch die beiden Gegner, die sich heute im Waldstadion gegenüberstehen: Auf der einen Seite: "Geld schießt Tore" aus Hoppenheim (hahaha - von wegen). Auf der anderen Seite die Eintracht, die sich das Motto "Nichts ist zementiert. Alles ist möglich." auf die rotundschwarze Fahne geschrieben hat. (Na ja: Die Buchstaben könnten ruhig noch ein bisschen fetter sein).

Auch im Waldstadion werden heute übrigens Reden gehalten. Dabei geht es nicht ums Kämpfen, sondern ums Fare-thee-well und Danke-Sagen. An Jan Zimmermann. Markus Pröll. Nikos Liberopoulous. Christoph Spycher. Und an Christoph Preuß.

Adler lasst das Glotzen sein - kommt ins Stadion, reiht euch ein ,-)