Montag, 30. Juni 2014

WM-Schnipsel (4): Elfmeterschießen

Der Elfmeterschütze ist der einsamste Spieler der Welt? So heißt es. Ja. Und doch ist mir gestern beim Spiel zwischen Griechenland und Costa Rica erst  so richtig klar geworden,  dass es auch beim  Elfmeterschießen aufs Team ankommt.  Ein gutes Händchen bei der Auswahl der Schützen? Wer ist sicher und selbstbewusst genug? Wer traut es sich in genau diesem Moment zu?  Alles richtig, alles wichtig. Trotzdem: Dass Costa Rica sich gestern gegen Griechenland durchgesetzt hat, das war der Sieg einer Mannschaft, die auch zum Elfmeterschießen gemeinsam angetreten ist.  

Freitag, 27. Juni 2014

WM-Schnipsel (3): Halbzeit

Es ist Freitag, der 27. Juni 2014.  Wenn ich mir meinen heutigen Mail-Postkorb anschaue, komme ich ins Grübeln.  Bei  Zweitausendeins  gibt es Krimis im Angebot und wenn ich gleich drei auf einmal bestelle,  bekomme ich obendrauf  auch noch einen 1A Kulturbeutel (hä?),  der Hotel-Booking-Service vermeldet „Kerstin, es wird ein heißer Sommer“ und der Newsletter eines Veranstaltungsbüros  macht mich gleichzeitig per Mail darauf aufmerksam, dass in genau sechs Monaten Weihnachten ist. Hiiiiiiiiiiiilfe. 

Im fernen Brasilien ist  unterdessen WM-Halbzeitpause, während in Frankfurt Thomas Schaaf die Amtsgeschäfte als Eintracht-Trainer aufnimmt  und so langsam darf man darauf gespannt sind, wer und wenn ja warum und wie viele  Spieler am nächsten Freitag beim Trainingsauftakt erwartet werden dürfen.  Nils Petersen ist  nicht mehr, Nicklas Bendtner ist wieder und Marco Marin ist neu im Stürmer-Topf. Wechselt Stefan Aigner nach Hannover?  Um die Nachfolge von Kevin Trapp, der möglicherweise nach dieser Saison die Eintracht verlassen könnte, brauchen wir uns jedenfalls keine Sorgen zu machen. Ex-Torwarttrainer Moppes Petz wird sich, wie man hört,  jetzt als Scout speziell dieser Frage widmen. Wie wäre es mit Nachwuchstorhüter  Faryd Mondragon? Na ja, der ist bestimmt auch Holz bei der WM schon aufgefallen.

Apropos WM...

Sonntag, 15. Juni 2014

WM-Schnipsel (2): Das fängt ja gut an

Erstaunlich schnell hat die WM im Brasilien  Fahrt aufgenommen und hat sich in den sommerlich geprägten Tagesrrhythmus eingefügt.  Spannende, ansehnliche Fußballspiele, Schiedsrichterfehlentscheidungen, erstaunlich viele Tore, erste Überraschungen. Die Stimmung in den Stadien klingt wie Fußball früher. Aaaah und Oooh und Baaaah und zwischendurch schält sich ein Gesang oder ein Anfeuerungsruf aus der spielbegleitenden Kulisse. Schön.

Erste Verschwörungstheorien greifen um sich.  Sind die Brasilianer zum Sieg gepfiffen worden? Ich denke: Sie hätten am Ende auch so gewonnen. Und es ist nicht der erste falsche Elfmeter – und schon gar nicht der krassesete -,  der gegeben worden ist. Die Brasilianer werden im Turnier – ob mit oder ohne FiFA – weit kommen und die Kroaten hoffentlich trotz Niederlage ebenfalls die Vorrunde überstehen.

Dienstag, 10. Juni 2014

Rotundschwarze WM-Schnipsel (1)

Auf fast schon unheimliche Art nähert sich die WM und  täglich zieht sich die WM-Schlaufe -  fast schon generalstabsmäßig - ein Stück weiter zu. Die Dosis an Vorberichten, historischen Rückblicken und Satire-Sendungen wird täglich erhöht. Auch die privaten Vorbereitungen gehen jetz allerorts  in die entscheidende Phase:  Bereits seit zwei Tagen hat  der Nachbar links von uns sein Auto mit einem Fähnchen und mit Ohrenschützern dekoriert, gestern habe ich die ersten gehissten Fahnen im Ort entdeckt. Auf dem Parkplatz vor dem Schwimmbad  nimmt die Zahl der Schland-geschmückten  Fahrzeuge täglich zu und  direkt  bei uns am Ortseingang wehen- hinter einer hohen Hecke, aber dennoch gut sichtbar auf hohen Masten zwei portugiesische Flaggen im Wind. Dürfen die das?

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat die beschwerliche Anreise nach Santo André erfolgreich bewältigt, auch Foyer-Pinkler Kevin Großkreutz darf in Brasilien mitspielen; Marco Reus kann leider nicht, aber Miroslav Klose – the one and only Stümer – wird es schon richten. Die ersten Bilder von vor Ort - und einmal  mehr frage ich mich, ob das alles echt ist, was wir im Fernsehen und in Facebook zu sehen bekommen. Schon in Südafrika hatte ich das Gefühl, dass die merkwürdig aseptischen, ach so bunten Fanszenen nicht im Stadion, sondern vorab im Studio (vielleicht in Köln-Portz?)  gedreht worden sind: Pittoresk gecastete Zehnergruppen in  paritätisch besetzten, dennoch unterschiedlichen Zusammensetzungen, wild kostümiert,  ausgestattet mit Vuvuzuelas. Je nach Spielpaarung werden die entsprechenden Fahnen geschwenkt. Tröööööööööööt.

Sommerpausen-Pause

Bei 34 Grad stecken wir wahr- und wahrhaftig  mitten in der Sommerpause. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Worte nicht immer das bedeuten, was man vermuten sollte. Sicher ist: Ein gutes Drittel der fußballfreien Zeit liegt hinter, die Fußball-Weltmeisterschaft vor uns – ein guter Zeitpunkt, um ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. 

Die Ära Schaaf bei der Eintracht hat so weit recht ordentlich angefangen: Wir wollen auch in der kommenden Saison nicht absteigen. Und wir fahren nach Berlin. Das ist doch schon mal was. Nur schade, dass auf dem Weg dorthin immer mehr Schäfchen abhanden kommen. Armin Veh hat uns bereits wegen der besseren Perspektive in Richtung Stuttgart verlassen, Sebi Jung und Pirmin Schwegler suchen Perspektiven in Wolfsburg und  Joselu findet sie in Hannover, obwohl er sich doch eben noch so wohl bei uns gefühlt hat. Auf der Haben-Seite verbuchen wir Timothy Chandler, den wir als  zurückgekehrtes „Eigengewächs“  willkommen heißen, während die Nürnberger ihn als „Söldner“ beschimpfen. So ist halt tatsächlich alles eine Frage der Perspektive.