Freitag, 30. Oktober 2015

Ein bisschen Spaß muss sein

Da ist er wieder, der fatale Satz von den "mindesten Drei, die wir hinter uns lassen müssen", den Armin Veh immer dann aus der Schublade seiner großen Erfahrung holt, wenn die zuvor ausgegebenen Ziele - wahlweise: oben festsetzen, oben mitspielen, an den Europa-Plätzen kratzen - von den Tatsachen ad absurdum geführt worden sind. Und wisst ihr, was das lustige ist? Hey, das macht gar nichts. Weil das ja eigentlich normal ist und wir sowieso nur dann, wenn, also...die Einstellung... bei allen...und natürlich  die Leistung...was aber nicht heißt, dass der Charakter, weil der....ihr wisst schon... Jedenfalls: Genau der richtige Zeitpunkt, um - bevor Armin Veh selbst wieder drauf kommt - ein weiteres Veh-Zitat mal wieder nach oben zu holen: "Vielleicht sind wir nicht so gut, aber charakterlich sind wir in Ordnung."

Heute spielt die Eintracht gegen den FC Bayern.Ohne Spaß geht es nicht. Meint Armin Veh in der PK vor dem Spiel und der Mann hat auch hier, wie so oft, recht. Das Stadion ist ausverkauft, die Luft brennt und  - heissa - vibriert in freudiger Erwartung. Wenn der FC Bayern im Waldstadion zu Gast ist, reiche ich meine Dauerkarte in der Regel weiter und mache einen Bogen um das Stadion. Wie es ein freundlicher Zufall will, geht das heute nicht und ich habe also das Glück, dabei sein zu dürfen und den Spaß live zu erleben. Dabei vertraue ich voll und ganz - nein,  nicht auf die Eintracht, wieso auch? - , sondern auf mein Tageshoroskop. Es lautet:

"Heute erwartet Sie ein ruhiger Tag, der Ihnen die Möglichkeit gibt, sich auf die gewöhnlichen, eher unspektakulären Dinge zu konzentrieren. Da Sie überdies über ein sehr ausgeglichenes und zufriedenes Gemüt verfügen, können Sie sich an diesem Tag entspannt zurücklehnen und die kleinen Freuden genießen, die das Leben nun in ausreichender Anzahl für Sie bereithält."

In diesem Sinne: Viel Spaß!

Es geht um den Tofu

Jetzt ist es also raus, was uns  Jahrzehnte, Jahrhunderte, ja: Jahrtausende lang verschwiegen wurde: Wurst ist krebsgefährdend. Um weitere akute Bedrohungen der Bevölkerung auszuschließen, sind umgehend erste Gegenmaßnahmen eingeleitet worden:

In Restaurants werden so genannte Fleischfresserzonen eingerichtet, die durch eine geruchsdichte Schutztür vom Essbereich abgetrennt sein müssen. Dadurch  wird vermieden, dass etwaige Dämpfe und Gerüche in den klimaneutralen Nahrungsaufnahmebereich vordringen. So sollen insbesondere Kinder geschützt werden. Denn auch Co-Wurstesser sind potenziell gefährdet, entsprechende Dämpfe könnten z. B. Suchtsymptomatiken verursachen.

Um Doppelbelastungen auszuschließen, sollte der Wurstbereich zudem vom Raucherbereich getrennt werden.

In geschlossenen Räumen, die nicht ausdrücklich als Wurstbereich gekennzeichnet sind, ist der Verzehr von Wurst verboten.

Samstag, 24. Oktober 2015

"Und was meint ihr?"

Not macht erfinderisch. Hat meine Oma immer gesagt. Allerdings war dabei nicht die Rede vom Fußball, sondern davon, aus wenig oder gar nichts möglichst viel zu machen. Mmh – passt also doch.

Heute spielt die Eintracht in Hannover, erfahrungsgemäß nicht gerade unser Lieblingsgegner. Dort werden wir  – wie überall zu lesen war – runderneuert auftreten.  Wir "stellen uns neu auf". Ein "neues Denken" hat Einzug gehalten. Die Leistung im Spiel gegen Gladbach war zwar "nicht bundesligareif", eine Änderung ist aber trotzdem "kein unüberwindbares Hindernis" Statt Raute und offensivem Ballbesitzfußball steht jetzt die Verstärkung der Defensive auf dem Plan. Mir erschließt sich nicht ganz, wie man etwas, das nicht vorhanden war, ändern will, aber möglicherweise schließt ja das Nicht-Vorhandensein trotzdem die Möglichkeit des Werdens ein. Wir werden sehen.

Samstag, 17. Oktober 2015

Punkten gegen die schlechte Stimmung, ohne Erwartungen zu wecken, aber statistisch erwiesen

Jürgen Klopp trainiert jetzt den FC Liverpool.  Stefan Effenberg trainiert den SC Paderborn und Armin Veh trainiert die Frankfurter Eintracht.  Das ist weder "special", noch "new", schon eher "old" oder "normal". Und deshalb haben wir in den vergangenen beiden Wochen, obwohl das gar nicht notwendig war, an unserer Physis und Fitness gearbeitet. Immerhin: schaden kann das nichts.

Heute also gegen Gladbach. Alle Spieler, die auf Länderspielreise waren, sind wohlbehalten wieder in Frankfurt gelandet, darunter auch Carlos Zambrano,  der verletzt abgereist ist, zwei Spiele absolviert hat und gesund zurückgekehrt ist. Sache gibt's. Makoto Hasebe fährt nicht mit nach Gladbach, sondern stattdessen in die Eifel oder auch sonst wohin. Als Innenverteidiger  werden - weil Carlos zwar gesund, aber müde ist - Marco Russ und David Abraham auflaufen. Sonstige Aufstellung? Ätsch, weiß ich schon - sag ich aber nicht.

Also dann: Intensive Wiedergut... Heimspielsieg und sonst gar nix!

Vegane Inder

Bei der Auswahl geeigneter Fußballer und der Vorbereitung derselben auf ein anstehendes - sagen wir - Bundesligaspiel spielen fußballerische Gesichtspunkte vereinzelt  (noch) eine Rolle. Hauptsache ist jedoch, dass marketing- und ernährungsphysiologische Gesichtspunkte strengstens beachtet werden.

Nach der erhellenden Lektüre eines Artikels über vegane Ernährung im Profisport, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Einhaltung folgender Vorgaben dringend geboten und in der entsprechend angemessenen sprachlichen Form zu vermitteln ist.

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Gebrauchsanweisung zur Zusammenstellung eines Bundesligakaders und zur Inbetriebnahme der Spieler

Samstag, 3. Oktober 2015

Schlüsselspielgedanken

Ich mag es nicht, wenn Feiertage auf einen Samstag fallen. Ein Feiertag mitten in der Woche - das ist eine ordentliche Sache: ein geschenkter Tag. Ein Feiertag am Samstag ist, als ob im Wochenablauf etwas fehlt. Behandelt man den Samstagsfeiertag jetzt wie einen Samstag (ein - zumindest in meinem Kosmos - wunderbarer und wichtiger Tag)? Oder ist der Samstag schon der Sonntag, während der Sonntag dann - mmh.. ja, was ist der denn dann eigentlich...?

Einerlei ob Samstag oder Sonntag: Es ist Fußballtag. Immer noch scheint und scheint die Sonne und der Spätsommer hält, was der Sommer bereits versprochen hat.  Die Eintracht spielt in Ingolstadt. Ein Schlüsselspiel, in dem es darum geht, ob wir nach oben schielen dürfen oder erstmal unten festhängen. Das hat erstaunlicherweise unser Trainer selbst verkündet und ich kann mir nicht helfen: Es ist, als ob man der möglichen Kritik nach dem Spiel vorher schon den Wind aus den Segeln nehmen möchte (von wegen "Hauptsache drei hinter uns lassen"...) Jedenfalls wird es spannend sein, ob wir im Schlüsselspiel einen Schlüssel zum Spiel finden.

In dieser Woche habe ich irgendwo einen Ausspruch eines amerikanischen Literaturkritikers gelesen: "Man sollte Bücher, die man besprechen will, vorher nicht lesen -  sonst ist man nicht mehr unvoreingenommen."

Ein Satz über den man, wenn man will, lange nachdenken kann. Möglicherweise trifft er auch auf den Fußball und auf den Spielbericht zum Spiel der Eintracht in Ingolstadt zu? Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders und wir sagen hinterher gemeinsam mit Horst Heldt: "Wer das vorher gedacht hätte, hätte es nicht für möglich gehalten."

In diesem Sinne: Schlüsselspielsieg und sonst gar nichts!