Montag, 30. Januar 2012

Kalt, aber Sonny

In der vergangenen Woche habe ich ein wenig gekränkelt. Hustschniefröchel. Nicht die idealen Voraussetzungen, um sich am Sonntag bei Minusgraden ins Stadion zu stellen – aber als sich am Donnerstag die Kunde vom Testspiel gegen Lausanne verbreitete, war klar: Ich bin dabei. Richtig erleichtert war ich – Genial. Ein attraktiver, ernst zu nehmender Gegner. Eintritt frei. „Kommt alle.“  Das klang fast zu schön, um wahr zu sein. Mag sein, dass die Idee eher aus der Not als aus positiver Energie heraus geboren worden war. Vielleicht hat ja tatsächlich auch die negative Resonanz auf das nicht-öffentliche Spiel gegen Aalen Wirkung gezeigt. Warum auch immer: Endlich ein Signal. So als hätte „die Eintracht“ ein Einsehen gehabt – als hätte irgendjemand grad noch so kurz vor rechtzeitig gemerkt, dass Euphorie nicht verordnet werden, sondern nur durch gemeinsame Erlebnisse geschaffen werden kann. Yep. Jetzt. Wir. Ready to takeoff. Wir sind da. Bereit zum Endspurt um den Aufstieg. Restrundensaisonauftakt.

Höchst erwartungsvoll starte ich in den grauen Januartag. So viel Porzellan zerdeppert, so viele negative Vibes die letzten Wochen. Helmes-Gedöns ohne Ende. Es kommt mir vor, als sei es hundert Jahre her, seit wir gegen Fürth gespielt haben. Seitdem sowviel gehört, gelesen, geschwätzt. Jetzt endlich wieder Fußball, endlich ein Gefühl für die Mannschaft bekommen. Selbst sehen, ob das was wird und wo wir stehen. „Bist du auch warm genug angezogen?“ fragt mich mein Mit-Adler, der heute leider nicht mit dabei sein kann. Ja. Bin ich: Strumpfhose. Lange Hose. Shirt. Kaputzenpulli. Fleece. Sweater. Jacke. Schal. Noch ein Schal. Noch ein... Nein, nicht: Noch ein. Ich fahre ja nicht zum Nordpol.

„You may fool the rest oft he world, but you know that i know“ singt Jack White. Silbrig-grauer Himmel, feine Nebelschwaden, kahle Bäume. Die Straßen sind leer und – wutsch – bin ich in Frankfurt. Statt - wie an Spieltagen – bis zur Mörfelder Landstraße durchzufahren, biege ich seit langer Zeit einmal wieder beim Waldparkplatz ab. Hoppla – das Gelände ist ziemlich gut gefüllt. Überall rotundschwarze Trüppchen. Viele kleine Kinder, verpackt wie Eskimos. Ein paar Ordner an den Eingangssschleusen, kurzer Check. Sogar eine kleine Schlange hat sich gebildet. „Da, das Stadion. Da ist das Stadion,“ schreit ein kleiner Junge neben mir und rennt los. Er hat recht – da ist es, das Stadion -  rund und schön. Musik ertönt. Frostige, aber freundliche Stimmung. Der Unterrang der Gegengeraden ist ziemlich gut gefüllt, die Westkurve etwas spärlicher, seitlich sind Lücken. Fahnen, ein paar Banner. 4 oder 5 Tausend werden es insgesamt schon sein.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Mobiler Self-Service

Heute morgen ist die Mannschaft der Eintracht aus dem Trainingslager zurückgekehrt und  in Frankfurt gelandet -   hoffentlich nur, um bald wieder mit uns zusammen abzuheben. Bei der letzten Trainingseinheit am Dienstagnachmittag in Katar  hat Armin Veh sich auf die Tribüne zurückgezogen und die Trainingsgestaltung der Mannschaft bzw. drei Mannschaftsdelegierten überlassen. Das „Train yourself“ war – davon gehe ich zuversichtlich aus - eine Fun- und Teambuildingaktion und nicht etwa eine ernsthafte Alternative für künftige Trainingseinheiten, obwohl man schon ins Grübeln kommen kann - self service liegt ja überall und in allen Bereichen im Trend und endet nicht selten in einer telefonischen Endlosschleife. „Wenn Sie weitere Fragen haben, drücken Sie bitte die 1.“

Eine putzige, und immer weiter verbreitete Sache ist auch der „Self Check out“. Als ich diesen Begriff vor noch nicht allzu langer Zeit zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich, er hängt mit dem für das Jahr 2012 prophezeiten Weltuntergang zusammen . „Self check out“ wäre dann so etwas wie der rote Selbstvernichtungsknopf im Sinne von „Der Letzte macht das Licht aus.“ Aber jetzt weiß ich: zum Glück:  Hat damit gar nichts zu tun. Self Check out bezeichnet das „selbstständige Scannen und Kassieren durch den Kunden“ und gehört also zu den Errungenschaften der Neuzeit, die einem als Vorteil, als zusätzlicher Service, gar als kundenemanzipatorischer Akt verkauft werden („Selbst ist der Kunde.“), aber eigentlich nichts anderes bedeuten als „Mach deinen Scheiß doch alleine.“ Immerhin ist - zumindest in „neuer Generation“ – für einen gewissen Komfort gesorgt. Der „Transaktionsfluss ist logisch und intuitiv“ – das ist tröstlich zu wissen.

Um lästigen Begegnungen mit tatsächlichen Menschen zu entgehen, braucht man also nicht online einzukaufen, sondern kann stattdessen beispielsweise seine Brötchen in der Back-Factory kaufen: Keine überflüssigen zwischenmenschlichen Kontakte oder wie auch immer geartete sprachliche Artikulationen sind mehr notwendig, um ein Croissant, en Weizenmischbrot oder ein Mohnbrötchen zu erstehen. Nur du und dein Brötchen. Warenklappe öffnen, Brötchen rausholen, scannen und abkassieren. Abkassieren? Tatsächlich: Abkassieren, ein weiterer Vorteil dieser Errungenschaft besteht darin, dass wir als Kunden nicht länger bezahlen, sondern (uns selbst) abkassieren. Yeah. Jetzt müssen wir nur noch – wie Ikea nach der Einführung des „Express-Service“ – intern dafür sorgen dass die „Bargeldver- und entsorgung an externe Dienstleister“ auch bei uns funktoniert  und ein „geschlossener Bargeldkreislauf“ (= am besten zum und vom eigenen Konto) entsteht.

Aber vielleicht ist an dieser ganzen Selfservice-Geschichte ja doch was dran. Eine einfache Variante könnte ich mir z.B. im Fußballgeschäft vorstellen. Nehmen wir doch nur mal den Fall Patrick Helmes. Der Pätrick will zur Eintracht, die Eintracht will den Pätrick – beide sind sich einig und das einzige, was einem glücklichen Ende jetzt noch entgegensteht, ist die zwischenmenschliche Hürde in Gestalt von Felix Magath. Wie einfach wäre die Welt, wenn Heribert Bruchhagen bzw. Bruno Hübner den Patrick Helmes in trauter Einigkeit jetzt einfach an der Hand nehmen, mit ihm zum Wolfsburger Kassenhäuschen gehen und dort den Self-Checkout-Service in Anspruch nehmen könnte. Das wäre meines Erachtens der Idealfall eines logischen und intuitiven Transaktionsflusses.

Mmh. Denkfehler. Bliebe ja immer noch die Frage, wer hier wen abkassiert.


"Changing of the Guards" von The Gaslight Anthem ist eines von vielen wunderbaren Dylan-Covers auf dem 4 CD-Set „Chimes of freedom“, das Amnesty Internation anlässlich seines 50-jährigen Bestehens herausgebracht hat. 

Montag, 23. Januar 2012

Welcher Winterpausen-Typ bist du?

Nur noch einen Tag Trainingslager in Doha, noch knapp zwei Wochen bis zum – so called – „Restrundenstart“. Es wird Zeit, dass es endlich wieder losgeht – sonst besteht die Gefahr, dass wir nicht nur – wie derzeit - in der Wüste trainieren, sondern das noch notwendige dazu beitragen, uns in den nächsten Wochen selbst dauerhaft in selbige zu schicken.

Wie sehr die Winterpause an den Nerven und der persönlichen Befindlichkeit zehrt, hängt vom Typ ab. Immer noch locker drauf? Voller Optimismus und Tatendrang? Hibbelig? Oder genervt, pessimistisch, ängstlich? Hier kannst jeder einiges über sich herausfinden, indem er seinen ganz persönlichen rotundschwarzen  Euphorie-Laktattest macht. Sei kein Caio – mach mit! Einfach die für dich am ehesten zutreffenden Antworten ankreuzen und dann die abcd-s zusammenzählen. Die Auswertung gibt es dann am Ende des Testes!

Im Grunde genommen

Heute morgen, als ich mich durch die aktuellen Eintracht-Infos gezappt habe, ist mein Euphorie-Pegel von Null auf Hundert nach oben geschossen– und zwar aus dem Off. „Pessimisten meinen: Derzeit ist das Team wohl nur bedingt aufstiegsreif.“ So war da zu lesen. Immerhin: Kein Zitat eines Eintracht-Verantwortlichen, aber eine Zeile aus dem vor-Ort-Bericht von Thomas Kilchenstein. So ist also der Stand der Dinge: „ Vor allem die Besetzung des Angriffs bereitet dem (Armin Veh) noch erhebliches Kopfzerbrechen.“ "Die Not im Sturm ist groß."

Flashback. August 2011

Ihr erinnert euch? Da war die Rede davon, dass ein weiterer Stoßstürmer unabdingbar ist, um den direkten Wiederaufstieg zu verwirklichen.. Und als dann nicht einer, sondern gleich zwei kamen, da hatten wir ihn dann ja auch – zumindest kurzzeitig - den stärksten Kader der Liga. Fast unschlagbar. „Praktisch konkurrenzlos.“  Man bedenke: Idrissou UND Friend? „So einen Sturm hat es in Liga 2 noch nicht gegeben“  Und: „Veh hat vor allem im Sturm die Qual die Wahl.“ Heute dagegen quält Armin Veh etwas anderes,  „vor allem eines macht ihm Kopfzerbrechen“: „Die Besetzung des Angriffs“ – - also just der Mannschaftsteil, in dem sich  damals , durch die Verpflichtung von Idrissou und Friend) „noch zwei Systemoptionen “  und ohnehin „1000 Möglichkeiten“ mehr auf taten. Aber is ja klar – im September, da hatten wir ja auch „Qualität in der Breite.“ Während heute davon nicht mehr die Rede sein kann: „Ich höre so viel von unserem breiten Kader. Wo ist der?“ Tja. Huch – weg.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Henne oder Ei(er)?

Das letzte Wochenende habe ich auf dem Land verbracht, auf der schwäbischen Alb. Ich habe Spätzle gegessen und glückliche über Berg und Tal laufende Hühner gefüttert. Zwischenzeitlich war ich mir fast sicher, dass ich das Geheimnis von Henne und Ei gelüftet hätte. Um die Hühner zum – im Winter ohnehin spärlichen – Eier legen zu animieren, wird im Hühnernest ein Kalkei hinterlegt. Wo schon ein Ei ist, da legt das Huhn sein Ei dazu – und so könnte man also vermuten, dass vielleicht doch erst das Ei und dann die Henne...obwohl…mmh…

Es ist jetzt fast eine Woche her, dass unser Trainer sich über die mangelnde Begeisterung im Eintracht-Umfeld beklagt und mehr Euphorie eingefordert hat. Er hat dafür allerlei Spott, teilweise auch gelinde Empörung geerntet, trotzdem blieb der – für Vehsche Verhältnisse fast leidenschaftliche – Appell nicht unerhört. Irgendwie waren wir wohl alle erleichtert, dass da zumindest eine Art von Signal ausgesendet wurde - und irgendwie, auf eine ziemlich Eintracht-typische, schräge, dialektische Art formierten sich die euphorisierten Fanreihen. Knoddernd. Grinsend. Zynisch. Witzig. Krittelig. Grummelnd. Bärbeißig. Hallo Herr Veh – so sind wir halt! Glaube. Liebe. Hoffnung. Und daneben lauert, frisch genährt von der letzten Saison, immer auch der Zweifel. Frei nach Bob D.: „We haven’t changed much. That’s what makes us different.“ So ein "richtig geiler Haufen", halt.  Eintracht. Yeah!

Seit dem Vehphorie-Appell sind einige Tage ins Land gegangen und - sagen wir mal so – sie haben nicht gerade dazu beigetragen, dass die Stimmung ins Unermessliche gestiegen ist. Die Euphorie-versus-Zweifel- Bilanz sieht ungefähr so aus:

Dienstag, 17. Januar 2012

Gib nicht auf, Fozzy!

Fozzy-Bear ist eine meiner absoluten Lieblingsfiguren bei den Muppets. Getragen vom ernsthaften Willen, das Richtige zu tun. Manchmal ein wenig verstrubbelt, aber immer durchdrungen von einer unerschütterlichen Würde. Sanft, aber doch zielstrebig. Manchmal aufbrausend. Geschäftig. Schusselig. Unverstanden. Manchmal fast ein bisschen melancholisch. Fürs Lustig sein zuständig, aber immer dann am lustigsten, wenn er gar nicht lustig sein will. Immer auf der Suche nach den Sternen. Unermüdlich bemüht, tappert er unerschrocken und mutig immer wieder aufs Neue in peinliche Situationen. Aber er gibt nicht auf, nimmt immer einen neuen Anlauf. „Gib nicht auf, Fozzy!“ ermuntert ihn das Publikum. 

Wenn er mal einen richtig guten, einen Hammer-Gag und alles genau geplant hat - dann vermasselt ihm garantiert der Frosch den Auftritt, - z.B. weil er zu früh mit seinem Text herausplatzt. Aber auch, wenn eindeutig der Frosch schuld ist - irgendwie ist es doch immer Fozzy, der die A-Karte gezogen hat. 

Aufgepasst! Jetzt kommt die tröstliche Nachricht für alle Fozzy-Fans: Am Ende wird alles gut. Irgendwie.

Montag, 16. Januar 2012

Das Wüstencamp

Fassen wir nochmal kurz zusammen:Am Samstag ist die Eintracht in ihr von langer Hand geplantes Wüstentrainingslager aufgebrochen. Die Trainingsmaterialien blieben leider im Zoll hängen, der Trainingsauftakt wurde verschoben. Die zwei Scheichs, denen das Luxushotel und die Trainingsplätze gehören, haben sich verkracht. Deswegen hat der Trainingsplatz-Scheich verfügt, dass auf den sieben wunderschönen, gepflegten Rasenplätzen direkt hinter dem Hotel derzeit ein U17-Turnier ausgetragen, damit der Hotel-Scheich seinen Gästen die Plätze nicht zur Verfügung stellen kann. Die Eintracht-Delegation entlädt eigenhändig die schließlich doch noch durch den Zoll gehievten Trainingsmaterial-Container. Die Mannschaft trainiert auf einem Bolzplatz, der direkt an einer stark befahrenen Straße liegt, oder quält sich in engen Bussen auf überfüllten Straßen zu einem Ausweich-Trainingsplatz. Armin Veh droht mit Abreise.

Mal ehrlich: Das ist doch so absurd, das muss sich einer ausgedacht haben. Oder gibt es so etwas wirklich nur bei uns?

Ja selbstverständlich gibt es so etwas nur bei uns. Luxus-Hotel, in dem gerade noch der FC Bayern gewohnt hat? First Class Trainingslager? . Hat das jemand ernsthaft einfach so für bare Münze genommen. Es war doch vollkommen klar, dass es sich bei all diesen  Plänen nur um den Countdown für die nächste Stufe eines ausgeklügelten Atomaufstieg Jetzt-Euphorie-Plans handeln konnte.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Euphorie-Mikado

Unser Trainer wünscht sich mehr Euphorie – wir sind dabei dieser Forderung nachzukommen. Zur Steigerung der Euphorie im Eintracht-Umfeld habe ich (nachzulesen im Eintracht-Forum) einen 6-Punkte-Plan entwickelt, der in den kommenden Wochen weiter ausgebaut werden soll. Ein wichtiger Bestandteil ist das Euphorie-Mikado. Die Spielregeln sind ebenso einfach wie wirksam:

Jeder Eintracht-Haushalt verpflichtet sich von heute an täglich - mindestens aber vor jedem Spiel - das Euphorie-Mikado zu spielen. Wer sich zuerst bewegt = wer erstmals durch eine positive Bemerkung über die Eintracht, über einen Eintracht-Spieler und/oder die aktuelle Situation auffällig wird, hat für diesen Tag die Euphorie-Karte gezogen und ist dazu verpflichtet, alle anderen mit seiner Euphorie anzustecken. Ihr werdet sehen: Dann geht das mit dem Aufstieg wie von selbst!


Mittelfristiges Ziel ist es, auch die Mannschaft der Eintracht zum Mitmachen beim Euphorie-Mikado zu animieren. Kampfgeist, Zuversicht, Mut, Selbstbewusstsein,  kämpferische Ansagen, Begeisterung, Spielfreude, Adler-Spirit, Tore, Siege sind jederzeit willkommen und werden mit einer nicht enden wollenden Euphoriewelle und am 6. Mai mit Jubelausbrüchen und Gesängen (nicht unter zwei Stunden) vor dem Römer  bestraft.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Rotundschwarze Eintracht-Schnipsel (Jahresanfang-Edition - 1. bis 10. Januar)

Sonntag, 1. Januar

Dieses Mal wird nichts dem Zufall überlassen. Mit Dylan-Shirt und rotundschwarzen Socken starte ich ins Jahr 2012. Die Neujahrsnacht ist mild und nass, der Himmel voller Lichter (merkwürdig: Es wird kaum noch „nur“ geknallt – alles ist bunt und farbenprächtig und spielt sich am Himmel ab.). Unsere beiden Katzen haben sich in – zwei verschiedene – Schränke geflüchtet und kommen zwei Stunden später nicht besonders verschreckt wieder zum Vorschein. Streck. Gähn. War was? Hunger. Uiiii. So eine Welt.

Ring. Ring. Morgens um 10 Uhr - morgääähn - bittet unser junger Mit-Adler um Asyl. Fast schon traditionell - jedes Jahr an Neujahr – ist das Schloss an der Haustür kaputt. Umarmungen. Lachen. Frühstück mit Eiern, Schinken und fliegenden Adlern. Ziiiiiiiiieh.

Die erste Transfermeldung des neuen Jahres: Ailton wechselt ins Dschungelcamp. Wird das dann untertitelt?

Montag, 2. Januar
Am Neujahrsabend gibt es bei uns immer leggä Rippscher mit Kraut. Spät in der Nacht erneuter Adler-Notruf: Die heute Mittag reparierte Tür geht schon wieder nicht auf. Ei, macht ja nix. Immer gut, wenn man einen Adler-Horst in der Nähe hat.

Vor Weihnachten hatte ich bei Amazon Bücher bestellt, darunter zwei Biografien. Heute erhalte ich ein Mail mit Amazon Empfehlungen. Die orientieren sich ja immer an den letzten Bestellungen – heute also auch eine weitere Biografie dabei: Statt Dickens und Novalis eben jetzt Daniela Katzenberger.  Knapp daneben ist auch vorbei.


Dienstag, 3. Januar
Ein Sprecher der Agentur für Arbeit gibt eine Prognose fürs Jahr 2012: „Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit sich auch im neuen Jahr positiv entwickeln wird.“ Das klingt vielversprechend.

Ums Haus tobt ein wilder Sturm. Auf der A3 kippt ein Sattelschlepper um. Was hatte er geladen? Alles Käse.

Freitag, 6. Januar 2012

Halle. Halle. Halle.

Als der in grün gewandete Patrick Ochs gestern den Ball zum 6:0 ins linke Eck an unserem am Ende vollkommen überforderten Torwart Mario Milter vorbeigeschoben hat, da war es dann so weit: Ich hab gegen den Tisch getreten. Die darauf stehenden Teller klirrten, die Katze machte einen Satz. Nein. Nicht mehr lustig. Verdammt noch mal: Wir sind Eintracht Frankfurt und wir müssen uns in der Halle nicht so vorführen lassen.

Ok, ich weiß: Halle ist nicht wichtig. Sicher. Der Stellenwert der Hallenturniere tendiert gegen Null. Die Verletzungsgefahr in der Halle ist relativ hoch (obwohl ich mich nicht erinnere, dass sich in den letzten Jahren bei den Hallenturnieren jemand ernsthaft verletzt hätte).  Im Vordergrund steht das Event. Trotzdem.

In den 90er Jahren hatte die Eintracht so etwas wie einen Hallennimbus. „Hallenfußball ist eben etwas für technisch versierte Mannschaften“, hieß es. Fast alle namhaften Bundesligamannschaften beteiligten sich am Hallenmasters, das sich aus vielen Einzelturnieren zusammensetzte. Die besten Mannschaften qualifizierten sich fürs Finale, wo dann eine Art "Hallenmeister" ausgespielt wurde.

Die Halle war eine Schaubühne, auf der die Eintracht zeigte, wer sie eigentlich ist. In der Liga schwankende Leistungen, mal so, mal. Längst nicht mehr die Eintracht, die sie mal war. Aber immer noch Diva, in der Halle eine Macht - und der immer wieder demonstrierte Anspruch, weiterhin eine Spitzenmannschaft zu sein (Saison 95/96: 4 Turniersiege, Qualifikation fürs Hallenmastersfinale; 1996/97: Zwei Siege, zwei zweite Plätze, Finale; 1998/99: dritter Platz beim DFB-Hallen-Pokal 1999).  „Eintracht Frankfurt,“ sagten die Kommentatoren, „Eintracht Frankfurt ist bekannt für seinen technisch feinen Fußball – klar, dass die Spaß in der Halle haben.“

Mittwoch, 4. Januar 2012

Immer aktuell im Bild

Neues Jahr, neues Glück. Und wie immer gibt es auch 2012 zum Auftakt der Rückrunde das ein oder andere

 
(ohne "n" ist schon richtig, wir sind ja schließlich in Hessen)

Montag, 2. Januar 2012

Witz komm raus, du bist umzingelt

Für Sommerhits, Weihnachtslieder, Lieblingsgerichte, Bratwürste, Sehenswürdigkeiten, Urlaubsorte – für alles gibt es Chart-Shows und Ranglisten. Jetzt auch für Witze. Am Freitag wurden im Hessischen Rundfunk die „Hundert besten Hessen-Witze“ vorgestellt - vor laufender Kamera erzählt von hessischen Menschen wie du und ich. Das klingt ziemlich lustig, ist auch irgendwie rührend,  lässt sich aber nur portionsweise (maximal zehn Witze am Stück) ertragen. Der unbeteiligte Zuschauer kommt dabei, wenn er Glück hat, bei zehn Witzen auf ca. einen Lacher – die Witzeerzähler dagegen können sich in der Regel beim Witzeerzählen selbst vor Lachen kaum halten.

Aber mit Witzen ist das ja ohnehin so eine Sache. Es gibt Menschen, die können – so wie ich - mit Witzen nur manchmal etwas anfangen und wenn sie mal einen Witz erzählen, vermasseln sie – ähem: wieder ich – die Pointe. Andere sind große Witze-Erzähler und haben immer „einen auf Lager“ . Ein Freund von uns, den wir vier, fünf Mal im Jahr treffen, scheint es sich z.B. zur Aufgabe gemacht zu haben, bei jedem Zusammentreffen einen Witz, den er besonders gut findet, zum Besten zu geben. Er arbeitet in Oxxenbach . Der Witz, den er erzählt, hat also – meinem Mit-Adler und mir zu Ehren – häufig einen Eintracht-Bezug. „Was ist der Unterschied zwischen einem Eintracht-Fanbus und einem Staubsauger? Im Staubsauger ist nur ein Drecksack.“ Das ist der neueste. Putzig, gell?

Manchmal passiert es, dass ein Witz von der Realität eingeholt wird. Meine Lieblingsgeschichte in diesem Zusammenhang liegt schon ein paar gute Jahre zurück.

Flashback

Bei uns in der WG kursierte ein Witz, den ich ziemlich witzig fand und gerne erzählte. Das heißt: Ich versuchte es, ihn zu erzählen, was mir aber nie gelang. Jedes Mal, also wirklich: jedes Mal, vermasselte ich den Gag auf immer wieder neue – ausgesprochen kreative! - Weise Das tat der Witzigkeit aber keinen Abbruch – im Gegenteil: Je öfter ich ihn falsch erzählte, desto mehr Eigenleben entwickelte er.

Der Originalwitz ging so: