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Posts mit dem Label "Martin Hinteregger" werden angezeigt.

Abschiedsspiel für Alex Meier oder Eine Eintracht Zeitreise

Spät, aber doch. Abschiedsspiel für Alex Meier, das eigentlich eher Danke-Schön-Spiel heißen müsste, denn zum Glück bleibt Alex der Eintracht ja erhalten. Zum Glück, denn wenn wir Pech gehabt hätten und Alex nicht so ein duldsamer und friedlicher Zeitgenosse wäre, wenn er nicht die Kraft gehabt hätte, manches runter zu schlucken, dann hätte alles auch ganz anders kommen können. Hätte, hätte. Alex Meier ist bei uns geblieben und wurde zum Fußballgott. Und heute ist sein Abschiedsspiel.   Früh morgens wache ich auf von einem ungewohnten Geräusch. Ich springe auf, ziehe den Rolladen nach oben und tatsächlich: Es regnet. Wirklich und wahrhaftig. Zufrieden kuschele ich mich bei weitgeöffnetem Fenster nochmal ins Bett, die Katze in meiner Armbeuge gähnt. Ganz so entspannt geht der Tag nicht weiter und so komme ich nachmittags erst um kurz nach vier Uhr zu Hause los. Da ich, je nachdem wie ich mit Bus, Auto, Bahn durchkomme, gut eineinhalb Stunden ins Stadion brauche, wird es jetzt v...

Europapokalsiegersommerschnipsel (3): Neue Helden gesucht!

Und dann war er gestern da, der Moment, an dem der Supermario-Transfer in der Eintracht-Welt zumindest für ein paar Stunden komplett in den Hintergrund gedrängt wurde. Der Klick auf die Eintracht-Homepage war für mich ein echter Schockmoment - schwarzer Hintergrund, großes Hinti-Foto. Hilfe! Sah auf den ersten Blick aus wie ein Nachruf, und der war es dann ja auch, wenn auch zum Glück ein Nachruf der anderen Art. Trotzdem bin ich auch heute noch echt fassungslos, welche Entwicklung die Ereignisse der vergangenen Wochen genommen haben. Alles, was ich lese, sehe, höre verstärkt diesen Schock. Mutmaßungen, Erklärungen, Widersprüche, Hasskommentare, Solidaritätsbekundungen. Als ich mir das Hinteregger-Abschluss-Interview mit Eintracht TV anschaue, schießen Gedanken und Assoziationen durch meinen Kopf, bei denen es mir kalt den Rücken herunterläuft.  Auch das obligatorische "Danke, Hinti" auf Instagram darf nicht fehlen. Ok, stopp it. Gehen wir davon aus, dass das, was und wie jet...

Europapokalsiegersommerschnipsel (2): Punk-Edition

Das letzte lange Feiertags-Sommerwochenende beschenkt uns mit strahlend blauem Himmel und sehr warmen, bislang aber noch nicht megaheißen Temperaturen, auch wenn die für Samstag prognostizierten 39 Grad mir aus der Wetter-App wie ein Menetekel entgegenleuchten. Eigentlich wäre jetzt gerade Fußball Weltmeisterschaft, Public Viewing, Fanmeilen - aber die WM fällt ja dieses Jahr aus - auch recht. Punk's not dead. Und jetzt wissen wir auch, dass da wohl tatsächlich was dran ist. Nachdem das Punk-Aufkommen in den vergangenen Jahren, oder sagen wir: Jahrzehnten, doch stark zurückgegangen war, ist jetzt klar: Es gibt sie noch und sie feiern im Moment ein  echtes Comeback.  Den Syltern und dem 9 Euro Ticket sei Dank. "Die Punks entern Sylt" -  das klingt als seien "die Punks" eine klar definierte Bevölkerungsgruppe, wie "die Rentner" oder "die Zahnärzte". Aber die haben Sylt vermutlich bereits lange vor den Punks geentert. Aymen Barkok verabschiedet ...

Europapokalsiegersommerschnipsel (Teil 1): Alles fließt!

Drei Wochen und drei Tage ist er jetzt her, DER Tag. Historisch. Legendär. Für die Ewigkeit.  Aber was ist ewig? "Il  trionfo del tempo" von Händel habe ich vor ein paar Tagen im Theater gesehen. Dort gewinnt die Zeit gegen die Schönheit und das Vergnügen. Und auch der Sommer schert sich nicht um unseren Europacupsieg, verdrängt den großen Tag, nimmt Fahrt auf wie in den Jahren zuvor. Alles blüht, duftet, quakt, zwitschert (zumindest wenn man, wie ich, auf dem Land lebt) und ich arbeite, laufe, träume, schwimme, freu mich über den wilden Himmel, schaue nachts in die Sterne und versuche, mich in den Sommerrhythmus  hineinfallen zu lassen. Bei all dem merke ich, wie sich ganz allmählich auch die Eintracht-Welt in mir wieder sortiert. Im ersten Euphorie-Schock war in mir ein einziges Gefühls-Knäuel - Glück, Ungläubigkeit, Zweifel, Befürchtungen, stille Freude, Fluchtgefühle.  Ist das, was wir grad mit der Eintracht erlebt haben, eine Art Zeitenwende? Gestern noch die Ei...

Adler mit Warnweste

Gestern morgen habe ich in der Zeitung eine überraschende Notiz gelesen. Es wurde berichtet, dass Autofahrer irgendwo im Hessischen sehr irritiert waren, weil vor ihren Autos plötzlich ein Huhn über die Straße lief.  Nicht das Huhn selbst war Auslöser der Irritation, sondern seine Bekleidung: Es trug eine Warnweste. Vor Lachen habe ich fast den Kaffee, den ich im Mund hatte, über den Tisch verspritzt. Huhn mit Warnweste. Man stelle sich vor: Ein Huhn, das seinen morgendlichen Ausflug plant und vorher noch die Warnweste überzieht. Sicherheit muss sein. Und  (schon mit einem Gedanken in einem nachfolgenden Zoom-Call mit Kolleg'*innen aus Londen) höre ich das Huhn sprechen: "What is wrong with wearing a high-visibility vest?" Was dann folgte, war ein sehr stressiger Tag, an dem zwischendurch immer mal wieder die Hühner mit ihren Warnwesten durch meinen Kopf gegeistert sind. Und dann war Wochenende. Freitagabend. Die Eintracht spielt zuhause gegen Bielefeld. Ok, Bielefeld übe...

Vau, vau, vau eff beh.

Warst du beim Spiel gegen den VFB im Stadion, Kerstin? Ja. Uuuuund - wie war's? Schwer zu sagen. Es war schön, es war anders. Vor allem war es anders. Also, es war anders, aber trotzdem schön. Irgendwie Erzähl doch mal! Blitzeblauer Himmel, weiße Wattewölkchen, ein perfekter Fußballtag. Und doch habe ich gemischte Gefühle, als ich mich am frühen Sonntagnachmitag ins Auto setze, um zum P+R-Parkplatz und zur S-Bahn nach Frankfurt zu fahren. In der S-Bahn. Seit eineinhalb Jahren war ich in keiner S-Bahn, keinem Zug. Alles will neu erfühlt und erlebt werden. Deutlich weniger Eintrachtler unterwegs als unter normalen Umständen und schon in der S-Bahn ein recht hohes Aufkommen an VFBlern, Kutten. Trikots, Schals. "Woischt, damals in Glasgow..." "Gesoffen wie die großen..." "Groundhopping..." Ja, ja. Der Weg vom Bahnhof zum Stadion, etwas weniger "crowded",  aber sonst - fast wie immer. Bratwurstduft, Ebbelwoi. Fröhliche Hessen überall. "Eintri...

EM- und Sommerschnipsel (6): Der Ehren-Hinti

Bevor es morgen ins Finale geht, heute noch ein EM-freier Sommerschnipsel, es ist sozusagen eine neue Form des Sommerschnipsels, der  Hinti-Retro-Schnipsel. Es war eine lange, anstrengende Woche, ein windverwehter glücklicher Freitagnachmittag und es ist Abend, eigentlich schon Nacht, und wir sitzen mit einem Glas Wein draußen und schauen in den Himmel. Ich zappe noch einmal durch mein Handy (ich weiß, nachts sollte auch mal Ruhe damit sein, aber okeh...) und da entdecke ich etwas, das mich  erst zum Grinsen und dann zum Lachen bringt. Ein Instagram Post von Martin Hinteregger, in dem er uns erzählt, dass er am Sonntag zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt ernannt wird. Die Einladung, die er zur Bebilderung postet, verspricht einen großen Tag. Platzkonzert mit Trachtenkapelle, Begrüßung durch den Bürgermeister, Bieranstich (mit Martin himself), Autogrammstunde, Dämmerschoppen und schließlich Warm-up für das nachfolgende EM-Finale (wobei ich vermute, dass der Dämmerschoppen und da...

Incredibile

"Wie fühlt sich das an? " so lautete während der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Inter eine Frage an Martin Hinteregger;  "Eben noch in Augsburg - jetzt in der Europaleague gegen Inter Mailand...." Schon ein bisschen unwirklich, befand Hinteregger und wir alle könnten auf diese Frage vermutlich die gleiche Antwort geben. "Ein bisschen unwirklich - aber genial." Certo. Ich liebe die zwei-sprachigen Eurocup-PKs. International und gleichzeitig eine putzige Mischung aus "Offizialität" und "Wird schon irgendwie seine Richtigkeit haben-Laissez faire".  Wichtig: Die fremdsprachigen Statements müssen grundsätzlich mindestens doppelt so lang ausfallen wie das deutsche Original, alle lauschen interessiert und machen möglichst kluge Gesichter (Adi Hütter nach einer besonders ausschweifend anmutenden Übersetzung seiner Antwort. "Vielleicht sind ja damit auch bereits alle weiteren Fragen beantwortet? "). Und auf dem Podium sitzt da...

So viel Qualidäd - Vorfreude auf das Spiel gegen Dortmund

Es ist Winter, auch im Rheinhessischen. Nachts rieselt der Schnee, morgens ist die Welt weiß und bist zum Abend glänzen die Straßen wieder schwarzundweiß, und auf den Äckern, Wiesen und Bäumen blitzt es grünlich. Ich versuche, ein Bild "Garten im Winter" zu malen, was gar nicht so einfach ist, denn weiß auf weiß ist ein besonderer Fall. Es geht um die Kontraste, aber von denen gibt es ja zum Glück sonst mehr als genug. Ansonsten rast die Zeit und wir rasen mit. Das. Da. Dort. Gleich noch das nächste. Und dazwischen geht auch noch was. Spielt der Prince, unser Prince, jetzt tatsächlich, wahr- und wahrhaftig beim FC Barcelona? Sachen gibt's, die gibt's gar nicht. Mit dieser Geschichte geht es mir wie der Oma meines Studienfreunds Bernd, die ihr Leben lang nicht geglaubt hat, dass "die" tatsächlich auf dem Mond waren, obwohl sie die Bilder im Fernsehen gesehen hat. "Die könne mer viel erzählen." Wie gut, dass wir im Eintracht-Museum auch künftig zum...