Mittwoch, 29. Februar 2012

"Ich ist ein anderer." *

Von Arthur Schnitzler, dem österreichischen Dramatiker und Schriftsteller, der in 150 Jahren in Wien zur Welt kam, gibt es eine äußerst irritierende Kurzgeschichte. Sie heißt „Ich“ und erzählt von einem Mann, dem die Welt abhanden kommt. Er weiß nicht mehr, was ist und was nicht ist, und versucht sich vor dem Verlust der Dinge zu retten, sich ihrer zu versichern, indem er sie benennt. Zunächst nur die Dinge der Außenwelt und nur sporadisch: An den Baum im Park hängt er einen Zettel „Baum“, an den Busch einen Zettel „Busch“. „Bank“. „Gatter“. Dann fängt er an, auch die Gegenstände in seiner näheren Umgebung und in seiner Wohnung zu benennen und zu verzetteln – Stuhl, Tisch, Schrank, Bett -, dann die Dinge des persönlichen Gebrauchs – Schuh, Hut, Mantel -, schließlich beschriftet er auch sich selbst: „Ich“.

Heute nachmittag klingelte bei mir im Büro das Telefon. Im Display erschien eine mir unbekannte Nummer – ich nahm ab und meldete mich wie ich mich im Büro immer melde: Mit dem Namen unserer Firma und mit meinem Vor- und Nachnamen. Am anderen Ende der Leitung war eine Dame vom Burda-Verlag. Sie stellte sich kurz vor und fragte dann, ob sie – Sie nannte meinen Vor- und Nachnamen – mit mir sprechen könne. Ich zuckte kurz zusammen, zögerte einen Moment und sagte dann: „Die ist nicht da.“ Sie entschuldigte sich für die Störung und legte auf.

„It ain’t me, Babe.“ Oder: „I don’t know if I am really real.” Jedenfalls überlege ich seitdem, ob ich mir vielleicht auch einen Zettel auf den Rücken kleben sollte. Nur zur Sicherheit: „Ich.“


*Der Satz stammt von Arthur Rimbaud.


Nachtrag am 1. März:
Abb.1:  Ein Ball ist ein Ball. Ein Tor ist ein Tor. Ein Ball im Tor ist ein Tor. Huch.
Eintracht-affines Anwendungsbeispiel (inspired by Celtix)

Seat-Filler

Heute ist der 29. Februar. Den gibt es – wie jeder weiß - nur alle vier Jahre und er ist dazu da, um die „Differenz zwischen einem planmßigen Kalenderjahr und dem Sonnenjahr auszugleichen“. Der Tag schließt also eine Lücke.

In der Nacht vom Sonntag auf Montag sind in Los Angeles - kurz L.A (wie wir als globale Weltbürger gerne sagen) – die diesjährigen Oscars verliehen worden. Seit dem weiß ich, dass es so etwas gibt, wie den Job des „Seat Fillers“, die den gleichen Zweck erfüllen wie der 29. Februar: Sie sind Platzhalter und füllen Lücken.

Es gibt zwei Arten von Seat-Fillern: Die einen kommen dann zum Einsatz, wenn ein furchtbar wichtiges Event so furchtbar wichtig ist, dass es ausverkauft sein sollte, es aber nicht ist – dort befüllen sie dann also die leeren Plätze und sorgen dafür, dass voll ist, was voll zu sein hat. Oder sie sind so etwas wie „Seat-Hopper“ und haben die Aufgabe, während eines Events kurzfristig mal hier und mal da Platz zu nehmen, wenn der Eigentlich-Dort-Sitzer seinen Platz gerade einmal verlassen hat – um eine Zigarette zu rauchen oder zur Toilette zu gehen, um zwischendurch draußen ein Schwätzchen zu halten oder – nur zum Beispiel - kurz Backstage zu verschwinden, um dann auf der Bühne einen Oscar zu verleihen.

Sonntag, 26. Februar 2012

Kopf aufkrempeln! Aufwachen!

Es war einer dieser Tage, von denen man hätte wissen müssen, dass sie schief gehen. Bei denen man irgendwann ziemlich sicher weiß, dass es auch so kommen wird und sich trotzdem hartnäckig einredet: Heute nicht.

Schon gestern zum Beispiel, der allsamstägliche Austausch mit den Eintrachtlern auf dem Mainzer Wochenmarkt: Optimismus war gar kein Ausdruck. „E klar Sach wird des – und dann simmer so gut wie dorsch.“ Ja. So wäre es wohl gewesen...

Heute, beim Aufwachen: Vogelzwitschern, gähnende Katz  und ein erwartungsvolles Kribbeln im Bauch. Sogar mein Mit-Adler, der nicht zum Überschwang neigt, sieht den kommenden Ereignissen vorsichtig zuversichtlich entgegen. Heute Nacht hat der Wind aufgefrischt; erste mahnende Worte schlage ich in selbigen.  Überhaupt: Man muss die Zweitliga-Anstoßzeiten nehmen wie sie fallen und  - haha - nutzen solange es sie noch gibt  - unser kleiner Adlertrupp hatte sich deshalb zum Brunch verabredet und um halb eins komme ich auf die glorreiche Idee – "Maaaaan, dass ich da nicht eher drauf gekommen bin" - , dem Ganzen auch noch ein Adler-Setting zu geben: Eintracht-Teller, Eintracht-Tischsets, Eintracht-Servietten, Gläser, Adler-Girlande (...woisdienochgleich...ah..daissieja...)  – alles angerichtet für eine Mini-Aufstiegspartie. „Das war der Tag, an dem wir die entscheidende Hürde Richtung Aufstieg genommen haben.“ So oder so ähnlich dachte ich mir das. Wie gesagt: Ich hätte es besser wissen müssen…

Um ca. zehn nach 1 klingelt das Telefon. Adler-Anruf aus Paderborn. Aus tausend Kehlen schallt mir über ein paar hundert Kilometer Entfernung das Europa-Lied entgegen, ich schalte den Lautsprecher an, nehme Aufstellung vor dem Fernseher (Armin Veh gibt dort gerade sein Vor-dem-Spiel-Interview) und singe lauthals mit. Ein erhebendes, frohes, fast ein wenig transzendentesGefühl. Spätestens in diesem Moment hätte ich ... Aber ich glaub, das sagte ich bereits....

Samstag, 25. Februar 2012

23 (von 34)

Mit oder ohne? Das ist die Frage, die uns  in drei Wochen beim Spiel gegen Dresden, aber auch bereits morgen in Paderborn alle bewegt.

Mal sehen, wie viele Eintrachtler es rechtzeitig zum Anpfiff ins Stadion schaffen. Wer den Fanbrief des Polizeieinsatzleiters von Paderborn liest, gewinnt den Eindruck, dass dies wohl nur einer verschwindend kleinen Gruppe gelingen wird. Auf dem Weg zum Stadion sind nämlich einige Tücken und Unwägbarkeiten zu meistern, die ein pünktliches Eintreffen äußerst unwahrscheinlich erscheinen lassen. Zunächst müssen die „Bahnreisenden“ nämlich in Warburg in einen „Zug der EuroBahn“ umsteigen. Möglicherweise bleibt diese EuroBahn auf halber Strecke von Warburg nach Paderborn stecken – denn es könnte ja sein, dass die „Bahnreisenden“ (Tipp: Schild mit Angabe des individuellen Lebendgewichts gut sichtbar um den Hals tragen, auf die Mitnahme von Apfelwein-Fäsjer  tunlichst verzichten) das technisch vorgeschriebene Gewichtslimit überschreiten. „Eine technische Sperre, die nicht von Hand gelöst werden kann, verhindert die Weiterfahrt.“ Auf die schlanken, ohne (über-)flüssigen Ballast angereisten Adler, die es bis nach Paderborn schaffen, warten am Hauptbahnhof Shuttle-Busse. Könnte allerdings sein, dass auch die Fahrt im Shuttle-Bus nicht fortgesetzt wird. „Die Folge ist, dass Sie den Weg zu Fuß zum Stadion nehmen müssen und wahrscheinlich nicht zum Spielbeginn eintreffen.“ Mmh. Dann vielleicht lieber gleich zu Fuß? „Ich weise Sie ausdrücklich darauf hin, dass der Weg ungefähr 8 km lang ist und Sie möglicherweise nicht rechtzeitig zum Spiel ankommen.“ Eieiei.

Trotzdem, nur mal angenommen, der unwahrscheinliche Fall tritt ein – die Auswärts-Adler kommen tatsächlich durch bis zum Stadion. Hurra. Pünktlich. Sie schaffen es doch. Nicht. Denn da sind ja noch die „intensiven Zugangskontrollen“. Muss das jetzt auch noch sein? Hey - kein Grund, genervt zu sein oder sich zu ärgern, dass das so lange dauert. Gleich wieder abregen, denn schließlich wurden wir ja im Vorfeld bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die Kontrollen „nicht wenig Zeit in Anspruch nehmen werden.“

Aber ich schweife ab: Mit oder ohne? So lautete meine Eingangsfrage – und deswegen hier mein Angebot an die Adler-Freunde, die sich nicht mit dem eigenen Auto/per Fanbus auf in Richtung Paderborn machen. Falls ihr es morgen möglicherweise nicht rechtzeitig ins Stadion schafft – ganz ruhig bleiben, mich einfach kurz ansimsen. Ich beantworte dann gerne die Frage, ob die Eintracht mit oder ohne Pirmin Schwegler gewinnen wird.

An die Leistung gegen Düsseldorf und den FSV anknüpfen. Tabellenspitze zurückholen. Auswärtssieg – und sonst gar nix!

Donnerstag, 23. Februar 2012

Spieler der Stunde: Karim Matmour (Spät-aber-trotzdem-noch-Edition)

Gestern war Aschermittwoch – und heute streue ich ein wenig Asche auf mein Haupt. Das Spiel gegen den FSV ist bereits drei fach abgehakt, die Kür des Spielers der Stunde interessiert wahrscheinlich keine Socke mehr – ich will trotzdem kurz der Chronistenpflicht Genüge tun.

Aaaaalso:



Herzlichen Glückwunsch an Karim Matmour!

Und wer jetzt noch Lust dazu hat, dazu auch noch ein paar Worte zu lesen - bitte sehr:

Montag, 20. Februar 2012

"Reingemacht." * Eins schöner als das andere.

Samstag, 18. Januar, Waldstadion. Eintracht Frankfurt : FSV Frankfurt.

11. Minute:
Die Eintracht kommt über rechts. Ein FSVler klärt, bekommt den Ball aber nicht unter Kontrolle, spielt ab – und trifft Sebi Jung. Der Ball prallt von ihm ab, Sebi gibt ihm zusätzlichen Effet mit – Hoffer sprintet hinterher, hat den Ball, zieht nach Innen, er müsste passen, wartet noch einen Moment, jetzt – passt den Ball in die Mitte. Da ist Karim Matmour: Toooooooor!

Special Freu-und Hüpf-Faktor: 
Karim Matmour, der so schmal und wuselig ist, dass er immer ein bisschen aussieht als ob ihm Arme und Beine um den Kopf schlackern, der noch viel besser sein könnte als er ist, wenn er den Ball nicht so häufig vertändeln würde und der auch bei diesem Tor den Batmour-Faktor einbaut: Aaargs, er  verbaselt ihn. Klandt ist dran. Und den Ball dann doch  im Nachsetzen ins Tor bugsiert.

33. Minute: 
Dieses Mal kommt die Eintracht über die Mitte. Lehmann geht mit dem Ball, sieht Hoffer, der in den freien Raum startet.  Trockener, präziser Pass in den Strafraum, Hoffer zieht ab. Klandt hechtet, ist noch dran, lässt den Ball abklatschen – da ist der, der heute überall ist: Matmour.  Langes Bein, rechts an Klandt vorbei: Tooooooooor!!

Special Freu- und Hüpf-Faktor:  

Samstag, 18. Februar 2012

22 (von 34)

Es sind närrische Zeiten - und das hängt nicht vorrangig damit zusammen, dass wir uns mit großen Schritten dem Höhepunkt der Fastnacht nähern. Wie regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, lebe ich in der Nähe von Mainz und man sollte meinen, dass hier in diesen Tagen von früh bis spät die Stimmung immer höhere Wogen schlägt. Tut sie nicht, im Gegenteil. Zumindest dann nicht, wenn man sich – tagsüber - außerhalb der närrischen Kernzeiten befindet. Dann herrscht in der Stadt so etwas wie ein fast ingrimmiges närrisches Pflichtbewusstsein. Mit ernsten Gesichtern werden lustige Hüte, bunte Schals, vereinzelt auch Ganzkörperkostüme durch die Stadt getragen. Ein wunderbares Beispiel für diese Verhaltensweise ist z.B. unsere Metzgerei der Herzen. Dort gibt es an Fastnacht Weck, Worscht und Woi für 8 Euro 88 und im Geschäft, hinter der Theke steht der Metzgermeister – mit dem gewohnten, wohltuend missmutigen Gesichtsausdruck, flankiert von drei gleichfalls über die Maßen gut gelaunten Mitarbeiterinnen - und alle vier tragen Hasenohren auf dem Kopf. Kompromisslos. Fastnacht ohne Wenn und Aber.

Heute spielt die Eintracht im Waldstadion gegen den FSV Frankfurt. Stadtderby. Die Erinnerung an das Hinspiel ist noch frisch. Die Sonne schien, das Stadion war pickepackevoll – voller als voll geht ja nicht, aber mir kam es so vor als hätte ich das Stadion so noch nie erlebt. Derby? Eher so etwas wie ein zusätzlicher Wäldchestag. Eine Art Zauber lag in der Luft.

In der letzten Woche ist viel (Zauber?)-Staub gewirbelt. Waren die letzten Minuten im Spiel gegen Düsseldorf eine Art Knockout für die Eintracht oder waren sie vielleicht sogar der entscheidende Kick, der uns gefehlt hat? Alex Meier zeigt sich kämpferisch. Armin Veh hat die Düsseldorfer Ereignisse abgehakt. Von Trotz ist die Rede. Von Wut. Von jetzt erst recht. Gut so. Der ein oder andere der Mitkonkurrenten zeigt Schwächen. So ganz allmählich kommt Bewegung in die Spitze der zweiten Liga. Morgen gilt es. Wir! Konzentriert bleiben und trotzdem locker. Keine allzu familiäre Stimmung aufkommen lassen. Keine Hasenohren. Derby ohne Wenn und Aber. Den nächsten Schritt machen. Und vielleicht, vielleicht ja auch ein wenig Zauber entfalten.


Klarer Sieg – und sonst gar nix!

Donnerstag, 16. Februar 2012

Spieler der Stunde: Alex Meier

Nur noch knapp 48 Stunden bis zum Spiel gegen den FSV. „Du kommst immer hinnerher – wie die alt Fastnacht“ hat meine Oma öfter mal zu meiner Cousine Beate gesagt – die war nämlich ein bisschen langsam. Da trifft es sich gut, dass heute Weiberfastnacht ist - und hier kommt auch prompt der Eintrag zum Spieler der Stunde. Hinterhergedackelt.

Zum Spiel der Eintracht in Düsseldorf ist in den vergangenen Tagen alles gesagt worden – oder auch wieder wenig. Das fulminante Ende des Spiels, die Schwalben-Provokateur-Rotzlöffel-Debatte haben die Leistung der Mannschaft fast ein wenig in den Hintergrund gerückt. Und diese Leistung war gut – wie ich finde: Sie war mehr als gut. Vom letztlich leistungsgerechten Unentschieden war häufig die Rede. Jetzt mal abgesehen davon, dass durch solche Aussagen dieser unsägliche Elfer im Nachhinein noch eine höhere Weihe erhält: Es stimmt einfach nicht. Die Eintracht war die allen Belangen bessere, klar überlegene Mannschaft. Natürlich hatten auch die Düsseldorfer ihre Chancen, natürlich hatten wir Oka und der hatte den Pfosten, wahlweise Seppel Rode an seiner Seite. Ändert aber nichts an unserer Überlegenheit, die gerade gegen die eher von der Physis kommenden Düsseldorfer deutlich wurde: Spielstark und spielfreudig. Ballsicher (vielleicht mit Ausnahme des Herrn Matmour). Variables Kombinationsspiel. Klug. Laufstark und leichtfüßig. Viele Anspielstationen. Mutig, immer häufiger mit überraschenden, manchmal sogar mit genialen Momenten. Mit Alex Meier.

Mal sehen wie sich das im Wahlergebnis widerspiegelt:

Kleines Fußball ABC – Heute: "R" wie Rotzlöffel

Rotzlöffel, der (sing); die (pl) (ugs) Früher häufiger, im modernen Zusammenhang sowohl im politisch-korrekten wirklichen Leben wie im fußballerischen Zusammenhang äußerst ungebräuchlicher Begriff bzw. nur noch selten verwendetes → Schimpfwort . Vgl. hierzu auch: → „Lümmel“ oder → „Babbsack“  Rotzlöffel- Anwendungsbeispiele sind äußerst selten, unlängst jedoch im Hessischen. Bsp.: "Soll mich der Rotzlöffel doch beschimpfen, das interessiert mich nicht." (Armin Veh, Trainer Eintracht Frankfurt, Februar 2012)

Während der Babbsack eher mundartlich (insbes. im Hessischen) gebräuchlich ist und – je nach Gemütsverfassung – bösartig ( Bsp: „Hau bloß ab du Babbsack“), mitunter aber durchaus fast liebevoll (Bsp. „Du bist mer vielleicht en Babbsack…“) verwendet werden kann, wird der Begriff „Rotzlöffel“ im gesamten deutschsprachigen Raum verstanden und ist eindeutig konnotiert. Ähnlich oder synonym verwendete Begriffe sind z.B.: →  Rotzbengel, der und → Rotznase, die, wobei „Rotzbengel“ eher derb einen „ungepflegten, unerzogenen Jungen“ (Quelle: Duden) bezeichnet, während „Rotznase“ euphemisierende (= abmildernde) Wirkung („naseweis, frech“ ebda.) hat und dem Schimpfwort die Schärfe nimmt.

Während die  → Rotznase direkt von der - beim weinenden oder kränkelnden Kleinkind häufig ungehemmt laufenden – Nase abgeleitet ist und im Wortsinn eben diese, aber eben auch ganz anderes, z.B. freche, respektlose Kinder und Jugendliche (vgl. hier auch: → rotzfrech) bezeichnet, führen die etymologischen Wurzeln des Begriffs „Rotzlöffel“ nicht etwa zu den Worten „Rotz“ (= derb für "Nasenschleim") und „Löffel“ , sondern zunächst zu dem Wort „Laffe“, wobei →„Laffe, die“ den Schöpfteil des (aha) Löffels bezeichnet, aus dem dann umgangssprachlich → Laffe, der (als Bezeichnung für einen Gecken = eitler junger Mann) abgeleitet wurde.

Das Hinzufügen des „Rotz“ zum Laffen-Löffel hat pejorative (= verschärfende) Wirkung. Ein eigentlich neutrales oder positives Wort („Laffe“ bzw. „Löffel“) gewinnt durch die Ergänzung eines Pejorativpräfixes („Rotz“) - abwertende, herabsetzende Bedeutung. (Vgl. hierzu auch die Verwendung des Begriffes „Rotz“ zur Abqualifizierung von Redebeiträgen. Bsp.: „Ich kann den Rotz net mehr hören.“ „Hör mer bloß uff mit dem Rotz.“) Demzufolge ist  der Rotzlöffel weniger eitel, dafür „dreist, arrogant und unbelehrbar“ aber auch „wehleidig, widerspenstig und weinerlich.“ 

Weitere pejorative Wirkungen ergeben sich aus der – möglicherweise – zusätzlich dysphemistischen (i.d.F.: den ursprünglichen Wortsinn konterkarierenden) Verwendung des Wortes (Bsp.1 „Hornochse“ = Bezeichnung für ein Säugetier im Unterschied zu „Hornochse“ = herabmindernde Bezeichnung für einen dummen Menschen/  Bsp. 2 „Schwalbe“ = Bezeichnung für einen kleinen Vogel im Unterschied zu „Schwalbe“ = Flugeinlage während eines Fußballspiels, die in täuschender Absicht zur  Erzielung eines unrechtmäßigen Vorteils vorgenommen wird).

Durch Dysphemismus  kann (im Unterschied zum → Euphemismus )  einer zwar bereits pejorativen, letztlich aber eher harmlosen, babbsackartigen Verwendung eines Schimpfwortes (Bsp. Eu-: „Du kleines Rotzlöffelsche du…“) bei entsprechender Betonung, Aussprache, abwertendem Tonfall und/oder  entsprechender Lautstärke verstärkende Wirkung erzielt werden. „Rotzlöffel!!!!


(Dieser Eintrag ist in leicht veränderter Fassung vorab als Blogschau-Trailer im Eintracht-Forum erschienen und zur Fortschreibung des "Kleinen Fußball-ABCs" auch hier im Blog eingeklinkt worden).

Dienstag, 14. Februar 2012

Rheinischer Satansbraten

Dienstag, 14.02.2012, 13:17 Uhr.

Mail in meinem Posteingang. Ich zitiere:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterhaus-Fans,

soeben erreicht uns die Nachricht, dass der rheinische Satansbraten nicht auftreten kann. Deshalb muss heute die Vorstellung im 'großen' Unterhaus leider ausfallen."

Hä? Die Vorstellung war doch schon gestern...

Großes Kino

In Berlin läuft derzeit die Berlinale. Auch der beste Film dürfte es schwer haben, ein so furioses Finale hinzulegen wie es die letzten fünf Minuten gestern Abend beim Spiel in Düsseldorf waren. Und man sieht einmal mehr: Die besten Drehbücher sind immer die einfachsten.

Genau dieses Szenario hatte man, nach dieser Woche, nach dem Vorfeldgeplänkel im Kopf – haha, stell dir vor, und dann… Natürlich hat man sie wieder verworfen. Ist ja nur ein Gedankenspiel. Quatsch, so wird es nicht kommen. Wäre ja auch zu platt – fast mit Ankündigung. Und dann die Fassungslosigkeit, als es tatsächlich – also wahr und wahrhaftig – am Ende dann doch genau so kommt.

Die letzte Spielminute. Wir sind durch. Da brennt nichts mehr an. Lass die ruhig noch mal kommen. Gewonnen. Yeah.  Da passiert nichts mehr. Raus mit dem Ding. Raus. Boah, was für ein Spiel. Die klar bessere Mannschaft. Spitzenreiter. Spitzenreiter. Pfeif ab. Pfeif ab. 2 Minuten. Ein Düsseldorfer ist links durch. Im Strafraum. Bamba ist da. Bamba klärt. Wie? Was? Heeeey. Der Düsseldorfer fällt. Im Strafraum. Er fällt, bleibt liegen. Haha. Haha?

Montag, 13. Februar 2012

21 (von 34)

Es ist auch heute immer noch schweinekalt, Schnee rieselt – aber der klirrendkalte Ring, der sich in den letzten Wochen um die Welt gespannt hatte, hat sich gelöst und gestern lag tagsüber zwischendurch fast so etwas wie eine zarte Ahnung von Frühling in der Luft. Die Vögel zwitscherten und Katerle und Kazz waren zum ersten Mal seit Tagen wieder auf einem längeren Streifzug im Freien. Nachmittags lag das Kätzchen wohlig und müde auf einem Sonnenfleck im Wohnzimmer, räkelte sich, streckte alle viere in die Luft und blinzelte schläfrig in die Sonne. „Fehlt nur noch die Sonnenbrille,“ meinte mein Mit-Adler.

Irgendetwas fehlt ja immer. Zum Beispiel bei Hertha in Berlin ein Trainer - entgegen anders lauternder Nachrichten allerdings nicht erst seit gestern. Gut für Hertha, dass sie es gerade noch rechtzeitig gemerkt haben. Schade für uns, da wir jetzt leider nicht zu hören bekommen, wie Michael Skibbe unverdrossen auch den wahrscheinlichen Absturz der Hertha als Selbstbestätigung und Nachweis der eigenen Qualität interpretiert hätte: „Ohne mich wäre die Hertha niemals abgestiegen.“ Stimmt.

So ist halt immer alles eine Frage der Formulierung und/oder des Blickwinkels. Eine ganz eigene Sicht der Dinge hatten auch die Mitglieder des Bochumer (echt wahr!) Kaninchenzüchtervereins, mit denen ein Adlerfreund aus dem Norden am Samstag Vormittag am Hauptbahnhof in Hamburg ins Gespräch gekommen ist. Die Jungs waren im wahrsten Sinn voll-er Vorfreude auf ihr Hamburger Wochenende und hatten genaue Vorstellungen davon wie es ablaufen würde: Am Samstagnachmittag erst zum Spiel des HSV, es abends dann richtig krachen lassen und sich am Sonntag dann das Spiel des VFL am Millerntor anschauen. Klingt gut. Nur schade, dass der HSV erst am Sonntag gespielt hat – und dann auch nicht in Hamburg, sondern in Köln. Ob, wann, wo und unter welchen Umständen die Bochumer das mitbekommen haben, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ebenso wenig weiß ich über das, was die Eintracht gestern Nachmittag beim Abschlusstraining im Waldstadion gemacht hat - woher auch? Das Training war ja – bekanntermaßen - geheim. Kein Geheimnis dagegen ist, dass die wohlkalkulierte Schwälbchen-Message aufgegangen ist, die Armin „da-bin-ich-schon-viel-zu-lang-im-Geschäft“ Veh direkt nach dem Sieg gegen Braunschweig in Richtung Düsseldorf geschickt hat. Es herrscht Spitzenspielstimmung. Damit meine ich nicht das Gedöns um mögliche Randale, sondern den positiven Ruck, der da jetzt doch endlich und irgendwie zu spüren ist:

Wir sind Eintracht Frankfurt. 6.500 (+ ca. 30)  von uns machen sich heute, an einem Montagabend, durch Eis und Schnee auf den Weg vom Main an den Rhein. Wir haben eine starke Mannschaft. Zu Leise? Ach was: Wir sind cool! Nicht gleichmäßig genug? So ist das halt, wenn man man kreativ ist. Leicht zu verunsichern? Hey - wir doch nicht  - nicht mehr! Wir wollen mit aller Kraft und allem Willen zurück in die erste Liga. Wir fahren nach Düsseldorf, um zu gewinnen und uns die Tabellenführung zu holen.

Auswärtssieg - und sonst gar nix!

Donnerstag, 9. Februar 2012

Spieler der Stunde: Alex Meier

Seit Tagen ist es klirrend kalt (war es je anders?), auf dem Main treiben Eisschollen und in den Stadien der Republik wird auf beheizten, aber auch auf unbeheizten Plätzen unbeirrt weiter Fußball gespielt.

Die Mutter meines schwäbischen Mit-Adlers hat mit Fußball nichts, aber auch gar nichts am Hut. Am Montag, nach dem Spiel der Eintracht gegen Braunschweig, haben wir miteinander telefoniert. Sie erzählte mir, dass in dieser Nacht auf der Schwäbischen Alb minus 23 Grad gemessen worden sind und dass die Hühner jetzt auch tagsüber im Stall bleiben. Ich erzähle, dass wir gestern im Waldstadion waren. „Mädle, ja so was. Waren da noch mehr Leut?“ Ähem. „Ja – 36.000.“

„Alex Meier schießt die Eintracht auf Platz 2.“ „Einfach überragend.“ „Meier köpft Eintracht zum Sieg.“ „Meier im Alleingang.“Meier hat die Lufthoheit.“„Meier ist nicht zu verteidigen.“  "Gelungener Start dank Meier.“   "Meier übernimmt Verantwortung."  So lauteten die Schlagzeilen nach dem höchst verdienten, dennoch knappen Heimsieg der Eintracht gegen die Eintracht aus Braunschweig. Wer sonst soll am 20. Spieltag zum Spieler der Stunde gekürt werden, sollte man meinen. Aber doch gab es da einen, der Alex diesen Titel streitig machte – bis zum Ende der Abstimmung fast gleich auf lag und am Ende nur 8 Stimmen nur weniger bekommen hat. Aber der Reihe nach.

Genau heute vor einer Woche fand in Neu-Isenburg, bei Paolo, eine Veranstaltung der Reihe „Fantreff – die Eintracht kommt“ statt, die gemeinsam von der Fanbetreuung der Eintracht und der Frankfurter Neuen Presse organisiert wid. Gastgebender Fanclub war dieses Mal der EFC Sinnlos, zu Gast waren Alex Meier und Heiko Butscher (haaallo, liebe EfCler, der Mann heißt Meier ). Als ich die Ankündigung im Eintracht-Forum gesehen, am Tag darauf Berichte gelesen und Fotos von der Veranstaltung gesehen hab, dachte ich, was das doch für eine ideale Besetzung war. Der eine eher ruhig, der andere lebhafter. Der eine schon immer da, der andere grad erst zum Team gestoßen – und irgendwie schien das alles genau der richtige Zeitpunkt zu sein, um unserem Interimskapitän noch ein wenig Rückenwind und Antrieb für das Spiel gegen Braunschweig mit auf den Weg zu geben.

Dienstag, 7. Februar 2012

Tell me a Story

Charles Dickens ist einer meiner Lieblingsschriftsteller und immer, wenn ich traurig bin, dass ich schon (fast) alle Dickens-Romane gelesen habe, tröste ich mich damit, dass ich den ein oder anderen alle paar Jahre einfach noch einmal lese. David Copperfield zum Beispiel. Bleak House. Oliver Twist. Oder den Raritätenladen. Bei keinem anderen Autor sind die Helden so gut,  die Frauenfiguren so lieblich, die Elenden so elend, die Weltverbesserer so bigott und ekelhaft und die Bösewichte so abgrundtief böse  wie bei Dickens. Uriah Heep. Scrooge. Fagin. Brrrrr. Gefühle. Jammer. Schicksal. Tränen. Glück. Nur nicht zu zart mit dem Pinsel tupfen, sondern dick Farbe auftragen. „Mr. Popular Sentiment“ wurde Dickens  deshalb  von seinem (von  mir ebenfalls sehr geschätzter) Kollegen  Anthony Trollope genannt.

Dabei darf man nicht vergessen, dass Dickens zwar ein grandioser Fabulator und Geschichtenerzähler ist, darüber hinaus aber ein überaus genauer Beobachter des städtischen Lebens in London. Er sah  die zunehmende Entfremdung und Verelendung der englischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert, er erlebte und beschrieb die Entstehung der englischen Arbeiterklasse. Dickens wusste, wovon er erzählte: Sein Vater war das, was man einen Hallodri nennt, die Familie verarmte – schon der kleine Charles  musste Geld verdienen und tat dies z.B. in dem er - als 12jähriger -  vierzehn Monate lang in einem Schaufenster saß und Schuhwichse in Dosen füllte. Seine Tätigkeit als Gerichtsschreiber und Parlamentsprotokollant gewährten ihm später  tiefe Einblicke in menschliche Schicksale und politisches Getriebe. Er hatte zehn Kinder, er trank zu viel, war immer voller Pläne, liebte und lebte voller Kraft. Nicht mehr viel Platz für Illusionen – aber Stoff für Träume und für immer neue spannende, mitreißende Geschichten.

Charles Dickens war in mehrfacher Hinsicht „modern“: Er war eine Art Star, einer der ersten Schriftsteller, die auf "Promotiontour" und Lesereise gingen - z.B. feierte er in den USA große Erfolge. Und er war einer der ersten, der sich moderne Massenmedien für seiner schriftstellerische Tätigkeit zu Nutze machte. Viele seiner Romane veröffentlichte (und schrieb!) er als Fortsetzungsgeschichte. Wochenlang fieberten Leser z.B. bei der Lektüre des Raritätenladens mit Nell und ihrem Großvater - bis es dann schreckliche Gewissheit war: „Die kleine Nell ist tot.“

Heute wäre Charles Dickens 200 Jahre alt geworden. Ich finde: Man muss ihn im Winter lesen. Dicke Wälzer. Auf dem Sofa. Mit Tee und Plätzchen. Vielleicht ja: Genau jetzt. Und vielleicht den Roman, dessen Titel sich so anhört, als hätte er etwas mit der Eintracht zu tun: „Great Expectations“.



PS: "Great Expectations" ist im vergangenen Jahr in einer wunderbaren Neuübersetzung (von Melanie Waltz) erschienen. Wer (noch ,-)) mehr über Dickens wissen will. Ebenfalls im vergangenen Jahr ist erstmals eine umfassende - trotzdem kompakte! -  Dickens-Biografie auf deutsch erschienen: Hans Dieter Gelfert „Charles Dickens – der Unnachahmliche.“ Oder ihr greift zum englischen Biografie-Klassiker  - in epischer  (dickenscher ,-) Breite: Peter Ackroyd „Dickens.“

Sonntag, 5. Februar 2012

20 (von 34)

Ziemlich märchenhaft hat an diesem Wochenende der Restrundenstart aus Adlersicht begonnen. Gleich drei Mitkonkurrenten um den Aufstieg - Fürth, St. Pauli und Düsseldorf - haben Punkte liegen lassen. Jetzt muss die Eintracht "nur" noch ihr Spiel gegen Braunschweig gewinnen um drei Tüpfelchen aufs "i" zu setzen.  Ohne ***wiehießdernochgleich?***. Aber mit Sebi und Seppel. Mit Martin und Heiko. Matthias und Gordon. Benni, Alex und Erwin. Mit Karim. Mit Oka. Vielleicht ja auch mit Rob oder Constant. Mit Mo. Mit Sonny, Ümit oder Caio. Jedenfalls mit heißem Herzen und Adlermut. Wir!

Ziemlich märchenhaft war für mich übrigens auch der Samstagabend. Zum ersten Mal seit hundert Jahren war ich auf einer Kappesitzung. Ja, ja – ich weiß: Den Kokolores haben wir in der Winterpause schon hinter uns gebracht. Trotzdem. Verkleidet war ich auch. rotundschwarz natürlich - als Rotkäppchen. Da ist es ja nur logisch, dass ich jetzt in ein paar Stunden in den Wald und außerdem fest davon aus gehe, dass ich dort nicht zum Rumpelstilzchen, sondern zum singenden springenden Toreckerchen mutiere.

Angesichts der Außentemperaturen werde ich mein Kostüm allerdings wechseln. rotundschwarz bleibt es, aber heut geh ich als Zwiebel:


Sieg – und sonst gar nix.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Go west!

Geschafft. Endlich. Transferschluss. Helmes vom Tisch.

Das war schon vom Feinsten wie sich in den letzten Wochen die Stimmung immer weiter hochgehypt hat. Von "In Frankfurt sind die Nerven angespannt" - über „Zuversicht trotz Hängepartie“ bis „Wenn Helmes nicht kommt, ist der Aufstieg in Gefahr." Nur Stunden zwischen „Veh wartet geduldig“  zu „Veh erhöht in Sachen Helmes den Druck“ . Im Schnelldurchlauf von „Wäre cool, wenn Helmes käme…“ über „Helmes muss kommen…“ bis „Wenn Helmes nicht kommt, sehe ich schwarz…“ und schließlich „Ohne Helmes können wir den Aufstieg vergessen.“ 

Und dann, als schon sämtliche Dämme gerissen, das Wohl und Wehe der Eintracht untrennbar und unausweislich mit dem Namen Helmes und dem Daumen von Felix Magath verbunden waren, die Geschichte wie ein Brummkreisel immer noch mehr Speed aufgenommen hatte und auf ihren finalen Höhepunkt zusteuerte, letzten Donnerstag dann der Neujahrsempfang der Eintracht und dort ein weiteres  Statement von Bruno Hübner. „Wir reden über Patrick Helmes“, sprach er, „Aber wir müssen aufpassen, die eigenen Leute nicht verrückt zu machen.“

Echt?

Dieser Satz hat mich an eine Szene in dem großartigen John-Ford-Western „Red River“ erinnert. Ein Trupp Cowboys treibt eine Herde von Texas nach Missouri. Ein schwieriges Unterfangen, schreckliche Strapazen. Die Stimmung ist angespannt, die Nerven liegen blank, es fehlt nur eine klitze Kleinigkeit, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Nachts am Lagerfeuer. Einer der Cowboys, bekannt als Leckermaul, schleicht sich an den Küchenwagen. Die Vorräte sind streng rationiert, aber er muss, er muss jetzt etwas Süßes haben. Vorsichtig, ganz vorsichtig zupft er am Sack mit dem Zucker. Vorsichtig, ganz vorsichtig taucht er den Finger hinein. Er berührt dabei einen Blechnapf. Es scheppert. Die Cowboys schrecken auf. Der Napf kommt in Bewegung, schlägt gegen andere Töpfe. Der Cowboy versucht zu retten, was zu retten ist. Greift den Sack, der rutscht. Alles rutscht. Ein riesiges Gescheppere und Geklirre – und dann: Stampede. Die Herde geht durch. In einer Sekunde sind alle auf ihren Pferden.

Am nächsten Morgen hat der Staub sich gelegt. Die Rinder haben sich beruhigt, die Cowboys haben die Herde in einen Canyon getrieben.

Auch die Eintracht hat die Stampede (fürs erste und wieder einmal) überstanden. Gestern wurde so einiges noch einmal einen ganzen Tag lang wild schnaubend im Kreis getrieben bevor – nach kurzem Aufbäumen – abends dann allmählich Ruhe einsetzte. Galloppel. Galloppel. Galloppel. Brrrrr. Um 18 Uhr 12 die offizielle Mitteilung auf der Eintracht-Page, dass der Helmes-Transfer gescheitert ist. Auch kein anderer Stürmer wird kommen. Denn: „Die sportliche Leitung ist von der Qualität innerhalb des Kaders überzeugt.“ 

Tatsächlich, endlich hat es einer gemerkt: Wir müssen gar nicht nach Missouri – auch in Abilene gibt es eine Eisenbahn. Mal ehrlich: Statt am Zuckersack zu schlecken, hätten wir da auch schon eher drauf kommen können

Jetzt also nur noch eins – volle Kraft voraus. Go west! Wollen wir hoffen, dass sich einer findet, der vorne weg reitet!