Donnerstag, 16. Februar 2012

Spieler der Stunde: Alex Meier

Nur noch knapp 48 Stunden bis zum Spiel gegen den FSV. „Du kommst immer hinnerher – wie die alt Fastnacht“ hat meine Oma öfter mal zu meiner Cousine Beate gesagt – die war nämlich ein bisschen langsam. Da trifft es sich gut, dass heute Weiberfastnacht ist - und hier kommt auch prompt der Eintrag zum Spieler der Stunde. Hinterhergedackelt.

Zum Spiel der Eintracht in Düsseldorf ist in den vergangenen Tagen alles gesagt worden – oder auch wieder wenig. Das fulminante Ende des Spiels, die Schwalben-Provokateur-Rotzlöffel-Debatte haben die Leistung der Mannschaft fast ein wenig in den Hintergrund gerückt. Und diese Leistung war gut – wie ich finde: Sie war mehr als gut. Vom letztlich leistungsgerechten Unentschieden war häufig die Rede. Jetzt mal abgesehen davon, dass durch solche Aussagen dieser unsägliche Elfer im Nachhinein noch eine höhere Weihe erhält: Es stimmt einfach nicht. Die Eintracht war die allen Belangen bessere, klar überlegene Mannschaft. Natürlich hatten auch die Düsseldorfer ihre Chancen, natürlich hatten wir Oka und der hatte den Pfosten, wahlweise Seppel Rode an seiner Seite. Ändert aber nichts an unserer Überlegenheit, die gerade gegen die eher von der Physis kommenden Düsseldorfer deutlich wurde: Spielstark und spielfreudig. Ballsicher (vielleicht mit Ausnahme des Herrn Matmour). Variables Kombinationsspiel. Klug. Laufstark und leichtfüßig. Viele Anspielstationen. Mutig, immer häufiger mit überraschenden, manchmal sogar mit genialen Momenten. Mit Alex Meier.

Mal sehen wie sich das im Wahlergebnis widerspiegelt:

Wegen der kurzen Zeitspanne zwischen den beiden Spielen war die Umfrage in dieser Woche nur knapp 30 Stunden geöffnet, die Beteiligung hat (wie ich hoffe: nur deswegen) nicht ganz so euphorisierende Wirkung wie das Spiel, ist aber trotzdem noch ganz ordentlich. 48 Leser dieses Blogs haben sich beteiligt – vielen Dank für eure Unermüdlichkeit.

Jeweils eine Stimme ging an den sehr starken Sebastian Jung, der spritzig und spielfreudig auftrat wie lange nicht, und an Benni Köhler. Einen Moment, einen ganz kurzen Moment gab es, als dieser wunderbare  - herrje, welche Leistung *g - Uwe-Bein-Gedächtnis-Pass von Meier direkt auf dem Fuß von Köhler landete , da ist mir kurz die Möglichkeit durch den Kopf gezuckt, dass er ihn vielleicht, dass er ihn doch nicht… aber da war er auch schon drin, der Ball im Tor der Düsseldorfer. Ruhig, überlegt, platziert. Fast habe ich es noch im Ohr, das langgezogene „Tooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooor“, das bei uns im Zimmer hing. Dabei war doch alles ganz einfach: „Letzte Woche hab ich dem Alex einen aufgelegt, jetzt hat er sich revanchiert.“ Yep. Sehr sympathisch der gesamte Benni-Auftritt nach dem Spiel: Ruhig, überlegt – und trotzdem deutlich in Richtung Rösler: „So was gehört sich nicht.“

Zwei Stimmen für Oka Nikolov, der zwar das ein oder andere Mal nachfassen musste, einmal Glück (und einmal Rode) hatte, aber in der Drangperiode der Düsseldorfer (zuletzt kurz vor Schluss) die Nerven behielt und da war, wo er sein musste.  Auffallend: Auch Oka hat – wenn man so will - sein Spielsystem umgestellt und tut etwas fürs schnelle Umschalten nach vorn. Statt den Abschlag weit (und meistens recht sinnfrei) ins gegnerische Feld zu dreschen, wirft er viel häufiger als früher die Bälle ab, die Mittelfeldkombinationsachse kommt dadurch deutlich schneller ins Laufen.

Zwei Stimmen für Gordon Schildenfeld, der immer stärker wird, seine fehlende Schnelligkeit durch andere Stärken (Überblick, Stellungsspiel, Sicherheit) ausgleicht und mit Bamba Anderson dieses Mal zudem seinen angestammten Partner wieder an der Seite hatte. Apropos Bamba: Im Hinspiel wurde er (damals noch mit Rekordbeteiligung in der Klappergass)  zum Spieler der Stunde gewählt – und so ein bisschen war er es dann ja leider auch dieses Mal. Das erste Spiel nach der Verletzungspause. 90 Minuten eine starke Leistung und dann diese eine spielentscheidende Sekunde. Verzweifelt, wütend, unglücklich, gar nicht mehr zu beruhigen war er. Wir wussten es, aber er wusste es 1000 Prozent sicher, dass da nichts war – so echt, so unverfälscht hätte seine Reaktion sonst nicht ausfallen können. Hey – lieber Bamba – von so etwas lassen wir uns nicht unterkriegen. Nicht von so etwas! Zehn Prozent und damit 5 Stimmen für ihn.

Damit sind wir auch schon beim zweiten Platz und bei einem wichtigen, vielleicht ja sogar atomaufstiegsentscheidenden Wendepunkt, den der Montag gebracht. Endlich. Wir! Neun und damit 18 % der Stimmen für die Mannschaft, die gezeigt hat, dass sie wirklich eine ist und von der aus endlich die Funken zu uns und von uns wieder zu ihr zurückgesprungen sind. „So geht Aufstieg!“ Lautete ein Kommentar hier im Blog. Genau so ist das.

Die spielerische Entwicklung, die die Mannschaft gemacht hat, fällt vor allem dann auf, wenn man sie mit der Mannschaft der Vorrunde vergleicht und als direkten Bezugspunkt z.B. das Hinspiel stattfand.
Auch damals fehlte Pirmin Schwegler (mit Rückenproblemen), die Eintracht war gerade zum System Gekas zurückgekehrt und hoffte endlich, endlich auf den ersten Heimsieg seit hundert Jahren. Das Spiel war ganz ordentlich – es war (anders als das Spiel am Montag) ein Spiel zwischen zwei gleich starken Mannschaften. Nach diesem Spiel setzten bei uns erste Zweifel ein – von wegen „Hui, ganz schön stark die Düsseldorfer“ und „So einfach wird das nicht werden mit dem Aufstieg…“

Die Eintracht begann stark (bereits in der 3. Minute erzielte Jung per Kopf das 1:0), aber dann ging die spielerische Line verloren, das Spiel verflachte. In dem Maß, in dem die Düsseldorfer aufdrehten, zuckte die Eintracht zurück. Kein Biss, zu viele Ballverluste, individuelle Fehler, lange Bälle, keine mannschaftliche Geschlossenheit. Immer noch schien die Verunsicherung in den Köpfen zu stecken. Nach 60 Minuten der Ausgleich (nein, damals war es nicht nur kein Elfer, sondern es wurde auch keiner gegeben), aber auch in diesem Spiel setzte Sascha Rösler Akzente: Kurz vor der Pause forderte er – nach harmlosem Rempler – vehement die gelbe Karte für Alex Meier, der sie dann auch prompt bekam und schließlich kurz vor Schluss – nach wiederum harmlosem Foul an dem wie hingemäht liegen bleibendem Bodzek – mit gelbrot vom Platz gehen musste Ich kann mich nicht erinnern, dass er je vorher eine hatte? (Im Blog des EFC Schobberobber  gibt es eine sehr aufschlussreiche Zusammenstellung darüber, wie die Elfmeterflut der Düsseldorfer sich zusammensetzt und sich aufs Punktkonto, aber auch auf die individuelle Leistungsbilanz der Spieler – Scorerpunkte, Tore etc. – auswirkt. Vielleicht sollte man hier auch noch die Rubrik „Spieler, die aufgrund angeblicher Fouls gegen Düsseldorfer mit gelbrot oder rot ausfallen und ihrer Mannschaft fehlen“ ergänzen?)

Aber die neu gewonnene bzw. wieder entdeckte spielerische Stärke ist sicher nur ein Grund, für die Stimmen, die die Mannschaft erhalten hat. Endlich haben wir gesehen, dass hier eine Mannschaft au dem Platz steht, die aufsteigen will und aufsteigen wird. Mit feinem Fußball. Mit Kampf. Mit Herzblut. Und mit und für uns. Wild. Wütend. Enttäuscht. Loyal ihrem Trainer gegenüber. Aufrecht. Das war ein sehr schönes Bild, wie die Jungs, nachdem sie aus der Kurve kamen, den Platz verlassen haben. Fast in einer geschlossenen  Reihe, durchgedrückter Rücken, aufrechter Gang. Wir! Danke!

Was und wer bleibt? Auch in dieser Woche konnte es nur einen geben. Zum sechsten Mal in dieser Saison wurde der herausragende Alex Meier mit 58% und 28 aller abgegebenen Stimmen zum „Spieler der Stunde“ gewählt. Umsichtiger Regisseur und Spielgestalter. Technisch feiner Fußballer. Vorbereiter. Goalgetter. Individualist. Kapitän, der da und dann Verantwortung übernimmt, wo er gefordert ist und  in dieser Rolle - und auf seine ganz eigene Art - wesentlich dazu beigetragen hat, dass wir auf dem richtigen Kurs sind.

Weitermachen, lieber Alex. Genau so. Danke!

Kommentare:

  1. Konnte mich dieses Mal nur schwer entscheiden, nach diesem Spiel haben sich ja gleich mehrere eindeutig Wahlfähige angeboten, auch der Toooooooooor-Produzent. Dann halt für die Mannschaft gestimmt, um meine Sympathie über das ganze Ensemble auszubreiten.
    Frei nach Roman Herzog: es muss ein Ruck durch die Eintracht gehen. Und ob das am vergangenen Montag der Fall war, können wir ja übermorgen schon bewundern.
    LG, BB

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  2. Ist schon lustig. Was ist auf Benni und Alex schon eingedroschen worden. Und wer ist außer Oka auch immer da, wenn es drauf ankommt? Benni und Alex und Alex und Benni. Hoffentlich können wir sie am Saisonende im Doppelpack küren. Gruß, C.

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  3. Meine Stimme ging diesmal an die gesamte Mannschaft, die eine Topleistung gezeigt und sich (wahrscheinlich zum ersten mal in dieser Unterhaussaison) als geschlossene Einheit präsentiert hat...

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  4. Ja. Die Mannschaft war dieses Mal auf jeden Falle eine gute Wahl. Ich hab (ich gestehe...) diesmal zwei Mal (einmal vom Handy aus...) abgestimmt und konnte mich also spalten - einmal Alex, einmal Bamba...

    Fast glaub ich ja, ich hab die spielerische Leistung im Eintrag doch ein bisschen zuuu sehr gelobt und das ganze ist ein wenig zu blumig geraten. Irgendwie war der Zeitpunkt für eine detaillierte, eng am Spielgeschehen ausgerichtete Analyse schon überschritten. Obwohl... ,-))

    Wenn das Spiel wirklich der Mannschaft (und uns) den Ruck gegeben hat, der noch gefehlt hat - dann wermer ja am Ende den Düsseldorfern fast noch dankbar sein müssen.

    Nachlegen gegen den FSV. Sieg!

    lgk

    PS @Celtix: Ja, der Alex und der Benni und der Oka. Aber zum Glück sind da in dieser Saison ja auch noch noch ein paar mehr - und alle sind endlich auch Teil EINER Mannschaft. *hope*

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    1. So, erstmal (wenn auch spät) herzlichen Dank dafür das du die Tradition von Kid hier weiterleben läßt. Dann noch kurz was zu dem Spiel. Meiner Auffassung nach ist die Punkteteilung tatsächlich in Ordnung. Natürlich nicht wie sie Zustande kam. Aber während des Spieles hatte ich zwar immer den Eindruck die SGE dominiert das Spiel, ist pass- und kombinationssicherer, aber wenn die Schauspieltruppe vor Okas Tor auftauchte musste man immer Angst haben das der Ball im Netz zappelt. Lag vielleicht aber auch daran, dass ich die ganze Zeit gewartet habe, dass einer im Strafraum umfällt.
      Gewählt habe ich diesmal die Mannschaft, da ich mich einfach nicht entscheiden konnte wen aus der Abwehr ich nominieren würde. Denn auch wenn Alex richtig gut war, hat mir vor allem die Abwehrleistung imponiert. Gerade Bamba und Schildenfeld, aber auch Butscher und Jung. Man hatte den Eindruck, die Jungs waren immer auf der Höhe und den D'dorfern einen Schritt voraus. Gerade vor dem Hinterdrund dessen was ich oben geschrieben habe. Schließlich ist das Tor nicht aus dem Spiel raus gefallen.

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  5. Ich konnte mich nicht entscheiden, es kamen so einige in Frage und so habe ich die Mannschaft gewählt. Die ist nämlich augenscheinlich jetzt wieder eine solche. Deswegen bin ich auch optimistisch.

    Zu blumig? Och nööö.

    Sieg morgen gegen den FSV!

    LG Nicole

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  6. RADEWIG
    Ich hätte auch gerne abgestimmt aber ich hab es verpasst, die Zeit war zu kurz für mich, musste mich erst mal abreagieren - und das hat gedauert, also nachträglich meine Stimme für Alex ;-)

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  7. @lykanthrop: Vielen Dank für die Ergänzungen. Yep. So kann man das sehen. Und die Abwehr als Ganzes ist in meinem Eintrag irgendwie zu kurz gekommen - Sebi Jung kann jetzt auch deshalb wieder aktiver mit nach vorne gehen, weil die Reihe neben ihm stabil steht. Obwohl sich das heute gegen den FSV ja wieder ein bisschen relativiert hat...

    @Nicole: JA. Siiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieg! Und was für einer.

    @Radewig: Du bist entschuldigt ,-))) - und die Stimme für Alex behalte ich im Sinn :-)

    Was für ein Spiel... - ich hab nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen. Spätestens seit heute bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht nur ein irgendwie-Aufstieg, sondern ein richtiger, ein ganz besonderer Aufstieg werden kann.

    Eintracht!

    lg in alle Richtungen!!

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