Donnerstag, 22. März 2012

Spieler der Stunde: Benni Köhler und Die Mannschaft (Two-in-one-Edition)

Aufstiegssaison 2011/12. Es hat gedauert. Die Eintracht ging ihrer Wege, sie spielte, sie gewann meistens. Sie zeigte, was an fußballerischem Vermögen in ihr steckt – mal mehr, mal weniger. Alles gut, alles schön, und doch immer ein Mangel, immer wenig, um das vergessen zu machen, was wir in der Rückrunde der vergangenen Saison erlebt haben. Immer dieses sich selbst im Zaum halten – Hoffnung, Freude, Glück, auch Jubel, aber immer merkwürdig gedämpft, auch bei den Eintrachtlern, die – wie ich – eigentlich zum Überschwang und zum Ausrasten neigen. („Do you understand my pain?“)

Und jetzt auf einmal merken wir, dass es sich ganz allmählich eingestellt hat – nicht plötzlich, nicht überschwappend und laut, eher still und stetig – dieses Gefühl: Es ist unsere Mannschaft. Das da, das sind nicht nur irgendwelche Fußballer – das sind unsere Jungs. Sie sind diejenigen, die die Eintracht zurück in die erste Liga führen. („Can you cook and sow make flowers grow?“). Endlich wieder ein vorsichtiges Vertrauen darauf, dass aus „der Mannschaft“ und „uns“ am Ende doch ein richtiges „Wir“ geworden sein wird. „All right, i take that chance….“

Die Wahlergebnisse am 25. und 26. Spieltag
Wie man’s macht, macht man’s verkehrt, hat meine Oma immer gesagt und auch Armin Veh scheint diesen Satz verinnerlicht zu haben. Erst sind wir zu wenig euphorisch, jetzt sollen wir auf dem Teppich bleiben. Machen wir, machen wir alles – wenn’s der Wahrheitsfindung dient.

Wahr sind auf jeden Fall die Ergebnisse der Wahl zum Spieler der Stunde. Da ich letzte Woche leider nicht dazu gekommen bin, den Sieger zu küren, heute also der 25. Und 26. Spieltag im Doppelpack.

In der letzten Woche – nach dem Sieg in Rostock – haben sich 70 Leser dieses Blogs an der Wahl beteiligt, in dieser Woche – nach dem Sieg gegen Dresden – waren es 53. Herzlichen Dank für eure regelmäßige Beteiligung!

Zwei klare Siege, die Eintracht - spielerisch und mental auf dem Vormarsch - hat den Aufstiegsplatz weiter gefestigt – und auch die beiden Wahlergebnisse zeigen zwei ziemlich ähnliche Stimmungsbilder. Die wesentlichen Änderungen gibt es an der Spitze – standen in der letzten Woche ein bzw. zwei Einzelspieler im Vordergrund, so ist es in dieser Woche das Mannschaftskollektiv.

Die Gegenüberstellung der beiden Spieltage zeigt einen Trend, der typisch für die Wahl zum Spieler der Stunde ist und verdeutlicht, warum die Wahl jede Woche dabei hilft, neue Facetten aufzublättern, Einblicke in das Mannschaftsgefüge zu gewinnen, aber auch zu verstehen, welches Standing einzelne Spieler bei uns haben.

Die Mannschaft und ihre Gesichter
Jede Zeit, jede Mannschaft der Eintracht ist geprägt durch bestimmte Spieler, an die man sich auch nach vielen Jahren ganz besonders erinnert und die auch denen ein Begriff sind, die „damals“ noch nicht dabei waren. Eine lange Reihe von Spielern, die der Eintracht ein Gesicht geben, die über viele Jahre hin sinnstiftend wirken und für das stehen, was wir in der Eintracht lieben, die „typisch Eintracht“ sind. Filigrane Fußballer, schräge Typen. Individualisten, Kämpfer Integer. Loyal. Bodenständig. Spieler, die große Erfolge mit der Eintracht errungen haben, oder die in sportlich schwierigeren Zeiten durch besondere Eigenheiten, durch einen speziellen Lebensweg, durch ihre Art oder Verhaltensweisen einen Platz in unseren Herzen haben.

Wer sind diejenigen, die unserer aktuellen Mannschaft ihr Gesicht geben? Wer sind die Spieler, die bei uns "bleiben", die für „Eintracht“ stehen, auch wenn sie später (vielleicht) noch einmal für andere Mannschaften oder ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben. Wer wird – sagen wir mal – in zehn Jahren zu Gast im Eintracht-Museum sein? Was wird er über diese Saison erzählen…?

Aber ich schweife ab. Insgesamt zehn verschiedene Spieler konnten bisher mindestens einmal die Wahl zum „Spieler der Stunde“ für sich entscheiden. Drei davon – Benjamin Köhler, Pirmin Schwegler und Karim Matmour – lagen bereits drei Mal vorne, einer – Alex Meier – erhielt sieben Mal die meisten Stimmen. Obwohl, wie wir wissen, der Aufstieg in der Defensive entschieden wird, sind es auf dem Platz wie bei der Umfrage eher die Offensivkräfte, die im Fokus stehen - nur drei Mal wurde ein Abwehrspieler zum Spieler der Stunde gekürt. Eine Tatsache, die – wie ich finde - viel über den Verlauf der Saison, aber auch über die Beschaffenheit und den Charakter der Mannschaft insgesamt aussagt. Keine Kampf- und Ärmel-hoch-Krempel-Truppe, sondern ein Team, das eher über das spielerische kommt. Eine Mannschaft mit einer soliden Abwehr, die aber vor allem von der Leistung der Mannschaft insgesamt lebt und die eben bisher nur selten herausragende Abwehrleistungen benötigte, um ihre Spiele nach Hause zu bringen.

Hier ein Überblick über alle bisherigen "Spieler der Stunde":


Wie in der Mannschaftsaufstellung setzt sich auch bei der Umfrage immer häufiger eine Doppelspitze durch – zwei Spieler, die sich stimmenmäßig vom Feld absetzen, einer davon in der Regel ein bisschen deutlicher als der andere. Letzte Woche waren das Benni Köhler mit 29 bzw. 41 % der Stimmen und Sonny Kittel (14 bzw. 20 %), in dieser Woche die Mannschaft (29 bzw. 54 % und Constant Djakpa mit 8 bzw. 15 % der Stimmen ).

Einer der beiden Spitzenreiter ist in der Regel so eine Art Überraschungsgast , einer, den man für dieses Spiel nicht auf der Rechnung hatte, der aus dem Off ein gutes Spiel macht und dessen Leistung– Applaus, Applaus –freudig begrüßt wird. Neuankömmling Bamba Anderson am 3. Spieltag. Gordon Schildenfeld bei der Pokalniederlage  gegen den Betze. Erwin Hoffer. Last-Minute-Man Karim Matmour. Der – ähem – Weinachtsmann. Heiko Butscher, der kurzfristig die Hintermannschaft stabilisierte und „den Aufstieg ermöglichen“ sollte.  Martin Amedick, der gegen Cottbus in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel in der Innenverteidigung zeigte und trotzdem ausgewechselt wurde. Sie alle waren schon einmal so etwas wie der „Rookie oft he week“. So wie in der vergangenen Woche unser aller Lieblingszukunftsvision Sonny Kittel (Tooooooooor!) und in dieser Woche der - back on stage - auf der linken Außenbahn hüpfende, schlenkernde, rennende, immer gut gelaunte und – wenn er konzentriert bleibt – richtig gut Fußball spielende Constant Djakpa.

Neben der Spitzengruppe gibt es jede Woche, eine kleine Gruppe von Spielern die mit ziemlicher Sicherheit (fast) in jeder Woche Stimmen erhält - das sind diejenigen, die sich im Laufe der Saison als Konstanten, als Leistungsträger herausgestellt (und also in der Regel auch bereits häufiger den Titel „Spieler der Stunde“) geholt haben. Sie ragen mit ihrer Leistung möglicherweise nicht immer heraus, sind aber immer wichtig für die Mannschaft:

Vorne weg zwei Spieler, die vor 6 Jahren schon einmal mit der Eintracht aufgestiegen sind, seit dieser Zeit den Weg vom Hoffnungsträger zum „Schon-immer-da“ gegangen sind, viel einstecken mussten und trotzdem sich, ihrer Linie und der Eintracht treu geblieben sind:

Alex Meier - diese Woche 4, letzte Woche zwei Stimmen, der in dieser Saison bereits 13 Tore erzielt und sieben Torvorlagen gegeben hat, der auch nach seiner Zeit als Kapitän Kapitänsspirit verbreitet, antreibt, aufmuntert und bei dem wir uns den Luxus erlauben können, ihn nur dann zum Spieler der Stunde zu küren, wenn er in einem Spiel mindestens hundert Tore macht.

Benjamin Köhler - letzte Woche mit 29 Stimmen überragender Spieler der Stunde, auch diese Woche mit 6 Stimmen vorne mit dabei. Einer, der in dieser spielstarken Mannschaft seine technischen Fähigkeiten immer besser zum Tragen bringen kann, der immer stärkere Standards schießt (ok, wir mal die Ecken) – und der dafür gesorgt hat, dass wir jetzt einen „wichtigsten Spieler“ (= Pirmin Schwegler), l eine „Lebensversicherung“ (= Alex Meier) und außerdem nicht nur einen „Mann für alle Fälle“, sondern einen „kleinen Mann mit großem Wert“ haben, der unverzichtbar ist. Kein Zweifel – derzeit schlechte Karten für Köhler-Basher. Ob ihnen endgültig das Maul gestopft ist, wage ich trotzdem zu bezweifeln.

In die „immer-ein-paar-und-manchmal-auch-mehr-Stimmen“-Gruppe gehört auch Oka Nikolov, der –– allein schon dafür, dass er da und dass er Oka ist, ein wichtiger Halt- und Identifikationspunkt in der Mannschaft ist. Ausnahmen bestätigen die Regel – ausgerechnet an den Spieltagen, von denen hier die Rede ist, hat Oka nämlich keine einzige Stimme erhalten hat. Beim Spiel gegen Dresden hatte er – außer in einer Szene – schlicht keine Möglichkeit, sich irgendwie auszuzeichnen. Beim Spiel sicher verdient hätte (z.B. bereits in der ersten Hälfte als er den möglichen Ausgleich verhinderte und einen Schuss von Jänicke über die Latte lenkte), der aber letzte Woche auch den ein oder anderen „Oka“ zu viel im Repertoire hatte – z.B. die unterlaufene Ecke, die eigentlich zum Anschlusstreffer hätte führen müssen, wenn da nicht noch Benni Köhler neben dem linken Pfosten gestanden hätte.

Zwei weitere Spieler, die regelmäßig Stimmen erhalten, gehören in die Kategorie „Noch gar nicht so lange dabei, aber nicht mehr wegzudenken“:

Pirmin Schwegler, der letzte Woche keine, diese Woche eine – nur eine – Stimme erhalten hat, die aber verdeutlicht, dass seine Rückkehr in die Mannschaft, die Wiederbelebung seiner von Spiel zu Spiel wieder besser funktionierende Rolle als Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft , honoriert wird. 129 Ballkontakte haben die Statistiker bei Pirmin Schwegler im Spiel gegen Dresden regsitriert –alles, was über 90 geht ist ein Spitzenwert. Dieser überragende Wert und die trotzdem relativ magere Stimmenausbeute scheinen zu dem zu passen, wie Pirmin Schwegler seinen Job macht: Unauffällig. Konsequent. Konzentriert. Ruhig. So wie er eben ist, der – hoffentlich bald verlängerte - Pirmin.

Sebastian Rode, der am 24. Spieltag (beim Spiel gegen Cottbus) mit großem Abstand zum Spieler der Stunde gewählt wurde, der letzte Woche noch 6 Stimmen erhalten und in dieser Woche keine einzige Stimme erhalten hat. Damit ist Rode der Spieler, der innerhalb der letzten Spieltage am deutlichsten im Ranking von hoch oben nach unten durchgereicht wurde, was weniger damit zu tun hat, dass seine Leistung um so vieles schlechter geworden ist, sondern eher damit, dass mit der herausragenden Leistung gegen Cottbus die Erwartungen an ihn (noch) größer.

Immer noch nicht ganz durch mit den Spielern, die selten (oder gar nicht) ganz oben stehen, und trotzdem regelmäßig Stimmen sammeln. Ausdruck dafür, dass wir sie wertschätzen, um ihre Bedeutung für die Mannschaft wissen und sozusagen mit ihnen gemeinsam in den Startlöchern sitzen und auf mehr hoffen. Herausragender Vertreter dieser Gruppe ist Sebastian Jung, der es in dieser Saison noch nicht einmal geschafft hat, zum Spieler der Stunde gewählt zu werden, aber immer punktet - letzte Woche waren es drei, diese Woche nur eine Stimme (was, wenn er dieses eine Ding in der zweiten HZ nicht knapp übers Tor, sondern unter die Latte gesetzt hätte, vielleicht ganz anders ausgesehen hätte).

Hier zu nennen sind auch Bamba Anderson und Gordon Schildenfeld - beide wellenweise, der eine mehr der andere weniger, umstritten - - die witzigerweise fast immer abwechselnd Stimmen sammeln. Letzte Woche war es Überraschungsrückkehrer Gordon Schildenfeld, der eine nicht erwartete gute Leistung zeigte, sogar ein Tor erzielte und dafür 7 Stimmen erhielt, während Bamba Anderson – trotz wunderbar öffnendem Pass auf Sebi Jung, der dann das 1:0 vorbereitete – keine Stimme erhielt. Diese Woche punktete Anderson (2 Stimmen), während Schildenfeld (aus meiner Sicht gegen Dresden der bessere der beiden Innenverteidiger) leer ausging.

Auch Mo Idrissou wird – wie in dieser Woche – gerne mit zumindest einer Stimme  bedacht, sobald er sich wieder als der zu erkennen gibt, der im letzten Sommer die Sehnsucht nach dem „Stoßstürmer“ zu erfüllen schien und – z.B. bei den Spielen in Cottbus und zu Hause gegen Rostock – traf wie er wollte und die Mannschaft mit seiner begeisternden Art mitriss. Ein Tor, eine Vorlage gegen Dresden – trotzdem  nur eine Stimme für ihn zeigt, dass mancher ein bisschen länger stricken muss.

Spieler der Stunde am 26. Spieltag: Die Mannschaft
Als lieb und nett, aber ein bisschen fad, wurde (wird) unsere Mannschaft gerne beschrieben. Sie verbreite zu wenig Emotionen und Begeisterung – manch einem fehlt das ekstatische Hüpfen vor der West nach einem Sieg. Ja, ja – manchmal sind sie ein bisschen zäh, aber in Zeiten , in denen die Welt und die Grundstimmung immer bösartiger und die gleichzeitig permanent und überall produzierte Jubel-Happy-go-lucky-Stimmung immer überschwänglicher wird, hat das doch auch was Cooles. Hey – 11 bzw. 14, 15 Männer, die sich Wiedergutmachung auf die Fahnen geschrieben haben, die mit uns und für uns Zurückwollen in die erste Liga, die ihren Job und im Moment kein großes Bohay darum machen wollen. Lass die Jungs wie sie sind. Tief drinnen, da brodelt es. Und ganz große Party steht ja noch aus.

Ohnehin ist diese Mannschaft ja sowieso viel bunter als sie es in den Jahren zuvor war  - nicht nur, aber auch deshalb, weil seit vielen Jahren einmal wieder mehrere schwarze Spieler das Adler-Trikot tragen. Eine Mannschaft, die gerne gut Fußball spielt und sich erkennbar darüber freut, wenn ihr das gelingt. Die lange Zeit nicht besonders stabil wirkte, sich leicht verunsichern ließ, sich schwer tat, mit Widerständen. Merkwürdig lethargisch und mutlos agierte. Sich nicht an und aus sich selbst wieder hoch ziehen konnte. All das scheint sie in diesen letzten Wochen gelernt zu haben. Sie macht. Sie glaubt an sich. Sie spielt. Sie reden auf dem Platz miteinander, sie muntern sich auf, wenn es mal nicht so läuft. Sie wissen, was sie können - und ihr Trainer hat ihnen dabei geholfen, dass sie jetzt auch in der Lage sind, das was sie können, auch 90 Minuten auf dem Platz durch zu ziehen. Sie lassen auch mal ein bisschen die Muskeln spielen, wirken gefestigt und selbstbewusst. Wir. Eintracht! Was für wunderbare Szenen nach dem Spiel in Rostock. Bamba, der Djakpa schultert und durchs Stadion trägt. Mo, der in der letzten Spielminute noch das 5:1 erzielt und lachend, lachend, lachend auf dem Boden sitzenbleibt. Apropos schwarz .

Flashback
Anfang der 90er-Jahre, schon nach Aleseschia, schwappte – wie vorher und nachher immer wieder – eine Welle von Ausländerfeindlichkeit durchs Land. Zusammen mit ein paar Freunden organisierte ich in Frankfurt eine Benefizaktion „Grenzenlos“ – wir gestalteten einen Kalender, veranstalteten ein Konzert mit überwiegend afrikanischen Bands im Sinkkasten. Danmy Cohn-Bendit übernahm die Schirmherrschaft, Susanne Fröhlich moderierte das Konzert, zu dem wir – als zusätzliches Highlight – auch einige prominente Frankfurter eingeladen hatten. Auf wen könnten wir denn da zu gehen? Klar – Eintracht. Tony Yeboah. Jay Jay Okocha. Und auf einmal fand ich mich – wie in eine Traumwelt gebeamt – am Riederwald wieder, wo ich mit dem damaligen Manager von Tony Yeboah (keine Ahnung, wie wir an dessen Telefonnummer gekommen waren) verabredet war. Es war wie im Zauberland, vollkommen surreal, dabei vollkommen . Draußen trainierten sie – Tony, Uli, Mauri - ich saß mit dem Tony-Manager im Vereinsheim, am Nebentisch saß Charly Körbel und verzehrte gerade ein Rippchen mit Sauerkraut, was mir so heimelig vorkommt, dass ich fast schon denke, ich habe es mir nur eingebildet. Tonys Manager jedenfalls war ein bodenständiger, kräftiger, ein klitzeklein bisschen (wenn ich das so sagen darf) windig wirkender, hessisch schwätzender Herr mittleren Alters. Er war von unserer Idee nicht gerade begeistert, aber stand ihr zumindest wohlwollend gegenüber und wollte also den Tony und - „Ja, mach isch..“ - auch den Jay Jay darauf ansprechen, ob sie nicht Lust hätten beim Konzert im Singkasten vorbei zu kommen und auf der Bühne ein paar Worte mit Susanne Fröhlich zu schwätzen. Versprechen könne er allerdings nicht, meinte er und beugte sich vertraulich zu mir herüber: „Wisse se – wenn mer die net an de Hand nimmt und net alles für die macht…. Wie die Kinner sin die, wie die Kinner…“


Tony und Jay Jay sind leider nicht gekommen – und ich glaube: Das lag weniger daran, das sie waren wie die Kinder, als daran, dass der Herr Manager mich einfach hat auflaufen lassen. Schaaaaaaaaaaaade. Immerhin war der Abend trotzdem ein Erfolg.

Flashbackende

An diese Szene am Riederwald habe ich lange nicht mehr gedacht - in diesen Tagen, wenn ich unsere bunte Truppe anschaue, ist sie mir wieder eingefallen. Und mein (leider ziemlich ramponiertes) Original „United Colours of Bembeltown“-Shirt hab ich bei dieser Gelegenheit auch wieder rausgekramt.

Im aktuellen FR-Video und in den Foren wurde am Wochenanfang über die Perspektiven diskutiert, die diese Mannschaft in der ersten Liga haben wird (für den, der es noch nicht weiß: sie sind schlecht). Überall wird spekuliert, wer geht, wer bleibt, wer kommt. Bruno Hübner plant.  Gestern wurde (mit Stefan Aigner) bereits die erste Neuverpflichtung für die neue Saison bekannt gegeben. Ich habe im Moment erst einmal damit zu tun, mich daran zu freuen, was aus der wild zusammengewürfelten Truppe  die da im Juli 2011 zusammengestellt worden ist  geworden ist: Ivorer, Kroaten, Österreicher. Algerier. Brasilianer. Schweizer. Odenwälder. Ex-Stuttgarter. Ex-Hamburger. Ex-Freiburger. Ex-Lauterer. Ja sogar: Ex-Offenbacher. Alles Frankfurter Jungs: Unsere Mannschaft der Stunde.

Danke für das feine Spiel gegen Dresden, danke für die bisherige Saison. Weitermachen. Durchziehen. Aufsteigen!


Kommentare:

  1. Ehrlich gesagt, ist mir das zu lang alles zu lesen. Die Mannschaft hat gewonnen, weil sie gegen Dresden ein richtig gutes Spiel gemacht hat und als Mannschaft aufgetreten ist. Viel mehr gibt es doch eigentlich dazu nicht zu sagen.

    Trotzdem danke für die Mühe!

    AntwortenLöschen
  2. Was für eine schöne Einstimmung fürs Wochenende, danke, dass Du Dich gegen alle Limitationen (jaja, lese immer!) drangemacht hast.

    Our love won't be in vain. (Fast) sicherbin.

    Lieben Gruß,
    BB

    AntwortenLöschen
  3. Tony und Jay Jay, Tony, Uli, Mauri...GOOD TIMES, wie ich zu sagen pflege. Da passt das Uwe Bein Interview bei 11Freunde ja ausgezeichnet:

    http://www.11freunde.de/bundesligen/149748/wie_bloed_warst_du_eigentlich

    AntwortenLöschen
  4. Danke und Denk immer dran, zu lange Einträge kann es nie geben !

    AntwortenLöschen
  5. Ein schöner und stimmungsvoller Eintrag, Kerstin. Aber trotz der von Herrn Veh beklagten "Frühlingsgefühle": ;-) "Meine Jungs" sind das nicht. Das werden sie auch nicht mehr. Dafür ist bei mir in der Vergangenheit zu viel kaputt gegangen oder - um es weniger dramatisch auszudrücken - einfach zu viel klar und deutlich geworden.
    Die frühere gefühlte Nähe ist ja keine Notwendigkeit und wenn diese Elf aufsteigt, bekommt sie von mir die Anerkennung und den Dank, den sie verdient.

    Übrigens hat "Anonym" Recht. Man kann wie die Nashville Teens John D. Loudermilks "Tobacco Road" in knapp zweieinhalb Minuten herunter spielen. Auch dann ist alles gesagt.
    Ich für meinen Teil bevorzuge aber die Version von Eric Burdon mit War. Die ist zwar 12 Minuten länger, macht aus dem Original aber auch einen neuen Song und erzählt über die Interpretation eine eigene, facettenreichere Geschichte. :-)
    Danke, Kerstin.

    Gruß
    Rüdiger

    AntwortenLöschen
  6. @ Anonym: Mmh. Ein bisschen mehr vielleicht ja doch…?! Bin mir sehr wohl darüber im Klaren, dass nicht nur das Schreiben, sondern auch das Lesen eines längeren Textes eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, die man natürlich auch anders verwenden kann. Es ist ein Lese-Angebot, das man annehmen oder (wie du) ablehnen kann – trotzdem danke, dass du dir die Zeit für einen Kommentar genommen hast

    @ Sarroise: Oh. Du hast es erkannt!?! Ja, für dieses Mal wird es so sein. Es wird so sein. Es wird.

    @ Stay Cold: Das Uwe-Interview passt wirklich ausgezeichnet. Obwohl es neben der Erinnerung an good times, auch noch so manch anderes weckt…

    @Thorsten: Danke, vielen Dank!

    @ Rüdiger: Du hast natürlich recht: Es ist nicht wie früher, es ist vieles kaputt gegangen, was so auch nicht mehr repariert oder zugedeckelt werden kann. Things have changed. Und trotzdem: ich kann nicht anders- bei mir wird es am Ende dann doch immer wieder und immer noch eine ganz persönliche Geschichte….“Getting busted for the bad times and believing in the good.“

    Nashville Teens vs. Eric Burdon: Was für ein witziger und pointierter Vergleich – schöööön. (Und ich hör mir beide Versionen jetzt auch gleich mal an :-) Danke, Rüdiger!

    Frühlingsgrüße in alle Richtungen. K.

    AntwortenLöschen
  7. Danke für diese Beiträge, Kerstin. Das ist einer der Gründe, warum ich immer wieder an dem Spiel teilnehme. Ich sage es kurz: Die langen Geschichten will ich lesen. Die von Dir.

    Viele Grüße & weiiterhin sichere Straßen, Fritsch.

    AntwortenLöschen