Samstag, 9. Mai 2015

Eins, zwei, drei, vier...

... dieses Spiel gewinnen wir! Da ziehen wir alle an einem Strang.

Oder?

Kommentare:

  1. Oder der Strick zieht sich zu.

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  2. Vier waren drin. Allemal. :-)

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    1. Es war ein guter, ein glücklicher Nachmittag am Samstag im Waldstadion, zumindest habe ich das so empfunden. Mir hat es davor gegraut ins Stadion zu fahren und ich war dann vollkommen uberrumpelt, von dem, was ich ums Stadion herum und im Stadion erlebt habe. Klar, waren da Diskussionen, Frust ablassen, Zweifel, Gerüchte. Aber dann ging das Spiel los und zumindest für 90 Minuten war das alles vollkommen egal. Ich sage mal: Auf dem Platz ebenso wie in den Blocks. Wer hat recht? Wer vertritt welche Interessen, will wen weghaben, in Position stellen? Geht die Welt unter, wenn Schaaf bleibt? Egal. Fußball. Eintracht.

      Das Spiel in der ersten Halbzeit war spielfreudig, einsatzstark,mitreißend. Zentnerlasten - weggespielt und weggeschossen. In der zweiten Halbzeit hing sie wieder in der Luft, die Angst, dass es doch wieder passieren könnte. Dass das Spiel kippt. Selbst drei Tore nicht reichen, um den Sieg über die Ziellinie zu bringen. Aber irgendetwas war anders. Nach dem ersten folgte nicht gleich das zweite Gegentor. Auch, wenn nach vorne nicht mehr viel gelaufen ist – die Mannschaft blieb ruhig und konzentriert. Keine langen Abschläge von Kevin Trapp. Diszipliniertes Doppeln. Aufmerksames mit Aufrücken, Räume zu laufen. Um die 70. Minute herum, schien so etwas wie eine Lähmung überm Stadion zu hängen, was dann passierte war großartig und für mich einer der schönsten Momente in dieser Saison. Es war wirklich wie ein Ruck, der durchs Stadion gegangen ist. Ich weiß nicht, ob es in der West angefangen hat, bei uns im Blok oder auf der Gegengeraden - einer fing an, alle, alle standen auf und sangen mit. Schwarz und weiß wie Schnee. Ein gewaltiger Gesang schwappt durchs Stadion. Wie oft habe ich mich schon über sinnfreien Support und Dauergesänge geärgert und jetzt das. Wie ein Sich-Aneinander-Festhalten, Mut machen, Frust und Ärger wegsingen. Das war so ein "Auch wenn es bröckelt und schwierig ist - da ist etwas, was bleibt"-Gefühl. Eintracht. Vielleicht lag es daran, dass ich die Woche über sehr viel gearbeitet und wenig geschlafen habe, übermüdet war, die Diskussionen um die Eintracht an mir zehren - mir sind echt ein paar Tränen die Wangen herunter gelaufen.

      Auf der Rückfahrt hat am Samstag Frank Turner für mich gesungen. "Life is too short to live without poetry." Yep.

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    2. PS: Ist jemandem aufgefallen, dass die Hoffenheimer in der ersten Hälfte genauso gespielt haben, wie wir - also: Wie wir in den Paarungen gespielt haben und spielen, in denen wir einbrechen? Hinten wackelig, fast ohne Mittelfeld, mit langen Bällen und vielen Fehlpässen? Schwach in der Rückwärtsbewegung, immer falsch am Mann, kein "Zugriff" auf die Zweikämpfe, riesige Lücken?

      Ich sehe mich hier in meiner These bestätigt, dass das unter Schaaf scheinbar fehlende System durchaus System hat = genau das System ist, das im Moment im "großen Fußball" gespielt wird und sehr stark von der Mannschaftsdisziplin und den fußballerischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler abhängt, weil es extrem fehleranfällig ist.

      Alle Mannschaften in der Bundesliga, die um den Anschluss nach oben ringen, versuchen m.E. dieses System zu spielen. Ob das richtig oder falsch ist, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls ist das ein durchgängiges Prinzip, das dazu führt, dass gerade "ambitionierte" Mannschaft sehr leicht einbrechen, überlaufen werden,, nach einem Gegentreffer gleich einen zweiten Treffer fangen etc. Das, was Spieler und Mannschaften können (bzw. bereit sind zu wollen) und das, was das System erfordert, sind nicht kompatibel. Ob es sich lohnt, wider diese Erkenntnis darauf zu beharren und mittelfristig auf Verstetigung zu setzen, weiß ich nicht.

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    3. Im Forum steppt der Adler, und er steppt so übel nicht.

      "We are ugly but we have the music" (Leonard Cohen)

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    4. Ich habe heute Abend nach langer Zeit mal wieder ins Forum reingeschaut, adlerkadabra. Ich verstehe nichts von Fußball und noch weniger von Musik oder gar Tanz. Doch das, was du dort als Stepptanz empfindest, würdest du an einem anderen Ort möglicherweise als Pogo deuten.

      Du hast mal geschrieben, glaube ich, dass Forum sei ein Moloch. Es ist aber gar nicht das Forum. Es sind die Menschen. Weil wir immer glauben, wir hätten etwas verstanden, nur der andere nicht. Und der andere wolle nur Recht behalten, uns aber gehe es einzig und allein um die Sache. Oder die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die ... ach, was weiß ich. Wir finden schon was, was uns moralisch über die anderen stellt.

      Der Mensch an sich ist ein Vollidiot, hat Stefan im Blog G bei der Eröffnungsfeier der EZB geschrieben. Und der Mensch bleibt einer, weil er immer den anderen für einen Idioten hält. Und nur den anderen. Und da ich ein Mensch bin, bin ich nicht anders oder besser. Ich bin mir dessen halt nur bewusst. Spätestens seitdem ich Raylan Givens in "Justified" habe sagen hören: "If you run into an asshole in the morning, you ran into an asshole. If you run into assholes all day, you're the asshole."

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    5. Der Mensch, hat mal einer gesagt, ist aus so krummem Holz geschnitzt, das nichts rechtes Gerades aus ihm werden kann. Aber der liebe Gott oder die Vernunft oder Irgendein Weißnichtwer hat ihm die Gabe verliehen, sich gelegentlich zu freuen: Die Sohne scheint, im Stadion hat er nette Freunde getroffen, die Bratwurst war klasse. Oder er sitzt vor dem Fernseher oder dem Radio(fast noch besser), der Kaffee ist heiß und frisch und die Mannschaft, die er, warum weiß nicht einmal er so recht, liebt, hat gewonnen. Dann senkt sich wohltuende Stille herab.

      Der mit dem krummen Holz hat übrigens auch einen Alptraum beschrieben: einen Zustand, in dem wir gezwungen sind ohn Unterlaß die Gedanken aller unserer Mitmenschen zur Kenntnis nehmen zu müssen. Noch müssen wir das nicht. Wie gut wir es doch haben. Und ein anderer hat gesagt, dass die Welt groß genug ist, dass wir alle auf ihr Unrecht haben können. Das nimmt viel Druck von uns armen Socken. Gruß, C.

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    6. Ich möchte mit dem Bild vom tanzenden Adler eigentlich nur ausdrücken, lieber Kid, dass ich heute vom Forum überrascht bin. Positiv überrascht. Vor dem Hintergrund erheblicher Irritationen gab es da, wie ich finde, einen im Großen und Ganzen durchaus konstruktiven Meinungsaustausch, mit Zuhören, mit Zugestehen, mit Differenzierungen, die aller Ehren wert sind und auch anderen Zirkeln des sogenannten Umfelds zur Ehre gereichen würden.

      Zu Deinen allgemeineren Überlegungen. Der menschliche Egozentrismus ist, wenn ich Erkenntnisse der Neuro- und Kognitionswissenschaften recht verstehe, gewissermaßen konstruktionsbedingt. Oder um viel einfacher ranzugehen: das sagt mir auch meine Erfahrung. Die gute Nachricht: es ist nicht zwingendermaßen bewusste negative Intention im Spiel. Die schlechte: es ist verdammt schwer abzustellen. Aber: nicht unmöglich. Langsam, schrittweise, ist so etwas wie eine "Ausweitung" der höchsteigenen Egozentrik möglich. Bei allem Skeptizismus also, den ich teile, halte ich Entwicklung für möglich. Es dauert. Es braucht so viel Geduld. Es ist möglich sich in andere Perspektive"hineinzuversetzen", es ist möglich, zuzuhören, einzuräumen. Das ist das Entscheidende, nicht die abstrakten und keineswegs absolut gültigen Werte wie Gerechtigkeit, Wahrheit oder was immer. Deswegen sind diese nicht obsolet, es gibt, denke ich, ein spezielles, vielleicht überraschendes Sensorium für diese, aber das würde hier zu weit führen.

      Dem Zitat vom menschlichen Vollidioten kann ich nicht zustimmen. Ich will es auch nicht, um damit anzudeuten, dass es da auch um eine Art Entscheidung geht. Aber auch dies ist ein weites Feld. Abgesehen davon, dass mir, halten Herr Kant zu Gnaden, der Mensch "an sich" noch nicht über den Weg gelaufen ist. Und sag jetzt bitte nicht, ich soll mich mal an der Oberschweinsteige auf die Lauer legen : - )

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    7. "im Großen und Ganzen durchaus konstruktiven Meinungsaustausch" - Im Großen und Ganzen. Im Großen und Ganzen stimmt es auch in der Mannschaft, mein lieber adlerkadabra, wen ich die unberücksichtigt lasse, die nach meiner Meinung ein Problem mit dem Trainer haben und/oder der Trainer mit ihnen. Die Wahrnehmungen sind eben unterschiedlich - an allen Orten und das nicht nur im Netz. Und für fast alle, scheint der Ort, an dem sie sich bevorzugt aufhalten, der "bessere" zu sein. Ist ja auch nachvollziehbar - sonst wären sie ja nicht dort. ;-)

      Das Internet bietet für Menschen das, was ihnen auch die Masse bietet: Den Schutz der Anonymität. Was du über Geduld, zuhören, hineinversetzen etc. schreibst, hört sich schön an, allein meine Wahrnehmung ist eine andere. Und das, was andere gestern über andere geschrieben haben, kommt mir nicht über die Tastatur. Wenn, dann käme es aus meinem Mund. Von Angesicht zu Angesicht.

      Ich wüsste deshalb nicht, welchen „anderen Zirkeln des sogenannten Umfelds zur Ehre gereichen würde“, was ich gestern im Forum gelesen habe. Und die Differenzierungen, die ich im Forum ebenso lesen konnte, gibt es eben auch in den „anderen Zirkeln“ - soweit du damit das Blog G meinst. (Ich bin halt aus der Klappergass und lieber konkret als vage oder "nebulös".) :-) Ich habe diese Differenzierung und anderen Meinungen dort zumindest wahrgenommen. Das war allerdings auch schon anders. Doch das lag an mir. Weil ich einzelnen Meinungen einen Stellenwert und eine Bedeutung beigemessen habe, die sie schlicht nicht besitzen. Mein Problem also. Und nur meines.

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    8. Die Klappergass, mein Lieber, scheint ein guter Ort zu sein. Ich meine a u c h Blog G, unter anderem. Habe aber, da dies ohnehin nur eine Seitenbemerkung war, darauf verzichtet, die ganze Reihe runterzubeten. Das hätte so nicht mehr gepasst. Internet kann funktionieren und was wirklich Gutes sein, wenn man sich Deine Prämisse zueigen macht - ich erlaube mir zu "übersetzen" - : schreibe nichts, was Du zu einem persönlichen Gegenüber nicht auch von Angesicht zu Angesicht sagen würdest. Wobei das durchaus auch mal sehr entschieden sein könnte.

      Es ist eine Selbstverständlichkeit: auch gestern im Forum war sehr gemischt, was vorgetragen wurde. Ich kann aber nicht mehr sagen als oben bereits: ich fand es über größere Phasen hinweg bei aller Emotion auffallend sachlich und konstruktiv. Vielleicht haben wir unterschiedliche Dinge gelesen. Vielleicht auch dieselben Dinge auf unterschiedliche Weise. Sowas gibt's. Und mit dem angemessenen Respekt wird es dann mitunter sogar besonders interessant.

      In diesem Sinne: ak

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  3. Ich habe es geschafft. Schau mal im Stadionmagazin zum Hoffenheimspiel auf Seite 51 unten rechts ins Bücherregal... Gruß aus Paderborn.

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    1. Menno, wie schade - ich kann leider nicht nachschauen. Ich habe mir dieses Mal kein Stadionmagazin - aber ich werde irgendwo eins auftreiben. Ich will's wissen :)

      PS OT: Mainz? Tübingen? Lörrach?

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    2. Mainz. Dann fahre ich leider in Urlaub. Ob ich danach Lörrach noch anstrebe, weiß ich noch nicht. Und was ist im Herbst, mit dieser Terminlücke zwischen Kopenhagen und England? Vielleicht gibt es da noch norddeutsche Termine..
      Noch ist Hoffnung.

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    3. Wir fahren von Mainz direkt weiter nach Tübingen, und Lörrach steht auch auf dem Plan. Die Lücke zwischen Kopenhagen und England (fünf mal Royal Albert Hall - wow!) haben wir ebenfalls im Blick - Norddeutschland, vielleicht ja auch Holland.. Da geht noch was...:)

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    4. So wild ist das mit der Seite 51 nicht, aber da sind jetzt gut sichtbar die "Lyrics" und die "Chronicles" vom "song & dance man" auf einem Photo im Stadionmagazin der Eintracht.

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    5. Ein deutscher Herbst:Leipzig, Berlin x 3, Saarbrücken. Jetzt noch ein guter BL-Spielplan...

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    6. Jaaaa. Irgendwo ist jetzt auch die Rede von 2 x Leipzig (Gewandhaus!) und 2 x Berlin plus Saarbrücken. Gestern geisterten (alternativ) auch Hannover, Hamburg und Düsseldorf durchs Netz. Hach :).... vielleicht überrascht er uns zwischen Sommer und Herbst ja mal wieder mit ein paar Wacklern an der Setlist? In Bob we trust ,-) - und der BuLi-Spielplan wird sich jetzt gefälligst ebenfalls nach der Decke strecken :)

      PS: Lyrics & Chronicles im Stadionmagazin? Perfekte Vorarbeit mit einem Pass in den freien Raum - so soll es sein :)

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    7. Mainz im Sommer ist mir ein bißchen wenig, aber es geht diesmal nicht anders. Dafür bin ich im Herbst im Gewandhaus und im Tempodrom; die Karten sind schon bei mir im Küchenschrank, dem bewährten Ticketbunker. Jetzt aber freue ich mich erst einmal auf den Samstag...

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    8. Wir hatten in den letzten beiden Jahren maximal zwei Konzerte - dieses Jahr werden es (inklusive Saarbrücken im Herbst) vier. Can't wait ,-)

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  4. Ach, zum krummen Holz muss ich nochwas sagen. Dann halt ich die Klappe, versprochen. Ein guter japanischer Freund, der ein großartiger Dichter ist und vor allem auch ein wunderbarer Mensch, hat für sich den Dichternamen "Dumm-und-krumm" gewählt. Nach seinem Verständnis ist das, wenn ich es richtig verstehe, keineswegs übergroße Bescheidenheit, sondern im Gegenteil ein fast schon tadelnswert kühner Anspruch.

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