Donnerstag, 11. September 2014

Rotundschwarze Schnipsel (25. August bis 10. September - von Freiburg bis kurz vor Augsburg)

Sonntag, 25. August
Die Eintracht ist ohne Meier und Zambrano in der Startformation, aber mit einem Sieg gegen Freiburg in die Saison gestartet. Ich freu mich über den an der Seitenlinie rotierenden Thomas Schaaf, sehe, dass noch nicht alles rund läuft, aber entdecke jede Menge positive Ansätze, bin zuversichtlich und gespannt. Im Netz überwiegt die Skepsis. War ja klar! Das, was wir jetzt ernten, ist  das Ergebnis eines heimtückischen Offensivfußballverhinderungs-Mutigetrainerabwehr-Talenteverschleuderungs-und-die-Eintracht-auf-Ewigkeiten-widerstands-und-systemlos-im-Tabellenniemandsland-Dahindümpelmechanismusses. Das haben wir jetzt davon. Drei Punkte zum Saisonauftakt. Bah.

KABS -  das klingt wie die Abkürzung für eine militante Einsatzgruppe und so ähnlich ist es auch. Die Abkürzung steht für “ Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“  Die KABS hat in diesem Jahr bereits über drei Billionen Schnakenlarven getötet. Besonders aggressiv sind die neu hinzugekommen, ausländischen Sorten: Die japanische Tigermücke und der Buschmoskito. Ruf in der hereinbrechenden  rheinhessischen Dämmerung: „Mach die Fenster zu, die Japaner kommen.“

Montag, 26. August
In manchen Städten müssen Musiker, die auf der Straße singen, vorher beim Ordnungsamt vorsingen. In München gibt es z.B. ein Straßenmusikercasting.  Lalala.Mimimimi.  In Mainz haben die Verantwortlichen haben sich dann doch dagegen entschieden: „Wir haben kein geeignetes Personal.“  Huch, seit wann ist das denn ein Argument? Das gilt sonst doch nicht mal bei der Besetzung des…sagen wir mal… Bundesverteidigungsministers.

Alex Meier bricht das Training ab. Das Knie.

Dienstag, 27. August
Irgendwie haben wir es dieses Jahr nicht geschafft, die Einkaufsversammlung unserer Managerliga vor Saisonstart durchzuführen – erst heute ist es soweit.  Unser offizieller Spielbetrieb fängt dann eben erst mit dem zweiten Spieltag an. Wir essen Kartoffelsalat und Leberkäse und sitzen bei strömendem Regen in dicken Jacken draußen unterm Dach. Mein Co-Trainer heißt in diesem Jahr Thomas Schaaf, aus den Eintracht-Reihen behalte ich außerdem Kevin Trapp und Carlos Zambrano, Luca Waldschmidt kommt in den Nachwuchskader. Nach einigem Zögern verzichte ich darauf, Alex  Meier zu verpflichten. So richtig gut fühle ich mich nicht dabei.

Mittwoch, 28. August
Der rumänische Verteidiger Cosmin Moti spielt mit seiner bulgarischen Mannschaft Ludogorez Rasgrad gegen seine rumänischen Landsleute von Steaua Bukarest um den Einzug in die CL-Gruppenphase. Für seinen mit einer roten Karte des Feldes verwiesenen Torwart steht er beim Elfmeterschießen im Tor, hält zwei Elfmeter und verwandelt einen Elfer selbst. Muss man hier denn alles selber machen?

Leverkusen qualifiziert sich souverän für die Championsleague und begeistert durch offensiven Fußball. Das wäre ein Trainer gewesen, der Roger Schmidt. Der hat System. Und Visionen. Aber da war natürlich die KABSV vor.

Das Who is Who der Ice Buckle Challenge. Keiner will es auf sich sitzen lassen, dass er noch nicht von einem anderen nominiert worden ist und kippt sich im Zweifelsfall selbst einen Eimer Wasser über den Kopf. Mit der Originalität der Location kann man zusätzlich punkten. Uncool: Unter der Dusche, uff de Gass, im Gadde.  Cool: Mitten im Wohnzimmer, im Büro, im Zugabteil. Gern kann die Challenge auch mit einer zusätzlichen Message verknüpft werden:   Hamster im Hamsterrad übergießen (= Rettet die bedrohte Tierwelt bzw. Gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz). Das Wasser vor dem Übergießen schwarz färben (= gegen Rassismus). Ein winziges Cannabispflänzchen am Bildrand platzieren (= proLegalisierung von Marihuana)

Vorschlag zur weiteren Verfeinerung der Challenge: Erst Owling, dann Planking, dann Peeping, dann Gangam Style tanzen, erst dann den Eimer Wasser über den Kopf und  unmittelbar danach ein Selfie machen.

Donnerstag, 29. August
Neben Dieter Bohlen wird bei der neuen DSDS-Staffel Heino in der Jury sitzen und - ahja - dort für "frischen Wind" sorgen.  Wenn ich mir vorstelle, dass demnächst irgendwo in der Südsee ein Haufen 16-jähriger Mädchen halbnackt im Bikini vor zwei sabbernden Greisen herumhüpfen und dazu ein Liedchen trällern... Eieiei.

Im Eintracht-Museum wird heute der 40. Jahrestag des zweiten Pokalsiegs gewürdigt. Der große Dietrich Weise ist vor Ort. Ich leider nicht.

Freitag, 30. August
In den USA gibt es eine Initiative von „Soccer-Moms“, die eine Sammelklage eingereicht haben, damit die FIFA die Spielregeln überdenkt und das gefährliche Kopfballspiel eindämmt. Keine guten Zeiten für das Kopfballpendel, das  Dietrich Weise einst am Riederwald installiert hatte. Kann sein, dass zu intensives Kopfballspiel das Gehirn schädigt. Aber was, liebe Soccer-Moms, wenn das Gehirn sowieso schon aufgeweicht ist?

Vor einem Kaufhaus in der Mainzer Innenstadt findet eine Werbeaktion für das Mainzer Oktoberfest statt. Wer eine Pappmaché-Kuh melkt und dabei eine Mindestmenge Flüssigkeit in einem Pappeimer sammelt, gewinnt einen Gutschein für ein Dirndl oder eine Lederhose.  Der Verkäufer bedrängt eine Passantin mitzumachen. „Aber ich bin doch gar nicht aus Mainz.“ Der Verkäufer: „Dadefür könne sie ja nix.“ Eine Entschuldigung, die ich für die Horden an Dirndl- und Lederhosenträgern, die jetzt wieder überall hervorquellen, nicht gelten lasse.

Samstag, 31. August
Die Eintracht spielt in Wolfsburg und so ein bisschen ist es – saisonstimmungstechnisch - fast schon ein Hop oder Top-Spiel.

Das Spiel bringt viele Erkenntnisse. Zum Beispiel sieht man auf den ersten Blick, dass Sebi Jung sich in Wolfsburg nicht wohl fühlt – er sieht ja ganz grün aus. Der Reporter findet, dass Carlos Zambrano ein Riesenfußballer sei: „So gut wie der ist – erstaunlich, dass er immer noch in Frankfurt spielt.“ Baaaah.  Auch nach dem erneuten Führungstreffer der Wolfsburger bin ich mir sicher, dass da noch was geht – und siehe da: Toooooooooooor! Weiß doch jeder: Spiele der Eintracht in Wolfsburg enden grundsätzlich 2:2 – also: bis auf die, die anders ausgehen. 

Nicklas Bendtner kommt zu einem Kurzeinsatz und sobald er den Platz betritt, schlage ich drei Kreuze. Ich hätte es  - weniger aus fußballerischen, aber aus unterhaltungstechnischen Gründen – ganz witzig gefunden, wenn wir TGSTEL verpflichtet hätten. Was für ein Glück, dass dieser Kelch an uns vorübergegangen ist. „Ein Blick und du siehst alles“, sagt mein Mit-Adler und er hat recht.

Die Wahl zum Spieler der Stunde gibt es  gibt es nicht mehr, trotzdem überlege ich manchmal, wer es wohl werden würde in dieser Woche  Überrascht bin ich von Ignijovski, der mir hinten rechts und noch besser ein Stückchen weiter davor gefällt.  Marc Stendera  hat nach seiner Einwechslung kurz vor Schluss ein paar starke Szenen, wirkt konzentriert und entschlossen.  Fest haften im Gedächtnis bleiben nach dem Spiel aber vor allem drei Gesichter  - zwei davon strahlen vor Glück.  Takashi Inui, dessen Lachen fast so breit ist wie sein Gesicht und der aussieht, als ob er beim Lachen leise vor sich hingluckst und Vaclav Kadlec, der nach seinem mutigen – von Russ und Ignijovski - wunderbar herausgespielten – Tor aussieht als sei er vom Glück übergossen und fast ein wenig verdutzt aussieht. Huch. Tor.  Das  dritte Gesicht, das ich vor mir sehe, ist schmerzverzerrt und fast schon verzweifelt.  Nelson Valdez  muss gestützt werden als er vom Platz geht,  kann kaum aufrecht laufen.  Nein, das  sieht nicht gut aus.

Der HSV zeigt gleich im ersten Heimspiel, dass es sich lohnt, wenn man bei Spielerverpflichtungen einfach auch mal ordentlich Geld in die Hand  nimmt.  Die Mannschaft unterliegt 0:3 gegen Paderborn. Du liebes bisje.

Sonntag, 31. August
Nach zwei Spieltagen vier Punkte, Platz 5. Wie cool ist das denn? Weniger cool ist das Untersuchungsergebnis von Nelson Valdez. Kreuzbandriss. Ob er es tatsächlich schafft noch einmal wiederzukommen?

Beim 0:0 von Mainz 05 gegen Hannover 96 kreist über der Coface-Arena ein von Eintrachtlern gecharterter Flieger: „In Europa kennt euch keine Sau.“  Immerhin vier weitere Menschen können das künftig nicht mehr von sich behaupten: In einem Transferrundumschlag verpflichtet Mainz 05 gleich vier neue Spieler auf einen Streich…ähem… Tuchel….ähem… Kasper. Natürlich.

In der Lokalzeitung habe ich letzte Woche anlässlich einer bevorstehenden Preisverleihung ein Interview mit Ror Wolf gelesen, der ja hier in Mainz lebt. Seit Jahren bittet er vor Gesprächen darum, nicht über Fußball zu sprechen oder auf seine Eintracht-Hörcollagen angesprochen zu werden. Das ist lange her, irgendwie verständlich will er nicht darauf reduziert werden. Dieses Mal kommt er selbst auf das Thema zu sprechen. Zu Frankfurt hat er immer noch eine besondere Beziehung, er schaut gerne und regelmäßig die Sportschau  und wenn die Eintracht gewinnt, bekommt er  gute Laune. Es ist eine schöne Vorstellung, dass Ror Wolf ein paar Kilometer weiter in seiner Wohnung sitzt und beim Tor von Vaclav Kadlec leise vor sich hinsummt: „Nen Punkt hammer gerettetet, verloren hammer net...“

Montag, 1. September
Die Eintracht hat kurz vor Transferschluss doch noch einmal zugeschlagen. Vom VFL Wolfsburg kommt Slobodan Medojevic, der mir bisher nicht weiter aufgefallen ist. Aha, es hatte ihn in der Magath-Zeit nach Wolfsburg verschlagen. Felix Magath hat ihn als Perspektivspieler verpflichtet. Was lernen wir daraus? Zwischen Perspektivspieler und Spielerperspektive gibt es einen Unterschied.

Für diese Woche ist die Rückkehr des Sommers angekündigt. Nichts zu sehen. Stattdessen kommen kurz vor Transferschluss Xabi Alonso und Shinji Kagawa, allerdings nur nach Bayern bzw. Dortmund.  Wie es heißt, können  Metereologen mit großer Sicherheit voraussagen,  wie das Wetter in den nächsten sieben Tagen sein wird.  Ja, warum tun sie es dann nicht?

Dienstag 2. September
Der Bayerische Rundfunk wird in diesem Jahr 50 und Helmut Dietl wird 70 Jahre alt. Für BR3 ein guter Grund, um die großartigen  alten Dietl-TV-Serien zu wiederholen:  Zuerst Kir Royal, jetzt die Münchner Geschichten. Mit dem Tscharlie, der immer eine Riiiiesensach vorhat und alles loggisch findet. Mit der wunderbaren Therese Giehse als Oma, der Susi vom Anna-Eck, dem Gustl, der immer ein bisschen hinterhertappert und dem Achmed, der so schön singt.

Mitten im Münchner Fasching tauchen der Tscharlie und der Gustl einfach ab und machen sich auf  den Weg nach Sacramento. Sie sind sich sicher: Wenn sie nur fest daran glauben und sich von nichts beirren lassen, dann kommen sie irgendwann dort an. „Ich versteh vieles, aber des versteh ich net“, sagt die Mama von der Susi.  „Sehen Sie“, sagt die Oma, „mir geht’s grad umgekehrt. Ich versteh so vieles net, aber des - des versteh ich.“ Als Eintrachtler weiß man, was sie meint.

Mittwoch, 3. September
Im ersten nachweltmeisterlichen Spiel tritt die deutsche Nationalmannschaft in Düsseldorf gegen Argentinien an. Argentinien gewinnt mit 4:2. Sebi Jung ist nicht dabei, aber es ist trotzdem ein ziemlich lahmes Spiel.
Fahre eine Runde mit dem Rad durch die Weinberge. Die Kornfelder sind bereits abgemäht. Stoppelfelder. Die Bäume zeichnen weiche Konturen am Horizont.  Der Himmel ist wattig  grau und mild. Fasane krächzen. Es riecht nach Heu und Erde.

Donnerstag, 4. September
Bei der Eröffnung der Varietésaison im Tigerpalast lästert Joschka Fischer über  Heribert Bruchhagen, der heute Geburtstag hat. Ein Gefühl von: Was geht denn den das an? Wenn hier einer über Bruchhagen meckert,  dann machen wir das schon selber.

Kein Zweifel: Der Sommer liegt in den letzten Zügen. Abends wird es jetzt schon wieder viel früher dunkel. Eben noch dämmrig und – zack – schwarze Nacht.  Egal. Wir wollen die Sommertage noch nicht gehen lassen, sitzen nach einem langen Arbeitstag unterm leicht diesigen Himmel, trinken Rotwein, essen Oliven und können gar nicht aufhören zu erzählen. Über das Leben, den Tod, die Katze, die Eintracht, Alfred Döblin, meine Oma, die Herren Lehrer Stockert und Bantzaff, den Rhein, eine Zeichnung, die Köstlichkeit der vor uns liegenden Grillspieße, Rolf-Dieter Brinkmann, den Krieg, Bob Dylan, Rockland, Casting Shows, ob und wie die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs die Welt verändert, das Meer, den Sommer, die Band von Gero aus Nürnberg, den Trainer Euler... „…und wie so teuer der Kaffee und wie so rar das Geld…“ (H.Heine). Es ist  kühl und sehr spät geworden. Müde und froh gehe ich zu Bett.

Freitag, 5. September
Gestern hat Joschka Fischer der  Welt am Rande einer Veranstaltung im Frankfurter Tigerpalast mitgeteilt, dass er Heribert Bruchhagen und seinen „niedrigen Horizont“ nicht besonders schätzt.  Heute erwidert Heribert Bruchhagen, dass es die Eiche nicht stört, wenn die Sau sich daran kratzt bzw. dass es dem Bruchhagen nichts ausmacht, wenn ein Clown in Turnschuhen im Varieté Witze macht. Hää? Irgendwie sind beide Herren nicht auf der Höhe der Zeit bzw. des Sprachwitzes. Ein Horizont kann weit sein oder eng – aber niedrig? Und wann, bitte, hat Joschka Fischer zum letzten Mal (außer beim Joggen) in der Öffentlichkeit Turnschuhe getragen?  Sagen wir mal so: Man soll weder das Mittelmaß noch den Clown so hoch hängen wie er gekocht wird.

Am Bornheimer Hang gewinnt die Eintracht im Freundschaftsspiel mit 1:0 gegen den FSV. Der Erlös des Spiels kommt  Dietmar Roth zugute, der immer noch an den Folgen eines schweren Schlaganfalls leidet, nur mit einem Stock gehen und nicht sprechen kann. Erinnere  mich an den Aleschia-Abend im Museum vor gut zwei Jahren. Mit Manni Binz, Falke,Lothar Sippel – und  mit Dietmar Roth, locker, lebhaft, topfit. Was für eine Scheiße.

Nachmittags hält das Wetter dann doch, was die Metereologen schon seit Tagen versprechen:  Die Sonne bricht durch.


Samstag, 5. September

Länderspielpause. Spielfrei. Der Tag beginnt diesig und grau. Nebelschwaden hängen über den Feldern und dann schält sich ein strahlend schöner Sonnentag aus den Wolken.  In Mainz ist heute Theaterfest. Eine neue Saison, ein neuer Trainer bzw. Intendant: Das muss gefeiert werden.  Ballettprobe. Eine Dramatisierung von Büchners Lenz.  Probeneindrücke von Purcells „The Fairy Queen“, einer Adaption von Shakespeares Sommernachtstraum.  Oberon gibt Titania einen Zaubertrank, der bewirkt, dass Sie sich, unsterblich in das Lebewesen verliebt, dass sie als erstes erblickt, wenn sie aus dem Schlaf erwacht. Wie würde wohl die Rache Oberons ausfallen, wenn Titania Eintrachtfan wäre? Er platziert direkt vor ihren Augen einen Offenbacher.

Sonntag, 7. September 2014
Abends lerne ich auf der Straße vor unserem Haus einen Kater mit dem schönen Namen Erwin kennen, der gerade mit unserem Kater Freundschaft schließt.

Im ersten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft treffen Jogis Jungs auf die Schotten und dank dem Kid aus der Klappergass bin ich bestens  auf das Spiel und auf Gordon Strachen, den schottischen Trainer, eingestimmt.   RTL berichtet rund um die Uhr vom nahenden Großereignis. Ikedi Anya erzielt den Treffer der Schotten und twittert: „Ein Tor gegen Manuel Neuer. Das schaffe ich sonst nicht mal bei FIFA.“ Der gerade erst wieder von einer Fußverletzung genesene Marco Reus verletzt sich in der Nachspielzeit. Außenbandteilanriss. Das Spiel endet wie erwartet mit einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft.  Kann gut sein, dass die Schotten uns dann erst in der Nachspielzeit in der nächsten Woche so richtig überraschen.

Montag, 8. September
Unterdessen ziehen die Briten alle Register, um die Schotten doch noch bei der Stange zu halten.  Von langer Hand geplant hat Willi Windsor seine Kate geschwängert, um gerade heute, just in diesem entscheidenden Moment, Vollzug zu melden und damit einen sehr persönlichen Beitrag zur Rettung des British Empire zu leisten.

Transferbilanz. Welche Mannschaft hat durch ihre Neuverpflichtungen Ihren Marktwert am deutlichsten gesteigert? Die Bayern? Der HSV?  Nein: Die 05er führen die Tabelle an, gefolgt von der Eintracht. Der Marktwert der Bayern ist dagegen leicht gesunken. Ja dann...

Thomas Schaaf ist zu Gast im HR Heimspiel und erzählt vom Abschiedspiel von Ailton, von seiner Fokussierung auf die Eintracht und von der akribischen und gleichberechtigten Arbeit im Trainerteam. Ein Fulltime-Job. (Es soll ja Trainer geben, bei denen das nicht so ist). Außerdem ist auch bei Schaaf die Rede von einem Tiger in Turnschuhen. Ist Joschka Fischer jetzt Torwarttrainer bei der Eintracht? Ich bin verwirrt.

Dienstag, 9. September
Der Mitglieder-Vorverkauf für die Spiele gegen Bayern und Dortmund startet und legt den Eintracht-Server lahm.

Nelson Mandela, der  Nachwuchsstürmer, der mit der U15 der Eintracht den süddeutschen Meistertitel geholt und vor ein paar Wochen zum VFL Wolfsburg gewechselt ist, ist nun doch nicht von Wolfsburg verpflichtet worden und "lebt jetzt in Paris". Keine Aufenthaltsgenehmigung, ein dubioser Berater. Das kann doch echt nicht wahr sein. Und was bitte wird jetzt aus dem Bub?

Nachmittags stehle ich mich kurzentschlossen für eine Stunde aus dem Büro und fahre in den Nachbarort ins Schwimmbad. Wolken ziehen. Die Sonne steht niedrig.  Die Luft ist warm. Das Becken ist leer, das Wasser kühl  und weich. Plätschern. Traumverloren. Noch einmal. Rutschen. Ein paar Bahnen schwimmen. Auf der Wiese liegen und in den Himmel schauen.

SMS eines Adler-Freundes: „Heute ist Thomas Schaaf im Heimspiel.“ Hä? War ich jetzt zu lange in der Sonne oder er?

Mittwoch, 10. September
Vaclav Kadlec will um einen  Stammplatz in der Mannschaft kämpfen. Lucas Piazon, der Fußball spielen kann, aber erst noch "zum Manne reifen muss"  fühlt sich "pudelwohl" in Frankfurt. Alex Meier ist wieder  zurück im Mannschaftstraining und ist eine ernsthafte Alternative für die Stammformation. Carlos  Zambrano ist zwar viel zu gut für die Eintracht, will aber trotzdem gerne bei uns bleiben. Und Stefan Aigner verlängert demnächst seinen Vertrag um vier Jahre. Mindestens. Hach.

So. Und jetzt hole ich mir meinen rotundschwarzen Eimer und kippe mir kalten Ebbler über den Kopf. Augsburg kann kommen. Ois tschikaggo. (Zitat: Tscharlie).

Kommentare:

  1. Ah, es geht weiter. Sogar gleich mit den „Schnipseln“. Schön!

    Schön wäre auch der Verbleib Aigners. Wobei man ja von der Laufzeit eines Vertrages mittlerweile – auch ohne Ausstiegsklausel – getrost immer ein Jahr abziehen kann.

    Nelson Mandela Mbouhom fehlt(e) die Aufenthaltsgenehmigung? Da ist er nicht allein. Immerhin hat er als talentierter Fußballer etwas, das ihn so interessant machen könnte, dass man sich um ihn kümmert. Auch in Paris. Kamerun, Spanien, Deutschland und Frankreich – mit 15 Jahren ist er schon viel herumgekommen. Ob das gut ist? Er wird es irgendwann mal wissen und vielleicht erzählen.

    Meine Meinung zu den „Palasttigern“ Fischer und Bruchhagen kennst du ja schon. Und der Artikel, den Thomas Kilchenstein zu Dietmar Roth geschrieben hat, ist bewegend, da kann ich außer guten Wünschen nichts hinzufügen.

    Auf Bendtner habe ich nach seiner Einwechslung auch einen Blick geworfen, aber nichts gesehen. Und ihr alles? ;-) Ob das vielleicht daran liegt, dass ich schon als Kind gerne und viel geköpft habe? Und ist das gleichfalls eine mögliche Erklärung für die Mainzer, die in Dirndl und Lederhose Oktoberfest feiern? Ob ein Eimer kaltes Wasser da Abhilfe schaffen könnte? Das wäre schön und dann ja sogar im doppelten Sinne für eine gute Sache!

    Ein Mücken- und Moskito-Massaker muss ich am Ende allerdings abziehen, denn der Link unter „Straßenmusikercasting“ ist doppelt. Aber ich meine dennoch: „Das war spitze!“ Dalli-Klick :-)

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    1. Da ich in den letzten Wochen nicht (oder vorrangig beruflich) zum Schreiben gekommen bin, sind die Schnipsel eine gute Möglichkeit, zumindest ein bisschen was von dem, wasich eigentlich gern geschrieben hätte, zu verwurschten ,-)

      Mein Mit-Adler glaubt erkannt zu haben, dass Bendtner wie auf einer Bühne agiert, sich eher in Szene wirft als Fußball zu spielen und außerdem nicht ganz feine Tricks im Zweikampf anwendet. Ich stimme ihm weitgehend zu - habe Bendtner aber trotzdem für meine RHL-Mannschaft verpflichtet. Konsequenz ist nicht gerade mein zweiter Vorname. Die Sache mit dem kalten Wasser für die Dirndl und Lederhosen überleg ich mir und Nelson Mandela tut mir einfach nur leid. Kann sein, dass er aus der Sache irgendwie rauskommt, kann aber auch sein, dass nicht. Fußballerisches Talent hin oder her - im Moment ist er einfach ein kleiner Junge, der rumgeschubbst wird und hoffentlich nicht unter die Räder kommt.

      Danke für den Hinweis mit dem doppelten Link (wird beseitigt) - und für das Ständchen, wünderbar :) - die Herren Schenk und Rosenthal springen fast so schön in die Luft wie du miit deinem Kommentar von Hibbesje zu Dibbesje :)

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  2. Und wenn mol net ois tschikkago is, dann is' aa tschikaggo. Gruß, C.

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  3. Ahhh, la voilà de retour. Dann brauch ich mir keine Sorgen mehr zu machen :-)
    Danke für den fabelhaften Schnelldurchlauf in schönster rotundschwarzer Manier.
    Yep, scheint alles tschikaggo. Meine Stirn entfaltet sich allmählich, mein Optimismus arbeitet sich an die Oberfläche. Dann jetzt mal Augsburg.
    Lieben Gruß, B.

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    1. Oh., liebe Sarroise. Du hier? Das freut mich sehr! Yep - Augsburg - wird erledigt!
      Herzlich, K.

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    2. *ggg* ich war immer hier, von Zwiggau bis Sandhausen und darüber hinaus. Nur ausnahmsweise mal Klappe haltend.

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    3. Wie schade! Das mit der gehaltenen Klappe, meine ich. Die Kommentare sind doch der - einzige - Lohn fürs Bloggen. :-)

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  4. "Augsburg kann kommen." Augsburg kam, sah und siegte. Und ich sehe zwar nicht schwarz, aber die Fragen, die ich nach dem Heimspiel gegen Freiburg hatte, weiter unbeantwortet. Schöner Mist.

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  5. Das war deprimierend und im Moment plagen mich ernsthafte Zweifel, ob ich mit meiner zuversichtlichen Einschätzung nach den Spielen gegen Freiburg und Wolfsburg richtig gelegen habe. Das war nichts, wirklich nichts. Und die Spannung auf das, was die Saison uns bringt, ist erstmal von einer An-Spannung abgelöst worden. Hoffentlich nur vorübergehend. Hoffentlich.

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