Donnerstag, 4. Oktober 2018

Tschüss, Prince - Hallo Europa!

Jetzt geht's also richtig los mit diesem Europa, wo immer es auch liegt. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und die Choreo, die es heute geben wird, wird wohl die aller unfassbarste aller unfassbaren Ganz-Stadion-Choreos, die die Welt je gesehen hat. Vor dem Spiel verabschieden wir den Prince, der seinem Bruda zwar heute keinen Ball lang schlagen, aber ihm noch einmal aufmunternd auf die Schulter klopfen kann. Ob ein gewisser Alex Meier (das ist der, dem die Eintracht - wie ich der neuen FGV entnehme - so einen märchenhaften Abschied geschenkt hat) im fernen Mödling per TV dabei ist, weiß ich leider nicht zu sagen.

Lazio Rom mag ich nicht. Die Lazio-Fans machen Mussolini, dessen Lieblingsverein Lazio war, alle Ehre, was ja nicht notwendig etwas über die Mannschaft aussagt, die auf dem Platz steht. Ein Highlight für mich war auf jeden Fall schon mal die Eintracht Pressekonferenz vor dem Spiel, in deren Livestream ich gestern zufällig reingezappt habe. Auf ein - sagen wir mal - kurzes einminütiges Statement von Marco Russ oder Adi Hütter folgte die gefühlt 10-minütige Übersetzung ins Italienische. Das war wunderbar. Gracioso.  Sentimento.  Capitano. Chiaro. Bambino. Padre. In Campo. Molto italiano.

Ohne Abraham, dafür mit Rebic und vielleicht ja ein Comeback von Marc Stendera? Ob wir fußballerisch eine realistische Chance haben,  ist schwer  einzuschätzen. Aber bei uns - soviel ist nicht erst seit dem 19. Mai klar - ist sowieso immer alles möglich.

Was heißt eigentlich "Klarer Sieg für die Eintracht" auf Italienisch? Egal, die Wahrheit liegt ja sowieso auf dem Platz. Vittoria di Concordia - e basta!




Kommentare:

  1. Was für ein groß groß großartiger Abend. Was machen sie denn da wieder mit uns? Eintracht, Eintracht...unglaublich. Bei Kovac war ich irgendwann so weit und jetzt ist es auch bei Hütter passiert. Bedenken, Zweifel - weggefegt. Das war alles, was geht - Kampf, begeisternder Fußball, Mut, Liebe. Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass diese zusammengewürfelte Mannschaft zu so einer teamleistung fähig ist und sich so mitreißen lässt und selbst mitreißt. Hasebe, Kostic, Jovic, Da Costa...

    ...Torro. Wie furchtbar traurig ist seine Geschichte, mit der der Abend zuende ging. Hoffe dass die Mannschaft mit ihrem Kreis ihm zumindest ein bisschen Halt und Trost geben konnte. Ich denke, er hat sich ins Spiel gestürzt, auch um den ersten Schock irgendwie zu verkraften. Das werden schwere Tage für ihn und seine Familie.

    AntwortenLöschen
  2. Der römische Historiker Cassius Dio fasst die Varusschla… , äh, falsches Manuskript; also, Dio h ä t t e mit seinen damaligen Worten das Spiel gestern bestens auf den Punkt gebracht:

    „Da umstellten die [Hesso-] Germanen sie plötzlich von überall her gleichzeitig durch das Dickicht hindurch, da sie ja die Pfade kannten, und zwar schossen sie zuerst von fern, dann aber, als sich keiner wehrte, […] gingen sie auf sie los.“

    Ob der weise Adiculix seinen Jungs gestern vor dem Spiel eine Extraportion aus dem Zaubertrankkessel gegönnt hat? Beinahe sah’s so aus (und da Costa muss wohl reingefallen sein).

    Kann garnicht sagen, was mich an diesem aus allen Routinen herausgefallenen FUßBALLSPIEL am meisten euphorisiert hat. Bei dem Versuch würde ich heute Abend noch in die Tasten hauen. Außerordentlich beeindruckend jedenfalls Adi Hütter in der anschließenden PK.

    Es war dann auch nur eine Fortführung des Spieles, wie alle: Mannschaft, Trainer, Verantwortliche sich um Luca Torró gekümmert, ihn buchstäblich in die Mitte der Eintracht aufgenommen haben. Sehr bewegend. Was für eine seelische Extremfahrt der Luca in den letzten beiden Tagen aushalten musste … Denke aber, dass er nach seiner Rückkehr aus Spanien kaum irgendwo besser aufgehoben sein könnte als in diesem, in seinem Team.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es war wirklich ALLES vollkommen outstanding. Das überschwängliche europacupglück, das Spiel, das Ergebnis und die vielen kleinen Momente. Auch dass Marc Stendera da auf einmal wieder auf dem Platz stand. Adi Hütter habe ich während des Spiels irgendwie neu entdeckt. Spätestens ab tor 3 war es mit seiner Zurückhaltung vorbei, und es war anrührend wie er die Spieler, die vom Platz kamen, persönlich in Empfang genommen, gehätschelt, sich bedankt hat. Das sah sehr harmonisch und herzlich aus.

      Ich hoffe, du hast recht und es hilft Lucas torro zumindest ein bisschen, wenn die Mannschaft ihn auffängt. In der Home Story, die es neulich in eintracht tv zu sehen gab, wird deutlich wie viel ihm seine Familie und speziell sein Bruder bedeuten. Das alles ist so traurig - und es wird schwer für Lukas, sehr schwer.

      Löschen