Sonntag, 11. November 2018

Nur geträumt?

Wie ein Spielerinterview nach dem Spiel verläuft und welche Antworten in der Regel erfragt werden, das wissen wir jetzt dank Danny da Costa. Aber wie sieht es aus mit einem Blogeintrag vor dem Spiel? Auch da gibt es eine ganze Reihe von häufig verwendeten Ingredienzien: Kurze Vorstellung des Gegners, Spielstatistiken, Rückblick auf die aktuelle Situation und Form der eigenen Mannschaft, Überlegungen zur potenziellen Aufstellung...

Hier ein Vorbericht der etwas anderen Art. Ich habe heute Nacht nämlich vom Spiel geträumt und zwar wie folgt:

Ich befinde mich in einem etwas kärglichen, aber viel-zimmerigen Haus und um mich herum sind viele Menschen, die ich aber nicht kenne. Männer, Frauen, darunter auch eine Frau aus Australien und eine aus Kanada. Ich sitze an einem Tisch und bastele ein Eintracht-Memory, das unbedingt noch vor dem Spiel gegen Schalke fertig werden muss - ich will es nämlich mit ins Stadion nehmen. Spiel? Ach du Elend - ich habe vollkommen verschwitzt wie spät es schon ist, Anpfiff ist in einer Stunde. Und das Memory ist noch nicht fertig... "Was willst du denn mit dem Memory im Stadion?" fragt mich einer der Umstehenden und da hat er vermutlich recht. Also Memory zur Seite legen und jetzt nur noch irgendwie so schnell wie möglich los. Dazu brauche ich auf jeden Fall noch mein Handy und meine Dauerkarte. Die liegen, wie ich nach kurzem Suchen feststelle,  auf einem Holzpfosten, der mitten in einem quadratischen Wasserbecken steht und in alle Richtungen verkabelt ist. Das erstaunt mich sehr, aber ich muss jetzt erstmal schauen wie ich ins Stadion komme. Mir fällt ein, dass um die Ecke eine Bushaltestelle ist. Dort hält ein Bus, der zumindest ein Stück in Richtung Stadion fährt (und mich an den Bus erinnert, mit dem ich als kleines Mädchen mit meinem Opa in Rüsselsheim zu den Oplern gefahren bin). An der Haltestelle sind keine Abfahrtzeiten vermerkt, jemand ruft mir zu, dass der Bus nur noch selten fährt. Ok, das geht also nicht.

Zurück zum Haus. Davor hat sich inzwischen eine kleine Gruppe versammelt, die mir gute Ratschläge gibt. Einer hat eine große Greifzange in der Hand, mit der er mein Handy und meine Dauerkarte von dem Pfosten geholt hat (ins Wasser sollte man besser nicht greifen - es könnte verseucht sein. Oops). Ein Junge, ca. 12 Jahre alt, bietet sich an, mich ins Stadion zu fahren. Wie soll das denn gehen? Er gilt hier als Transport-Geheimtipp und hat ein eigenes Fahrzeug. Er zeigt mir ein Gefährt, ungefähr in der Größe eines Bobbycars, aber aus Holz. Es hat vorne eine kleine Fahrerkabine, dahinter einen Sitz mit Fußabtritt - da könnte ich sitzen. Fahren wir auf Rollen oder Schienen, elektrisch oder mit Benzin? Ich weiß es nicht, aber da inzwischen nur noch eine halbe Stunde bis zum Anpfiff ist, habe ich keine Wahl und wir fahren los.

Es ist stürmisch und kalt und ich habe keine warme Jacke, sondern nur ein Jacket an. Noch nie im Leben war ich mit einem Jacket im Stadion, aber so what. Wir fahren durch eine relativ unbelebte, aber mit blühenden Büschen und Bäumen getupfte Landschaft, die mich an die Bilder aus Nikosia erinnert, die Sabine wib vom Eintracht-Ausflug nach Zypern in Facebook eingestellt hat. Wir fahren durch kleine Ortschaften, am Straßenrand stehen Menschen, die im Fernsehen Fußball schauen. Mist, das Spiel hat schon begonnen, aber hurray: die Eintracht führt mit 1:0.  Egal, dann komme ich halt zu spät, aber wenigstens zur zweiten Halbzeit will ich im Stadion sein. Wir nähern uns einer Stadt - und als wir um die Ecke biegen, sieht das verdammt danach aus als seien wir in Mainz und nicht in Frankfurt gelandet. Mein Fahrer hält vor einem kleinen Haus und nimmt unser Fahrzeug mit hinein - es muss jetzt erst einmal aufgeladen werden. Ich bin allmählich ziemlich nervös. "Das wird doch nichts mehr. Sind wir hier überhaupt richtig?" Doch, doch, gleich hinter der nächsten Kurve, da kommt das Stadion. Na gut, weiter geht's.  Vom Straßenrand ruft mir jemand zu, dass es nur noch zehn Minuten zu spielen sind. Die Eintracht führt mit 2:0. Wir fahren weiter und ich hoffe, dass ich meine Adlerfreunde zumindest noch beim Rausgehen aus dem Stadion erwische, und wir uns kurz umarmen können. Bevor es soweit ist, wache ich leider auf.

So, jetzt wisst ihr also schon vier Stunden bevor es losgeht, wie das Spiel heute endet. Ich setze mich jetzt demnächst in mein eigenes Auto und bin wildentschlossen,  püntklich zum Anpfiff da zu sein.  Und in Sachen Eintracht-Memory halte ich euch auf dem Laufenden.

Heimsieg und sonst gar nix!


Kommentare:

  1. "We are such stuff as dreams are made on", also alles richtig gemacht, Kerstin. Nur zu früh aufgewacht und so um das Dreinull gekommen. Aber das macht ja nichts angesichts des Toretsunsamis der Büffelherde.

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    1. Zu früh aufgewacht. Das habe ich auch gedacht. Aber dafür träumen wir dann einfach in echt weiter.

      Das ist einfach der Wahnsinn. Diese Urgewalt. Nie locker lassen. Immer mehr wollen. Mit diesem Trainer und dieser Mannschaft ist ALLES möglich. Alles. Echt.

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