Dienstag, 3. Dezember 2019

Der Zauberlehrling: Walle, walle


Jetzt ist es also passiert. Lange genug haben wir die Choreos gepriesen und den Ultras für die prachtvolle Stimmung im Stadion gehuldigt -  jetzt also keine legitimiert beklatschte, sondern eine außer Kontrolle geratene Pyroshow in Mainz. Und fast vermute ich, dass es  der jetzt allerorten zu lesende und zu hörende Schwall an Ablehnung genau das ist, was erreicht werden sollte. Wir sind nicht wie ihr, wir sind die einzig wahren Fans und wir machen was und wie wir wollen. Das ist die Botschaft.

Vor zwei Wochen hat bereits ein Aushang der Ultras im Stadion für Aufregung gesorgt. Und noch vor zwei Wochen habe ich mich nicht – wie viele andere – darüber aufgeregt, sondern meine Magenschmerzen an der  Eintracht-Entwicklung der vergangenen  Monate in diesem Aushang zum Teil abgebildet gesehen. Bei allem Glück über Pokal, Siege und Europa-Reisen - die Eintracht war und ist kein Friede, Freude, Event-Verein, sondern ein bunter und wilder Haufen,  mit verdammt vielen Ecken, Kanten und, ja, auch mit  unschönen Auswüchsen. Und diese Auswüchse finden sich bei weitem nicht nur bei den Ultras. (Nein, ich habe nicht vergessen, dass auch einige der heutigen Europa-Reisenden vor fünfzehn Jahren Friedhelm Funkel, Alex Meier und Benni Köhler bespuckt haben.)

Freitag, 29. November 2019

Wow!

Hättet ihr das für möglich gehalten? Nach diesem Spiel gegen Wolfsburg? Nach dieser Katastrophenhalbzeit? Ich ehrlich gesagt  nicht.  Wenn wir zur Pause drei oder vier zu null hinten gelegen hätten, hätten wir uns keineswegs beschweren können. Bei Arsenal flutschte es, zumindest bis zum Strafraum und schon vor der Pause piepste pausenlos mein Whats App - bing, bing, bing -, alles durchweg eine Art "Kondolenz-Whats apps". "Was ist da bloß los?" "Erkennst du die Herren in Schwarz überhaupt noch wieder." "Das war's dann." "Na gut, jetzt können wir uns auf die Bundesliga konzentrieren."  "640 Millionen Etat gegen 200 - das konnte ja nix werden."  Maaan. Das war der Punkt, an dem der Zorn bzw. Kampfgeist in mir erwachte.  Nein. So gehen wir nicht in die zweite Hälfte. Und so ein blödes Geschwätz haben wir schon zwei Mal nicht nötig.  "Abwarten. Hinten werden die Gänse..." antwortete ich. "Schau mer mal." "Warum gehen die Leut ins Stadion? Weil sie nicht wissen wie das Spiel ausgeht."

Diese unglaubliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte, dieser - vom Reporterteam mehrfach als "indisponiert" abqualifizierte - Daichi Kamada und  - nicht zu vergessen - dieser Frederic Rönnow, spillig, irgendwie immer ein wenig "gakelig" in seinen Bewegungen - aber was für ein mutiger Teufelskerl, der uns in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten hatte. Und nach dem Ausgleich lief dann auf einmal auch der Ball. Die Pässe kamen an (sogar die von Hinti, die in Halbzeit 1 regelmäßig in den Füßen der Gegner gelandet waren). Die langen Bälle über die Außen, die plötzlich auch wieder mit scharfen Flanken vors Tor gekrönt wurden. Und ein fast wie befreiter Gacinovic, der zwei, drei Mal das Feld in kompletter Länge überquerte wie einst im Mai in Berlin. Hach, wie wäre es schön gewesen, wenn er einen dieser Läufe mit einem weiteren Tor veredelt hätte. Und - echt! - nach dem 2:1 war ich mir (auch in der durchaus vorhandenen Drangphase von Arsenal) absolut sicher, dass wir das Spiel nicht mehr aus der Hand geben. Jetzt nicht mehr. Da war es wieder, dieses Funkeln, diese Überzeugung, dieses Wollen. Und was für wunderbare Momente, in denen das wilde kleine hessische Trüppchen oben auf der Tribüne dann die Support-Regie übernommen hat und das - geisterhaft stille - Stadion  auch stimmlich eroberte. Auch da dachte ich zuerst, ich traue meinen Ohren nicht. Europacuuuuup. Dawei, dawei, uh. Moskau, Wien oder Athen. Das hatte wirklich was vom aufständischen, kleinen gallischen Dorf. 

Wisst ihr was? Am Ende ist es vollkommen schnurz, wer, seit wann, warum, wie lange Eintrachtler ist. Schon ein bisschen älter, noch ganz jung,  Reise- oder Event-Fan, Auswärtsdauerfahrer, Liedermacher, Ultra, Althauer, Ab- und zu ins Stadion-Geher, Modefan, stiller Leider, Sänger, Schweiger, Diskutierer, von zu Hause Mitfieberer.  Jeder so wie er mag und nach seiner Facon. Alles zusammen ergibt diesen wilden, wehrhaften, hessischen Haufen, den (heute will ich das einfach mal wieder glauben) auch kein Marketingkonzept ins Wanken bringt. Dass wir so viele - und so viele verschiedene sind - das macht uns aus. Zusammen gewinnen und zusammen verlieren. Ich muss nicht pausenlos fliegen, aber wenn wir zwischendurch immer mal wieder sooo abheben, bleibe ich ganz bestimmt nicht auf dem Boden...

PS: Was das jetzt für die Liga bedeutet (und was nicht), darüber denke ich in den nächsten Tagen nach. Nach dem Abpfiff habe ich übrigens tunlichst  darauf verzichtet, etwaige "Ätschbätsch"-Apps zu verschicken. Pfff.

Samstag, 23. November 2019

Alles Standard?


Seit meinem letzten Blogeintrag ist einige Zeit ins Land gegangen und dementsprechend hat sich viel getan. Bei der Eintracht, in der Bundesliga und in der Welt. Da die Welt  (und mehr noch die Bundesliga) ein doch etwas zu weites Feld für ein Update wäre, halte ich mich einfach mal an die Eintracht und an das muntere Auf und Ab von Höhenflügen und Niederlagen der letzten Wochen. Das Last-Minute Gegentor im Heimspiel gegen Lüttich, die Auswärtsniederlage beim newborn Meisteraspiranten Gladbach (manche sagen: unverdient), die dabbische Niederlage bei Standard Lüttich, der grandiose Sieg gegen die Bayern und die, unverdient-verdiente Niederlage in Freiburg mit der durchaus ungewöhnlichen Einlage von David Abraham, der jetzt erst einmal eine Weile fehlen wird. Nicht so richtig gut gefallen mir die Meldungen vom Eventuell-Winter-Transfer von Filip Kostic, aber der beste Manager von allen wird schon die richtigen Entscheidungen  zu unser aller Wohl treffen.  Irgendwie scheint dem Eintracht-Höhenflug ein wenig die Luft auszugehen und ich kann nicht einmal wirklich behaupten, dass mich das so wirklich unglücklich macht. Ich fühl mich einer Eintracht auf dem Boden der Tatsachen irgendwie näher als einer Eintracht im kontinuierlichen Höhenflug, vielleicht die Macht der Gewohnheit. War ich „früher“ vor jedem, wirklich jedem Spiel aufgeregt und hibbelisch ohne Ende, bin ich heute in der Regel weitgehend gelassen, zwar segr gespannt, ob und mit welchen Salti  (oder sollte ich sagen „Märchenstunden“) Trainer und Mannschaft uns heute überraschen werden, aber händeringend aufgeregt – nö.

Heute also gegen Wolfsburg, die nach starkem Saisonauftakt im Moment ein wenig vor sich hin dümpeln, zuletzt zuhause gegen Leverkusen verloren haben. Also vor der Länderspielpause, die den Saisonverlauf einmal mehr zerstückelt hat  Gefühlt spielen wir gegen Wolfsburg (ähnlich wie – sic! - gegen Mainz) immer im Dezember – diese Erinnerungstäuschung mag daran liegen, dass ein Heimspiel gegen Wolfsburg das kälteste Spiel war, dass ich je im Stadion erlebt habe. Es war (wie ich eben nochmal im Eintracht-Archiv gecheckt habe) in der Saison 2009/10 und wir bibberten kurz vor Weihnachten bei minus 17 Grad, das heißt: wir bibberten nicht einmal mehr, wir saßen oder standen fest gefroren, stocksteif und bewegungslos auf unseren Sitzen, nur unterbrochen von zwei kurzen „Arme zum Torjubel nach oben strecken“-Unterbrechungen. Mein Mit-Adler hatte keine Handschuhe dabei und die Hoffnung, im Eintracht-Shop schnell noch welch erstehen zu können, erwies sich als falsch – andere hatten den gleichen Gedanken und waren schneller. Das Spiel endete 2:2, so wie (auch dies gefühlt) alle Spiele gegen Wolfsburg enden. Z.B. erinnere ich mich an ein Auswärtsspiel der Eintracht in Wolfsburg (ich vermute, es war in der Saison 2007/08), bei dem ich – am Rande eines Abends mit Gerd Knebel im Mainzer Unterhaus – in der Pause zufällig mit meinem Eintracht-Schal neben Henni Nachtsheim an der Getränkeausgabe stand und ihm auf Nachfrage den Halbzeitstand aus Wolfsburg übermittelte. (Endstand - logisch: 2:2)

Die Eintracht läuft heute mit einem Sondertrikot auf, das statt Sponsor in groß, Sponsor nur in klein und stattdessen ganz viele Flaggen und damit die Vielfalt der Eintracht zeigen wird. Kann man sicher auch gleich im Shop erwerben und ich vermute, dass der Vorrat größer sein wird als damals der an Handschuhen. Ist es nicht erstaunlich, dass unser Präsident, über ein groß-groß-großartiges Trikot mit fast genauso maßlosem Enthusiasmus und wilder Verve schwärmen kann wie über einen Pokalsieg? Muss daran liegen, dass wir einfach die größten sind. Der beste Präsi. Die besten Fans. Die genialsten Trikots. Die beste Mannschaft Europas. Und natürlich die vielfältigste. Also ganz in echt jetzt.

Heute ist es noch nicht ganz Dezember, es ist auch nicht sonderlich kalt. Sonnig, windig, kühl – prima Fußballwetter. Aber das Ergebnis wird am Ende sein wie immer gegen Wolfsburg. 2:2. Echt.

Sonntag, 22. September 2019

Nach Arsenal ist vor Dortmund

Mein Arsenal-Donnerstag war  für mich eine ganz besondere Erfahrung. Da ich Mittwoch und Donnerstag geschäftlich in Frankfurt zu tun hatte, habe ich auch dort übernachtet, und war also von Anfang an vor Ort im Europacup-Modus.  Morgens auf dem Weg zur U-Bahn freue ich mich über die  Eintracht-Fahnen, die bereits an einigen Fenstern gehisst sind. In der U-Bahn am Willy-Brandt-Platz  bejubele ich die Säulen mit den Eintracht-Legenden, Grabi, Binde, Charly alle, alle. Hach. Und als ich mich nachmittags etwas früher als offiziell aus meinem Workshop in der Frankfurt School ausklinke, begegnen mir auf dem Flur und im Aufzug Menschen mit Eintracht-Schals und Trikots. "Hey... da haben wir ja das gleich Ziel."  So hatte ich irgendwie das Gefühl, das heute nichts schief gehen kann - und als dann um halb 7 auch noch der leibhaftige Tony Yeboah auf dem Rasen stand und lautstark gefeiert wurde, war ich sicher: Das wird was.

Wurde dann bekanntermaßen ja leider nichts. Unverdient? Hätte, müsste anders ausgehen? Mmh. Na klar, wenn die Eintracht verliert, ist es immer unverdient und hätte anders ausgehen müssen. Und klar, ist im Zweifelsfall immer der Schiri schuld. 

Womit ich bei einigen allgemeinen Punkten bin, die mich im Moment im Stadion wirklich und echt nerven: 

Der immer und grundsätzlich kollektiv-hysterische Aufschrei, wenn ein Spieler der gegnerischen Mannschaft einen Eintrachtler auch nur anrempelt.

Der immer und grundsätzlich kollektiv-hysterische Aufschrei, wenn der Schiedsrichter gegen uns pfeift.

Dass von Beginn an jede Ballberührung des Gegners ausgepfiffen wird, dass gegnerische Auswechselspieler, die sich beim Europcacup  - neben unseren Spielern - direkt vor uns warm machen, von Beginn an konsequent beschimpft und ausgepfiffen werden.

Fußball ist kein Mädchenpensionat, wir sind alle unter Strom, wollen die Eintracht siegen sehen, und  ich bin bestimmt nicht zimperlich - aber, hey - das ist doof, richtig doof und hat auch nichts mit Stimmung zu tun. Da unten spielt die Eintracht gegen Arsenal und ich will schon auch gerne sehen, was Arsenal so macht, mich eventuell sogar über einen schönen Spielzug freuen (und da gab es einige) oder ihn zumindest anerkennend zur Kenntnis nehmen. Es war das erste Spiel in der Gruppenphase, es war ein wichtiges, aber  kein alles oder nichts, heute muss es werden-Spiel - da geht es auch um Fußball und nicht nur und ausschließlich ums permanente Ausrasten.

Haben wir unverdient verloren? Unglücklich irgendwie schon, unverdient sicher nicht - dazu ist im Moment einfach zu viel Sand im Getriebe. Die bekannten Abwehrlücken, die Arsenal immer wieder cool und konsequente ausgenutzt hat, unsere eigenen, immer nur halben Chancen vor dem Tor, der erkennbar überforderte David Abraham, Kamada, der dieses Mal keinen Sahnetag erwischt hat, Danny da Costa weit weg, von dem, was er kann. Die hohen Flanken von Timothy Chandler, die über den Strafraum hinweg irgendwo im Nirwana landen. Bas Dost, der wenig Bindung ans Spiel hat, versucht mit zurückzugehen, aber - wohl aus mangelnder Kondition - dann aber wieder damit aufhört. Und ein Kostic reicht halt nicht. 

Nicht schlimm. War erst der erste Spiel und wird besser werden. Etwas bedenklich stimmen mich die Zwischentöne, die ich in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den BVB bei Adi Hütter gehört zu haben glaube. Seppel Rode wird bald wieder dabei sein, seine Verletzung hat nichts mit der Knie-Knorpel-Vereletzung zu tun, aber er ist jetzt doch zur  Sicherheit mal zu seinem behandelnden Arzt gefahren. mmh. Bas Dost ist nicht richtig fit. Wie kann das sein?  (A.H.: "Das hat mich auch erstaunt." Mmh. ) Und Filip Kostic lässt es sich nicht verdrießen - oder doch? "Man muss viel mit den Spielern reden, es dauert eine Weile bis alles wieder passt." Nochmal mmh.

Ich bin gespannt auf das Spiel heute. (Übrigens: auch auf Dortmund, die ich vor der Saison als Meister getippt habe.)


Sonntag, 1. September 2019

Normal geht anders

Aber vielleicht sehen wir heute gegen Fortuna Düsseldorf ja einfach auch mal ein ganz normales, lässiges Bundesligaspiel?  Am Ende geht  - logisch - die Eintracht als Sieger vom Platz. Da bei uns aber im Moment nichts normal ist, vermute ich eher  dass wir Friedhelms Fortuna in diesem Jahr nicht mit 7:1, sondern, sagen wir mal, nach spektakulären 93 Minuten mit 6:4 nach Haus schicken. Und wer macht die sechs Eintracht-Tore. Na logisch: Bas Dost.


Kleines Fußball-ABC - Heute "U" wie "Unterschiedsspieler"


Unterschiedsspieler, der (pl. (selten die); fußballneudeutsch für einen Spieler, der – wie der Name schon sagt – den Unterschied machen und ein Spiel entscheiden kann. Bsp.  → Rebic, Ante (Eintracht Frankfurt) , der in der ersten Runde des DFB-Pokals 2019/20 den aufmüpfigen Drittligisten Waldhof Mannheim quasi alleine in die Knie zwang.“ In der Regel ist der → Unterschiedsspieler ein Offensivspieler, aber auch Defensivspieler „mit einer starken Technik und einem guten Gespür für Räume imOffensivspiel“  können Unterschiedsspieler sein  -  Bsp.  →Baumgartner, Christoph TSG Hoffenhei m), →Kimmich, Joshua (FC Bayern München) oder  →Kostic, Filip (Eintracht Frankfurt), der für seinen Trainer →Adi Hütter derzeit „der absoluteUnterschiedsspieler“ ist. Auch Torhüter  können den Unterschied machen (Bsp. Neuer, Manuel, FC Bayern München), was als Beleg dafür gelten kann, dass auch Spieler, die nicht der Mannschaft von →Eintracht Frankfurt angehören, →Unterschiedsspieler sein können.

Donnerstag, 29. August 2019

Europa oder kein Europa - das ist hier die Frage!

Im Staatstheater Mainz gibt es für Zuschauer die Möglichkeit, vor Premieren in die Probenarbeit eines Stücks hineinzuschauen, so wie am Dienstag in "Hofmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach. Die Inszenierung hat uns leider nicht so richtig überzeugt, allerdings: Bühnenbild und Kleidung waren  komplett in schwarz und weiß mit einigen knallroten Akzenten und ich bin geneigt, das als gutes Omen für heute Abend zu interpretieren.

Sonntag, 25. August 2019

Heiter weiter?

Sind wir nun in einer Krise oder ist das jetzt die stinknormale durch viele Jahre bewährte Eintracht-Skepsis, die frühzeitig Alaaaaarm schreit, um  nicht später auf dem falschen Fuß erwischt und aus allen Wolken geholt zu werden. Tatsache ist, spätestens seit Straßburg hängen da eine ganze Reihe von Fragezeichen in der Luft, die vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig für ein einigermaßen ungutes Gefühl in der Magengrube sorgen.

Donnerstag, 22. August 2019

Nicht-Zuhause in Straßburg

Irgendwie schon absurd und ein schönes Beispiel dafür, dass naheliegend (sowohl im wörtlichen wie im übertragenen Sinn) nicht immer nahe liegend bedeutet. Knapp 250 Kilometer liegen zwischen Frankfurt und Straßburg und trotzdem ist die Entfernung außerterrestrisch. So ist das also: Die französische Polizei übernimmt die Kontrollen und der Adler ist heute - zumindest in Straßburg -  nicht auf der Brust, sondern fest in ihr verborgen. Ok, Fanfreundschaft mit dem KSC. Ok, Gipfel in Biarritz. Sicherheit. Verantwortung. Ok. Ok. Ok. Aber. Gute Nacht, Europa, wo immer du bist, würde Matthias Beltz sagen. Und er hätte recht.

Die "Verbotsverfügung" (schönes Wort), die die Straßburger Präfektur für bestimmte Straßen und Plätze erlassen hat, ist nicht schön und wirft viele Fragen auf. Wie zum Beispiel verhalte ich mich als Eintracht Frankfurt Fan, wenn ich mich nicht verhalten soll wie ein solcher. Mmh. Vor drei Jahren - zum Spiel in Darmstadt, bei dem keine Eintrachtler sich in der Darmstädter Innenstadt aufhalten durften  - hatte ich eine Art Steckbrief verfasst, der sachdienliche Hinweise liefert.


Merke: Der Eintracht-Fan als solcher ist  - echt wahr - genau wie du und ich. Und im Zweifelsfall immer ein anderer.  Bleibt zu hoffen, dass die Verbotsverfügung nicht aus Versehen auch auf das Stadioninnere übertragen wird und unsere Mannschaft heute Abend inkognito und adler-los auf dem Platz stehen wird bzw. dass das Tragen des Eintracht-Trikots nicht als unzulässige Provokation eingestuft werden wird.  Auch wenn unsere Jungs  ohne den Spieler  antreten müssen, mit dem wir "mindestens so stark sind"   wie letztes Jahr (hey, gut zu wissen, das ist ja cool!),  werden wir uns sicher nicht verstecken.  Ein Sieg wäre schön, muss aber gar nicht sein - ein, zwei Tore würde ich aber sehr gerne als Rückenwind für das Rückspiel nächste Woche mitnehmen.

Allons enfants, aigle avant!

Sonntag, 18. August 2019

Basst Dost?

Ribery. Balotelli. Jovic Ausleihe. Cenk Tosun. Das waren  nur einige der in den vergangenen Wochen kolportierten "Kracher", die mit der Eintracht in Verbindung gebracht worden sind. Und jetzt  wird es also vermutlich Bast Dost, dessen Verpflichtung für mich, wenn es sich tatsächlich als wahr erweisen sollte (und es spricht ja einiges dafür)  stark in Richtung Verzweiflungskauf geht. Bas Dost.  Super.  Aber ob Bas wirklich basst? Sagen wir mal so: für meine Rheinhessenliga-Mannschaft  in unserem BuLi-Managerspiel würde ich ihn nicht verpflichten.

Sonntag, 11. August 2019

Alla gut, alla fort - im Pokal gegen die Waldhof-Buben

Eigentlich wäre ich jetzt in Mannheim. Direkt nach der Auslosung waren mein lieber Ex-Arbeitskollege - überzeugter Mannheimer, überzeugter Waldhöfer und - logisch - Eintracht-Sympathisant - uns einig: Da gehen wir zusammen hin. Jetzt hat es leider doch nicht geklappt mit der Karte und er ist ohne mich im Stadion,  fest überzeugt, dass die Waldhöfer eine Runde weiterkommen.

Freitag, 2. August 2019

Herzerwärmend in Grün

Das war einer dieser Abende im Waldstadion, an denen es am Ende egal ist,  was einem sonst so moderner-fußball-mäßig im Magen liegt. So lange es solche Moment gibt, so lange ist es vielleicht, nein, nicht egal, was sich sonst so tut - aber sicher ist: so lange gibt es Fußball.

Donnerstag, 25. Juli 2019

Adi Hütter and the flying circus

Hereinspaziert, meine Damen und Herrschaften. Premiere für eine neue Saison mit noch sensationelleren Höhepunkten, spektakulären Events, spannenden Reisen in entlegene WINKEL Europas und vermutlich auch mit Fußball.

Sonntag, 7. Juli 2019

Sommer-Schnipsel (Teil 2): "Everybody moving, if they ain't already there. Everybody got to move somewhere"*

So ist das manchmal - es gibt viel zu erzählen und zu denken, das Notizbuch füllt sich, und der Blog bleibt trotzdem leer.  Viel Arbeit, viel Sommer, viel Garten sin die Gründe,  aber vor allem hindert mich im Moment ein fast anfallartiger Leserausch. Egal wann wie und wo, knappse ich mir eigentlich immer ein Eckelchen meines Tages fürs Lesen ab, aber im Moment nutze ich quasi jede freie Minute. Es fing wie so oft querbeet an - In diesem Fall von George Sand über Eduard von Keyserling über Enzensbergers Museum der moderneren Literatur bis zu Saša Stanišič und Francis Wyndham bis ich - später als offensichtlich viele andere - auf Elena Ferrante gestoßen bin, der ich seitdem nach Neapel und Ischia folge, und die mich im Moment nicht mehr loslässt. Bin mir noch nicht sicher, wie ich sie literarisch einschätzen soll - weiblicher Pynchon? Sicher nicht. Ein fesselndes und ungewöhnliches Leseerlebnis? Ganz sicher.

Als Sommeruntermalung läuft natürlich auch die Saisonvorbereitung der Eintracht immer mit. Und? Na ja - das bekannte Kommen und Gehen und ich ertappe mich dabei, dass ich noch gar keine Lust habe, damit anzufangen, mir Namen zu merken.

Samstag, 8. Juni 2019

Sommer-Schnipsel (Teil 1): Besser geeignet.

Und es war Sommer... Gibt es neue Hitzerekorde? Trockenheit? Überschwemmungen? Schlage vor, wir freuen uns jetzt erstmal, dass die Sonne (zumindest öfter mal) scheint und hoffen das beste.

Mit Beginn des Monats Juni ist die Saison 18/19 jetzt auch fußballtechnisch erst einmal abgehakt. Die letzten Ab- und Aufsteiger sind ermittelt, die wichtigsten Pokale verteilt. Kloppo hat endlich seinen ersten großen Pokal mit den Reds geholt, die Bayern haben Robben und Ribery und irgendwie auch Jerome Boateng verabschiedet, der SV Wehen hat den Aufstieg in Liga 2 geschafft  und wir freuen uns in der nächsten Saison auf zwei Spiele gegen Eisern Union und leider auf keines gegen den FC St. Pauli. Auch die Eintracht hat ihre Mission der Markterschließung im Land der Mitte längst beendet und die Helden der vergangenen Saison befinden sich  wahlweise bei ihren Nationalmannschaften oder in ihrem wohlverdienten Urlaub - wer daraus wann und ob  überhaupt wieder in Frankfurt landen wird - mer waas es net.

Samstag, 18. Mai 2019

Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.

Die Saison 2018/19, die Europacup Reise der Eintracht liegt fast schon hinter uns und doch ist noch eine Seite offen -  so etwas wie das "Nachspiel auf dem Theater".

Die Rollen sind klar verteilt:  Hier der hartherzige verknöcherte Landvogt,  der unter Druck geraten ist und gemeinsam mit seinen Kumpanen die ihm untergebenen Bauern bis aufs Blut trietzt,und keinen Widerspruch duldet, wenn es gilt,  seine ehrgeizigen Ziele  zu verfolgen. Menschliche Zuwendung, Respekt, Wärme - nein, die kennt er nicht. Skrupellos und unersättlich will er immer mehr und zieht sich seine Günstlinge heran.

Dort der sympathische,  wilde Haufen,  der tatkräftig und mit lebhafter Unterstützung seiner Landsleute von Stadt zu Stadt zieht und lange Zeit nicht zu stoppen schien. Auf dem Weg zu den kujonierten Bauern rollen Busse,  Züge,  Fahrräder, Kutschen durch das Land,  vollgepackt mit Aufständischen, die mit ihren Fahnen wedeln,  merkwürdige Flüssigkeiten trinken und fröhliche Lieder singen - ganz wie einst Lilian Harvey in dem berühmten Film "Die Bundesliga tanzt".



Überall an den Straßen stehen Menschen,  die  tanzen, ihnen zuwinken und jubeln. Oh, du Eintracht. Dort fährt er,  der Europopokalteilnehmer der Herzen,  der Rom, Mailand und London im Sturm erobert hat und an dessen Spitze das gütigste und weiseste Führungsteam seit Beginn der Fußballaufzeichnungen steht und das den Verein Hand in Hand mit allen Treuen und Gutwilligen in eine glorreiche Zukunft führen wird, was immer der Nachmittag auch bringen mag.

Die Truppe,  die heute Nachmittag gegen das schier übermächtige Team der Ungeliebten antritt ist müde,  ausgelaugt, voller Blessuren und dennoch mit (sic) "hocherhobenen Hauptes"  -   voller Zuversicht und Mut, noch einen weiteren Kontrapunkt in der Welt des schnöden Mammons zu setzen.  Wird das Gute Siegen?  Werden die - so said - "Mayas" sich tatsächlich zu einem Sieg aufraffen? Wird den - grmpf - "Radkappen" und "Pillendrehern" am Ende das Quäntchen Liebe fehlen, das zum Siegen unerlässlich ist? Werden die nur scheinbar fußball-affinen Karnevalisten den seelenlosen "Hoppis", die nur von Geldes Gnaden und für Geld spielen, die Europa-Suppe versalzen?


Mehr dazu ab 15 Uhr 30 an Ihne ihrm 34. Bundesligaspieltag.





Donnerstag, 9. Mai 2019

Fußball-Geschichte(n)

Der Fußball hat in dieser Saison schon viele wilde und große Geschichten geschrieben. Unsere eigene, die uns auf einen Wahnsinns-Trip quer durch Europa geführt hat, aber auch die Geschichte des FC Liverpool, des FC Barcelona, der Tottenham Hotspurs und die von Ajax Amsterdam, die in den letzten beiden Tagen einen vorläufigen Höhepunkt gefunden haben. Wundergeschichten hatten,  Märchen, die von einer Minute zur anderen zum Albtraum werden. Geschichte vom Glück, von Dankbarkeit, Überschwang und von Fassungslosigkeit - und immer gibt es zwei Seiten. Diejenigen, die ihr Glück kaum fassen können und die, die wie ein Häufchen Elend zusammensacken. Bilderflut.  Jürgen Klopp, dem man in den letzten zehn Minuten im Spiel gegen Barca dabei zusehen kann, wie er innerhalb von Minuten altert, und der direkt nach Abpfiff zunächst - vielleicht in einer Art Glücksstarre -  ganz ruhig bleibt, kaum eine Miene verzieht. Maurizio Pochettino, der auf dem Rasen des Tottenham-Stadions  kniet und noch nicht zu begreifen scheint,  dass es wahr ist und seine Spurs tatsächlich im Endspiel der Champions League stehen. Die in den Händen vergrabenen Gesichter der mitgereisten Fans aus Barcelona. Die Tränen der Ajax Fans.

Wie geht es weiter? Welche Geschichte werden wir in zwei, drei, fünf, zehn Jahren erzählen von diesem 9. Mai 2019, an dem die Eintracht an der Stamford Bridge in London im Halbfinale der Euro League auf den FC Chelsea trifft und nach knapp vierzig Jahren wieder die Chance hat,  in ein europäisches Finale einzuziehen? Wird dieser Abend der Beginn von etwas noch größerem?

An der Stamford Bridge ist den Zuschauern von A wie Alkohol bis Z wie Zigaretten so gut wie alles verboten,  sogar stehen. Nicht auf der Verbotsliste stehen: hüpfen,  singen,  schreien,  jubeln, Tore schießen. Schon gar nicht für Büffel.

Na dann! Finale uns sonst gar nix!

Montag, 6. Mai 2019

Umpf. Boing.

Vielleicht isses wie mit dem kleinen Häwelmann oder wie mit der Ilsebill,  die immer mehr will und am Ende mit leeren Händen da steht. Jetzt ist es also passiert. Nicht nur nicht gewonnen,  sondern eine echte Klatsche kassiert. Ein 1:6,  das sich wie ein 1:10 anfühlt. Mir kommt es vor als hätte ich es tief in meinem Innern geahnt, dass der Deckel kurz vorm Hochfliegen ist,  dass wir die Peripetie bereits überschritten haben -  aber klar,  das lässt sich hinterher leicht sagen.

Donnerstag, 2. Mai 2019

C. H. E. L. S. E. A. Heute!

"Es tut mir zwar leid für die Eintracht,  aber Hazard ist nicht zu stoppen und wird euch heute abschießen." Das sagt mein lieber Freund Grabi  der so heißt, obwohl er kein Eintrachtler ist, aber über profunde Kenntnisse der englischen Fußballlandschaft verfügt. Auch Jürgen Klopp findet: "You need three players to stop Eden Hazard."  Und: "Am Ende kochen alle irgendwie mit Wasser, aber bei Eden Hazard bin ich mir nicht sicher." Ich muss sagen - so langsam bin ich echt gespannt diesen Mann live zu erleben und wappne mich also für eine Begegnung mit dem leibhaftigen Chuck Conners.

Zum Glück haben wir einen eigenen Chuck Conners in spe in unseren Reihen. Und auch wenn der Luca in der Liga Im Moment etwas schwächelt,  eilt ihm auf der Insel ein Ruf wie Donnerhall voraus. Tenor:  Luca hat das Zeug einer der allergrößten zu werden,  dank Fredi Bobic,  der ihn (das wusste ich bisher nicht) offensichtlich bereits zu Stuttgarter Zeiten  nach Deutschland holen wollte. Auch Alex Meier wird (nice!)  als Kronzeuge herangezogen: "He is the best finisher I ever played with." Und in welches englische Team würde Luca im Fall des Falles am besten passen? (siehe Kommentar beim verlinkten Text): Liverpool : "... Because of the system frank'nfurter and Klopp are playing... It's pretty similar." Und mit diesem System hat Liverpool in der Liga immerhin (nach einem 1:1 im Hinspiel) vor drei Wochen Chelsea mit 2:0 geschlagen. Das würde ich genau so und I dieser Zusammenstellung  auch nehmen.

Noch drei Stunden bis zum Aufbruch, sieben Stunden vor dem Anpfiff. Wetterlage: Mild mit Tendenz zur Abkühlung. Diesig. Ich schwanke zwischen Anspannung und  Vorfreude,  zwischen totaler Zuversicht, Zweifel und leiser Panik vor einem unsanften Aufprall.

Wie auch immer es ausgeht: Immer daran denken -  Chuck Conners verliert nicht,  er schüttelt sich und macht danach noch stärker weiter.

Samstag, 27. April 2019

Footballtopia

In unserer Tageszeitung habe ich in dieser Woche einen Bericht gelesen, über "My Zeil", die "Shopping Mall, die seit zehn Jahren die Frankfurter Fußgängerzone prägt". (Müsste das nicht eigentlich "mei Zeil" heißen, aber so what - hier geht es ja um Wichtigeres.) My Zeil, ist nämlich modernisiert worden und jetzt wurde in einem ersten Schritt der neu gestaltete Gastronomie-Bereich - "Foodtopia" - eröffnet.  Und was soll ich sagen: Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen im Stadtwald sind sicher rein zufällig und nicht beabsichtigt. Aber lest selbst.

Samstag, 20. April 2019

Der Tag, an dem der Seppl leuchtete

(Diese Schnipsel habe ich am Tag nach dem Sieg gegen Benfica notiert und wollte einen Text daraus verfassen. Daraus wurde nix, deswegen poste ich den Text leider erst heute und außerdem unbearbeitet -   neun Tage später vor dem Spiel gegen Hertha. Vielleicht ist er ja auch verspätet und in dieser Form lesenswert)

Bin sehr früh am Stadion. Erst nach und nach tröpfeln aus allen Richtungen die Eintrachtler aus dem Wald.  Bratwurst bei Black and White. Spieltagsgebabbel mit Nicole. Sind wir zuversichtlich? Wir sind.

Donnerstag, 18. April 2019

Pssst...

Heute ist er also, der Tag:  Europa-Cup. Viertelfinalrückspiel. Benfica. Und es muss an mir liegen, dass ich - nein, nicht ruhiger, aber immer stiller werde je näher das Spiel kommt. #12gegen11 ++diehauenwirweg+++  Eintracht TV-Pathos Video-Teaser.***der größte aller Abende*** Die tollsten, so was von tollsten Fans. Das tollste, sowas von tollste Sadaion. Immer noch und noch mehr Gänsehaut, vorweggenommene magische Abende, große Momente... dieser perfekt durch rationalisierte Emotionscountdown ist für mich der Overkill. Echt.

Still. Ganz still. Die Sonne strahlt von einem blitzblauen Himmel. Der Flieder blüht. Ich atme  noch einmal tief durch, streife mir mein United-Colours-Shirt über den Kopf und mache mich auf in Richtung Waldstadion. Ich freu mich unfasslich auf das Spiel. Bin nervös, entnervt, angespannt, vorfreudig, kinzentriert, alles durcheinander. So viele baaaaaahs im Kopf, und so viele wenn's und aber's, so viele Fragezeichen. Es könnte so, aber auch ganz anders laufen. Klarer Sieg oder vielleicht sogar eine Klatsche? Unentschieden mit viel Kampf und Krampf? Offener Schlagabtausch mit vielen Toren, so wie gestern in der Champions League bei ManCity gegen Tottenham. Champions League... hach... Ein frühes Tor wär so wichtig. Konzentriert bleiben. Ruhe bewahren. Immer dran denken: Bei fast jedem Spielstand ist immer noch alles drin. Wir können es schaffen. Wir können es schaffen.

Ob Spektakel oder Kampfspiel. Viele oder wenige Tore. Bei einem bin ich mir sicher: Die Mannschaft wird alles geben und alles, was möglich ist, möglich machen. Und wir helfen ihr dabei!

Eintracht!

Montag, 15. April 2019

Kommen und gehen

So schnell kann es gehen und man weiß wieder wie es sich anfühlt. Schon erstaunlich wie viele Gefühle und Erinnerungen in wenigen Minuten durch Kopf und Herz schwurbeln können. Noch fünf Minuten bis zum Abpfiff. Unsere Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch, nichts läuft zusammen. Sie sind nur noch zu zehnt, große Lücken in der Abwehr, Immer wieder Ballverluste, vergebliches Anrennen, aber sie mühen sich und kämpfen,  um vielleicht doch noch den Ausgleich zu schaffen. Konter der Augsburger.  Langer Querpass.  Kevin Trapp steht nicht gut. Luft anhalten. Das wird doch nicht...

Doch. Der Ball ist im Tor. Stille. Das war es jetzt also. Tatsächlich. Wir werden dieses Spiel verlieren, nach gefühlt hundert Jahren das erste. Das kleine Häuflein Augsburger im Gästeblock jubelt. Im Stadionrund: immer noch Stille. Auch wir brauchen einen Moment, um uns zu berappeln.  Mist.  Jetzt ist es passiert. Wir grinsen uns schief an. So ein Elend. Aber ok, wir können nicht immer und nur noch gewinnen. Wer will das schon? Die Mannschaft trabt zurück zum Anstoß. Hängende Köpfe. Eintracht.  Und dann passiert es: auf der Gegentribüne, in der Ostkurve,  aber auch um uns herum. Massenauszug. Viele stehen auf. Verlassen das Stadion. Ist das zu fassen? Ist mein erster Gedanke. Haben die sie noch alle?  Und dann: Warum wundert mich das nicht? Es gibt die, die immer da sind. Und es gibt die, die immer gehen bzw. nur bleiben, wenn es etwas zu feiern gibt. Die gab es zu Funkel-, Skibbe und Veh-Zeiten. Und die gibt es jetzt, möglicherweise jetzt ein paar mehr, die nur ins Stadion kommen, um Büffel und Spektakel zu erleben. Da gehen sie hin. "Und ihr wollt Eintracht Frankfurt sein..." intoniert die West. Und sie hat recht.  Ja. So fühlt sich das an.  Und es ist gut, sich daran zu erinnern.

Vor uns in der Reihe drängelt sich ein junger Mann nach draußen: "Sorry",  grinst er "ich muss aufs Klo." Wir aber  stehen auf und singen. "Im Herzen von Europa..." Die Schals gehen nach oben, nicht ganz so viele wie in den letzten Wochen, aber wir sind da. Überall im Stadion. Und wir bleiben. Auch dann, wenn wieder andere Zeiten kommen.

Danke, Jungs!

Samstag, 13. April 2019

Intermezzo. Seehofer im Tor.

Seit vielen Jahren spiele ich gemeinsam mit vier Freunden ein Fußballmanagerspiel. Wir sind die Rheinhessenliga: Mannschaften zusammenstellen, Spieler kaufen, jede Woche aufstellen und auswerten, Meister ermitteln. Mein Erfolg in den vergangenen Jahren war - wie hier gelegentlich berichtet - eher mäßig, nicht zuletzt deshalb,  weil meine Mannschaft, unabhängig vom tatsächlichen Leistungsvermögen, in der Regel äußerst optimistisch mit einer erklecklicher Zahl aktueller Eintracht-Spieler besetzt war. Was bisher verständlich, aber äußerst unklug war, ist inzwischen ein Erfolgsgarant. Seit letzter Saison wendet sich nämlich wie im realen Bundesligaleben so auch in der RHL das Blatt. Jetzt gilt: "Je mehr Adler, desto besser." Und deshalb spiele ich in diesem Jahr oben mit, bin auf Vize-Meisterkurs, mehr noch: die Spieler der Eintracht - sonst bei den Managerkollegen nicht sehr begehrt - stehen hoch im Kurs und gingen bei der Einkaufsversammlung für viel Geld über den Tisch. Aber das ist ein anderes Thema.

Samstag, 6. April 2019

Jubel. Trubel. Champions League?

Letztes Jahr haben wir gedacht,  dass im Eintracht-Kosmos nichts, aber auch gar nichts niemals nicht den Pokalsieg toppen kann. Dieses Glück, wieder da zu sein, wo wir vor hundert Jahren schon mal waren, Diese Explosion nach Jahren des - einträchtlich-schrägen - irgendwie Auf- und-Ab-Dümpelns. Etwas zu erreichen, was man in diesem Leben fast schon nicht mehr für möglich gehalten hat.

Jetzt wissen wir es besser. Mehr geht immer. Champions League. Viele Adlerfreunde erzählen mir, genau davon hätten sie schon immer geträumt. Das kann ich so von mir nicht behaupten. Ehrlich nicht. Mein Traum war:  noch einmal Pokalsieg (erledigt), einmal mit der Eintracht in England ( kann bald wahr werden),  und noch größer: einmal mit der Eintracht Meister werden.  Champions League nehme ich natürlich auch. Klar, wenn wir schon mal dabei sind. Und jetzt sowieso,  wo wir den Platz in der Hand halten und in der Vorhand sind. Wir dürfen ihn einfach nicht mehr hergeben. Und ich bin sicher, dass es klappen wir. Mehr noch: dass wir angekommen sind,  um zu bleiben. Oben. Echt. Man stelle sich vor,  die neue Generation Eintrachtler, die sich gerade formiert, wird die Eintracht nur als erfolgreich kennen und gekannt haben. Ewiger Jubel, Dauerparty,  immer neue Spieler, immer neue Siege und Erfolge. (...kurzes Zusammenzucken, ...na gut...). Wir fliegen einfach immer weiter (und machen, wie ich gestern irgendwo gelesen habe, im Sommer dann erstmal einen selbst vermarkteten Zwischenstopp in China.  (Vor meinem inneren Auge sehe ich Axel Hellmann und Fredi Bobic milde lächelnd an die Planzahl der zu produzierenden Trikots noch zwei Nullen anhängen und innerlich die Euroscheine zählen).

Vor dem Spiel auf Schalke noch ein Blick auf die aktuelle Lage. Wie wäre es damit:  Dortmund wird Meister, Bremen holt den Pokal und die Eintracht den Eurocup. Die Bayern? Nichts. Na ja, ist dann ja auch so was wie  ein Triple.  Das wäre doch mal eine echte Wende und Aufbruchstimmung im deutschen Fußball.

Und was macht Schalke? Häme liegt mir fern, zu lange haben wir selbst jede Woche die Punkte hin und her gewendet und die restlichen Spiele durchgerechnet. Trotzdem, so richtig schlecht, stehen die Chancen nicht, dass Schalke noch in den Kampf um den Relegationsplatz eingreifen wird. Die Eintracht ohne Haller, ohne Gacinovic, wohl auch ohne Rode. Aber mit Hasebe. Mit Jovic. Mit Fernandez. Mit Rebic. Mit Pacienia. Und mit....Also, wenn ich Schalker wäre (was ein gnädiger Fußballgott zum Glück verhindert hat), also, wenn, dann würde ich heute nicht unbedingt mit Punkten rechnen.

Champions League. Weiterträumen. Auswärtssieg und sonst gar nix.

(Und über das Ding mit der Meisterschaft können wir ja dann nächste Saison noch mal reden...)

Sonntag, 31. März 2019

#Läuftbeiuns

Heute also gegen den VFB Stuttgart.  Auftakt zum Endspurt der Saison. Und die Chancen stehen verdammt gut, dass dieses Europa kein Einmal-Projekt bleibt, sondern wir auch nächstes Jahr nach Europa ausströmen.  Euro-League oder Champions League - das ist hier die Frage und nach dem ersten Teil des Spieltags gestern sind die CL- Chancen - Stand jetzt - nochmal deutlich realistischer geworden. Das ist ein bisschen wie beim Eurocup - also: wenn sonst keiner will, wir wollen! Bin sicher, dass wir, wenns der Wahrheitsfindung dient, unsere Kaptänsbinde gerne nicht nur heute, sondern jede Woche dem europäischen Gedanken widmen.

Und wenns läuft, läuft's. Auch die Lissabon-Fahrer dürfen sich jetzt aus vollem Herzen auf die nächste Auswärtstour freuen - Lissabon im Frühling. Ich war mir übrigens auch schon direkt nach dem ersten Pyro Schock - echt! - sicher, dass es keinen Fanausschluss geben würde. Konsequenz kommt immer dann ins Bröckeln, wenn man sich damit ins eigene Fleisch schneidet. Due Eintracht ist im Moment die Frischzellenkur für einen ansonsten vor sich hin dümpelnden Wettbewerb - warum sollte die UEFA ein Interesse daran haben, uns auszuschließen? Alles eine Frage der Prioritäten. Und mal sehen, ob das der Pyroszene so in die Karten spielt (oh, wie sind wir erleichtert) oder eben nicht.

Heute also gegen den VFB. Und ich kann mir - so leid es mir für meinen schwäbischen Mit-Adler tut -  beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen. Vierter. Wir. Heute abend. Die Sonne strahlt - bestes Stadion Wetter.  Aber auch kein ganz schlechtes Wetter, um nach Düsseldorf zu fahren (das vielleicht demnächst in Funkel-Town umbenannt werden wird) und dem diesjährigen Tourauftakt von his Bobness beizuwohnen.

Ich freu mich. Aufs Konzert und auf drei Punkte.

Sonntag, 24. März 2019

Eintracht-Sticker- Alarm ...oder Länderspiepausenschnipsel

Länderspielpause bzw. fußballfreies Wochenende?  Wie gut, dass es den Frühling (sooooo schön)  und das neue Eintracht-Stickeralbum gibt. Obwohl es hier in der rheinhessischen Diaspora keine Verkaufsstelle gibt und auch ein Ausflug ins relativ nahe gelegene Rüsselsheim erfolglos verläuft (alles ausverkauf!), versorgen mich liebe Freunde aus allen hessischen Richtungen mit Album und Stickertütchen. DANKE!! Und das Album ist wirklich ein echtes Vergnügen - eine Art Best of Eintracht der letzten 50 Jahre,  mit der aktuellen Mannschaft, mit - logisch -  Pokal,  aber auch mit der Meistermannschaft, der Traditonsmannschaft und den Säulen der Eintracht. Auch die Torschützenkönig und also auch Alex Meier sind dabei. Blick ins Impressum: Aha, Matthias Thoma vom Eintracht-Museum hat am Heft mitgearbeitet. Deshalb. Und da sitze ich nach getaner  Gartenarbeiten auf dem Bänkchen hinterm Haus, sortiere und klebe im Herzen von Europa und das schwarzundweiße Kätzchen hilft mir dabei (also mehr oder weniger). Freu mich schon aufs Tauschen. (Alex Meier werde ich übrigens auch bei mehrfachem Auftauchen nicht tauschen. Mal ganz unabhängig von leistungsmäßigen Bedenken, halte ich es unverdrossen so, wie einst Benny Köhler im Steckbrief auf die Frage nach seinem liebsten Eintracht-Neuzugang antwortete: "Drei mal Alex Meier." )

Sonntag, 17. März 2019

Ganz normal

Keine Ahnung warum, aber in den letzten Wochen habe ich häufiger als sonst in alten Einträgen hier im Blog gestöbert, bin hier hängen geblieben, dort über etwas gestolpert, an das ich mich noch wie heute erinnere und dann auch wieder auf Momente gefunden, die ich fast schon wieder vergessen hatte.

Berichte aus einer versunkenen Zeit, die zehn oder auch nur fünf, vier, drei, zwei Jahre her ist, häufig etwas melancholisch, aus oft gegebenem Anlass auch kämpferisch oder galgenhumorig,  mitunter hoffnungslos am Boden zerschmettert  oder - nach erfüllter Mission - überschwänglich glücklich.

Montag, 11. März 2019

Kerle, Kerle

Spätestens jetzt, heute abend um 22. 17 ist es passiert. Ab jetzt ist mir das alles unheimlich. Sind das wir? Ist das wahr? Es ist, es ist. Und auch wenn es Wahnsinn ist, so hat es offensichtlich doch Methode. Und wenn Rebic grade mal unpässlich ist,  Jovic eine kleine Ladehemmung hat, dann trifft eben dieser neue Wahnsinnige, dieser Paciencia, und macht aus dem Büffel-Trio ein Quartett.  Montagsspiel. Stimmungsboykott. Unfaire Spielterminierung. Englische Woche. Na und? Habe ich am Samstag ein wenig über Kostic gemäkelt? Wie konnte ich. Hasebe hat sich die Nase gebrochen? So what. Er steht auf dem Platz. Maske?  Chuck Norris braucht so was nicht. Und dann ist da ja auch noch er, the coolest of them all. Der, der nicht mal eine Miene verzieht, wenn er  nur fünfzehn Minuten auf dem Platz steht und nur fünf Minuten braucht, um zwei Tore zu erzielen. Batsch. Bumm. Und gut is. Hallär der Knallär, wie der Reporter wortspielte

Drei zu Null gegen Fortuna Düsseldorf. Auswärtssieg. Friedhelms Fortuna kann es verkraften und wir fliegen weiter. Mal ehrlich,  wer will uns stoppen? Europacup, Europacup im nächsten Jahr. Und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Nächster Halt Milano. Die Milanesen sind abgezockt? Abgezockter als Sebastien Haller kann auch kein italienischer Kroate sein und sollte es nach der ersten Hälfte Spitz auf Knopf stehen, dann wird unserem Adi etwas einfallen. Ganz sicher. Ich lege mich fest: Stand jetzt - machen wir am Donnerstag das Viertelfinale klar.

!E Basta!

Donnerstag, 7. März 2019

Incredibile

"Wie fühlt sich das an?" so lautete während der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Inter eine Frage an Martin Hinteregger;  "Eben noch in Augsburg - jetzt in der Europaleague gegen Inter Mailand...." Schon ein bisschen unwirklich, befand Hinteregger und wir alle könnten auf diese Frage vermutlich die gleiche Antwort geben. "Ein bisschen unwirklich - aber genial." Certo.

Ich liebe die zwei-sprachigen Eurocup-PKs. International und gleichzeitig eine putzige Mischung aus "Offizialität" und "Wird schon irgendwie seine Richtigkeit haben-Laissez faire".  Wichtig: Die fremdsprachigen Statements müssen grundsätzlich mindestens doppelt so lang ausfallen wie das deutsche Original, alle lauschen interessiert und machen möglichst kluge Gesichter (Adi Hütter nach einer besonders ausschweifend anmutenden Übersetzung seiner Antwort. "Vielleicht sind ja damit auch bereits alle weiteren Fragen beantwortet?"). Und auf dem Podium sitzt dann  neben dem mild-nachsichtig und geduldig lächelnden Trainer immer auch ein leicht verlegen grinsender Spielervertreter (gestern Martin Hinteregger, im Stil eines braven Schuljungen). Das ist wunderbar.

Samstag, 2. März 2019

Wer prüft hier wen?

Gestern war sie im Briefkasten, die Karte für das Heimspiel gegen Internazionale Milano und jetzt weiß ich, wie schwierig es ist, von Spiel zu Spiel zu denken und den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen. Das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Ja klar.  Aber Hoffenheim? Die hauen wir doch einfach wäch. Und dann. Und dann.

Mein Vertrauen in unsere Mannschaft ist im Moment fast schon grenzenlos und ehrlich gesagt erschreckt mich das ein bisschen. Die kostbaren Erinnerungen an große Eintracht-Momente, die ich über viele Jahre  gepflegt habe, scheinen irgendwie immer mehr zu verblassen und in den Hintergrund zu rücken. Neue schillernde Figuren, neue Helden schieben sich vor die Helden der Vergangenheit. Und auch die langen, irgendwie geliebten Jahre, in denen die Eintracht eine vermeintliche graue Maus war und ich trotzig, stolz, angefeindet und unbeirrbar durch Mainz lief, alles irgendwie in weite Ferne gerückt. Widerstand zwecklos. Keine Zeit für Nostalgie. Der Fußball, den die Jungs spielen, diese Coolness, dieser Wille,  dieser spielerische Glanz - das ist einfach zu erstaunlich und entwaffnend. Nur  eine Liebe auf Zeit, weil im nächsten Jahr alles wieder auseinander fällt? Wieder ein Neufang? Mir im Moment egal. Es ist wie es ist.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Wie im Film

Champions League Liverpool gegen Bayern oder Kino? Wir entscheiden uns am Dienstagabend dafür, uns den Eintracht-Pokalfilm anzuschauen, der - Wunder über Wunder - auch in Mainz läuft. Nur drei Vorstellungen  an drei verschiedenen Tagen, eine davon mitten in der Nacht. Wenn nicht Dienstag, 20 Uhr, wann dann? Wir fahren los.

Ich freu mich sehr und habe trotzdem die leise Befürchtung, dass der Film möglicherweise zu dick aufträgt. Geht das überhaupt? Ich fürchte schon,  aber  jetzt bin ich erst einmal total gespannt und lasse mich überraschen. Der  Film läuft leider nicht in einem der schönen Programmkinos, die Mainz zu bieten hat, sondern im  Cinestar, Kino 8 - ein großer Zuschauerraum nur eine Handvoll Eintrachtler, aber immerhin zum Teil - wie ich - mit Schal oder Käppi. Haben alle anderen den Film schon gesehen oder sind wir hier in Mainz doch nur eine kleine versprengte Truppe - mer waas es net. Zusammen singen werden wir hier am Ende des Films wohl eher nicht.  Unsere Tickets habe ich online geordert und hätte dabei gleichzeitig auch Verpflegung mit bestellen können - z.B. Tacos und/oder Cola im 1 oder 2-Liter-Plastik-Trog. Och nö. Wir sitzen bequem, sehr weit vorne fast bis zur Nackenstarre,  und harren der Dinge, die da kommen.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Go East!

Heute also. Die nächste Etappe in Europa. Donezk bzw. Charkiw. Schon beim Aufwachen macht mich der Gedanke an das Spiel heute Abend hibbelisch. Achtelfinale - es wär so schön, so schön. 3000 Adler sind vor Ort, großartig, wunderbar, gigantisch und doch habe ich, wie in letzter Zeit fast immer inmitten des Eintracht-Jubels, auch heute wieder so ein merkwürdiges "aber" im Hinterkopf, das ich aber schnell wieder verdränge. Mein Mit-Adler und ich machen uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg in Richtung Speyer, wo wir am Rande eines Termins auch der Marylin Monroe-Ausstellung, die derzeit im historischen Museum zu sehen ist, einen Besuch abstatten wollen. Mit der Diva im Herzen zur Diva. Und die Autofahrt nutzen wir, um uns gegenseitig zu erzählen, was wir über die Ukraine und den heutigen Gegner der Eintracht so  alles wissen. Es kommt wenig systematisches, aber querbeet doch einiges zusammen.

Nachtrag am 15.2:
Wie konnte ich nur diese wunderbare  Landkarte "Ukraine auf einen Blick" vergessen, die ich dann jetzt also nachträglich ergänze. (Sorry, dass nicht alles gut lesbar ist. Das Original-Buchformat ist A3.)

Aus: ALLE WELT. Das Landkartenbuch. Von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski, Moritz Verlag, Frankfurt
(enthält noch viele weitere wunderbar inspirierende Landkarten aus aller Welt)

Samstag, 2. Februar 2019

So viel Qualidäd - Vorfreude auf das Spiel gegen Dortmund

Es ist Winter, auch im Rheinhessischen. Nachts rieselt der Schnee, morgens ist die Welt weiß und bist zum Abend glänzen die Straßen wieder schwarzundweiß, und auf den Äckern, Wiesen und Bäumen blitzt es grünlich. Ich versuche, ein Bild "Garten im Winter" zu malen, was gar nicht so einfach ist, denn weiß auf weiß ist ein besonderer Fall. Es geht um die Kontraste, aber von denen gibt es ja zum Glück sonst mehr als genug.

Ansonsten rast die Zeit und wir rasen mit. Das. Da. Dort. Gleich noch das nächste. Und dazwischen geht auch noch was. Spielt der Prince, unser Prince, jetzt tatsächlich, wahr- und wahrhaftig beim FC Barcelona? Sachen gibt's, die gibt's gar nicht. Mit dieser Geschichte geht es mir wie der Oma meines Studienfreunds Bernd, die ihr Leben lang nicht geglaubt hat, dass "die" tatsächlich auf dem Mond waren, obwohl sie die Bilder im Fernsehen gesehen hat. "Die könne mer viel erzählen." Wie gut, dass wir im Eintracht-Museum auch künftig zumindest das Pokal-Replikat anschauen können. Notiz an mich: Mit dem Pokalsieg  hat alles seine eindeutige Richtigkeit

Alex Meier hat sein erstes Pflichtspiel bzw. seine ersten zehn Minuten für St.Pauli gespielt und auch ich habe das Spiel, nein, nicht live am Böllenfalltor, aber zumindest die letzte halbe Stunde vor dem TV verfolgt, und mich gefreut, ihn wieder auf dem Platz zu sehen. Auch wenn er kurz vor Schluss kam, um (Asterix bei den Briten) zu geben dem Spiel eine Wende, bin ich fast erleichtert, dass er nicht direkt zum Ausgleich getroffen hat. Der ewige Fußball-Deus ex machina? Ich weiß nicht so recht. Er wird schon noch seinen Beitrag zum Aufstieg von Pauli leisten. Sicher.

Heute also gegen Dortmund. Ein Spiel, auf das ich mich seit Wochen freue, mehr noch als auf die bisherigen Eurocup-Spiele. Diese beiden Mannschaften im direkten Duell, das muss, das wird ein Hammerspiel werden. Okeh, ich weiß - häufig, wenn man ein besonders großartiges Spiel erwartet, kommt es am Ende ganz anders als man denkt. Aber ich bin mir echt sicher, dass das dieses Mal nicht der Fall sein wird und wir mit roten Ohren und heißen Herzen aus dem Stadion zurückkommen. "So viel Qualidäd" (Lothar Matthäus) und so viel Energie nach vorne bei beiden Mannschaften - da muss und wird ein tolles Spiel raus kommen.

Samstag, 19. Januar 2019

Kontrollierte Attacke

Die Sonne steht am strahlend blauen Himmel, es ist noch nicht klirrend, aber doch frostig kalt. Endlich Winter, endlich Bundesliga. Normalerweise bin ich zum Rückrundenstart noch nicht wieder so richtig in Fußballstimmung,  dieses Jahr war die Pause kürzer als sonst, aber die Lust ist schon wieder da. Mag daran liegen, dass bei mir auch das "normale" Leben im neuen Jahr sehr schnell wieder Fahrt aufgenommen hat.

Heute dann also gegen die Freiburger mit ihrem hochgeschätzten Coach Christian Streich, der findet, dass es bei der Eintracht immer gut abgeht.  Und was soll ich sagen? Da hat er, wie so häufig, recht. Adi Hütter hat - wie er sagt - in der kurzen Winterpause bei der Mannschaft an einigen Stellschrauben gedreht, Ante Rebic hat im Trainingslager besonders überzeugt und Sebastian Rode bekommt vom Trainer ein Sonderlob. Ich persönlich hätte ihn nicht unbedingt zurück haben müssen, habe aber das Gefühl, es könnte passen, für ihn und für uns. Makoto Hasebe steht wieder auf dem Platz, das ist vielleicht nicht die halbe Miete, aber doch ein erklecklicher Anteil.

Und da sind ja auch noch die - ehrlivh gesagt - ein bisdchen unsäglichen "Büffel", die schon wieder überall in den Schlagzeilen strspaziert werden und  dort (ja was?) herumtrampeln.  Aber wie man die Jungs am Ende nennt, ist vielleicht sowieso schnurzpiepegal. Denn auch hier liegt die  Wahrheit auf dem Platz. Und schießt dann logischerweise auch dort ihre Tore (wenn auch eher selten liegend).

Heimsieg und don't gar nix.


Montag, 14. Januar 2019

Showtime

In diesem Jahr sind in den verschiedenen TV-Kanälen die jährlichen Trashformate besonders geballt und besonders frühzeitig gestartet. Nicht nur das Dschungelcamp (in diesem Jahr von Beginn an ohne Ansgar Brinkmann stattdessen mit Peter Orloff) und Dieter Bohlen sind bereits am Start, sondern auch der Bachelor, der glücklicherweise die Zeichen der Zeit erkannt hat und das Kaugummi hinterfragt. (Möglicherweise in seinen Auswirkungen auf den Klimawandel? )

Sonntag, 6. Januar 2019

It's only words - Jahresanfangsschnipsel


Howdy. Da hat es also begonnen, das neue Jahr und fühlt sich gar nicht so viel anders an wie das alte, und wie gehabt produziert es auch bereits wieder große und kleine Kuriositäten, Aufreger, Ärgernisse und Glücksmomente. Die Zeit zwischen den Jahren war ruhig und friedlich, mit viel frischer Luft, Musik, kurzen Ausflügen, lieben Freunden und viel Lesezeit (von Elisabeth Gaskell über Iwan Turgenjew bis zu Selma Lagerlöff) . Die Silvesternacht hat mir einen glitzernden Himmel voller Herzen beschert, und auch unser Katzen-Trio hat – jeder auf seine Weise – das Silvesterspektakel gut überstanden (je nach Temperament im hintersten Winkel  eines  Schrankes oder im Freien unter einem Busch).