Sonntag, 24. März 2019

Eintracht-Sticker- Alarm ...oder Länderspiepausenschnipsel

Länderspielpause bzw. fußballfreies Wochenende?  Wie gut, dass es den Frühling (sooooo schön)  und das neue Eintracht-Stickeralbum gibt. Obwohl es hier in der rheinhessischen Diaspora keine Verkaufsstelle gibt und auch ein Ausflug ins relativ nahe gelegene Rüsselsheim erfolglos verläuft (alles ausverkauf!), versorgen mich liebe Freunde aus allen hessischen Richtungen mit Album und Stickertütchen. DANKE!! Und das Album ist wirklich ein echtes Vergnügen - eine Art Best of Eintracht der letzten 50 Jahre,  mit der aktuellen Mannschaft, mit - logisch -  Pokal,  aber auch mit der Meistermannschaft, der Traditonsmannschaft und den Säulen der Eintracht. Auch die Torschützenkönig und also auch Alex Meier sind dabei. Blick ins Impressum: Aha, Matthias Thoma vom Eintracht-Museum hat am Heft mitgearbeitet. Deshalb. Und da sitze ich nach getaner  Gartenarbeiten auf dem Bänkchen hinterm Haus, sortiere und klebe im Herzen von Europa und das schwarzundweiße Kätzchen hilft mir dabei (also mehr oder weniger). Freu mich schon aufs Tauschen. (Alex Meier werde ich übrigens auch bei mehrfachem Auftauchen nicht tauschen. Mal ganz unabhängig von leistungsmäßigen Bedenken, halte ich es unverdrossen so, wie einst Benny Köhler im Steckbrief auf die Frage nach seinem liebsten Eintracht-Neuzugang antwortete: "Drei mal Alex Meier." )

Am Samstag finden in Frankfurt 12  Demonstrationen statt, möglicherweise auch dies eine Begleiterscheinung des spielfreien Wochenendes? Die Polizei rät "wegen des hohen Demonstrationsaufkommens die Innenstadt weiträumig zu umfahren."  Momenetemol momentemol. Wer denonstriert hier eigentlich gegen was und warum.? Da kann man schon mal durcheinanderkommen und sollte immer gut aufpassen, in welchen Demonstrationszug man sich gerade einreiht. Friday is ja schon rum und die Follower Thunbergs scheiden also aus,  aber es gibt  ja noch genug andere Gründe. Die Linke demonstriert gegen Rechts, die Kurden gegen Erdogan, und dann muss im Moment nicht nur das Klima, sondern auch das Internet dringend gerettet werden. Über die restlichen 9 Demonstrationsanlässe schweigt das Netz.*** Stattdessen lese ich, dass sich ebenfalls in Frankfurt einige Hundert youtuber zum Flashmob getroffen haben, um sich dann ganz real life-mäßig mit der Polizei zu prügeln. Auch ein Ansatz.

Und was bringt die neue Woche? Für die Eintracht startet sie mit dem BigCityBeats World Club Dome,  an dem Fredi Bobic und Sebastièn Haller, begleiter von "vielen Prominenten" und geminsam mit einigen angesagten DJs  8500 Meter mit einem "Spacelab" in die Höhe steigen, um dort in der  Schwerelosigkeit unter den Augen von weltweit "1 Milliarde Menschen" das erste Tor  der Welt in Schwerelosigkeit zu erzielen, was Axel Hellmann für eine gute Idee hält, um für die Eintracht weltweit noch mehr Medienaufmerksamkeit zu gewinnen. Mmh.  Ich persönlich fliege, wenn es sich vermeiden lässt,  nie, weil es mir dabei unbehaglich ist und ich über den Wolken immer das Gefühl habe, dass ich dort nicht sein sollte. Das ist natürlich kein Maßstab.  Aber bei dieser Aktion steigt mein Unbehagen auch von außen, weil sie mir nicht nur sinnlos, sondern ganz und gar sinnlos vorkommt, und ich finde, man sollte das Schicksal nicht herausfordern. Ohnehin heben wir doch bereits ab, warum sollen wir also auch noch ohne Not in die Luft gehen? So wünsche ich dem Flieger mit all seinen Insassen, dass er nach getaner Tat heil wieder landet,  und bin gespannt, ob sich begrüßenswerterweise zumindest ein Klimaaktivist findet, der Montags frei nimmt, und gegen überflüssige Flüge demonstriert?

Nachtrag: Am Freitag war ich bei H+M (sollte man auch nicht, ich weiß, war eine Ausnahme...). Vor mir an der Kasse eine aufgebrachte mittelalte Frau, sie sich beschwerte, dass ihre online-Bestellung heute zwar pünktlich, aber nur zur Hälfte bei ihr zu Hause angekommen sei. Wenigstens, dass weiße Hemd sei da, aber es fehle das schwarze Satinkleid, Größe 170, dass sie dringend für heute Abend benötigt. Die Größe 170 deutete für mich darauf hin, dass es sich um ein Kleid für ihre Tochter handelt. "Abi-Ball?" frage ich neugierig. "Nein, Geburtstag der Oma, eine schwarz und weiße Mottoparty."  Okeh, das ist ja dann echt megadringend, das sehe ich ein. Sollte einer meiner Verwandten eine ähnliche Party veranstalten, hätte ich kleidungsmäßig sicher null Probleme, ziehe es stattdessen aber vor, an der nächsten schwarzundweißen Mottoparty im Waldstadion teilzunehmen.



*** Ich habe sie doch noch gefunden, einige der anderen Demonstrationsanlässe: Gegen die Islamisierung des Abendlandes / Protest gegen Rechtspopulismus und Verdrängung der Nazi-Verbrechen/ Gegen Mietwahnsinn in Hessen / Wohnen ist Menschenrecht / Gegen Mieterhöhung und Verdrängung / Gegen Mietwahnsinn im Frankfurter Westen - warum die Mietwahnsinn-Demonstranten nicht vereint, sondern getrennt marschieren? Keine Ahnung.

Kommentare:

  1. Nun ja, wir haben halt keinen findigen Parlamentspräsidenten, der mehr als 2 Demos zum selben Thema abregelt, qua Gesetz von vor Geburt von Johann Sebastian Bach ... ... da fällt mir ein: wäre "Die Kunst der Fuge" nicht ein nettes Brexit-Motto, wäre es nicht?

    Glücklicherweise hat Büffel Helmut bei der Aktion Zero Gravity kein Loch in die Bordwand "geschweisst" (F. Bobic). Sonst hätten wir hier allen Grund, von der "Unerträglichen Leichtigkeit des Seins" zu klagen.

    Bekenne mich im übrigen auch als Äußerstungernflieger. Eigentlich sollten wir als Adler etwas flugtauglicher sein. Aber, Herrgott: meine beiden Eintrachtbadeenten fliegen schließlich auch net.

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    1. Lieber zu viele Demos als zu wenige oder gar keine :) Ich denke gerne an ein erhöhtes Demoaufkommen von vor vielen Jahren in der Rüsselsheimer Innenstadt. Die bildet einen Kern, den man in ca. 15 Minuten zu Fuß im Kreis umrunden kann - früher hieß das die idiotenrennbahn. Wir standen als linke gegendemo am Friedenssplatz einem rechten Aufmarsch gegenüber und ungefähr alle 15 Minuten bildeten erst wir, dann die Rechten eine Gasse für einen Trupp Hare Krishnas die unermüdlich singend den Rundweg abarbeiten. Das hatte was.

      It is, indeed. Die Kunst der Fuge passt sehr fein zum Brexit-Theater :), auch von Unerträglichkeit könnte man in diesem Zusammenhang sprechen, wohingegen weniger von der Leichtigkeit des Seins. Schwierig, das.

      Ein paar hundert (oder tausend?) Flüge + ein Spacelab weniger pro Jahr und jedes Kohlekraftwerk könnte vollkommen klimaneutral weiterbetrieben werden, oder?

      Mir ist lieber, wenn Büffel Helmut auf der Erde schweisst :)

      Als Sticker fehlt er mir noch und auch kein Alex Meier ist mir besser in bzw. aus der Tüte gekommen. Aber: ich hab schon einen Grabi :)

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    2. Ps: SELBSTVERSTÄNDLICH ist eine Badeente ebenfalls ein stolzer Adler. Selbstverständlich!

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    3. Aber NUR Eintrachtbadeenten, versteht sich. Ob Heim- oder Auswärtsente ist wiederum von untergeordneter Bedeutung. Und, ja: wenn ich die beiden so betrachte: so einen Anflug von herrischem Zug um den Schnabel haben sie : - )

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  2. Ist das schwarzundweiße Käzzle wieder wohlauf?

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    1. Oja. Dem Kätzchen geht es gut und es tappert durch den Frühling und gräbt meine Frühbeete um. Es hat einen kleinen Gehfehler zurückbehalten und die Haltung ist nicht mehr ganz so aufrecht, aber es hat keine Schmerzen und kann sich ganz normal bewegen. Was für ein Glück.

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    2. Das freut mich zu erfahren! Für Kazzleute ist jetzt ja Genusszeit und d i e Gelegenheit, die sie eh auszeichnende Schlauheit durch die Wahl des perfekten Ruheplatzes zu beweisen: auf dem Garagendach (man sieht nur ein Paar Spitzohren), im Gewächshaus, sonnig und windgeschützt im Treppenaufgang etc. etc. Und zum Abendessen einen VfB : - )

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