Freitag, 14. Februar 2020

So oder so ist die Eintracht

Zunächst mal um allen Irrtümern vorzubeugen: Nein, ich bin nicht zurückgetreten. Und nein, mir hat es auch nicht die Sprache verschlagen, obwohl mein Eintrag, wenn ich ihn vor dem Spiel gegen Dortmund geschrieben hätte, sicher anders, euphorischer und vor allem wortreicher ausgefallen wäre als jetzt danach. Nur so viel, dass ich entgegen den Erfahrungen in dieser Saison heute im Tippspiel nicht auf Unentschieden oder gar Niederlage getippt, sondern nassforsch ein 2:3 prognostiziert hatte. Okeeeh, hat dann nicht ganz geklappt. Aber als ich angesichts der zerrupften Defensivabteilung vorhin beinahe angefangen hätte, in Weh und Ach (wenn auch nicht direkt gleich wieder in - lächerlich! - "Panik" zu verfallen) zu fallen, habe ich mich zum Glück an die Abbitte erinnert, die ich nach dem Pokalspiel gegen Leipzig und mehr noch nach dem 5:0 Kantersieg gegen Augsburg geleistet hatte.  Statt zu jammern und zu zweifeln, schrieb ich folgende WhatsApp an einen ebenfalls leicht nervösen Adlerfreund:

"Man muss aufpassen, dass man nicht jedes Mal alles in Frage stellt und es einfach so hinnehmen wie es ist."

So simmer halt. Hopp oder topp. Schwarz und Weiss. Und wenn uns die Sache mit dem Hinnehmen nicht immer gelingt, wir können ja daran arbeiten. Mein Adlerfreund und ich haben fürs erste beschlossen, uns meine WhatsApp zu rahmen und in den kommenden Wochen stets als Merksatz vor Augen zu haben. Wollen wir hoffen, dass wir ihn nicht zu oft bemühen müssen.

Mittwoch, 5. Februar 2020

Samstag, 1. Februar 2020

Gut rotiert, ist halb gewonnen.

Erstmal sortieren, so viel passiert seit dem letzten Eintrag. Sieg in Hoffenheim, Sieg gegen Leipzig - hatte ich dazu schon was geschrieben? Von unserem bemühten, komplett chancenlosen, aber wacker dagegen haltenden Spiel in der ersten Hälfte? Von drückend überlegenen, aber zunehmend entnervten Leipzigern? Und von dem kollektiven Ruck, der - keine Ahnung warum - zum Anpfiff nach der Pause (auf dem Platz, aber gefühlt mehr noch auf den Rängen) durchs Stadion ging? Hatte ich nicht? Naja, jetzt ist es zu spät, aber sehr schön war das, letzte Woche, ein richtig schöner, flockig leichter Fußballnachmittag mit einem höchst überraschenden Ende.

Samstag, 18. Januar 2020

Wie ein Stern am Horizont

Weihnachtsglocken? Gute Wünsche? Bämm. Längst Schnee von gestern und höchste Zeit, dass sich hier im Blog mal wieder etwas tut. Das Trainingslager in den USA ist Vergangenheit, das Eintracht-Büro in New York möglicherweise die Zukunft, das prosaische Hier und Jetzt sind 18 Punkte und der Rückrundenauftakt in Hoffenheim, damit eine weitere Gelegenheit, den Bock umzustoßen. Das hat Adi Hütter in der Pressekonferenz  tatsächlich wieder gesagt. Könnte gut sein, dass er damit Zuversicht ausstrahlen möchte. Tut er nicht.

Apropos strahlen. Gestern Abend kam ich spät nach Hause und bin eine ganze Weile vorm Haus stehen geblieben und habe nach oben geschaut.  Die Luft war kristallklar und der Himmel voller Sterne. Den Betelgeuse , den größten Stern im Sternbild Orion,  habe ich leider nicht entdeckt. Vielleicht deshalb, weil er im Moment nicht mehr ganz so hell wie  noch vor kurzem strahlt. Etwas, das er mit dem Eintracht-Stern gemeinsam hat. Beim Betelgeuse könnte das Nachlassen der Helligkeit auf eine bevorstehende Explosion, eine so genannte Supernova hinweisen. Klingt spektakulär und wäre es wohl auch, aber eben auch ein Ende, ein letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Verlöschen. Diese Parallele zur Eintracht können wir aber zum Glück definitiv ausschließen, denn eins aber eins das bleibt bestehen, Eintracht Frankfurt wird nie untergehen. Auch deshalb, weil - das sei allen Diskutanten, Zweiflern und nach Neuverpflichtungen Schreienden nachdrücklich ins Stammbch geschrieben - es nicht darauf ankommt, wer auf dem Platz steht oder spielt, "am Ende geht es nur um Eintracht Frankfurt." Auch das hat Adi Hütter in der Pressekonferenz noch einmal bestätigt. Ein weiterer Satz, der gewisse böse Vorahnungen weckt, die ja aber vielleicht schon morgen ausgeräumt werden.

Fredi Bobic und Axel Hellmann sind ruhig. Adi Hütter ebenfalls. David Abraham ist optimistisch.  Das Trainingslager war super. Alle sind frisch gestärkt und motiviert. Selbst Jogi Löw meint, dass die Eintracht nicht absteigen wird, und ich weiß nicht genau, warum auch diese Aussage mich eher beunruhigt.

Jetzt also Hoffenheim. Keine Neuverpflichtungen, aber ein super Trainingslager mit willigen und engagierten Spielern, ein neues (?) Spielsystem und eine kompaktere Spielweise. Ohne Kamada, aber vermutlich mit Viererkette, und mit einem voll motivierten, schmerzfreien Bast Dost, der jetzt "liefern" will. (Also: Tore, das wäre gut).  Mit N'dcka als Back-up für Kostic. Mit Kostic, der weiterhin offensiv, aber trotzdem nach hinten arbeitet. Mit Hinti, dem egal ist, wo er spielt und mit Hasebe, der sowohl Viererkette wie auch die 6 kann.

Vielleicht steht ja ohehin Ante bereits ante Portas. Oder Jakob Bruun-Larsen mischt  demnächst den Laden mächtig auf. Aus Joveljic wird ein großer Jovic, Silva wirbelt, Mijat trifft, da Costa rollt. Und das aller aller wichtigste hätte ich ja fast vergessen, etwas, das ganz hell strahlt und das auch gerne zeigt: Kevin Trapp ist zurück. Von wegen Leitstern und Lichtgestalt.

Und wenn alle Stricke reißen gibt es ja seit dieser Woche  neue Hoffnung. Die Bundesregierung hat das Facharbeitereinwanderungsgesetz  verabschiedet und es sollte mich nicht wundern, wenn Fredi Bobic und Axel Hellmann nicht längst die Anwendbarkeit des Gesetzes auch auf den Profifußball überprüfen lassen. Ab März wird es viel einfacher,  dringend benötigte Fachkräfte nach Deutschland zu holen und mit einem Arbeitsvertrag auszustatten. Da geht was. Sicher auch kostengünstig.

Auswärtsbock in Hoffenheim umstoßen und sonst gar nix.