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Wie ein Stern am Horizont

Weihnachtsglocken? Gute Wünsche? Bämm. Längst Schnee von gestern und höchste Zeit, dass sich hier im Blog mal wieder etwas tut. Das Trainingslager in den USA ist Vergangenheit, das Eintracht-Büro in New York möglicherweise die Zukunft, das prosaische Hier und Jetzt sind 18 Punkte und der Rückrundenauftakt in Hoffenheim, damit eine weitere Gelegenheit, den Bock umzustoßen. Das hat Adi Hütter in der Pressekonferenz  tatsächlich wieder gesagt. Könnte gut sein, dass er damit Zuversicht ausstrahlen möchte. Tut er nicht. Apropos strahlen. Gestern Abend kam ich spät nach Hause und bin eine ganze Weile vorm Haus stehen geblieben und habe nach oben geschaut.  Die Luft war kristallklar und der Himmel voller Sterne. Den Betelgeuse  , den größten Stern im Sternbild Orion,  habe ich leider nicht entdeckt. Vielleicht deshalb, weil er im Moment nicht mehr ganz so hell wie  noch vor kurzem strahlt. Etwas, das er mit dem Eintracht-Stern gemeinsam hat. Beim Betelgeuse könn...

And the bells are ringing out

Der vorläufig letzte Kommentar zum Spiel der Eintracht in Paderborn ist gepostet.  Ob Rebic vielleicht doch... was wäre, wenn Kostic... ist Hütter überhaupt in der Lage...   und dann auch noch dieses blöde Florida... Welche Pläne werden unter den Weihnachtsbäumen oder an den Verhandlungstischen der Eintracht-Verantwortlichen wohl in den nächsten Tagen geschmiedet?  Welcher Bock fällt oder wird geschossen? Heribert. Michael. Armin. Niko. Fredi. Adi. Und Friedhelm. Wer kommt, wer geht, was bleibt, was ändert sich und warum? Wer weiß mehr, wer hat recht und wem fällt längst nichts mehr ein? Wo kommen wir her, wo gehen wir hin und was dürfen wir auf keinen Fall aus den Augen verlieren? War früher alles besser, ist die Eintracht noch die Eintracht oder ist sie es jetzt mehr denn  je?  Verändert sich alles, weil es bleibt wie es war? Auf und ab. Diva. Graue Maus. Pokalsieger. Europacuphalbfinalistundsiegeraspirant. Neu, alt, alles schon mal dagewesen? Und wie geh...

Deja vu?

Eigentlich hätte ich das Spiel gegen Paderborn heute gar nicht sehen können - ich war nämlich ab 18 Uhr im Theater. Eigentlich. Denn im Foyer wurde uns nach Ankunft mitgeteilt, dass die Aufführung krankheitsbedingt leider entfallen müsse. Sehr sehr schade, aber nicht zu ändern und so fuhren wir durch das regennasse rheinhessische Hinterland zurück nach Hause - nicht ohne vorher eine Bogen über den nahegelegenen Weihnachtsmarkt zu machen, wo wir eine Currywurst verzehrten und mit Blick auf den Dom die Meldung vom 1:0 der Paderborner zur Kenntnis nahmen . Im Auto  dann die Liveübertragung des zwischenzeitlichen zweiten Tores - eieieiei, Maaaaan, das gibt's doch gar nicht -  und dann konnten wir vor dem heimatlichen Fernseher also auch bildlich einen Eindruck vom Spielgeschehen gewinnen. Von tapferen, gradlinigen, aber spielerisch sehr limitierten Paderbornern. Von einer bemühten, aber hilflosen Eintracht. Filip Kostic unermüdlich und wild. Silva und Sow nach Einwechslungen mit...

Blink. Glitzer.

Wenn ich abends lange arbeite, gehe ich, speziell in Herbst und Winter, hinterher gerne noch eine Runde durch unseren kleinen Ort. Die nächtlichen Straßen, die kühle Luft, Regen, Wind, auch mal ein paar Schneeflocken, der verschleierte Mond, schön. Ich laufe, denke erst noch an die Arbeit, an der ich gerade gesessen habe, dann an dies und das, an die Welt, die mal so und mal so ist, oder an die Eintracht, für die das gleiche gilt.

Portugal oder Ägypten. Hauptsache Europa.

Der merkwürdigste Moment beim Spiel gegen Guimares gestern Abend war vielleicht der nach dem Abpfiff. Direkt vor uns standen Gonzalo Paciencia und David Abraham auf dem Rasen, der eine kopfschüttelnd mit gesenktem Kopf, der andere mit eingezogenen Schultern und grimmiger Miene. Gleichzeitig brausten immer lauter die "Europacup"-Gesänge durchs Stadion. Das "Hä" bzw. "no comprende" war beiden ins Gesicht geschrieben. Wieso das? Sind alle verrückt geworden? Ist das Trotz? Wollen die sich und uns trösten? Und dann das allmähliche Verstehen: Hey,warum auch immer, wir sind  weiter, warum auch immer. Wir haben verloren, aber wir sind tatsächlich trotzdem weiter.

Der Zauberlehrling: Walle, walle

Jetzt ist es also passiert. Lange genug haben wir die Choreos gepriesen und den Ultras für die prachtvolle Stimmung im Stadion gehuldigt -  jetzt also keine legitimiert beklatschte, sondern eine außer Kontrolle geratene Pyroshow in Mainz. Und fast vermute ich, dass es  der jetzt allerorten zu lesende und zu hörende Schwall an Ablehnung genau das ist, was erreicht werden sollte. Wir sind nicht wie ihr, wir sind die einzig wahren Fans und wir machen was und wie wir wollen. Das ist die Botschaft. Vor zwei Wochen hat bereits ein Aushang der Ultras im Stadion für Aufregung gesorgt. Und noch vor zwei Wochen habe ich mich nicht – wie viele andere – darüber aufgeregt, sondern meine Magenschmerzen an der  Eintracht-Entwicklung der vergangenen  Monate in diesem Aushang zum Teil abgebildet gesehen. Bei allem Glück über Pokal, Siege und Europa-Reisen - die Eintracht war und ist kein Friede, Freude, Event-Verein, sondern ein bunter und wilder Haufen,  mit verdammt viel...

Wow!

Hättet ihr das für möglich gehalten? Nach diesem Spiel gegen Wolfsburg? Nach dieser Katastrophenhalbzeit? Ich ehrlich gesagt  nicht.  Wenn wir zur Pause drei oder vier zu null hinten gelegen hätten, hätten wir uns keineswegs beschweren können. Bei Arsenal flutschte es, zumindest bis zum Strafraum und schon vor der Pause piepste pausenlos mein Whats App - bing, bing, bing -, alles durchweg eine Art "Kondolenz-Whats apps". "Was ist da bloß los?" "Erkennst du die Herren in Schwarz überhaupt noch wieder." "Das war's dann." "Na gut, jetzt können wir uns auf die Bundesliga konzentrieren."  "640 Millionen Etat gegen 200 - das konnte ja nix werden."  Maaan. Das war der Punkt, an dem der Zorn bzw. Kampfgeist in mir erwachte.  Nein. So gehen wir nicht in die zweite Hälfte. Und so ein blödes Geschwätz haben wir schon zwei Mal nicht nötig.  "Abwarten. Hinten werden die Gänse..." antwortete ich. "Schau mer mal." ...