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Try and catch the Wind *

Nein. Verlieren ist nicht schön. Egal auf welchem Tabellenplatz. Auch oder vor allem am Tag danach nicht, wenn man morgens aufwacht - so wie heute zum Beispiel. Der Wind stürmt und pfeift ums Haus, durch den Rolladen blitzt das Sonnenlicht. Sonntag. Ich strecke mich noch einmal wohlig. Und da fällt es mir wieder ein. Verloren. Scheiße. Dabei hätte das Spiel gestern das Zeug dazu gehabt, ein ganz besonderes Spiel zu werden. Leichtsinnsfehler, fehlende Cleverness, Fehlpässe, zu spätes Aufmachen – all das wäre im Nachhinein schnurzpiep egal gewesen, wenn zwei magische Momente sich am Ende ausgezahlt hätten. Wenn, ja wenn... Der erste in der 39. Spielminute. Im Strafraum der Stuttgarter. Eigentlich ist die Situation bereits bereinigt. Khedira hat den Ball. Und da... („Ey...der Caio...“ „Was macht der denn da?“ „Der geht ja ab wie Lucie...“ ... kreischt es hinter, vor, neben, aus mir) sprintet Caio von rechts heran, spitzelt Khedira den Ball vom Fuß, eine Körpertäuschung, vorbei an dem Stut...

Oben auf statt hinten dran

Seit November ist im Städel zu Frankfurt eine umfassende Botticelli-Ausstellung zu bewundern. Wir haben es bisher leider nicht geschafft, sie uns anzusehen, jetzt laufen bereits die letzten beiden Tage. Der Andrang ist groß, heißt es auf der Städel-Homepage. „Nutzen Sie die verlängerten Abendstunden.“ So machen wir uns am frühen Donnerstagabend auf in Richtung Frankfurt. Es regnet kräftig und gleichmäßig. Wind weht. Die Lichter der Autos spiegeln sich in den nass glänzenden Straßen. Wir rollen über die Autobahn durch den Feierabendverkehr, in Frankfurt vor der Festhalle staut es sich. Ach so, ach ja, o je – André Rieu. Vorbei am Hauptbahnhof über die Mainbrücke und da sehen wir es schon von weitem: Der Schaumainkai. Vollkommen verstopft. Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos. Wollen die etwa alle…? Sie wollen. Wir wollen jetzt eigentlich nicht mehr, reihen uns aber aus Neugier in den Stau ein. Wenn wir schon mal da sind. Regen spritzt gegen die Scheiben. Der Main, die Hochhäuser a...

New York oder Dallas?

Im Rheinhessischen erzählt man sich die Geschichte von einem Mann, der sich seinem Heimatort sehr verbunden fühlt. Um etwas zu erleben, unternimmt er einen Ausflug nach Paris. Nach seiner Rückkehr wird er gefragt, wie die Reise denn war. "Ach, na ja..." antwortet der Mann, "bis nach Oppenheim ging's. Aber dann zieht's sich." In diesem Sinne: New York oder Dallas? Hauptsache Frankfurt. Oka bleibt. Schön.

Rotundschwarze Eintracht-Schnipsel 11. Februar bis 24. Februar 2010

Donnerstag, 11. Februar Ralf Falkenmayer, einer meiner All-time-Eintracht-Lieblingsspieler, wird heute 47 Jahre alt. Erinnerungsflash. 27. Juli 2007. Zico24. Bad Homburg. Abschiedsspiel von Alexander Schur und Uwe Bindewald. So viele großartige ehemalige Eintracht-Profis stehen da auf dem Platz, ich aber spähe vor allem nach Ralf Falkenmayer und seinem Lockenkopf aus. Schließlich erkenne ich ihn – allerdings nicht an den Locken, die gibt es nicht mehr – sondern an seiner immer noch schmalen Gestalt und, nun ja, an seinen Ohren. ET – so hatten wir Falke damals, während seiner aktiven Zeit bei der Eintracht immer genannt. Weil er so dünn und schmächtig war, die wilden Locken auf dem Kopf – aber auch, weil er immer ein bisschen traurig und verloren wirkte, der gelernte Schwimm-Meistergehilfe, der kein kaltes Wasser mag. Und so haftet auch seiner Karriere, so erfolgreich sie war, und der Zeit danach ein Hauch von Traurigkeit an. Ich stöbere im Netz. Klick. „So wollte ich nicht gehen.“ Ko...

What a day for a daydream

Also, als ich das letzte Mal in Hamburg war – eieieiei - das war gar nicht schön. Das lag nicht an der Eintracht, was wiederum vor allem damit zusammenhing, dass gerade Sommerpause war. In diesen Tagen vor jetzt gut eineinhalb Jahren war es fitzefatze elend heiß. Wir übernachteten in einem superfeinen last Minute zum Sondertarif gebuchten Hotel - in einem winzigen Zimmer mit Aussicht auf den Hintereingang der Küche. Wir besuchten ein elend schlechtes Konzert. Und wir schleppten uns bei gefühlten 40 Grad durch eine langweilige und aufgeblasene Ausstellung. Zwei Lichtblicke gab es: Eine voll-tourimäßige, ziemlich schräge Hafenrundfahrt mit einem Moderator, der ein direkter Nachfahre von Fips Asmussen (hilfe!) gewesen sein muss. Und, gleich um die Ecke am Bahnhof, das „Max und Konsorten“. Kalte Biere, Wurstbrote, Schwätzen, an eng gedrängten Tischen draußen sitzen und in die nur ganz allmählich sich abkühlende Dunkelheit blinzeln. Das war schön. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sich je...

Eine Chance hat man immer noch.

Waldstadion Samstag, 14. 2. 2010. 19 Uhr 15 Minuten. Gleich wird Schiedsrichter Rafati das Spiel abpfeifen. Schad. So schad. Es wär so schön gewesen, wenn wir heute nachgelegt hätten und w i r k l i c h , t a t s ä c h l i c h , w a h r h a f t i g hätten dran bleiben können, da oben. Ein Traum. Aber ok. Is ok. Es soll halt nicht sein. Punkt ist Punkt. Immer noch siebter. Siebter . Kein Grund zu jammern. Mann, wir stehen gut da wie lange nicht. Trotzdem. Schad. So schad. Und von wegen Punkt ist Punkt. Den müssen wir ja auch erst mal haben. Noch wird gespielt. Was, wenn das Ding am Ende noch nach hinten losgeht...? Ja, was. Ja, wenn. Aber nix da. Das hier ist unser Spiel „Die könne nix.“ Wirklich nicht? Ballgetändel im Mittelfeld. Noch in unserer Hälfte. Angriffsversuch der Freiburger. Aber Chris hat den Ball. Chris. Gut. Bärenstark heut wieder. Chris. Aber – hey, was ... macht er da? Net so lässig. Mann. Zu spät. Er tritt über den Ball. Hilfe. Jetzt wird’s noch mal kritisch. ...

Adler. Närrisch.

Fastnacht muss man nicht mögen – für mich gehört sie seit Kindheit irgendwie dazu. Bin beileibe kein Aktivist, aber tauche ab und zu ein ins Geschehen und beobachte mit einer gewissen Rührung die Ernsthaftigkeit, mit der die Fassenachter - zumal in M1 – ihrem närrischen Tagwerk nachgehen. Zum Pflichtprogramm gehörte bei uns zuhause seit jeher die Fernsehsitzung. Zu lachen gibt es dabei traditionell wenig – als kleines Mädchen vertrieb ich mir Zeit und Langeweile damit, die Anzahl der „bumbaafs“ pro Redner zu zählen – aber mit dieser Tatsache hadert nur, wer den Sinn dieser Veranstaltung noch nicht verstanden hat. Die Fernsehsitzung ist nicht dazu da, um uns zum Lachen zu bringen. Nicht Lustigkeit, nicht Unterhaltung ist ihr vorrangiger Daseinszweck – nein: sie muss absolviert, sie muss durchlitten werden. Der Schrecken steigert sich von Redner zu Redner, wird in den letzten Jahren – mal mehr, mal weniger - erhöht durch wohlfeile Reminiszenzen an die ortsansässige Fußballmannschaft un...