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Spieltagsschnipsel 24/25: St. Pauli (33)

 "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass wir gegen St. Pauli nicht gewinnen?" Sage ich zu meinem leicht skeptischen Mit-Adler und dann fahr ich los in Richtung Stadion. Es ist kurz vor Drei, Schon klar, dass das kein einfacher Tag werden wird, aber dabei denke ich eher an die Hin- und Rückfahrt. Der S-Bahnverkehr zwischen Mainz und Frankfurt ist derzeit - ok, sagen wir mal so - stark eingeschränkt, genau gesagt: er fällt mehr oder weniger aus. Auf verschlungenen Fahrten ist der Weg natürlich irgendwie möglich. Irgendwie? "Ob mit Bus oder Bahn..." Na, das passt doch zu dem, was wir heute vorhaben. Die Hinfahrt ist jedenfalls fast idyllisch. Mit einem SEV Über-Land-Bus zuckele ich im hellen Sonnenschein durch wenig Stadt und viel Land zum Frankfurter Flughafen, das dauert ein bisschen länger, ist aber recht beschaulich. Am Flughafen dann ein Sammelbecken für Eintrachtler aus aller Herren Richtungen, um kurz nach fünf bin ich am Stadion. Immerhin. Die Europa-Hymne höre i...

Spieltagsschnipsel 24/25: Eintracht Frankfurt - RB Leipzig (31)

Wow! Wie kann diese Mannschaft Fußball spielen, wenn sie in den Flow kommt. Abheben und dann einfach weiterfliegen.  Eine hochmotivierte Eintracht fegt überforderte Leipziger mit 4:0 aus dem Stadion. Ein über-über-ragender Ansgar Knauff. Warum in der Ferne suchen, wenn das Gute ist so nah? - alte Transferpolitikweisheit. Nene Brown. Theate. Ekitiké, der immer mehr zum unermüdlichen  Gute-Laune-Monster des Teams wird. Trapp ein starker und sicherer Rückhalt. Die Mannschaft voller Spielwitz und Energie, voller Lust am Fußball. In der zweiten Halbzeit dann kein Halten mehr. Die "Champions League wir kommen" - Stimmung verwandelt das Stadion in eine Raumkapsel, die abhebt. Bei der Auswechslung von Ansgar Knauff erbebt das Stadion. Und dann  tut Dino Toppmöller noch ein übriges um die Stimmung zum Überlaufen zu bringen. Es kommt Thimmiiiiiiiiiiie Chandler. "...und wenn sie gewinnt im Waldstadion, dann ist die Stimmung groß." O ja, das ist sie. Es war ein warmer, sonniger...

Europacup-Schnipsel: Aus die Maus

Der frisch ausgebrochene Frühling macht nochmal Pause. Ein grauer, kühler Tag - Karfreitagswetter  am Gründonnerstag. Schon vor dem Spiel war im Prinzip alles klar. Bilbao wir kommen. Pünktlich bei der Ankunft vorm Stadion fängt es an zu regnen, die Bratwurst wird nass. Na gut.. Heute Choreo. Und schon davor ärgere ich mich über die hinausposaunte Motivationsansage übers Stadionmikro, mehr Pathos geht nicht: Wir! Alle über uns hinausgehen, auf dem Platz, auf den Rängen, alles geben, übers Limit, für die Stadt, für den Verein, für unsere Eintracht. Ein leichtes Würgen im Hals. Nummer kleiner geht es nicht? Auch die Ultras kleckern heute nicht, sie klotzen. Wir haben lang noch nicht genug und dazu dröhnen - nein, nicht Tankard - die Böhsen Onkelz durchs Waldstadion. Der jetzt schon sturzbetrunkene junge Mann auf der Treppe neben mir grölt und jubelt. Eine Welle von Fremdheit schwappt über mich. "Tottenham ist praktisch ein Freilos," hat mr ein premier-league kundiger Freund vor...

Spieltagsschnipsel 24/25: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt (28)

Sonnige Frühlingstage, der Frühling ist regelrecht hereingebrochen. Im Garten blüht und brummt es, beim Einkaufen in der Mainzer Innenstadt herrscht Wimmelbuchgewusel - alle, alle sind da., viele 05er eröffnen den Spieltag mit einem Stadtbummel und ich sichte sogar einige Kieler, denen ich viel Glück wünsche "Letzte Woche haben die Erdbeeren mir gar nicht geschmeckt", sagt eine Frau neben mir am Marktstand. "Sind sie diese Woche besser?" Heeey... gute Frau, es ist Anfang April. Wer jetzt schon Erdbeeren kauft, sollte sich über deren nicht vorhandenen Geschmack eigentlih nicht wundern. Wider mein Gefühl hatte ich für das Spiel  gegen Werder ein Unentschieden getippt. Nachdem die 05er nachmittags gegen Kiel nur unentschieden gespielt haben, verstärkt sich mein unbehagliches Gefühl. Und schon nach den ersten Minuten ahne ich, dass es mich nicht getrogen haben wird. Kann das sein? Gegen den VFB engagiert, kämpferisch, spielstark - heute: Nix. Und dabei eine Erkenntnis, ...

Spieltagsschnipsel 24/25: Eintracht Frankfurt - VFB Stuttgart (27)

 Das Wetter überraschend freundlich, die S-Bahn wenig überraschend mit Notfallfahrplan. Das Spiel: Wunderbar. Fußball-Fußball mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Das Spiel wogt hin und her. Die Eintracht hat Chancen über Chancen - Latte, knapp vorbei, Nübel mit klasse Reaktion, VFBler klärt auf Linie -, der VFB spielt souverän und aufmerksam von hinten heraus, ist vor dem Tor immer gefährlich. Ekitiké wirbelt mit allen Armen und Beinen und scheint sich manchmal um sich selbst zu wickeln. Theate mit tollem Stellungsspiel hinten und mit unglaublicher Dynamik und Entschlossenheit im Spiel nach vorn. Santos im Torn strahlt große Sicherheit aus und ist in kritischen Situationen immer da. Götze? Überall. Aufmerksam. Mit viel Überblick. Dreh- und Angelpunkt. Ruhepunkt. Und dann vergibt ausgerechnt er  die Chance, die die Entscheidung bringen könnte, schaufelt denAbpraller, der ihm zehn Meter vor dem Tor auf die Füße fällt, weit übers Tor.  Das war's dann? Nicht mit der Eintrach...

Europacup-Statistik für Feinschmecker (1)

Vor dem Spiel gegen Olympique Lyon... Schon gewusst? Die Eintracht hat im Europacup noch nie gegen eine französische Mannschaft verloren, wenn sie vorher gegen Augsburg unentschieden gespielt hat, der Gegner im letzten Auswärtsspiel 3:0 gewonnen hat und außerdem mit einem kroatischen Innenverteidiger in der Anfangsformation antritt.

Die neue Leichtigkeit des Eintracht-Seins

Eigentlich war es viel zu heiß.  Schwimmen. Im Schatten sitzen und lesen. Yep.  Zwei Stunden in der prallen Sonne im Stadion stehen? Nicht wirklich verlockend.  So ist das manchmal - wenn man am wenigsten damit rechnet, passieren die schönsten Dinge. Jedenfalls: Gut, dass ich mich nicht habe abschrecken lassen,  an diesem 31. August 2024 beim Spiel der Eintracbt gegen Hoffenheim. Gut, dass ich da war! Um der gestopft vollen S-Bahn zu entgehen, fahre ich - ganz gegen meine Gewohnheit - früher los, sitze eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff mit einer Bratwurst im Schatten hinter der Haupttribüne und freu mich. Hier ein Hallo, da ein Gude und im Block dann herzliche Begrüßung mit den langjährigen Mitstreiter*innen. Es war für einige von uns kein so ganz einfacher Sommer - Abschiede, Trennungen -, aber da sind wir wieder - immer noch, immer noch da. Die Erwartungen sind positiv ("Klar, dass wir heute gewinnen..."), aber nicht überschwänglich euphorisch. Die Neuen? Theate ...

Rotundschwarze EM-Schnipsel (Teil 2)

Große Fußball-Events sind immer auch Wiederbegnungen mit Spielern oder Trainern, die man ein bisschen aus den Augen verloren hat. Cenk Tosun zum Beispiel, der Ur-Eintrachtler, der in der Ära Skibbe über die Adler-Klinge gesprungen ist. (Erinnere mich an einen Trainingsbesuch, bei dem wir zufällig neben seinen Eltern standen und er kurz an die Bande kam, jedem höflich die Hand schüttelte. Lang her.) Ganz anders, aber ebenfalls ein "huch" ist Ralf Rangnick. Stimmt ja, der trainiert jetzt die Österreicher. (Und der dadurch ausgelöste Leistungs- und Imagezuwachs der Österreicher spiegelt sich entsprechend deutlich im TV-Kommentar wieder).  Die Equipe Tricolore steckt voller Big Names. Griezmann. Der spielt noch? Dembelé. Kolo Muani - wer war das noch gleich? Und selbst der Trainer - Didier Deschamps ist hier ein Star. Die Dänen. Erkiksen? Da war doch was... Stimmt, das war der mit dem Herzstillstand auf dem Platz. Er ist wieder da und macht im Spiel gegen Slowenen das einzige dän...

Rotundschwarze EM 2024 - Schnipsel (Teil 1)

Wer Euphorie ernten will, muss frühzeitig anfangen sie zu säen. Und obwohl ich in meinem persönlichen Umfeld in den letzten Wochen keine Euphoriewelle heranrauschen gehört habe, scheint sie doch irgendwo gewesen zu sein. "Ganz Deutschland" hat die Minuten bis zum Anpfiff gezählt und die Euphorie war schon vor dem Auftaktspiel kaum noch zu toppen. Na gut. Jedenfalls: Praktisch, dass die EM gerade jetzt startet und damit eventuell vertiefende Diskussionen über z.B. Wahlergebnisse durch wichtigere Themen verdrängt werden. Irgendwo im Allgäu schuhplattelt John McGinn, Stürmer der dort einquartierten schottischen Equipe. Eine anscheinend motivierende Einstimmung auf die deutschen Dinge, die da harren, während die  schottischen Fans  keine weitere Einstimmung benötigen. Bei ihnen gilt wie immer "Alle Schotten dicht" - was dann auch umgesetzt wird, wenn auch nicht auf dem Platz. Vorgestern dann, am Tag des Auftaktspiels, entdecke auch ich leibhaftige und sichtbare Euphorie...

Schwanengesang - Pokalfinale und ein leises Servus

 ...und dann, nach dem Abpfiff, saß ich eine ganze Weile einfach nur da. Die Bilder im Fernsehen flimmerten vorbei, Sow, der auf dem Rasen sitzt. Trapp, der am Strafraum kniet.  Unsere Mannschaft vor der Kurve. Gesänge, aber alles merkwürdig automatisiert und heruntergespult, oder? Die erstaunlich schnell durchgezogene Siegerehrung. Das etwas monotone Auf und Ab-Schwenken des Pokals der Leipziger Spieler,  Genug davon. Wir machen die Glotze aus und gehen raus, setzen uns auf das Bänkchen hinterm Haus, trinken das ein oder andere Glase und schauen dabei in den Sternenhimmel.  Der Abend ist kühl es weht ein kräftiger Wind. Bin ich traurig? Ja klar,  aber es ist keine wilde, verzweifelte Traurigkeit, wie ich sie von früheren Niederlagen, Abstiegen, enttäuschten Hoffnungen kenne. Eine leise Wehmut, die relativ schnell abklingt.  Und ganz allmählich merke ich, dass ich vor allem eins bin:  Erleichtert. Ich bin (traue mich kaum es zu denken) erleichtert, das...

Last Exit

Da sind sie wieder. Die Zeiten des Kopfschüttelns. Aufgeregte Diskussion. Ständig neue Nachrichten. Wilde Spekulationen. Wer ist #proGlasner und wer traut sich, es nicht zu sein? Wer ist im Tunnel und warum? Und wenn schon Tunnel - nimmt Glasner die Mannschaft dorthin mit und wohin führt er? Wer stellt sich vor wen und für warum muss er das betonen? Sind sich alle einig und entscheiden immer alles einvernehmlich? Was denkt Oliver Glasner über Oliver Glasner und warum ist das wichtig? Stehen wir vor einer Red-Bullisierung der Eintracht? War die Reaktion von Oliver Glasner eine berechtige Reaktion und Ausdruck seiner Loyalität mit der Eintracht oder war es unbeherrschte Rechthaberei und verletzte Eitelkeit? Ist das, was da grad abgeht,  gut für unsere Chancen im Pokalfinale oder haben wir rechtzeitig den roten Selbstvernichtungsknopf gedrückt? Können wir Europa tatsächlich auch noch in der Liga erreichen oder ist das Blödsinn? Wer zerreißt sich und wenn er sich zerreißt: für wen? Wer...

Big Bang Berlin?

Als ich heute morgen meinen PC hochgefahren habe, öffnete sich ein Fenster mit einer Nachricht von Bing AI. Ob ich mal testen möchte, wie die KI-gestützte Suchmaschine funktioniert. Ich war schon dabei, das Fenster zu schließen, da dachte ich: Probier doch mal! und eine Frage hatte ich auch gleich parat: Wer gewinnt heute abend im Halbfinale des DFB Pokals? Momentemal momentemal...Bing AI lädt, ruckelt, lädt... und da war die Antwort: "Das Halbfinale des DFB-Pokals findet am 2. und 3. Mai statt. Die Begegnungen sind noch nicht ausgelost, aber die möglichen Teilnehmer sind SC Freiburg, VFB Stuttgart, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt. Wer gewinnt hängt von vielen Faktoren ab, wie der Form, der Motivation, der Taktik und dem Glück der Mannschaften. In diesem Kontext könnte ein Mensch sagen, dass RB Leipzig als Titelverteidiger und Tabellenführer der Bundesliga der Favorit ist, aber auch die anderen Teams habe ihre Stärken und Chancen." Ha, von wegen "noch nicht ausgelost...

Geht da noch was?

Dann war da der Moment, an dem ich endgültig wusste, dass es bei uns im Moment nicht rund läuft. Der Bock ist wieder da, also : der Bock, der umgestoßen werden soll.  Und zwar im Spiel gegen Gladbach. Hinterher wissen wir: Der Bock steht noch. Nach dem Spiel in Dortmund ist er sogar noch ein Stück größer geworden. Ok, nach dem Verlauf des Spieltages war klar, dass wir da dieses Jahr nichts holen konnten. Wenn die Dortmunder nach der Bayernniederlage in Mainz die Steilvorlage für das Meisterschaftsrennen nicht genutzt hätten, dann wären sie ja schon blöd (eine Vermutung, die nach dem Spiel gestern abend in Bochum als gesichert gelten kann). Aber gleich 0 zu 4 - das hätte echt nicht sein müssen oder dürfen. Tja, und nun suchen wir schon seit Wochen nach Ideen, woran dieses neuerliche Rückrundentrauma wohl liegt.  Je nach Blickwinkel liegt es... ... vor allem an der Abwehr. ... an der Abwehr, aber auch an der mangelnden Effizienz im Sturm. ... an zu wenig Kreativität aus dem Mitt...

Fußballwunderkinder wie wir

Vor einiger Zeit bin ich auf den mir bis dato komplett unbekannten englischen Schriftsteller J.L. Carr aufmerksam geworden. Er lebte von 1912 bis 1996 und hat einige sehr unterschiedliche und auf unterschiedliche Art großartige Bücher geschrieben. Das bekannteste davon ist sicher "Ein Monat auf dem Lande", aber davon soll hier nicht die Rede sein, sondern davon, dass J.L. Carr offensichtlich auch ein großer Fußballfan war. Seine Liebe zum Fußball und zu den Menschen, die Fußball lieben, hat er in seinem Buch "Wie die Steeple Sinderby Wanderers  den Pokal holten" festgehalten. Es erzählt davon, wie ein kleiner englischer Provinzverein es schafft, sich bis zum englischen Cup Final in Wembley durchzukämpfen, auf dem Weg dorthin Leeds United, Manchester, im Halbfinale Aston Villa schlägt und im Finale  (huch!) auf die Glasgow Rangers trifft, und den Pokal dann tatsächlich nach Sinderby holt. Der Weg dorthin ist wild und sorgt landesweit für eine unglaubliche Euphorie. ...

CL-Achtelfinale gegen den SSC Neapel: Rück- und Ausblicke

Lange nichts mehr hier geschrieben, längst ist das neue Jahr nicht mehr neu. Es ist viel passiert, im Großen wie im Kleinen. Und 2023 kann zwar nicht mehr mit einer Pandemie, aber weiterhin mit einem Krieg und außerdem bereits mit einer unvorstellbar grausamen Katastrophe mit zehntausenden Toten aufwarten. Und trotzdem, trotzdem: Die Welt, der Ball, wir alle rollen, drehen, arbeiten, twittern, wuseln weiter, von hier nach da, manchmal auch alles gleichzeitig. Wie auch sonst... Auf dem Weg von und zu Heimspielen der Eintracht verbringe ich viel Zeit in S-Bahnen. Eine nicht enden wollende Baustelle an immer unterschiedlichen Stellen irgendwo auf der Strecke zwischen Mainz und Frankfurt. Statt gut einer halben Stunde dauert die Fahrt eineinhalb, auch mal zwei oder - Rekord - dreieinhalb Stunden. Hin- und zurück. Also: Jeweils. Stehen. Warten. Umgeroutet werden. Und irgendwann inmitten dieser Zeitschleife findet ein Fußballspiel statt, das - so war es bisher in diesem Jahr - jedes Mal gewo...

Bells. Ringing. Christmasday.

Hier im Blog ist es seit Wochen still - jetzt senkt sich also für einen kurzen Moment die Stille auch über die trotzdem nicht wirklich friedliche Welt. Auch in Katar ruht jetzt endlich der Ball, auch im fernen Dubai herrscht (noch) Fußballpause. Still. Still. Der weltmeisterlich gekürte Messi genießt die fußballfreie Zeit in Argentinien (oder Paris?), Olaf Scholz twittert (wie ich las) weihnachtlich aus Lanzarote, Martin Hinteregger feiert in Kärnten, der Rest der Mannschaft des Jahres ist überall über den Erdball verteilt. Wir entzünden Kerzen, freuen uns über den neuesten Adler-Merch, den wir vollkommen überraschend im dezent rotundschwarz verpackten Päckchen finden. Und wir denken an die Welt wie sie ist - vielleicht auch ein bisschen daran wie sie sein könnte oder sollte oder war. Still. Still. Selbst unser neuer Nachbar gegenüber, der bis zur letzten Minute vor Weihnachten lautstark daran gearbeitet hat, das letzte Fleckchen grün in seinem Vorgarten zu betonieren, packt sein schwe...

Showdown in Lissabon

 

So oder so (nach dem Spiel gegen den VfL Bochum)

  "Völlig unerwartet bekam am Mittwoch gegen 18.3o Uhr eine 48-jährige, die mit ihrem 21-jährigen Sohn auf einer Bank im Einkaufszentrum am Brand saß, eine Flasche Parfüm an den Kopf geworfen." (Notiz aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung von Samstag, 8.10.) Ganz wie erwartet und innerlich gut vorbereitet traf Kerstin D. am Samstag gegen 17.15 Uhr als sie  mit ihrem 12-jährigen Kater auf einem Stuhl vor dem Laptop saß,  die 3:0-Niederlage des Champions League-Teilnehmers Eintracht Frankfurt beim bisher sieglosen Tabellenletzten VfL Bochum. (Eigene Recherche) 

Eintracht gegen Wolfsburg: Fast wie früher

Gestern im Stadion war es auf einmal wieder da: Dieses fast vergessene Gefühl aus der Vor-DFB-Pokalsieger- Vor-Corona-und-Vor-Europacusieger-Zeit. Du stehst an einem grauen Tag im Stadion. Es regnet, das Stadion ist nicht gefüllt. Ein Irgendwie-Spiel gegen einen Gegner aus dem Fußball-Niemandsland, der selbst ziemlich unter Druck steht. Das Spiel plätschert. Es ist über weite Strecken Ballgeschiebe. Und am Ende verliert die Eintracht mit 0:1.  Unterschied zu "früher": Wir wissen nicht, wie wir uns dabei fühlen sollen. Hey - so viele überwältigende Erfolge in den vergangenen Jahren, Europacupsieger, wir!, und da sollen wir  uns jetzt wegen eines 0:1 am sechsten Bundesligaspieltag, wegen eines 0:3 am ersten Champions League-Spieltag verrückt machen oder die Mannschaft in Bausch und Bogen nieder machen? Wir spenden Trost. Am Mittwoch mit minutenlangen Gesängen, Schals nach oben singen wir als Höhepunkt für die Mannschaft das Europalied. Gestern mit freundlichem Applaus und einem...