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Platschkappen oder: "Sehnse, des is Meenzerisch..."

Auswärtsspiel vor der eigenen Haustür. Am Sonntagmorgen, vor dem Spiel der Eintracht in Mainz, ist bei uns alles ein bisschen hektisch.  Unser Katerle ist kurz vor dem Wochenende ohne erkennbaren Grund schlapp und krank. Am Samstag bringen wir ihn zum Notarzt,  irgendwo muss er sich Pfötchen und Zunge verätzt haben, Narkose, Notversorgung. Der kleine Kerl wird über Nacht „stationär“ aufgenommen. Am frühen Sonntagmorgen können wir den Patienten beim Tierarzt in der Mainzer Innenstadt wieder abholen und ganz nebenbei das bereits angerückte, malerisch über die Stadt verteilte Polizeiaufgebot bewundern. Wir liefern den Patienten zu Hause im rheinhessischen Hinterland ab, richten ihm ein Lager. Mein Mit-Adler übernimmt die Pflegeaufsicht, ich mache mich mit Bus und Straßenbahn erneut auf den Weg in Richtung Mainz, um mich am Bahnhof mit Nicole zu treffen, die mit der S-Bahn aus Frankfurt herüber gekommen ist. Es ist noch relativ früh, ein paar versprengte 05er sind bereits unte...

Countdown für Europa (3 von 6)

Heute also: Mainz. Die Eintracht kommt – für mich, die ich in der Nähe von Mainz wohne, ein etwas anderes Auswärtsspiel. In der Stadt ist heute einiges geboten. Es ist verkaufsoffener Sonntag, in der Innenstadt haben alle Geschäfte und Kaufhäuser geöffnet, hier ein Büdchen, dort ein Bratwurststand, hier eine Verkaufsaktion. Viele, viele kauf- und bummelwillige Besucher werden erwartet – und die Eintracht. Ui. Das Drumherum versprüht mehr als einen Hauch von Asterix und Obelix. Überall in der Stadt formieren sich Züge und Gruppen, die von hier nach dort laufen oder fahren und sich dann sternförmig dem Stadion nähern:

Countdown für Europa (2 von 6)

Selbstverständlich: Es gibt ihn noch, den Europa-Countdown und er tickt. Die erste Stufe in Augsburg hat nicht gezündet, genau genommen ist sie nach hinten losgegangen. Aber heute ist ein neuer Tag, neuer Mut, neue Hoffnung. Wer sind wir denn, dass wir schon vor den Schlägen den Schwanz einklemmen? Es wird schwieriger als wir zwischenzeitlich gedacht und gehofft haben, aber wir haben nach wie vor alle Chancen, mindestens den sechsten Platz zu erreichen. Kommt mir bloß nicht mit Gesetz der Serie, Abwärtstrend, fehlender Lockerheit und zweiter Garnitur. Mit Freiburg, das sein Ding durchzieht und Gladbach und dem HSV, die rechtzeitig einen Ganz zugelegt haben.  Und – du jemine – nächste Woche müssen wir nach Mainz.  All das spricht mindestens genauso für uns wie es gegen uns spricht:

rotundschwarz weekly (2)

Eine Woche, in der der Frühling mit aller Kraft durchbricht, und die doch voller großer und kleiner Katastrophen steckt. Tagsüber scheint die Sonne, abends flimmern Schreckensbilder aus Boston oder Waco über den Bildschirm. Ich arbeite viel, schlafe wenig  und komme doch  nicht so voran wie es mir lieb wäre. Weiter, immer weiter. Ist heute Donnerstag oder Mittwoch oder doch schon Freitag? Die Tage verschwimmen ineinander. Vor dem Wochenende entlädt sich das erste  Gewitter in Rheinhessen, es stürmt  (nein, nicht die Eintracht), die Bäume im Garten wanken fast waagrecht, der Donner grollt und  nur das schwarzundweiße Kätzchen, das bei uns wohnt, kümmert das alles überhaupt nicht. Es liegt bei offenem Fenster eingekringelt im Sessel und schläft. Der Sonntag,  an dem die Eintracht in Augsburg spielt, ist ein strahlend schöner Frühlingstag.

Aus der Reihe: Zeichen und Symbole entdecken und deuten

Man hätte es ahnen können. Der Alltag liefert uns viele Hinweise und Symbole zum Verständnis der Welt. Nützt aber nichts, wenn man sie nicht richtig deutet. Meine Interpretation vor dem Spiel der Eintracht in Augsburg: Wir umkurven das einfach. Nach dem Spiel: Wir haben es zu spät gesehen, aber hinter der nächsten Ecke geht es geradeaus weiter ins Blaue...

Countdown für Europa (1 von 6)

Wie oft war die Eintracht in den letzten Jahren selbst in dieser Situation: Letzte Etappe der Saison, wir kämpfen gegen den Abstieg und der Gegner, der bei uns zu Gast ist, hat europäische Ziele vor Augen. Habt euch nicht so, habe ich in solchen Situationen immer gedacht, ihr wollt nach Europa – aber für uns, für uns geht es ums Überleben.  Es kommt halt immer drauf an, von welcher Seite aus man drauf schaut.

rotundschwarz weekly (1)

„Eins bleibt auf ewig unerforscht, das Innere von einer Worscht“.  So dachte ich – bis ich vor ein paar Tagen in unserer Lokalzeitung folgende, fast schon empörende Schlagzeile  lesen musste: „Enträtselung der Wurst“ , war da zu lesen  und der Artikel machte deutlich, dass der „undurschaubaren Wurst“, die gemeinhin bezüglich ihrer Inhaltsstoffe unter „Generalverdacht“ stehe,  jetzt ihr Geheimnis entrissen sein soll. Molekulargenetisch geht es ihr an die Pelle. Mit modernsten Techniken der „DNA-Sequenzierung“, die  sonst in der Humangenetik eingesetzt werden, können sogar Kleinstpartikel molekular rückverfolgt werden. In einer zu Eichzwecken speziell hergestellten „Testwurst“ wurden auf diese Weise molekulare Spuren von Senf, Lupinen und Soja entdeckt.  Und wie so oft bei diesen Dingen frage ich mich, ob ich das alles überhaupt so genau wissen will. Und was gab es sonst noch so in dieser Woche?