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Waldschwarzermitbürgermitmigrationshintergrund

Wenn ich mit dem Auto auf längeren Strecken unterwegs bin, habe ich mich schon oft gefragt, woher die Parkplätze entlang der Autobahn wohl ihre Namen haben. Ein regionaler oder landschaftlicher Bezug ist jedenfalls nicht erkennbar. Stattdessen ist es, als ob jemand im stillen Kämmerlein sitzt und sich möglichst absurde oder abwegige Wortkombinationen ausdenkt. Hasenhüttel. Grüner Zwerg. So was. Ein regelmäßiger Grund, um unterwegs zu sein, ist für mich, ist für uns, wenn Bob Dylan auf seiner Neverending Tour im Europäischen vorbeikommt. Irgendwann wird er aufhören auf Tour zu gehen. Ganz sicher wird er es nicht ankündigen oder gar so etwas wie ein Abschiedstournee veranstalten.  Er wird einfach aufhören. Verschwinden. Fade away – und wir werden sehen  müssen, wie wir ohne ihn zurecht kommen. Anfang des Jahres sah es eine Zeitlang so aus als sei es soweit. Keine neuen Tourdates, keine Gerüchte über Spring-, Summer, Fall-Routen. War es das? Dann, zum Glück, doch nicht. Term...

Hop oder top?

Heute, am frühen Sonntag morgen, lag ich eine Weile warm eingepackt und wach im Bett. War spät ins Bett gekommen, demensprechend müde, konnte aber nicht mehr einschlafen. Es war noch dunkel, kurz vor der Morgendämmerung. Strömender Regen. Die schwarzundweiße Katze saß am geöffneten Fenster, schaute ins Dunkel und ich schaute ihr dabei zu. Was sie gedacht hat, weiß ich nicht. Meine Gedanken hüpften von hier nach da – so viel zu erledigen, zu denken, zu verstehen - und landeten immer wieder bei einem Punkt: Dem Spiel der Eintracht heute in Mainz.

Am Europakreisel

Salat, den wir jetzt haben Der Tag nach dem katastrophalen Auftritt der Eintracht in Tel Aviv und auch am Abend, lässt der Schmerz noch nicht wieder nach. Im Gegenteil. Enttäuscht war ich nach dem Spiel in Freiburg, ernüchtert nach dem Heimspiel gegen Nürnberg, geschockt nach dem Spiel in Gladbach, wütend nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg. Seit gestern, seit dem Auftritt in Tel Aviv spüre ich fast schon so etwas wie Panik. Kann das sein? Freier Fall? Sehe im Moment nur Fragen und keine Antworten. „Mit einer solchen Leistung brauchen wir in der Bundesliga gar nicht mehr anzutreten.“ (Armin Veh) „Wenn wir am Sonntag so spielen, fressen uns die Mainzer.“ (Axel Hellmann)  Sätze, die so fatal an all das erinnern, was vor zwei Jahren passiert ist, dass es fast schon Beklemmung in mir auslöst. Alles, was  mich in den letzten Wochen gequält hat, schwemmt jetzt nach oben – und doch kommt es immer anders als man es sich vorgestellt hat. 

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Im Wald da spielt die Eintracht, so viel ist sicher.  Manchmal sieht man aber auch vor lauter Wald die Punkte nicht und hinter jedem Baum könnte eine Gefahr lauern.  Manchmal sogar ein Wolf. Im Wald pfeift manchmal ein kalter Wind. Es soll auch schon mal vorgekommen sein, dass der Rufer im dunklen Wald nicht gehört wird. Aber das ist wohl eher nicht zu befürchten, bei dem Rambazamba, den wir veranstalten.Oder vielleicht grade deshalb?  Jedenfalls: Im Wald  sind drei Punkte versteckt und es wäre – sagen wir mal – ziemlich wichtig, dass wir diese Punkte morgen im Spiel gegen Wolfsburg hier behalten. Mit modernster Spähersoftware hat rotundschwarz die wichtigsten Gefahrenquellen bereits im Vorfeld des Spiels identifiziert, geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen, einen 15-Punkte-Plan entwickelt und daraus ein paar praktische Tipps abgeleitet:

Herbst.

Es ist zunächst das Geräusch, das mir auffällt. Es surrt, nein, eigentlich rauscht es. Als ob ganz weit weg eine Maschine schnurrt und jammert. Nein, eigentlich nicht wie eine Maschine, wie ein fern grollender Wind. Ein kontinuierliches Rauschen. Es schwillt an, wieder ab. Wird lauter, leiser. Krächzt. Ächzt. Jauchzt. Was ist das? Ich öffne weit die Flügel des Fensters, schaue in den blitzeblauen Himmel und da sehe ich es. Vögel. Unendlich viele Vögel.  Ein nicht enden wollender Strom, der sein Ziel genau zu kennen scheint und  in eine Richtung ins Weite fliegt. Into the great wide open . Es ist kein einzelner Schwarm, der da über das Dach fliegt, es sind hunderte und aberhunderte Schwärme. Kaskaden von Flügeln und Körpern, die Muster in den Himmel zeichnen. In unterschiedlichsten Formationen. Keilförmig. Breitgefächert.  Scheinbar wild durcheinander, zielstrebig, wie von einem geheimen Band gezogen. Viele kleine Keilformationen.  Übereinander. Hintereinander. ...

Statisten gesucht? Vor dem Spiel der Eintracht in Gladbach

In der zurückliegenden Woche habe ich – einmal mehr – eine putzige Notiz in unserer Lokalzeitung entdeckt.  „Statisten gesucht“ war da zu lesen. Und für was? Für die „Simulation der Evakuierungsmaßnahmen nach  einem Reaktorunfall“. Damit die Situation möglichst authentisch nachgestellt werden könne, seien  auch Menschen mit Hund, Kinder und Rollstuhlfahrer herzlich willkommen.  Immerhin wird in diesem Fall noch verkündet, dass es sich um ein Rollenspiel handelt.  Das ist in letzter Zeit in vielen Bereichen nämlich gar nicht so einfach zu unterscheiden. Die Grenzen zwischen Realität und Simulation sind zunehmend fließend.  Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Welt  immer mehr darauf ausgerichtet ist, so zu tun als ob. Kein Problem, Statisten für all das zu bekommen – im Gegenteil: Wir scheinen uns um die Rollen zu reißen, können gar nicht genug unterschiedliche Statistenrollen übernehmen, sind immer im Casting-Modus.So bald irgendwo eine Kulis...

Voll Realo.

Eintracht Frankfurt international... Gestern schien die Sonne, heute ist es trüb und regnerisch. Fast könnte man darin eine Symbolik sehen, aber nein,  davon, dass der Himmel sich für die Eintracht verdüstert, sind wir derzeit noch ein gutes Stück entfernt. Vor dem Spiel der Eintracht gegen Nürnberg hatte ich mir ein wenig mehr Normalität und Alltag gewünscht. Nach dem Spiel weiß ich wieder, wie sich der Alltag anfühlt. Räusper. Was soll ich sagen?  Soooo wörtlich hätte man das auch nicht gleich nehmen müssen. Nach Abpfiff mache ich es wie Marko Russ, Sebi Jung und Vaclav Kadlec auf dem Rasen: Ich bleibe erst einmal sitzen. Konsterniert, ratlos, fast ein bisschen sprachlos. Einmal mehr fühlt sich ein Unentschieden an wie eine Niederlage. Wieder in den letzten Minuten den Ausgleich gefangen. Und wenn ich gegen den HSV und gegen Freiburg noch gehadert habe – von wegen: Eigentlich hätten wir... -, kommt es mir heute so vor, als hätte ich zum ersten Mal der Realität ins Gesic...