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Heimspiel gegen Augsburg: Alles für die Katz


Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Statt heute Mittag irgendwann zwischen Eins und halb Zwei m Auto bzw. in der S-Bahn Richtung Frankfurt zu sitzen, verbringe ich die Zeit in einer Tierarztpraxis. Unser Kater Besuka stand heute morgen humpelnd und jammernd vor der Tür, konnte nicht mehr laufen. Riesenschreck und klare Sache - ab zum Tierarzt. Dort zum Glück Entwarnung. Wirklich nur äußerlich verletzt, Kreuzband gerissen, das dauert, heilt aber wieder, und da Besuka kein Fußballer ist, wird er erst mal langsam machen müssen, aber dann gut damit leben können. Erleichtert wieder zurück - aber zu spät, zu spät. Heute für mich keine Rückkehr ins Waldstadion. Bin traurig, aber unterm Strich überwiegt dann doch  die Erleichterung.  Wenn es Freunden nicht gut geht, muss man für sie da sein. Dann halt beim nächsten Mal. Neues Spiel, neues Glück.

So etwas ähnliches wird vermutlich auch Oliver Glasner heute Abend denken. Sein Fazit in der PK nach dem Spiel fiel  überwiegend positiv aus. Wir sind dabei uns zu finden. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet. Wir sind auf gutem Weg

Heißt: Der Punkt ist ein Anfang. Dann gewinnen wir halt in Bielefeld, da wird es schon klappen... So ganz bin ich leider nicht überzeugt, dass es auch wirklich so kommen wird. Ja, wir haben gekämpft. Ja, wir hatten deutlich mehr vom Spiel, mehr Torchancen, mehr Ballbesitz. Ja, die Augsburger standen kompakt und robust hinten drin. Trotzdem ist es spielerisch schon ziemlich dünn, was wir im Moment bieten (können).  Überall auf dem Feld schweben blinkende Fragezeichen. Wer, was, wie. (warum dürfte klar sein...?)   Borré  ist wendig und einsatzfreudig, Torgefahr strahlt er nicht unbedingt aus. Kostic verliert für mich im Moment in seiner neuen Rolle ein Stück von seiner Gefährlichkeit, kann weniger Druck von hinten aufbauen, auch, um Gegenspieler zu binden und Räume zu öffnen. Durm war auf rechts deutlich stärker als zuletzt Da Costa, aber - hey - was sind das für Flanken. Jens Petter Hauge zeigt. dass aus ihm etwas werden kann, hat aber - zumindest heute - den Eindruck erweckt,  dass er nicht unbedingt ein Filigranfußballer ist. Da war mehr als ein Amanatidis-Gedächtnis-Stoppball, der ihm meterweise vom Fuß sprang.  Und Jesper Lindström scheint mir (noch) nicht reif für einen Stammplatz in der ersten Mannschaft. Vorsichtiges Fazit: Wir haben jetzt (zum. Glück) zwar wieder Menschen und Stimmung im Stadion, aber noch keine Idee von uns selbst. 

Gespannt habe ich darauf gewartet, ob Oliver Glasner (wie letzte Woche in Dortmund) auch heute wieder die Taktik am Spielfeldrand tanzt.  Nein, leider nichts zu sehen. Stattdessen berichtet der Reporter, dass "die Arbeit in der Box"  (da muss er nicht nur hin, sondern auch verarbeitet werden, der Ball) jetzt verstärkt "auf Glasners Plan und in Krösches Notizbuch stehen wird." Denn: "Was den Torschrei auf den Lippen angeht, gehören wir nach wie vor zu den Suchenden." Mmh. Wer suchet, wird das Tor schon irgendwann finden, nur schade, dass wir "seltene Gäste im Rücken der Augsburger" waren. 

Mein Tipp: Bis nächste Woche halten wir es einfach wie Kevin Trapp und machen es  genau so wie er zwischen den Pfosten steht. Wie macht er das nochmal?  "Unaufgeregt. Entspannt. Und gehaltvoll."

PS: Unser humpelnder, aber freiheitsliebender Kater Besuka hat inzwischen sehr hungrig zwei große Näpfe verzehrt und sich jetzt (nein, ich lasse mich nicht einsperren!) unter einem Busch im Garten zusammengerollt. Alles braucht seine Zeit, aber dann wird es gut. (Könnte gut sein, dass ich das letzte Woche schon mal so ähnlich geschrieben habe...) 

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