Direkt zum Hauptbereich

Im Schwimmbad

"Alles drin in eenem Satz" fügt mein Literatur begeisterter Freund Axel gerne hinzu, wenn er einen seiner Meinung nach besonders bemerkenswerten Satz aus einem literarischen Werk zitiert. Ähnliches lässt sich auch nach einem Schwimmbadbesuch behaupten. Oder sagen wir: In drei Sätzen.

"Ich finde es wichtig, dass man herausfindet, was man wirklich will."
(mittelalte Dame zur neben ihr schwimmenden Freundin)

Junger Mann taucht und springt vor einer jungen Dame, die leicht gelangweilt am Beckenrand lehnt:
"Ich kann sogar den Hampelmann." (Innerer Kommentar der gerade vorbei schwimmenden Kerstin: Ja, genau).

Und warum machen im Schwimmbad eigentlich alle so gerne eine Arschbombe? Weil Sie es vorher so gerne ganz laut rufen: "ICH MACH JETZT EINE ARSCHBOMBE."

Platsch!


Kommentare

  1. Ich weiß, was ich will. Nicht ins Schwimmbad. Da gibt es Hampelmänner und Arschbomben. Viel zu viele.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. :)
      Die Welt ist voller Hampelmänner und Arschbomben - im Schwimmbad sind sie nur offensichtlicher :)

      Bei den derzeitigen Temperaturen kann ich auf einen Stehplatz im Schwimmbecken auch gut verzichten. Aber an den Randterminen - früh am Morgen oder bei eher gemischtem Wetter - ist das Schwimmbad ein feiner Ort. Mini-Urlaub mit ganz viel Welt :)

      Löschen
  2. Sehe meinen Platz nah am Wasser, aber nicht unbedingt drin ...
    http://www.schwaebische.de/cms_media/module_img/1533/766711_1_article660x420_766711_1_org_B821237378Z.1_20130417093850_000_GV71545LB.2_0.jpg
    Sätze gibts da aber auch.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh. Schööön. Und am Rand ist überall ein guter Platz für Sätze.

      Löschen
    2. Ganz genau. Daher ist Ludwig Hohls "Von den hereinbrechenden Rändern" auch so ein Satz : -)

      Löschen
  3. Erwäge im übrigen, am Rand mit Schere bewaffnet als Sittenwächter zu patroullieren und gegebenenfalls terroristisch hochgeschlossenen Badeanzügen auf sozialverträgliche Weise einen angemessenen Ausschnitt zu verpassen. Das gäbe Sätze : - )

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die nächste Strophe vom alten Reisbrei

Am Samstagabend höre ich im ZDF Sportstudio die Vorankündigung für das Spiel am Sonntag im Waldstadion. „Hannover kann morgen auf den zweiten Tabellenplatz vorstoßen“, verkündet Katrin Müller-Hohenstein. Tatsächlich? Was Sie nicht sagen. Und die Eintracht? Hey – hallo, das ist unser Heimspiel, und wir werden es gewinnen, weil nämlich dann wir es sein werden, die zu Hannover und zur Spitzengruppe aufschließen. Capisce? Und tatsächlich. So machen wir es. Impressionen vom Spiel: Patrick Ochs, der in der ersten halben Stunde auf der rechten Seite herum mannövert als habe er tatsächlich vor, was er vorher verkündet hatte: Sich festbeißen – und von dem in der zweiten Halbzeit nichts mehr zu sehen ist. Halil Altintop, der (auch in seinem eigenen Sinn) zur Halbzeit hätte ausgewechselt werden müssen, und von seinem Trainer, der voll hinter ihm steht, eine viertel Stunde vor dem Ende zum Abschuss freigegeben und – sichtlich um Fassung bemüht – regelrecht vom Platz gepfiffen wird. (Ja,...

Spieltagsschnipsel 24/25: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt (28)

Sonnige Frühlingstage, der Frühling ist regelrecht hereingebrochen. Im Garten blüht und brummt es, beim Einkaufen in der Mainzer Innenstadt herrscht Wimmelbuchgewusel - alle, alle sind da., viele 05er eröffnen den Spieltag mit einem Stadtbummel und ich sichte sogar einige Kieler, denen ich viel Glück wünsche "Letzte Woche haben die Erdbeeren mir gar nicht geschmeckt", sagt eine Frau neben mir am Marktstand. "Sind sie diese Woche besser?" Heeey... gute Frau, es ist Anfang April. Wer jetzt schon Erdbeeren kauft, sollte sich über deren nicht vorhandenen Geschmack eigentlih nicht wundern. Wider mein Gefühl hatte ich für das Spiel  gegen Werder ein Unentschieden getippt. Nachdem die 05er nachmittags gegen Kiel nur unentschieden gespielt haben, verstärkt sich mein unbehagliches Gefühl. Und schon nach den ersten Minuten ahne ich, dass es mich nicht getrogen haben wird. Kann das sein? Gegen den VFB engagiert, kämpferisch, spielstark - heute: Nix. Und dabei eine Erkenntnis, ...

Europacup-Schnipsel: Aus die Maus

Der frisch ausgebrochene Frühling macht nochmal Pause. Ein grauer, kühler Tag - Karfreitagswetter  am Gründonnerstag. Schon vor dem Spiel war im Prinzip alles klar. Bilbao wir kommen. Pünktlich bei der Ankunft vorm Stadion fängt es an zu regnen, die Bratwurst wird nass. Na gut.. Heute Choreo. Und schon davor ärgere ich mich über die hinausposaunte Motivationsansage übers Stadionmikro, mehr Pathos geht nicht: Wir! Alle über uns hinausgehen, auf dem Platz, auf den Rängen, alles geben, übers Limit, für die Stadt, für den Verein, für unsere Eintracht. Ein leichtes Würgen im Hals. Nummer kleiner geht es nicht? Auch die Ultras kleckern heute nicht, sie klotzen. Wir haben lang noch nicht genug und dazu dröhnen - nein, nicht Tankard - die Böhsen Onkelz durchs Waldstadion. Der jetzt schon sturzbetrunkene junge Mann auf der Treppe neben mir grölt und jubelt. Eine Welle von Fremdheit schwappt über mich. "Tottenham ist praktisch ein Freilos," hat mr ein premier-league kundiger Freund vor...