Samstag, 30. April 2016

3 von 5: Darmstadt

Heute also die durch den Sieg gegen Mainz neu entfachte Zuversicht mit ins Spiel gegen den SV Darmstadt 98 nehmen und die Chance auf den Klassenerhalt weiter verbessern. Die Mannschaft von Eintracht Frankfurt hat heute Nacht – möglicherweise  voreilig - im Heimspiel-Hotel im Stadtgebiet Frankfurt übernachtet und wenige Stunden vor dem Spiel bewegt vor allem die Frage, wann und ob überhaupt die Mannschaft im Stadion am Böllenfalltor ankommen wird. Darf der – eindeutig als Eintracht-affin zu identifizierende - Mannschaftsbus die Stadtgrenze nach Darmstadt überhaupt passieren?  

Unterdessen haben seit gestern Abend Tausende von in Darmstadt beheimateten Eintracht-Fans bereits friedlich die Stadt verlassen und Wochenend-Asyl bei befreundeten Familien in Frankfurt, teilweise sogar in Offenbach gefunden.  Einige  in Darmstadt wohnhafte Eintrachtler durften in der Innenstadt verbleiben, allerdings gegen die strikte Auflage, ihre Wohnung nicht vor Sonntagmorgen 7 Uhr zu verlassen und bis dahin ihre Wohnung zu verdunkeln. 

Möglicherweise wird (in echt) die Allgemeinverfügung aufgrund mehrerer Hundert Eilanträge
heute noch außer Kraft gesetzt.  Da die Gruppe der Eintracht-Fans groß und außerordentlich vielfältig ist, habe ich vorsorglich für diese und alle künftigen Fälle eine Checkliste erstellt, die dabei hilft, Eintrachtler überall auf der Welt zu identifizieren.

In diesem Sinne: Auswärtssieg und sonst gar nix!

Kommentare:

  1. Ich bin platt.
    Es ist sehr anstrengend...
    Aber jetzt voller Freude...!
    Auf jetzt! Eintracht!

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    1. Es IST anstrengend und ich muss mir eine Strategie überlegen wie ich das letzte Saisonspiel irgendwie aufrecht durchstehe.

      Gestern: Stehend, laufend, um den Teich im Garten kreisen, auf dem Boden hockend, hinter dem Sessel, zusammengekrümmt auf dem Sofa, starr vor Schreck aufrecht sitzend, im Nachbarzimmer nur mit Hör Kontakt, hinter der Tür hervorblinzelnd, kniend.

      Aber dann: Hüpfjubelkreisch. Und dann einfach nur stilles, erschöpfte Glück. Unfasslich. Tatsächlich. Gewonnen. Wieder gewonnen.

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  2. Eintrachtfans haben es nicht leicht. Ob in Darmstadt oder wo auch immer auf diesem Planeten. Da kann kein Anwalt helfen und kein Gericht, sondern einzig und allein die Mannschaft. Und das hat sie heute getan. Schon wieder.

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    1. Und weil es Eintracht Fans nicht leicht haben, tut es so so gut, wenn sie dann da sind, die tage, an denen die Mannschaft etwas zurückgibt. Wie oft haben wir das Umgekehrte erlebt? In Situationen, in denen man es persönlich wirklich "gebraucht" hätte. Zuletzt gegen Hoffenheim saß ich in der Halbzeit neben einem lieben Adlerfreund, dem es an duesem Tag gar nicht gut ging und der trotzdem ins Stadion gekommen war. Muss ja, geht schon irgendwie. Ein Sieg hätte uns allen, aber ihm an diesem Tag ganz besonders gut getan. Aber damut darf man bei der Eintracht nicht rechnen, und teärotzdem immer mit allem. Und da wir das alle wissen, sind wir alle immer wieder da. Wie gegen Mainz. Und wie gestern in Darmstadt.

      Yep. She did it again. Nur noch 2!

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  3. Kerstin, Du hast die mürrisch dreinblickenden Lederhüt vergessen. Aber ansonsten sehr schön eingeengt. Ich denke mal, ab heute geht keiner von uns mehr denen noch durch die Lappen :))

    War verdammt hart heute. HZ1 dürfte mit 2, 3 anderen um den Sauregurkenkick der Saison wetteifern. Habe geschäumt und bin in der Pause in eine Art Schockstarre verfallen. Meine Frau hat mal kurz an den Puls gelangt, man weiß ja nie. Aber es ging weiter für mich.
    HZ2, nuja, D'stadt aus taktischen oder pulververschossenhabenden Gründen um einiges verhaltener (die sind davor aber auch gerannt wie die Duracellhasen). Und dann kam die Eintracht. Nicht brillant, aber doch spürbar entschlossener. Hase B, die zweite Billard-Einlage innerhalb kurzer Zeit, sehr schön, und dann die gefühlvolle Freistoßflanke vom (Originalton Sky) Huschdie. Und schließlich Aigner. Was gönn ich dem Bub sein Tor. Dass er es kann, wissen wir und weiß er selber, aber so verzweifelt lang konnte er es nicht. Ohne aber aufzustecken. Das wurde heute endlich mal belohnt. Cheers.

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  4. Die Lederhüte und - worauf mich bereits eine Adlerfreundin aufmerksam gemacht hat - die Grauhaarigen :)

    Hast recht - die Checkliste war vielleicht doch ein Fehler. Jetzt haben sie uns :)

    Die erste Hälfte war wirklich fast schon erschütternd. Alles wieder weg. Oje Jammer elend. Vor dem Spiel war ich mir sicher, dass wir gewinnen und nach dem Rückstand ist bei mir schon im Laufe dieser Desaster-Halbzeit die Zuversicht zurückkehrt, dass da noch was geht. Wäre es die Eintracht gewesen, die geführt, so gespielt hätte wie die Darmstädter, die den elfer verschossen und so viele Chancen vergeben hätte - ich wäre sicher gewesen, dass das noch schief geht. Alla!

    War auch mein erster Kommentar nachdem ich meine Stimme wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte: Wie ich das dem Aigner gönne! Man konnte es all die Wochen ja fast schon selbst fühlen wie verzweifelt er sich immer und immer wieder reingehängt hat. Trotz Teufelslucas wäre Aigner - so Es die wahl hier noch gäbe - heute mein Spieler der Stunde.

    Husch.Die nächsten beiden Spieltage werden heftig. Von Schockstarre bis zu Nerve- und Herzkasper bis zum Kreischalarm sollten alle Eventualitäten einkalkuliert werden. Aber wir packen das. Vielleicht, vielleicht sogar ohne Relegation...? Nicht vermessen sein. Schritt für Schritt. Morgen wissen wir schon ein bisschen mehr.

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  5. Sie haben dann aber auch alle, die ansonsten auf uns aufpassen könnten. Bis auf die Grauhaarigen, die Glazzn und die Lederhüt. Das könnten die Uffbasser sein, aber die haben sie nicht.

    Isch bin kaan Roboddä.


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    1. Das ist überhaupt der Clou. Wenn Alle von Allen aufgespürt werden, dann ist die Gruppe der Aufspürer und der Aufgespürten identisch und alle sind - wo auch immer - drin oder draußen. Ha. Doppelt ausgetrickst.

      Kaan Roboddä? Zum Glück :)

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  6. Die Art und Weise, in der unsere Eintracht-Bube in den letzten Spielen auftreten, hat mir jetzt schon vieles zurückgegeben, was ich die ganze Zeit schmerzlich vermisste. Schon jetzt könnte ich mit allem leben, was am Ende übrig bleibt für uns. Am Samstag hörte ich über's Internet live die erste HZ und haderte und bibberte, und in der 48. Min. riet mir meine Freundin, die mich die ganze Zeit über beobachtet hatte, mit dem Hund Gassi zu gehen. Ixh tat es,und als ich später verzagt auf den live ticker blickte, stand's 2:1, da war ich froh, diese Variante der Stressbewältigung gewählt zu haben. Und ein gutes Werk habe ich für unserem kleinen felligen Freund auch getan. Alle Freunde und Leidensgenossen forderten mich auf;dies die nächsten 2 Spieltage auch so zu machen. Alles für die Eintracht!

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    1. Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch - spielt die Eintracht, freut sich der Hund :) Ich finde auch, dass du diese Strategie beibehalten solltest. Mit jeweils 0:1 zur Halbzeit und am Ende 2:1 für uns wären wir durch, egal, was die andern machen - und vielleicht waren du und dein Hund dann genau das Quäntchen, das am Ende den Ausschlag gegeben hat.

      Der Nerven- und Herzkasper wird sich wie auch immer jedenfalls nicht vermeiden lassen. Im Stadion habe ich zum Glück einen Platz mit viel Bewegungsfreiheit, direkt neben der Treppe. Bewegung hilft, nicht immer hinsehen müssen. Auch vor dem Fernseher kann ich nicht sitzen bleiben, gehe raus, kreise, knie - alles aber immer zumindest in Hörkontakt...

      Egal wie's ausgeht und ob es am Ende reichen wird - die SGE ist wieder da! Und hoffentlich tragen die Entscheidungen, die (egal in welcher Liga) getroffen werden müssen, dazu bei, dass es in die richtige Richtung weitergeht.

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  7. Das ist natürlich völlig richtig: es geht beileibe nicht nur um Abstieg oder Drinbleiben. Es geht auch sehr um das Wie. Und da macht die Entwicklung der Truppe momentan in der Tat Hoffnung, es zeichnet sich so etwas wie eine Perspektive ab. Wobei das Wie dann freilich so oder so davon abhängt, mit wem es weitergeht (Trainer, Spieler, Ausrichtung des Vereins).

    Zur Zeit fühlt es sich jedenfalls so an, als habe jemand wenigstens ein Fenster aufgemacht, erfrischend. First we take Borussia, then we take the Fischköpp.

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    1. Vor ein paar Wochen war es wie in einem dunklen Loch. Irgendwie war nicht nur die Zukunft, sondern auc die Vergangenheit abgeschnitten. Jetzt ist alles, wirklich alles wieder möglich. Think big, think Leicester.

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    2. Alles, wirklich alles - inklusive Eintracht-Faktor...

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  8. Zusammengefasst also: Alles. Vielleicht mehr, keinesfalls weniger.
    HEIMSIEG!!!

    So, jetzt noch rasch den Turing-Test bestehen *check*

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