Samstag, 16. April 2016

1 von 5: Leverkusen

April. Sonne, Wind, Regenschauer. Tage, für die Sonnenschein vorhergesagt ist, versinken im Regen. An vermeintlichen Regentagen blitzt die Sonne windverweht durch Äste. Die Welt ist grün und blau und lebendig.  Zwitschern. Rascheln. Wärme. Duft nach Gras und Regen. Am Horizont pechschwarz. Über mir: Dicke, weiße Wattewolken.

Schon so gut wie abgestiegen?  Jetzt erst recht? Hoffen und kämpfen bis zum Schluss?  Alles noch drin? Können das noch drehen?  Fjörtoft, murmelt es aus allen Ecken. Damals,1999. Wir waren mausetot. Und dann. Übersteiger. Wäre Fjörtoft heute  Fjörtoft, wenn er damals nicht…?  Dortmund, Liverpool. Da sieht man, was möglich ist. Magic. Die Momente, in denen nicht das passiert, was man erwartet, sondern das, an das man glaubt.

Überraschungen kann man nicht herbeireden und Magie schon gar nicht. Wenn der Moment da ist, ist er da und zwar immer anders als man denkt oder es sich je hätte vorstellen können.

Brauchen wir Magie? Oder würde es erst mal reichen, ein Tor zu schießen (was im Moment vielleicht fast schon dasselbe ist)? 5 Spiele haben wir noch, um herauszufinden, welche Geschichten wir in zwei, drei oder zwanzig Jahren von der Saison 2015/2016 erzählen werden.

Heute. Leverkusen. Ohne Carlos Zambrano, aber mit Marco Russ. Mit einem Trainer, der optimistisch ist und nicht an die zweite Liga denkt. Mit Spielern, die „nach vorne und nach hinten laufen“. Die den Druck nicht an sich rankommen lassen. Nicht wirklich verunsichert sind. Das alles gut wegstecken. Ob alt, ob jung auf dem Platz alle gleich sind und den Führungsspieler in der Kabine noch suchen. Die immer besser werden und Tore schießen geübt haben.

Links. Rechts. Mit dem Kopf. Mit dem Hintern. Im Sitzen. Per Übersteiger. Seitfallzieher. Im Liegen. Per Eigentor. Direkt. Per Elfer. Mit der Hacke. Abstauben. Reinstolpern. Aus 30 Metern abziehen.  Abtropfen lassen. Lupfen.  Reinwürgen.  Vorbeimogeln. Draufhalten.  Mit dem Innenrist. Mit dem Außenrist. Hineinzirkeln. Ihn über die Linie schieben. Einnetzen. Einfach reinmachen.

Matchplan, einfachste Variante
Auf jetzt!

Kommentare:

  1. "Die Welt ist grün und blau und lebendig." Das hast du schön beschrieben, Kerstin, und das sollten wir nicht vergessen.

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    1. Bogen um alles. Tür zum Garten aufmachen. Regen tropft. Durchatmen.

      Das richtige Wort zur rechten Zeit. Danke, lieber Kid.

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    3. Der Schritt durch die Gartentür führt immer ins Freie. In den Anfang. Ein Bekannter, der Astrobiologe ist und gerade eine Reihe von ziemlich aufsehenerregenden Analysen an einer wirklich exotischen Materie vorgenommen hat, teilt mit: am Beginn unseres Sonnensystems, als es das Zentralgestirn mal gerade so eben gab und Planeten noch keine, existierte bereits ein breites Spektrum möglichen Lebens, das in der Folge z.B. bei uns hier auf der Erde (Gartentür!) nur stark selektiv zur Entfaltung kam.

      Der gemeine Eintrachtfan lernt: es gibt Leben in ungeahnter Form und Fülle zu Zeiten und an Plätzen, wo und wie man es eher nicht erwartet.

      In diesem Sinne grüßt - ak

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  2. Ein breites Spektrum möglichen Lebens, das hinter der Gartentür beginnt und Leben in ungeahnter Form und Fülle zu Zeiten (Samstags, 13 Uhr 30 Uhr, Montags 20 Uhr 15) und an Plätzen eröffnet, wo und wie man es eher nicht erwartet (Dresden, Sandhausen, Heidenheim).

    Vielleicht sollte ich am anderen Ende des Gartens nochmal ein Türchen in eine andere Richtung öffnen :)

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  3. ... *sing* one door leads to paradise
    One door leads to pain
    One door leads to freedom
    They all look the same ...

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    1. You always have to be prepared, even if you do not know for what...

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