Samstag, 12. März 2016

Nimm Zwei!

Hurra, wie leben noch. Schon vor dem Spiel in Gladbach kann man nach der zurückliegenden Woche dieses Zwischenfazit ziehen. Als hätte jemand ein Fenster aufgemacht und frische Luft herein gelassen. Statt sowieso schon zu wissen, was als nächstes passiert oder gesagt werden wird,  ist da endlich wieder Neugier auf das, was hinter der nächsten Kurve zu entdecken ist.
Eine für Eintracht-Verhältnisse mutige und überraschende Entscheidung. Alles anders. Keine eingefahrenen, vielleicht ja zu lieb gewordenen Rituale und Gewohnheiten mehr. Ein neues Gesicht, neue Sätze. Spieler, von denen man fast schon vergessen hatte, das sie bei der Eintracht unter Vertrag stehen, tauchen wieder aus der Versenkung auf. Im Eintracht-Forum werden wieder Trainingsberichte geschrieben. Statt einer Meinung haben wir wieder viele. Ist Kovac vor allem Kovac oder doch ein bisschen wie Schaaf (= spricht viel, ist äußerst akribisch) oder doch mehr wie Daum (= fordert zwar kein drittes Bein, aber ruft den Existenzkampf aus)?  (Von kollektiven, rhythmischen Motivationsgesängen habe ich bisher zum Glück noch nichts gehört). Ist er zu unerfahren oder ist die "Freshness" gerade seine Stärke? Ist das erst eine Woche her, dass wir uns schon fast nicht mehr vorstellen konnten, wie wir da unten wieder raus kommen sollen? Ein Sieg in Gladbach scheint zwar nach wie vor nicht realistisch, aber immerhin möglich. Das ist doch schon mal was.

Unser neuer Trainer ist bei aller Zuversicht, die er vermittelt, äußerst sachlich, sehr konzentriert und schnörkellos. Die Befürchtung, das vor lauter Aufbruchsstimmung die Bedrohlichkeit unserer Lage aus dem Blickfeld gerät, habe ich deshalb nicht. Und sollte ihm mal nichts einfallen, dem Niko, dann ist da ja noch  "mein Bruder": "Der Robbie hat auch immer gute Ideen."

Ben-Hatira? Luc Castaignos? Luca Waldschmid.? Djakpa? Reinartz? Ayhan? Sonny Kittel?  Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, welche Mannschaft heute auf dem Platz stehen und wie sie sich schlagen wird.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...

Mindestens 12 Punkte müssen wir gegen den Abstieg noch holen. Lasst uns in Gladbach damit beginnen.

Kommentare:

  1. Ich bin so uffgerescht wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Erwacht aus der Lethargie. Das ist schon mal was. Ich hoffe, die Spieler sind auch wieder dabei. Also bei der Sache. Mit vollem Einsatz. Wer auch immer auf dem Platz steht.

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    1. Mir ist direkt in dem Moment, in dem die Mannschaften aufgelaufen sind, das Herz in die Hose gesackt und ich habe mich gefragt, wie ich denken konnte, dass jetzt alles anders wird. Leider war das Spiel nicht dazu angetan, mein klammes Gefühl zu beseitigen. Ich muss mich erst wieder sortieren und mental erst wieder berappeln - und bin sehr, sehr froh über deine Auch-Nach-Dem-Spiel-Zuversicht.

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  2. Der Bökelberg ist traditionellerweise unsere Turnaround-Achse. Okay, mindestens seit letzter Saison. Alles ganz easy also, und man möchte dem sympathischen Neuen auf seine rhetorische Frage, was schon leicht sei im Leben, zurufen: Auswärtsspiele in Gladbach : - )

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    1. Stefan Krieger macht in Blog G meine leichtsinnig hingeworfene Behauptung statistisch wasserdicht: "Die Eintracht gewann die Hälfte ihrer letzten sechs Spiele im Borussiapark und erzielte bei ihren letzten beiden Siegen dort insgesamt sieben Tore. Gleich vier Vereins-Bestleistungen halten die Hessen gegen Gladbach: die meisten Punkte insgesamt (119) sowie auswärts (46), die meisten Siege (32) und die meisten Auswärtstore (60)."

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    2. Mark Twain hat schon gewusst, warum er nix von Statistiken gehalten hat.

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  3. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..." Mir wäre lieber, wenn diesem Anfang ein "Zähler" inne wohnen würde. ;-) Zauber verspüre ich leider keinen. Irgendwann war es dann wohl bei mir ein Anfang zu viel.

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  4. Gude, Kid. "Allem Anfang wohnt ein Zauder inne" hat es heute leider wohl eher getroffen. Ja, an diese Masse von Anfängen muss man sich mit der Zeit erst gewöhnen. Im Grunde immerzu Anfang. Jedes Jetzt. Gruß nach Ffm - ak

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  5. Ich hatte nicht erwartet, dass nach wenigen Trainingseinheiten das neue Trainerduo das Ruder herumreissen könnte, aber dass die Niederlage so deutlich werden würde, hatte ich nicht erwartet.
    Aber vielleicht greift der Zauber ja doch noch.

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  6. Ernsthaft mit einem Erfolg in Gladbach konnte man wohl wirklich nicht rechnen. Aber ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Die gleichen Fehler und Unzulänglichkeiten und noch ein paar neue dazu. Kein Zauber, kein Zähler, dafür Verwirrung und Nachdenklichkeit, auch bei mir. Als ich den Text gestern gebloggt habe, saß ich in einem Café und im Hintergrund lief tatsächlich genau in diesem Moment "Into the great white open...". Das schien mir ein perfektes Zeichen. Heute bleibe ich eher am "Rebel without a clue.." hängen. Nach einem langen Spaziergang bei Wind und Sonne fühlen sich Kopf und Herz aber schon wieder freier an. So ist Abstiegskampf, wir alle werden uns durchkämpfen müssen und hoffen, dass unser neuer Trainer möglichst schnell herausfindet, auf welche Spieler er setzen kann. Und auf welche nicht. Was mir echt Sorgen macht, ist, wie schnell vielerorts die Skepsis wieder Oberhand gewinnt und die war-doch-klar-Fronten sich bereits wieder formieren.

    Hannover! Und danach sehen wir weiter...

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  7. So ist es, Kerstin. Und wenn es am Ende nicht reicht, dann reicht's halt nicht. Dann wäre der Abstieg so scheußlich wie verdient. Denn Pech spielt in dem Zusammenhang keine entscheidende Rolle. Und wenn die Chance dann zu einem umfassenden Revirenment genutzt würde, könnte ich dem sogar was abgewinnen.

    Im übrigen gilt heute ungewohnterweise: Du Mannschaftsaufstellung Mainz, ich Mannschaftsaufstellung Stuttgart ( - ;

    Der alte ak

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