Samstag, 11. August 2012

Adlerendorphin

Immer noch dauert er an, der Sommer, von dem viele behaupten, dass er gar kein richtiger Sommer war und an dem ich doch viele, viele Abende draußen gesessen und in den Himmel geschaut habe. Wie lange ist das schon her, dass wir im Waldstadion den Aufstieg gefeiert haben? Wie lange liegt die Europameisterschaft in Polen schon zurück? Olympiade in London – tatsächlich erst seit zwei Wochen und am Wochenende schon wieder vorbei.

Der Sommer war erfüllt von Arbeit, von Büchern, Gedanken, Musik, von Erlebnissen und Ereignissen, schöne, weniger schöne und, ich kann es selbst kaum glauben, aber es ist tatsächlich so, dass ich es während der ganzen langen Vorbereitungszeit nicht ein einziges Mal geschafft habe, einen Blick auf das zu tun, was sich im Wald bei der Eintracht tut. Trainingslager.  Abgänge. Zugänge. Noch einen. Noch einen. Testspielergebnisse. Alles gelesen, hin und her gewendet, mir meine Gedanken dazu gemacht – aber alles eben nur Second Hand, keine Live-Eindrücke. Mensch. Na, so was.

Beim Spiel gegen Valencia werde ich nicht im Stadion sein, nein. International, so habe ich mir vorgenommen, werde ich die Eintracht erst dann wieder sehen, wenn es um etwas geht, wenn wir wieder in echt mitspielen. Eurobbabogaal. Nächste Saison oder so. Und jetzt ist also Freitagnachmittag, ich sitze im Büro, stiere abwechselnd aus dem Fenster und auf den Bildschirm vor mir, und auf einmal weiß ich: Heute. Heute ist es soweit. Ich fahr ins Stadion. Jetzt. Um kurz nach Zwei lasse ich alles stehen und liegen, egal jetzt. Einmal, wenigstens einmal noch, bevor es losgeht, will ich Eintracht-Luft schnuppern, will die Mannschaft sehen, mit der wir ab übernächste Woche die Bundesliga aufmischen. (Oder die Bundesliga uns? Aaaaaach was...).

Der Himmel ist blau, Schäfchenwolken ziehen, die Parkplätze vor dem Stadion sind gut gefüllt. Hinter der Haupttribüne leuchtet es schwarzrotgold. Was ist das denn – aaah ja - ein „Fanzelt der Freunde der deutschen Nationalmannschaft“ - stimmt ja, nächste Woche wird ja hier bei uns das Länderspiel gegen Argentinien ausgetragen. Arbeiter hämmern an einem weiteren Zelt. Bratwurstand, mobiler Fanshop für morgen stehen auch schon bereit – aber weit und breit keine Mannschaft. Ich schlendere hinüber zur Wintersporthalle, die Zäune sind verhängt – ach du je – aber, hey, macht ja nichts – die Eingänge außerhalb des Stadions sind nämlich weit geöffnet – ich schlendere hinein. Ein paar Dutzend Menschen am Spielfeldrand. Kinder. Kameras. Eintrachttrikots. Fähnchen – mein Herz macht einen kleinen Hüpfer – da sind sie ja. Rotundschwarz wuselt es auf dem Platz. Tatsächlich, da sind sie, unsere Jungs und die, die es werden wollen, sie machen Sprintübungen, und wie ich da so stehe und mich erst einmal orientiere, merke ich, wie ein kleiner Glücksschauer über mich hinweg rieselt. O, wie ist das schön.

Kein Zweifel, das ist Adlerendorphin, das mich da überflutet und ich muss über mich selbst grinsen. Mensch, Mensch, Mensch. Was ich sehe sind: Jede Menge fremder Männer. Was ich fühle, ist: Eintracht. Eine eigene Identität schaffen? Mein Eintracht-Identitäts-Gen funktioniert ganz von alleine und selbsttätig, vielleicht sogar, wenn demnächst als Überraschungsneuzugang ein rotundschwarzer Eimer auf dem Platz steht oder im Tor rotiert.


Trotzdem muss ich jetzt doch erst einmal sortieren, was ich sehe – denn es besteht kein Zweifel, dass sich hier einiges getan hat. Inmitten all der "gezielten Verstärkungen" suche ich nach vertrauten Gesichtern. Yep - Alex Meier. Da hinten läuft Sebi Jung. Seppl Rode. Pirmin Schwegler. Benni Köhler. Huhu - Jimmy, huhu Bamba - welcome back. Das da… ja klar, das ist der – achneindasschreibichjetztnicht – jedenfalls: Es ist Occean. Der Kleine – Taka Inui. Lanig erkennt man an seinem Stirnband. Der Blonde da drüben, das muss Oczipka sein – oder doch der andere Blonde. Wie sieht Stefan Aigner nochmal aus? Und Stefano Celozzi? Mmh. Die Jungs sind gerade beim Lauftraining. Kurze Sprints über die Breite des Trainingsplatzes – die eine Gruppe von links, die andere von rechts. Aus der Hocke, rechtes Bein vor, linkes Bein vor, mit dem Rücken zum Feld – aus dem Stand sprinten, ca. zehn Meter, dann auslaufen. Klare Kommandos mit leicht fränkischem Akzent. Kurze Pause. Noch zehn Sekunden. Weiter.

Am Rand des Trainingsgeländes ist die Stimmung entspannt, aber – täusche ich mich? – weniger frotzelig und babbelig als sonst immer. Konzentriert, interessiert. Fast bin ich versucht zu sagen: Ein bisschen ehrfürchtig. Ich setze mich ins Gras. Um mich herum wuseln zwei kleine schwarze Jungs. Sie rennen, kugeln auf der Wiese, machen Faxen. Der kleinere von beiden sammelt Sand und Kieselstein und lässt sie sich über den Kopf rieseln. Er lacht wie ein kleiner Kobold. Hinter mir steht ein kleiner Trupp älterer Herren, die die Torwartfrage diskutieren. „Der Trapp spielt ein, zwei Mal und dann doch wieder de Oka…“  Der alte Reisbrei.

Auf dem Platz sind die Laufübungen inzwischen beendet und es werden Spielzüge trainiert, Pappaufsteller markieren die Lauf- und Spielwege, jeweils 7, 8 Spieler sind einbezogen – Ball hinten quer passen (huch, Butscher in der Innenverteidigung), dann über die rechte Außenbahn, von dort diagonal über den Platz, aufrücken, kurz zupassen und in die Gasse vors Tor – links rückt Bastian Oczipka (ist er das? Doch, das ist er) mit auf. Boah, der macht einen richtig starken Eindruck. Flanke – entweder kurz oder lang – direkt vors Tor. Meier verwandelt ein ums andere Mal, mit dem Kopf, direkt oder im Nachsetzen. Occean eher kraftvoll als filigran. Inui, ja Inui. Eifrig, klein, zart - und ein bisschen verloren, scheint tatsächlich nicht immer so ganz genau zu verstehen, was man von ihm will. Statt noch einmal kurz quer zu passen, geht er ein ums andere Mal direkt aufs Tor, zieht ab, verzieht. Rode spricht mit ihm, gestikuliert – quer, erst quer. Inui schaut, nickt – und zieht beim nächsten Versuch wieder direkt in Richtung Tor. Drüber.

Zu dritt werden kurze Ecken (mit Kreuzen des Laufweges) geübt. Erst links, dann rechts – Rode, Ozcipka, Inui, der sehr schön serviert – in der Mitte steht der sehr bewegliche und wache Kevin Trapp im Tor und im Mittelpunkt, wo er von Occean und Meier getestet wird. Der deutlich Treffsichere: Meier, immer wieder Meier. Drüben, auf der gegenüberliegenden Seite des Trainingsgeländes jetzt noch die offensichtlich auch bei Armin Veh obligaten Gammelkreise – aber – uiiiii – das sieht echt anders aus als früher. Der Ball wird kurz und direkt gepasst, alle sind in Bewegung, kreuzen, laufen, rufen.

Topfit wirken sie alle, die da auf dem Platz stehen, braungebrannt, sehnig, athletisch, austrainiert. Armin Veh, unter dessen blauem Trainingsshirt sich ein kleiner Bauch abzeichnet, mitten unter ihnen. Spricht hier, erklärt dort. Ein aufmerksamer Beobachter des Geschehens. Der hat schon was, der Mann. Relaxt, locker, aber immer auch erkennbare Respektsperson. Immer auf der Höhe des Geschehens. Das alles ist sehr lebendig, sehr lebhaft, agil, konzentriert.Ambitioniert. Jeder scheint zu wissen, was er zu tun hat. Neben Veh sind da auch noch ein paar weitere Männer in Traininganzügen (wer ist das alles?) – Co-Trainer, Physio, Moppes Petz ? - jedenfalls entsteht der Eindruck, dass an allen Ecken gewuselt und gewerkelt und betreut wird. Auch zwischen den Trainingseinheiten kein Leerlauf, kein Spieler steht herum, immer eine Aktion, ein Gespräch, einen Ball am Fuß.

Allmählich neigt sich das Trainingsgeschehen dem Ende entgegen. Links und rechts haben sich noch einige Spieler vor den Toren versammelt, machen Schussübungen. Die weitaus meisten der Distanzschüsse zischen knapp übers Tor. Knallen an die Latte. Mist, ärgert sich Seppl Rode. In der Mitte des Platzes haben sich Zweier- und Dreiergrüppchen gebildet, die sich mit dem beschäftigen, was man gemeinhin „Ballbehandlung“ nennt: Ball hochhalten, links, rechts, auf dem Span balancieren, stoppen mit der Brust, kurz stoppen ohne Abprallen, Ball jonglieren, abtropfen lassen. Alex Meier lässt sich den Ball einmal links, einmal rechts auf den Span werfen, einmal ditschen, auf den anderen Fuß und wieder zurück.

Nach und nach ziehen die Zuschauer jetzt ab, die meisten wandern ins Stadion, zum Ausgang des Wintersporthallengeländes, dorthin, wo die Spieler auf dem Weg Richtung Umkleide vorbeikommen. Ich schlendere hinterher. Vorneweg ein Pulk Kinder, bewaffnet mit Postern, Jahrbüchern, Autogrammkarten. Yeah. Jetzt oder nie. Auf sie mit Gebrüll. Da kommen sie. Seppl Rode. Alex Meier. Alle Wünsche werden freundlich erfüllt. Fotos. Unterschriften. Ein Mini-Eintrachtler nimmt Aufstellung neben Bamba Anderson, Mama knipst. Danke, danke. Tennies machen Fotos im Do-it-yourself-Verfahren. Hey, Sebi – du und ich, mit dem Handy - grins - danke.  Ein Dreier-Trupp Kids leuchtet aus dem Pulk hervor – alle mit nagelneuen Eintrachttrikots - Ozcipka, Kittel, Inui – hey, Mensch –das große Nummer-Namen-Quadrat auf dem Rücken sieht bei Licht besehen zwar immer noch ungewöhnlich, aber  richtig witzig aus. Kevin Trapp freut sich über die Aufmerksamkeit, grinst. Sonny Kittel lächelt breit, aber ein bisschen verlegen. Sebastian Jung hat das Flaschen-Tragel in der Hand, Inui das Netz mit den Bällen umgehängt. "Hey du, Taka, wir kennen uns", ruft ein junger Mann, "gibst du mir deine Schuhe?" Taka zuckt verständnislos mit den Schultern. "Hey, Djakpa", ruft der junge Mann, "krieg ich deine Schuhe? Die vom Butscher hab ich schon." „Willst du einen Schuhladen aufmachen?“ ruft ein grauhaariger Mann, der das Geschehen vom Mäuerchen am Wegrand aus beobachtet. Hihi.

Als ich im Auto sitze, fällt mir auf, dass ich unseren neuen Norweger Demidov gar nicht gesehen habe, zumindest nicht bewusst. Obwohl. Doch.Vielleicht. Und welcher war jetzt nochmal der Aigner? Na klar. Rechts, der blonde Nicht-Oczipka. Eieiei, was Sache. Beschwingt fahre ich nach Hause. Flogging Molly singt und ich singe lauthals mit. Weiß schon. Schwierig, das alles. Zu viel, zu wenig. Nichts mehr wie es war. Langer Weg. Boden der Tatsachen. Zweifel. Keine Vision, dafür viel Pyro. Ja. Ja. Ja. Trotzdem. Heute ist heute und heute ist die Welt weit, die Sonne scheint und ich bin mir sicher: Es wird eine feine Saison.



Kommentare:

  1. Kerstin, dass hast du super geschrieben.

    Mir geht es auch so (auch heute wieder), dass ich den ein oder anderen Spieler nicht gleich erkenne.

    Aus der Ferne betrachtet, glaube ich, dass da ein ganz gutes Team zusammen ist.

    Schoenes WE

    Ralf

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  2. "Es wird eine feine Saison." Deine Sicherheit habe ich nicht, aber eine kleine Hoffnung ist da. Und jetzt lege ich Doris Day mit "Que sera, sera" auf. ;-)

    Gruß vom Kid

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  3. @Ralf: "Aus der Ferne sieht man alles ganz entfernt" hat meine Oma immer gesagt. Und was ist nah? Was ist fern? Das ist immer relativ - sieht man ja an dir :-)

    @Kid: Sicher bin ich mir da auch nicht. Aber ich will es gerne glauben, erstmal - anners wird es es dann ganz von selbst. "Que sera" wollte ich übrigens auch erst einklinken und habs dann doch vergessen. Jetzt höre ich es aus der Klappergass herüberwehen...

    Danke für die netten Kommentare, lgk

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  4. Auch ich habe lange gebraucht, bis ich sie alle erkannt habe.
    Aber dann haben wir ein Pin-up-Foto von Stefano Cellozi gemacht, es 7 mal nachmachen lassen und er hat alle 7 unterschrieben..
    Auch bei den anderen klappt es - meistens.

    Und der Alex, ja der Alex ist genial...

    Verwandelt eigentlich alles, was er vor die Füße bekommt oder passt genau auf den Fuß von Occean beispielsweise, der dann vergibt.

    Aber heute, äh gestern, hat er sogar getroffen.
    Nur "mein" Alex nicht...


    Wird eine geile Saison mit Top-Scorer Alex Meier.... **traüm**

    wib

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  5. Habe dass Spiel im Ferseher verfolgt und muss sagen,ich freue mich dass erste Mal wieder so richtig-auf die neue Saison.
    Das könnte und ich hoffe so sehr,eine Mannschaft mit viel Perspektive werden-sodenn sie zusammen bleiben.
    Die erste Halbzeit,wunderbar zum anschauen.
    Die zweite,kein Wunder bei diesen Wechseln,lief nicht mehr so rund.
    Bin geneigt zu sagen,dass wir gegen Leverkusen,durchaus eine Chance haben-zu gewinnen,auch wenn die gegen den FSV 7:1 gewonnen haben,aber berauschend war es von beiden Seiten nicht,dass Freundschaftsspiel.
    Übrigens,war Sebastian Jung da und Ralf Weber mit Frau.Sind beide davon überzeugt,dass es schwer wird,aber mit dem Abstieg werden und wollen sie nichts zu tun haben,wie sebastian,mir erklärte.
    Schönes Wochenende und übrigens bevor ich es vergesse,*Danke-sehr schöner Bericht.*
    LG
    (B).

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  6. Glücklicherweise, liebe Kerstin, musstest Du nicht zum Dopingtest. Ein Blick aufs Röhrchen hätte gereicht, es hätte gezischt, geschäumt, geblitzt, und zwei Streifen wären an der Glaswand innen emporgeschossen, einer schwarz, der annere rot. Bis in den Himmel. Gefährlich bei so viel Traffic in der Luft.

    Ein aktueller Tip noch zum in den Himmel gucken, nachts. Tu's heute, nach Mitternacht. Es ist die Zeit der Perseiden, Sternschnuppenzeit. Man kann, klaren Himmel vorausgesetzt, 2 bis 3 Dutzend davon in der Stunde beobachten mit etwas Glück.

    Jede Menge freier Wünsche also. Sowas haben selbst hochqualifizierte Murmler und Skeptiker wie der Kid nicht auf dem Schirm, aber Mitfeiern lassen wir sie dann doch, auf dem Balkon ;-)

    Wenngleich auch ich die ganzen Blondschöpf noch nicht zweifelsfrei auseinanderhalten kann, bin ich doch so gespannt wie seit Jahren nicht mehr auf die kommende Saison.

    Einträchtlich-sonntagvormittägliche und sonnige Grüße aus dem Süden, wo ich schon seit Tagen stehe und auf den vorbeimarschierenden Bennie warte -

    ak / Matthias

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  7. @ wib: Ein Pin-up-Foto??? Einfach nur groß oder auch …ähem…neckisch?? Unterschreiben lassen ist eh keine schlechte Methode – beim Training hatte ich den Eindruck, dass manch einer sich erst das Autogramm geholt – und danach entziffert hat, von wem das Autogramm da eigentlich stammt.

    Dein, mein, unser Alex. Ich wünsche es ihm sehr, dass er auch in der ersten Liga eine richtig gute Saison spielt. Er wirkt so wild entschlossen, dabei entspannt wie nie. Nach seiner bisherigen Performance in den Testspielen war ich gestern ein bisschen erstaunt, dass man so wenig von ihm gesehen hat… Mmh…Macht ja nix. Aber nächste Woche gilt es, und dann wird er da sein!

    Ach ja... wg. Interview in Österreich: Doch kein wib-TV in der Halbzeit..:??!! :-(

    @Barbara: Letztes Jahr hieß es ja auch schon, dass die Mannschaft perspektivisch zusammengestellt worden sei, das war ja dann offensichtlich nicht der Fall – wollen wir mal hoffen, dass es dieses Jahr dann wirklich so ist. Grade mal vier, fünf Mann aus der Aufstiegsmannschaft werden in der neuen Anfangsformation stehen – ich denke: Bei aller Notwendigkeit zur Verstärkung, jedes Jahr ein solcher Umbruch tut (von wegen Identität) nicht gut.
    Trotz dieser Vorbehalte geht es mir im Moment wie dir – finde, das lässt sich überraschend gut an und bin gespannt wie ein Flitzebogen – und wenn Sebastian Jung dir höchst persönlich erklärt hat, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben wollen/werden, dann kann doch gar nix schiefgehen…*g

    @Matthias: Ich schaue in den Himmel, ooooo ja, und ich habe gestern und vorgestern auch schon Mini-Meteoriten-Schnuppen gesehen, kein Dutzend, aber zwei, drei, vier, fünf. Das ist jedes Mal wie ein kleines Wunder. Ich versuche auch, mir etwas zu wünschen – aber immer, wenn ich so da stehe und schaue, habe ich das Gefühl, dass ich eigentlich nichts wünschen, sondern einfach nur da stehen und staunen will.
    Vorbeimarschierender Benni, hihi. Gut, dass du nicht „vorbeirollender“ Benni geschrieben hast. Nix da, der Bub fliegt. No more fear - mit weit geöffneten Schwingen in eine große, weite Welt voller Kampf, aber auch voller Glück, Abenteuer und Fisch. Wie die Eintracht! (Also: Fast…)

    Danke euch sehr für die bunten Kommentare und Ergänzungen!!!

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  8. Das mit dem Nichtwünschen ist ein ausgezeichneter Ansatz.

    Natürlich wird er fliegen, und wie! Die Einladung zum Zwischenstop auf der Südreise hab ich bereits versucht, ihm zukommen zu lassen. Hier gibts vier Seen, einen Teich und zwei Flüsslein, eines davon die Riss, nach der immerhin eine Eiszeit heißt. Fisch in rauhen Mengen.

    Und der Angelverein hat auch schon zugesagt, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen.

    In diesem Sinne, miau,

    der Untezeichnete

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  9. Gang über den dunklen Acker, dann ein langer, heller, lautloser Lichtstreif quer durch den Großen Wagen - wunderbar! Unglaublich, welche Energie in einem Sandkorn steckt!

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  10. Der Große Wagen ist eigentlich Ursa Major, die Große Bärin. Es war wirklich atemberaubend, wie der Perseide seinen leuchtenden Strich quer zwischen den Hauptsternen Dubhe, A109 und A108 hindurch gemacht hat. Sowas hab ich noch nie gesehn :-)

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  11. Kurz vor dem Start bestechende Frühform nicht nur bei unseren Buben, sondern auch bei unserer geschätzten blog Gastgeberin. Danke für den überaus kurzweiligen Trainingskiebitz-Bericht.

    Adlerendorphin, hmm. Ist bestellt, aber noch nicht angekommen. Natürlich wünsche auch ich mir eine "feine" Saison, hege und pflege meine Hoffnung auf eine solche - aber gaaanz vorsichtig. Mein persönliches Saison-Motto: (summ*) Lass Dich überraschen.

    LG, BB

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  12. Klarer Fall von SchnuppEnDorphin. Das klingt so schön, was du da erlebt hast. Ich hab in den letzten Nächten viele kleine, vorbeihuschende Schnuppen – manche nur wie ein Hauch und gleichzeitig unglaublich klar - gesehen, aber auch eine - wie die von dir beschriebene - „große“. Zwar nicht im Großen Wagen, etwas nördlicher davon, aber es war ein Streifen, der für einen langen Moment fast am Himmel zu stehen schien und dann verloschen ist. Jede Schnuppe, groß wie klein, ist ein so unglaubliches Gefühl – für einen Moment hat man das Gefühl, dass man an einem großen Geheimnis teil hat, etwas versteht, das man eigentlich nicht verstehen kann. So klar. So wahr und richtig. Beseligend. (Kann sein, dass ich im Moment für derlei auch besonders anfällig bin, habe nämlich in den letzten Tagen – aus gegebenem Anlass ,-) – viel Hesse gelesen, z.B. auch wieder einmal den Peter Camenzind „... warf den Hut von mir, wühlte mit dem Gesicht im Gras, rüttelte an den Baumstämmen, weinte, lachte...“ Was hätte er wohl beim Anblick einer Sternschnuppe getan?)

    @Sarroise: Nein, nein. Die Ausschüttung von Endorphinen und der damit verbundene Glückszustand halten ja nicht dauerhaft an bzw. sie müssen immer wieder neu befeuert werden. Will heißen: Ungedopt und zurückversetzt in den reinen Sachlichkeits-Modus würde ich sagen: Ich bin sehr neugierig auf die Saison, freu mich drauf und bin – wiederum ganz sachlich – merkwürdigerweise sehr sicher, dass wir eher eine erfolgreiche, eine gute, vielleicht sogar eine überraschend gute Saison spielen werden. Aber auch wenn das tatsächlich so sein wird: ich bin mir nicht sicher, ob mir der Weg und die Art und Weise gefällt, die uns dahin führen. Jetzt also auch noch K-Dingsbums. Mmh.

    Ansonsten: Wenn ich Fischadler wäre, ich würde die Einladung in den Süden umgehend annehmen! Die Benni-Schnuppe - auch ein Geschenk dieses Sommers...

    Lg von K (mal mehr, mal weniger verschnuppt)

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