Mittwoch, 4. April 2012

Spieler der Stunde: Meier, mein Meier

Er hat es wieder getan – und ihr habt ihn wieder gewählt. Meier spielt, Meier trifft jetzt schon zum 16. Mal. Und er bekommt dafür die Anerkennung, die er verdient. 26  und damit 45% aller Stimmen für ihn. Yeah. Alex Meier ist  sage und schreibe zum achten Mal in dieser Saison  zum Spieler der Stunde gewählt worden. Wir haben jetzt – momentemalmomentemal – den 28. Spieltag, heißt: an jedem dritteinhalbsten Spieltag lag Meier vorn. Und mit was: Mit Recht.

Grund für den diesmaligen Sieg war ein zwar nicht überragendes, aber wiederum feines Spiel, aber vor allem war es „es“ – dieses wunderbare, großartige, überwältigend geniale Woooow-Tor, das Alex Meier in der 32. Minute im Spiel gegen Bochum erzielt hat. Zweite Liga. Den Aufstieg vor Augen. Immer konzentriert bleiben. Schritt für Schritt. Und dann – von einem Moment auf den anderen war es, als seien wir ins Fußballparadies versetzt worden. Jubel? Ja, klar. Aber vor allem auch: Offene Münder. Weit aufgerissen Augen. Um mich herum: Hysterische Anfälle. Entzückensschreie. Hastudasagesehen? Menschen, die – tatsächlich, echt und wahrhaftig - Tränen in den Augen hatten . So was. Endlich wieder. Hier. Bei uns. Im Waldstadion. Was für eine Technik. Was für ein Tor. Ehrfurchtsvolles Raunen. Uwe Bein, wispert es in allen Ecken. Und weil es so schön war, hier das Tor noch einmal in Zeitlupe:

...Eintracht im Angriff über links. Meier ist mit aufgerückt, steht ungefähr sechs Meter vor dem Tor, an der rechten Kante des Fünfmeterraums, in Lauerstellung, im Rücken seines Gegenspielers. Hoffer-Flanke von links. Der Ball segelt , segelt herein. Landet auf dem Kopf eines Bochumers, der an der linken Ecke des Fünfmeterraums postiert ist. Kein Eintrachtler in der Nähe, vier Bochumer, fast im Karrée vor dem Fünfer. Rechts im Rücken des vierten Manns lauert immer noch Meier. Der Bochumer lenkt den Ball nach rechts, Meier reagiert blitzschnell. Fischt den heranfliegenden Ball mit dem Span fast artistisch aus der Luft, dreht sich, steht jetzt mit dem Rücken zu seinem Gegenspieler und zum Tor, könnte ablegen zum im Rückraum postierten Sonny Kittel, lässt stattdessen den Ball kurz abtropfen, hat sich dabei ein, zwei Meter von seinem Gegenspieler gelöst, dreht sich um die eigene Achse, der Ball ditscht auf, Meier nimmt den Ball volley, genau im richtigen Moment, genau am Scheitel. Mit dem Span, drückt ihn ein wenig, trifft ihn voll – jaaaaaaaaaaaaa – unhaltbar ins linke obere Eck...

Es gibt viele, die schon immer wussten, dass Meier ein überdurchschnittlicher, vielleicht sogar genialer Fußballer ist. Ich kenne ein paar, die – obwohl keine Adler – sich vor drei, vier Jahren Spiele der Eintracht hauptsächlich deshalb angesehen haben, um Meier zu beobachten. Es gibt viele, die ihn schon immer schätzten – und nur ein paar, denen ich das wirklich glaube. Und um da mal gar keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Ich gehöre selbstverständlich dazu. Ich war nämlich diejenige, die ihn entdeckt hat, damals im ersten Spiel, in dem ich ihn mit dem Adlertrikot gesehen hab. Vor der Aufstiegssaison 2004/05, damals  im Stadion am Sommerdamm in Rüsselsheim gegen den TV Haßloch. Die Opler in Rüsselsheim und der TV Haßloch – die beiden Mannschaften, bei denen mein Vater Fußball gespielt hat. Mein Vater, von dem ich meine Liebe zur Eintracht geerbt habe, der an diesem Tag – ewiges Elend – nicht mit im Stadion war und dem ich hinterher von Meier erzählt habe: Das wird einer.

Genug gebrabbelt – und schnell zurückgebeamt ins Jahr 2012. Keine Zeit für Sentimentalitäten -  wir haben noch etwas Wichtiges vor: Aufsteigen.

Das Spiel gegen Bochum, die 28. Wahl zum Spieler der Stunde – eine weitere Etappe auf dem Weg zum Ziel:

Mit stabiler Abwehr, die jetzt bereits zum dritten Mal hintereinander zu Null gespielt hat und in nur vier von bisher 28 Ligaspielen mehr als ein Tor gefangen hat: Jeweils eine Stimme für Oka Nikolov (gegen Bochum nicht viel zu halten), Constant Djakpa, Sebi Jung, sogar zwei für Bamba Anderson.

Mit einer (auch ohne den erkrankten Seppl Rode)  dynamischen, spielfreudigen Mittelachse (bei der Wahl zum Spieler der Stunde dieses mal 1 Stimme für Benni Köhler und drei für Sonny Kittel, dem man einfach gerne zukuckt beim Fußballspielen, gegen Bochum  einmal mehr zwei, drei, vier Szenen zum Zungeschnalzen hatte und der - so Armin Veh -  in einem halben Jahr in der Lage an der Obergrenze seiner Leistungskraft stehen wird – am 30. September 2012, ungefähr 16 Uhr 15 ist es dann also so weit und ich hab mir das schon mal in meinem Kalender vermerkt, weil ich natürlich unbedingt dabei sein wil, wenn es so weit ist.

Mit einem Mördersturm: 4 Stimmen für Mo Idrissou, der – Knaller – mit der Nummer 18 in der 18. Minute – wunderbar aufgelegt von Sonny Kittel – das 1:0 erzielt und jetzt insgesamt trotz Vereletzungspause auch schon 11 Treffer erzielt hat.  Und auch dieses Mal wieder zehn Stimmen für den noch amtierenden Spieler der Stunde, Jimmy Hoffer, der nur zwei Minuten nach Alex Meier mit dem Kopf (und mit seinem neunten Saisontor) zum 3:0 getroffen hat. Das war der Moment, in dem wir an eine Torflut glaubten, die dann aber nicht kam , was aber letztlich auch egal war, irgendwie (und den Vorteil hatte, dass nicht nur die Eintracht, sondern auch ich im Tippspiel drei Punkte geholt habe).

Dieses Mal  also eine breite Streuung der Stimmen – dazu passt, dass auch die Mannschaft acht und damit 14% aller abgegebenen Stimmen erhalten hat. So muss es sein: Gemeinsam spielen, gemeinsam kämpfen, gemeinsam siegen, gemeinsam aufsteigen!

Und damit bin schon am Ende mit meiner Auswertung. Überlege derzeit, ob ich die schriftliche Auswertung der Umfrage künftig um einige weitere Optionen ergänzen soll. Zum Beispiel: In welchem Verhältnis stehen die geschossenen Tore zur Anzahl der Stimmen, die ein Spieler bei der Wahl zum Spieler der Stunde erhält? Wie ist der reziproke Mittelwert, wenn man die geschossenen Tore ins Verhältnis zu den Kickernoten bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Zweikampfwerte mit Bezug zur Passquote stellt und durch die Laufleistung teilt? Dazu dann also demnächst hier mehr.

Für heute: Herzlichen Dank an die 57 Leser, die sich auch diese Woche wieder an der Wahl zum Spieler der Stunde beteiligt haben - und herzlichen Dank an Alex Meier für dieses Wahnsinnstor. Und überhaupt! Do it again!

Kommentare:

  1. Ein wunderbar rotundschwarzer Spieler der Stunde, auch wenn er dir und nicht mir ist. Hat prima geklappt das ;-)

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  2. Verdient einmal mehr. Genauso wie dieser Beitrag einmal mehr verdient hat, als Beitrag des Spieltages betitelt zu werden.

    Danke an die Mannschaft. Danke an den Meier. Danke an die Kerstin.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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  3. Meier.. immer dieser Meier.

    ich freue mich darauf, wenn ihr es schafft wieder in der ersten Liga zu spielen. Meine Mutter ist Eintracht Fan, das prägt in der Jugend.

    Aber
    Ich will Alex Meier nicht gegen uns auf dem Platz wissen. Nicht weil ich ihn nicht mag, sondern weil er immer ein Tor gegen uns schießt! Und ihr dürft in der ersten Liga gerne alle Spiele gewinnen, bis auf zwei: Die gegen uns :-)

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  4. Meier ist meiner. Schon immer gewesen. Aber mit Kerstin würde ich ihn teilen. :-)

    Gruß
    Rüdiger

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  5. @ gereizt: Von Thomas lernen, heißt siegen lernen. Danke nochmal!!

    @ Fritsch: Und ich ergänze: Danke an Fritsch :-)

    @ nedfuller: Wir tun das unsere, damit wir nächste Saison wieder gegeneinander spielen - und ihr tut ja jetzt (zum Glück!) auch das eurige. Selbstverständlich spielen wir auch gegen euch MIT Meier. Und den Rest sehen wir dann ,-) Vorläufig jedenfalls schon einmal beste Grüße an deine liebe Mutter.

    @ Rüdiger: Ich hatte ernsthaft überlegt, ob ich in den Titel schreibe "Meier, Kids und mein Meier" - aber das kam mir dann doch zu prätentiös vor. Jedenfalls: Deiner. Ganz sicher!

    lg in alle Richtungen, K.

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