Samstag, 30. Oktober 2010

Doppel-Whopper.

Also: Ich mag Hamburger. Am Mittwoch, an diesem wunderbaren Abend im Waldstadion, hatte ich Gelegenheit, meine Sympathien zu festigen.

Direkt hinter uns saßen zwei HSVler, die in Begleitung einer lebhaften Eintrachtlerin ins Stadion gekommen waren: Ein mittelalter, sehr kräftiger Herr im HSV-Poncho und ein etwas jüngerer Kollege mit Kutte, Schal und Kapp. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir diesen Abend sehr unterschiedlich erlebt haben und doch: Wir durchlebten ihn in gewisser Weise gemeinsam - getrennt in den Farben, aber verbunden durch die Liebe zu unserem Verein.

Unsere Stimmungskurven verliefen sehr unterschiedlich.

Vom Ausgangspunkt „hibbelig, angespannt, erwartungsvoll“ arbeiteten wir Adler uns die komplette Glückleiter nach oben: Vom Staunen über die verschiedenen Stadien des Jubelns (Arme hoch reißen, schreien, hüpfen, kreischen, umarmen, singen, strahlen, zappeln, zucken, nicht-mehr-wissen-was-man-eigentlich tut) bis zum überschwappenden, stillen, ungläubigen Glück . Bei den HSVlern genau umgekehrt: Zunächst nur irritiert. Dann verärgert. Kämpferisch. Schimpfend. Wütend. Hadernd. Sich Aufbäumend. Trotzig. Schließlich enttäuscht. Resigniert. Apathisch.

Als Halil Altintop sich den Ball zum 11er hinlegt, stehen wir längst alle. Er trifft. Tor. Tor. Tor. Nicht mehr der Hauch eines Zweifels, wer dieses Spiel gewinnen und an diesem Abend in die nächste Pokalrunde einziehen wird. Und während ich da noch stehe, Hände in den Himmel gereckt, stubbst mich jemand von hinten. Es ist einer der beiden HSVler, der mir seine Hand entgegenstreckt: „Glückwunsch!“ Ehrlich – ich kann nicht sagen, wann mir das zum letzten Mal im Stadion passiert ist.

Heute also wieder Hamburg, wenn auch ganz anders. Die Eintracht spielt bei dem Hamburger Verein, der bekundet, imer noch und immer wieder alles anders zu machen, und trotzdem ein Beispiel dafür ist, dass nichts bleibt, wie es war. Tatsache ist: St. Pauli spielt bisher eine überraschend starke Saison, hat seine Punkte aber - wie die Eintracht - bisher zumeist auswärts geholt.  Die Eintracht wird am ausverkaufen Millerntor ohne Chris, ohne Meier, vielleicht sogar ohne Schwegler (Rücken) auflaufen. Trotzdem sind wir (die Voodoo-Kuh und ich) uns sicher: Wir werden heute nachlegen.

Eintracht-Zauberfußball jetzt auch in der Liga. Für uns. Und ein kleines bisschen auch für die beiden Jungs vom HSV, die am Mittwoch hinter uns gesesessen haben.

Auswärtssieg!

Kommentare:

  1. Ich habe mir den Hamburgern auch immer nur positive Erfahrungen gemacht. Sowohl zu hause als auch auswärts. Die sind immer relativ entspannt und immer offen für eine neutrale Nachbesprechung beim Schoppe, auch wenn man sich vorher noch nie gesehen hat. Egal ob HSV oder St. Pauli.

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  2. Auch ich mag Hamburger. Was ich heute aber will: Weiterhüpfen, weiterhüpfen, weiterhüpfen.

    Und so kann ich mich Deiner Ansage nur anschließen: Auswärtssieg!

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen,
    Fritsch.

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  3. Hamburger sind cool. Ist ja auch meist saukalt da oben. :-)

    Fans anderer Vereine freuen sich wie wir und leiden wie wir. Ich beteilige mich deshalb im Stadion auch nicht an den üblichen Pöbeleien, auch wenn ich weiß, wie sie gemeint sind.

    Wer nach einer verdienten Niederlage dem Gegner gratuliert, ist ein Sportsmann. Schön, wenn man immer wieder mal erlebt, dass es das immer noch gibt.

    Gruß vom Kid

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  4. Schön, dass es das noch gibt. Und schöööööööööööön, dass es die Eintracht gibt. Dritter. Wir sind Dritter. Oder jetzt Vierter? Egal. Jedenfalls!

    ...hüpfhüpfhüpfhüpfhüpfhüpfhüpfhüpfhüpfhüpf....

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  5. Egal wie das Spiel 1899-H96 ausgeht wir sind dann 5.
    Darf gar nicht dran denken wo wir stehen könnten.
    Hoffe heute auf eine 05 Niederlage und auf ein Heimspiel gegen Aachen,dann könnte ich auf meinem Lieblingsweingut wieder mal ein paar Sprüche raus hauen.

    Euch allen einen schönen Sonntag und immer dran denken

    Heute wird die Eintracht siegen,nur die SGE

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