Donnerstag, 9. September 2010

Email-Tausendschönchen

Auch außerhalb dieses Blogs verbringe ich viel Zeit mit Schreiben (und Lesen und Hören). Nur folgerichtig, dass ich – wie Esau Matt, der Held in Erwin Strittmatters „Der Laden“ „empfindlich uff die Wörter“ bin - und in dieser Woche gab es viele, auf die man (so oder so) empfindlich sein konnte.

Der “ Erotikikone“ begegnete ich (wo sonst? ,-) in der Boulevardpresse. Sie ist kein Schreibfehler, sondern sie ist: erotisch. Den Begriff „Email-Tausendschönchen“ entdeckte ich in einem alten Kinderbuch. Es wird nicht elektronisch verschickt, sondern baumelt als Anhänger an einer Kette um den Hals. Ein „Geschichtszeichen“ sieht mancher am Horizont dräuen – vielleicht ist es aber auch ein Menetekel? „Was macht der kleine Caio?“ fragte HR-Moderator Volker Hirth im Heimspiel und ließ Michael Skibbe ähnlich hilflos aus der Wäsche schauen wie einst Jürgen Klinsmann, als er während der WM 1990 gefragt wurde: „Warum steht der Kaiser 90 Minuten?“

Auch Heribert Bruchhagen war in dieser Woche im Fernsehen, im DSF Doppelpass. Er sagte: Wir haben Gekas geholt, er zählte in Leverkusen nicht zum Kader der besten 18 Spieler. Wir haben Altintop geholt, er zählte in Schalke nicht zum Kader der besten 18 Spieler. Trotzdem sind wir der Auffassung, dass uns diese Spieler verstärken.“ Diese Aussage kann man eigentlich nicht missverstehen und sie bedeutet (zumindest ungefähr), dass die Eintracht – ähnlich wie die Bundesregierung – auf „Brückentechnologie“ setzt, um mittelfristig Perspektiven für erneuerbare Energien zu schaffen – allerdings lehnen wir uns dabei finanziell aus dem Fenster, während die Bundesregierung - ähem -  für die nächsten 40 Jahre alles solide finanziert.

Da haben wir sie also, die „Revolution“ – und beinahe hätten wir nichts davon gemerkt. Da mir das alles am Ende dann doch zu „epochal“ geworden ist, bin ich froh, dass ich dieser Tage aus der Zeitung zumindest einen auch ganz pragmatischen Tipp mitgenommen habe.  Ich weiß nämlich jetzt, was zu tun ist, wenn sich einmal zufällig eine Fledermaus in mein Schlafzimmer verirren sollte (was, man glaubt es kaum, gar nicht so selten vorkommt): Abwarten. Oder vorsorglich immer eine Dose mit Deckel bereithalten. Fledermaus (in der Regel: mit dem Kopf nach unten hängend) in die Dose. Deckel drauf. Fertig.

Mit den Fledermäusen ist es also wie im Fußball: Entweder abwarten bis die Chance da ist  – oder rechtzeitig den Sack zumachen! (Und nicht vergessen: Nie ohne Zweitschlüssel aus dem Haus gehen!)

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben.
    Danke und Gruß,
    Martin

    AntwortenLöschen
  2. Fledermaus hängend in Dose? Ok.
    Dann weiß ich, was ich mache, falls sich zu mir mal eine Fledermaus verirrt.

    Das mit den ganzen Theorien und müden Erklärungsversuchen ist mir momentan alles zu viel Gelaber.

    Aber morgen ist Fußballtag. Einerseits gut so. Andererseits bin ich wenig zuversichtlich.

    Aber wer weiß? Vielleicht hängen morgen lauter kleine Gladbacher mit dem Kopf nach unten in Dosen rum... Deckel drauf.

    Schön wär's.

    Liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
  3. Ist die Fernsehserie Batman im Original auch so ein Langweiler gewesen? Ich bevorzuge ja ohnehin die Comics, auch wenn ich mir Kinoverfilmungen ganz gerne anschaue, aber ich hoffe sehr, dass die deutsche Synchronisation Adam West das alles in den Mund gelegt hat. Ist ja schlimm ...

    Gruß vom Kid

    AntwortenLöschen
  4. @Martin H.: Danke und Gruß zurück :-)

    @Nicole: Au ja - ab in die Dose mit den Gladbachern, Flügel stützen. (Bei mir ist es wie immer: vor dem Spiel zeigt die Zuversicht und wird fast schon zur Gewissheit... Doch, doch, das wird!)

    @Kid: ich hab die Filme nie gesehen und bin zufällig auf dieses Dokument des Grauens **gg gestoßen - und es passte so gut zu den eingedosten Fledermäusen. Bin mir gar nicht sicher, ob das wirklich...ECHT...ist? Kann ja eigentlich nicht wahr sein...

    Also, liebe Adler: Ihr wisst ja - die anderen kochen auch nur mit heißem Wasser. Nur wer an das Gute glaubt, kann es erringen *g - das Anschnallen mit dem Bat-Gurt sorgt dann schon ganz von alleine für Bodenhaftung - Grüße in alle Richtungen!

    AntwortenLöschen
  5. Nachtrag @Nicole:
    Hihihi. Da hängen sie jetzt also wirklich. Deckel drauf. Oooooooch - goldisch ,-)

    AntwortenLöschen
  6. Klappe zu-Affe tot,*lächelt.Lustisch geschriwwe.
    LG
    (B).

    AntwortenLöschen