Sonntag, 28. März 2010

Wie Venus aus der Muschel

Es gibt Menschen, denen fällt zu jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit ein Zitat oder ein Sprichwort ein. Z.B. auch Gabriele, einer früheren Freundin von mir, die es liebte, Dinge abschließend noch einmal auf den Punkt zu bringen – häufig in Form eines Sprichworts. Leider war ihre Liebe zum Sprichwort ebenso ausgeprägt wie unglücklich – sie zitierte nämlich grundsätzlich falsch.

Wenden wir uns von Gabriele ab und stattdessen der Eintracht zu, genauer gesagt: dem Spiel der Eintracht beim VFL Bochum. Und noch genauer: Den Spielern der Eintracht, die genau in diesem Moment das 2:1 von Caio bejubeln. Caio selbst ist nicht zu sehen. Er liegt begraben unter einem Berg von Leibern, Trikots, Armen und Beinen. Caio, „unser junger Brasilianer“. Ich starre auf das Knäuel, das da am Boden liegt. Strahle. Lächle. Bin einfach nur froh. Hey, staune ich. Hey – tatsächlich. Das ist der Wahnsinn. Das hätte ich nicht gedacht. So hätte ich das nicht gedacht. Die mögen den, die mögen ihn ja wirklich. Caio gehört zur Mannschaft, nicht nur so und irgendwie. Sondern richtig, ganz richtig. Er ist einer von ihnen, einer von uns. Ümit, Alex, Benny, Marco - die freuen sich nicht nur über das Tor, über den jetzt greifbaren Sieg. Sie freuen sich auch darüber, dass es Caio war, der dieses Tor geschossen hat.

Schon lange nicht mehr hochgehypt. Längst auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Mit der vagen Aussicht auf eine große Zukunft. Irgendwann. Vielleicht. Wenn die Qualität stimmt. Der Caio. Und: Die Eintracht. Mmh. Genau: Die Eintracht.

Wie Venus aus der Muschel – hätte Gabriele gesagt. Und sie hätte recht gehabt. Jetzt warten wir einfach mal ab, ob unsere Jungs auch am Samstag gegen Leverkusen zum großen Hallodri blasen. Und mal sehen, was für einen Salmon ich dann dazu gebe. Oder ob ich ihn lieber esse?

In diesem Sinne: Einfach weiter freuen! Jetzt!

Kommentare:

  1. Wie Venus aus der Muschel klingt aber irgendwie gut, liebe Kerstin.

    Ja, Caio scheint nun wirklich angekommen. Ich fand ihn aber schon immer von der Mannschaft angenommen. Aber die sind halt so unsere Jungs, gute Jungs. Freut mich aber wirklich, dass Caio sich so langsam mausert.

    Am Freitag weilte ich in Paris, zum ersten Mal seit einer Ewigkeit, dass ein Eintracht Spiel lief und ich nicht wenigstens ab und an via Radio Neuigkeiten erfahren konnte. So saß ich bei "Chez Maurice" beim Essen und dann in der Eckkneipe bei einem "Kronenbourg" und wartete auf eine SMS...

    Es kamen derer 4, die mich über Spielstände und Endergebnis aufklärten. Mit Verspätung ausgeliefert, irgendwann um Mitternacht wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Piep piep...

    Freude, Freude!!!

    Aber beim nächsten Spiel bin ich wieder live dabei :-)

    LG Nicole

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  2. Mach beides-Kerstin-egal wie es ausgeht.
    Hab mir für diese Woche-noch mal Pudding verordnet-in sämtlichen Varitionen-und dann klappt des auch mit em Dreier-gegen Leverkusen.
    Hab ne schöne Woche und heute esse ich Wackelpudding*lächelt*
    LG
    (B).

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  3. Manchmal ist es einfach schön, wenn man nicht recht hat. Caio hatte ich nämlich schon endgültig abgeschrieben - ja einer von denen - aber jetzt wird vielleicht doch noch was aus dem Jungen. Das wäre einfach großartig - für ihn und für uns. Weiter so gegen Leverkusen!

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  4. Mit "Erwartungen überfrachtet", sagte Skibbe nach dem Spiel, sei Caio bei der Eintracht gewesen. Wenn er den "guten Jungen" tatsächlich in die Spur bringen sollte, hat sein Vorgänger etwas falsch gemacht, schätze ich. Und ich habe, nachdem Skibbe Caio in der Rückrunde drei Mal nur als "Minutenmann" gebracht hat, nicht mehr daran geglaubt, dass der Trainer noch auf ihn baut ...

    Gruß vom Kid

    PS: "Wie die Venus aus der Muschel" gefällt mir gut. :-)

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  5. Also ich hatte ihn nicht abgeschrieben, unseren guten Jungen Caio. Aber ob das bei unserem Trainer so gewesen ist – da geht es mir ähnlich wie Kid – da hätte ich meine Hand nicht für ins Feuer gelegt. Und wenn, ja, wenn Ochs, Teber und Franz vor dem Bayern-Spiel nicht ausgefallen wären – ob Michael Skibbe dann tatsächlich die gleiche taktische Meisterleistung gebracht und Caio und Heller gegen die Bayern aufgestellt hätte? Wer weiß, wer weiß. …Und vielleicht will ich es in diesem Fall auch gar nicht so genau wissen. Ich freu mich einfach. Jawohl. Weiter so gegen Leverkusen. Und …jaaa… wenn’s etwas nützt esse und trinke ich was auch immer und trage gerne auch lila Schuhe.

    Bei „Chez Maurice“ in Paris zum Essen und dann in einer Eckkneipe, abends zum Einschlafen noch eine 3-Punkte-SMS – das klingt auch nicht schlecht. Aber ich wette – ein verregneter Ostersamstag mit Ebbler und einem Eintracht-Sieg kann da locker mithalten.

    Danke für eure Kommentare!

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  6. PS: Venus aus der Muschel finde ich auch wunderschön - hat so was poetisch Hingetupftes ,-)

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