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CL-Achtelfinale gegen den SSC Neapel: Rück- und Ausblicke

Lange nichts mehr hier geschrieben, längst ist das neue Jahr nicht mehr neu. Es ist viel passiert, im Großen wie im Kleinen. Und 2023 kann zwar nicht mehr mit einer Pandemie, aber weiterhin mit einem Krieg und außerdem bereits mit einer unvorstellbar grausamen Katastrophe mit zehntausenden Toten aufwarten. Und trotzdem, trotzdem: Die Welt, der Ball, wir alle rollen, drehen, arbeiten, twittern, wuseln weiter, von hier nach da, manchmal auch alles gleichzeitig. Wie auch sonst... Auf dem Weg von und zu Heimspielen der Eintracht verbringe ich viel Zeit in S-Bahnen. Eine nicht enden wollende Baustelle an immer unterschiedlichen Stellen irgendwo auf der Strecke zwischen Mainz und Frankfurt. Statt gut einer halben Stunde dauert die Fahrt eineinhalb, auch mal zwei oder - Rekord - dreieinhalb Stunden. Hin- und zurück. Also: Jeweils. Stehen. Warten. Umgeroutet werden. Und irgendwann inmitten dieser Zeitschleife findet ein Fußballspiel statt, das - so war es bisher in diesem Jahr - jedes Mal gewo...

Bells. Ringing. Christmasday.

Hier im Blog ist es seit Wochen still - jetzt senkt sich also für einen kurzen Moment die Stille auch über die trotzdem nicht wirklich friedliche Welt. Auch in Katar ruht jetzt endlich der Ball, auch im fernen Dubai herrscht (noch) Fußballpause. Still. Still. Der weltmeisterlich gekürte Messi genießt die fußballfreie Zeit in Argentinien (oder Paris?), Olaf Scholz twittert (wie ich las) weihnachtlich aus Lanzarote, Martin Hinteregger feiert in Kärnten, der Rest der Mannschaft des Jahres ist überall über den Erdball verteilt. Wir entzünden Kerzen, freuen uns über den neuesten Adler-Merch, den wir vollkommen überraschend im dezent rotundschwarz verpackten Päckchen finden. Und wir denken an die Welt wie sie ist - vielleicht auch ein bisschen daran wie sie sein könnte oder sollte oder war. Still. Still. Selbst unser neuer Nachbar gegenüber, der bis zur letzten Minute vor Weihnachten lautstark daran gearbeitet hat, das letzte Fleckchen grün in seinem Vorgarten zu betonieren, packt sein schwe...

Showdown in Lissabon

 

So oder so (nach dem Spiel gegen den VfL Bochum)

  "Völlig unerwartet bekam am Mittwoch gegen 18.3o Uhr eine 48-jährige, die mit ihrem 21-jährigen Sohn auf einer Bank im Einkaufszentrum am Brand saß, eine Flasche Parfüm an den Kopf geworfen." (Notiz aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung von Samstag, 8.10.) Ganz wie erwartet und innerlich gut vorbereitet traf Kerstin D. am Samstag gegen 17.15 Uhr als sie  mit ihrem 12-jährigen Kater auf einem Stuhl vor dem Laptop saß,  die 3:0-Niederlage des Champions League-Teilnehmers Eintracht Frankfurt beim bisher sieglosen Tabellenletzten VfL Bochum. (Eigene Recherche) 

Eintracht gegen Wolfsburg: Fast wie früher

Gestern im Stadion war es auf einmal wieder da: Dieses fast vergessene Gefühl aus der Vor-DFB-Pokalsieger- Vor-Corona-und-Vor-Europacusieger-Zeit. Du stehst an einem grauen Tag im Stadion. Es regnet, das Stadion ist nicht gefüllt. Ein Irgendwie-Spiel gegen einen Gegner aus dem Fußball-Niemandsland, der selbst ziemlich unter Druck steht. Das Spiel plätschert. Es ist über weite Strecken Ballgeschiebe. Und am Ende verliert die Eintracht mit 0:1.  Unterschied zu "früher": Wir wissen nicht, wie wir uns dabei fühlen sollen. Hey - so viele überwältigende Erfolge in den vergangenen Jahren, Europacupsieger, wir!, und da sollen wir  uns jetzt wegen eines 0:1 am sechsten Bundesligaspieltag, wegen eines 0:3 am ersten Champions League-Spieltag verrückt machen oder die Mannschaft in Bausch und Bogen nieder machen? Wir spenden Trost. Am Mittwoch mit minutenlangen Gesängen, Schals nach oben singen wir als Höhepunkt für die Mannschaft das Europalied. Gestern mit freundlichem Applaus und einem...

Championsleague-Auftakt gegen Sporting: Wie Fahrrad fahren

 Na dann, wollen wir mal. Champions League wir kommen! Vor dem Spiel brodelt es, in der S-Bahn, vor dem Stadion, im Stadion - überall frohe, gespannte Erwartung. Und nach dem Spiel? Da brodelt es auch. Ok, da waren (warum auch immer) einige schon nicht mehr im Stadion. Aber die, die da waren standen alle. Mit erhobenen Schals. Aufrecht wie die Spargel. Schade, dass die Premiere schief gegangen ist, aber kein Grund, der Mannschaft einen Vorwurf zu machen. Hey - warum auch? Wir sind Europacup-Sieger, wir sind Eintracht Frankfurt - und jetzt haben wir ein Spiel in der Champions League verloren. Kein Drama. Noch alles offen - und selbst, wenn wir die Gruppenphase nicht überstehen sollten, sollte das für uns kein Grund zur Verzweiflung sein. "Das ist halt Königsklasse," ist jetzt überall zu lesen. "Wir zahlen Lehrgeld." Kann sein, ist aber für mich nicht der Kern des gestrigen Spiels.  Was war das denn?  Das Spiel gegen Leipzig hat mich irgendwie auf dem falschen Fuß erw...

Abschiedsspiel für Alex Meier oder Eine Eintracht Zeitreise

Spät, aber doch. Abschiedsspiel für Alex Meier, das eigentlich eher Danke-Schön-Spiel heißen müsste, denn zum Glück bleibt Alex der Eintracht ja erhalten. Zum Glück, denn wenn wir Pech gehabt hätten und Alex nicht so ein duldsamer und friedlicher Zeitgenosse wäre, wenn er nicht die Kraft gehabt hätte, manches runter zu schlucken, dann hätte alles auch ganz anders kommen können. Hätte, hätte. Alex Meier ist bei uns geblieben und wurde zum Fußballgott. Und heute ist sein Abschiedsspiel.   Früh morgens wache ich auf von einem ungewohnten Geräusch. Ich springe auf, ziehe den Rolladen nach oben und tatsächlich: Es regnet. Wirklich und wahrhaftig. Zufrieden kuschele ich mich bei weitgeöffnetem Fenster nochmal ins Bett, die Katze in meiner Armbeuge gähnt. Ganz so entspannt geht der Tag nicht weiter und so komme ich nachmittags erst um kurz nach vier Uhr zu Hause los. Da ich, je nachdem wie ich mit Bus, Auto, Bahn durchkomme, gut eineinhalb Stunden ins Stadion brauche, wird es jetzt v...