Dienstag, 14. August 2012

"Kuckuck - der Nächste, bitte!" Oder "Einen hab ich noch..."


Bei der Eintracht wurde in den letzten Wochen heftig darüber diskutiert, wen wir noch holen müssen, auf welchen Positionen wir uns unbedingt noch verstärken müssen, um in der Bundesliga zu bestehen  – und siehe da: Wir haben uns verstärkt – und jetzt staunen wir darüber, dass wir auf der Suche nach mehr Identität auf gutem Weg sind, uns die Eintracht unter dem Hintern weg zu verstärken.  Mit noch zwei weiteren  unbedingt notwendigen Neuverpflichtungen werden wir jetzt in den nächsten Tagen sicherstellen, dass nicht nur in der Stammformation der neuen Saison maximal vier Spieler der Aufstiegsmannschaft stehen werden, sondern dass auch die zweite Garnitur praktisch komplett ausgetauscht  worden ist.  Man kann  vermuten, dass z.B. Sonny Kittel in seinem zweiten Profijahr deutlich weniger Einsätze haben wird als in seinem ersten. Ja, ja. Wir wollen  mithalten und müssen den Bub behutsam aufbauen. Ja, ja.

Auch über die Auswahlkriterien  für die Neuzugänge könnte man sich so seine Gedanken machen –zumindest haben Bruno Hübner und Armin Veh das, was man einst bei Boris Becker ein ziemlich eindeutiges „Beuteschema“ nannte.  Und so fällt es dem unbefangenen Beschauer beim Training  nicht nur deshalb schwer, die Spieler zu unterscheiden, weil so viele Neue dabei sind, sondern weil die vielen Neuen auch noch ziemlich ähnlich aussehen.

Dabei gibt es verschiedene Modelle:  Die  Innenverteidiger sind mindestens 1, 95 Meter groß (Haut- und Haarfarbe egal). Die Außenbahnen und das defensive Mittelfeld sind: Athletisch, blond, haben einen Scheitel (rechts oder links), der gerne auch mal leicht zur Tolle nach oben gebürstet wird und sind mittelgroß (ca. 1,75 - 1,82 m). Ausnahme: Djakpa, aber von dem wissen wir ja gar nicht, ob wir den überhaupt noch wollen. Die hinter den Spitzen rotierenden Offensiven sind: Klein.  Ausnahme: Alex Meier – aber der war ja auch schon da, und den müssen wir halt nehmen wie er ist. 

Fehlen nur noch die Stoßstürmer, ohne die gar nichts geht und  die – wie jedermann weiß -  unglaublich rar gesät sind.
So sie nicht Rob Friend heißen kommen und gehen sie, was aber weiter nicht auffällt,  da sie sich ziemlich ähnlich sind: Sie sind „schwarz“ und „bullig“  (klick,  klick und  klick) - wer also in der ersten oder zweiten Bundesliga Fußball spielt, und diesem Typus entspricht kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass irgendwann Bruno Hübner bei ihm auf der Matte steht.  Ich muss wirklich schwer nachdenken, ob es tatsächlich noch einen „Stoßstürmer“ gibt, der dem  bei uns gefragten Prototyp entspricht und der bei der Eintracht nicht schon im Gespräch war, bei der Eintracht gespielt hat oder bei der Eintracht spielen bzw. sitzen wird. (Der Asamoah-Kelch ist an uns vorübergegangen, immerhin. Und  in Mainz wäre da auch noch Anthony Ujah).  

Möglicherweise denkt sich Bruno Hübner das so  wie mit dem Hasen und dem Igel – der Igel gewinnt das Laufduell, weil der Hase gar nicht merkt,  dass er immer einen anderen Igel vor der Nase hat, der dem Igel-Kollegen halt einfach zum Verwechseln ähnlich sieht. Dann müssen sich die Spieler trotz Rotation  auf dem Platz nicht groß umstellen (der große schwarze Fleck mit rotundschwarzem Trikot – da muss der Ball hin) und die Gegner sind verwirrt.

Vielleicht ist es aber auch nur ein Fall von täglichem Murmeltier - und da fällt  mir eine Geschichte ein, die ich neulich im Fernsehen gehört habe.  Da wurde Peter Kraus  als deutsche Rock-Legende vorgestellt, saß da und erzählte Geschichten aus seiner Jugend. Zum Beispiel davon, dass er sogar noch Hans Albers persönlich kennen gelernt hat. Den großen Hans Albers, der als ach-so-sympathisch galt und bei dessen Namen sich Peter Kraus anscheinend heute,  mit 70, noch alles zusammenzieht und sein Gesicht aussieht als hätte er gerade in eine Zitrone gebissen. Die Geschichte, die er erzählte, ging so:

Hans Albers, der etablierte Star, und der junge Peter Kraus drehen zusammen einen Film. Jeden Morgen, immer und immer wieder,  spielt sich das immer gleiche Ritual ab: Hans Albers betritt  das Filmstudio . Hoppla, hier komm ich -  und alle Augen und alle Aufmerksamkeit richten sich auf ihn, um ihn bei Laune zu halten.  Beleuchter, Kameraleute, Kabelträger – alle im Chor: „Guten Morgen, Herr Albers.“ Albers nickt huldvoll und grüßt in die Runde. Alle sind in froher Erwartung des Kommenden - und Hans Albers enttäuscht sie nicht.  „Haha“, trompetet er. Und dann: "Heute Nacht habe ich ihn wieder reingelegt.“ Wie aufs Stichwort,  alle im Chor: „Wen denn Herr Albers?“ Albers: „Den  Arsch ins Bett.“  Alle: „Haha.“ Drehtag gerettet.

Na ja,  ok, ok - ganz so lustig sind wir bei der Eintracht nicht, aber doch fast. Bei uns ist es mehr wie bei Otto, der, wenn er seine Bühnenshow eigentlich schon beendet hat, immer noch einmal und noch einmal herauskommt. „Einen hab ich noch…“

Neulich beim Eintracht-Casting: "Hey...du da, vierter von Links.
Du hast dich verirrt. Das hier sind die Stoßstürmer..
Die Schlange fürs Mittelfeld ist da drüben..."

(Es gibt anscheinend wirklich nichts Neues unter der Sonne:
Lustiges Nummernquiz  (jetzt mit Zusatzchallenge: Such die Spieler, die auch heute noch dabei sind ,-) )

Kommentare:

  1. Doch, doch ... bei der Eintracht wird es in dieser Saison mindestens genauso lustig. So oder so. ;-)

    Und danke für den Text, den ich ganz entspannt gelesen habe und genießen konnte. Das ist selten in diesen Tagen. :-)

    Gruß vom Kid

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  2. Wie? Entspannt???? Du meinst..... LANGWEILIG???? Da reg ich mich doch gleich wieder uff ,-) *gg...ommmmmmmmmm

    Wenn die Saison lustig würde, das wäre am Ende nicht das Schlechteste :-)

    Ganz herzlichen Dank für den Austausch - hier und auch sonst!


    lgk

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  3. Wichtig ist doch vor allem, dass uns das Lachen nicht vergeht. :-)

    lgvk

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  4. Yep, das mit dem Mittelfeldblondmitscheitelrechtslinks ist eine echte Herausforderung für den geneigten Zuseher. Dann halt ich mich fürs erste mal an die Nummern auf den Rückenplakaten. Wird schon.

    Für "lustig" guck ich vorläufig Big Bang Theory. Im Stadion erhoffe ich mir den berühmten rotundschwarzen Adlerendorphinfluss, und eine Runde "lustig" am Ende der Saison im begründeten Trikotsponsorgetränkrausch wäre eine sehr feine Sache.

    LG, BB

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  5. irgendwie denke ich an yeboah. weiß nicht warum.
    btw: hast du in den letzten tagen ne mail von mir bekommen?

    viele grüße

    beve

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  6. Wg. lustig: Gestern Abend während der TV-Übertragung des Argentinienspiels sprach der Moderator: "Für Unterhaltung ist gesorgt hier in Frankfurt und wenn es genauso heiter weiter geht, können wir uns freuen." Na, dann!

    @Beve: Nein, hab keine Mail bekommen!

    Grüße in alle Richtungen, K.

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  7. dann schicke mir doch mal bitte eine an beve at beveswelt punkt de - auf dass ich die richtige adresse von dir habe.

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  8. Liebe Kerstin,
    nach einem tiefenentspannten Urlaub freue ich mich deine humoristischen Kommentare lesen zu können, und somit natürlich auch auf die Saison mit Euch!
    Viele Grüße von dem grauhaarigen Mann und seinem Sohn Paul!

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  9. Huhu lieber, eigentlich nur ein bisschen grauhaariger Papa von Paul,

    der Tiefenentspanntheit hat die Eintracht ja heute schon mal ein ziemlich jähes Ende bereitet - auf die Saison mit euch freue ich und freuen wir uns aber trotzdem! Sehr sogar!

    Bis Samstag! Herzlich, K.

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    1. Stimmt Kerstin, bin wieder hell wach und nicht mehr entspannt !! der SGE sei dank !
      Wie meinte doch Stephanie so treffend, seit ich dich kenne ( immerhin schon 22 Jahre) bist du immer vor jeder Eintrachtsaison völlig siegessicher!
      Wie das Leben so spielt, Aue sei dank!
      Bis Samstag treue Adlerseele!

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    2. Hihi. Es gibt die einen - dazu gehören wir - die sind vor jeder Saison hoffnungsfroh bis zuversichtlich, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Und es gibt die anderen (von denen kennen wir ja auch ein paar ,-) die wissen vor jeder Saison, dass das sowieso nichts wird und eh alles elend und Betrug und dem Untergang geweiht ist. Beides hat bei der Eintracht gute Tradition. Nur die Knodderer, die waren, wenn mich nicht alles täuscht, früher irgendwie liebenswerter...

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