Donnerstag, 8. September 2011

Kleines Fußball-ABC - Heute: "M" wie "Masterplan"

Abb. 1
Masterplan, der (sing.), neuerdings auch: (pl. –pläne); neudtsch. für → Konzept bzw. für → kein Konzept. Nicht zu verwechseln mit → Matchplan.

Masterplan urspr. häufig im Zusammenhang mit Stadt- oder Landschaftsplanung. Heute allg. immer dann bzw. immer dort, wenn bzw. wo die Situation angespannt ist und kurz- und/oder längerfristig Planungen angestellt bzw. Entscheidungen getroffen werden müssen. Der Masterplan wird ausgearbeitet, aber nicht erstellt, man hat ihn oder hat ihn nicht, jedenfalls nicht vorliegen. Nicht fußball-affines Anwendungsbsp.: „Der Erdbeerschorsch hat einen Masterplan ausgearbeitet, wie er aus der aktuellen Situation das Beste zu machen gedenkt.“

Die Wortverwendung ist häufig → doppeldeutig, daher irreführend bzw. im Sinne eines → Geheimcodes. Bsp. 1):  „Der hat immer einen Masterplan.“ Heißt (bewundernd): „Der hat immer noch etwas in der Hinterhand.“ Oder umgekehrt (abwertend): „Der hat null Idee von gar nix.“ Bsp. 2): „Wir haben einen Masterplan.“ Heißt: „Wir wissen genau, wie wir das Problem in den Griff bekommen.“ Oder umgekehrt: „Wir haben keine Ahnung, wie das funktionieren soll.“ (vgl. hierzu auch → „Wir stehen hinter dem Trainer.“ Häufig verwendeter Satz, wenn die Entlassung des Trainers unmittelbar bevorsteht.)

Der Masterplan lässt viel Spielraum, um auf unvorhergesehene Situationen so oder auch ganz anders reagieren zu können. Er ist in der Regel → geheim, weil: 1) Damit niemand etwas weiß und die Umsetzung des selbigen verhindern könnte. 2) Damit er immer aufgeht und hinterher niemand sagen kann: Das stimmt ja gar nicht.

Verwandter Begriff: → Plan B

Abb. 1: Beispiel eines Masterplans anno 2011. Hier: Unvorsichtiger Weise kurz vor Ende der Transferperiode am 31. August an die Öffentlichkeit gelangtes Geheimdokument aus dem Umfeld des Zweitligisten → Eintracht Frankfurt.

1 Kommentar:

  1. Falls es jemand gelesen haben sollte: Danke dafür! lgk

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