Dienstag, 2. Februar 2010

Durchblick.

Seit dem letzten Wochenende steht fest: Die Eintracht kann ihr Saisonziel von mehr als 45 Punkten nicht mehr erreichen. Wahrscheinlich müssen wir schon froh sein, wenn wir über die 40 kommen. Wobei das auch schon arg optimistisch gedacht ist. Und das ist keine Schwarzmalerei, sondern lässt sich klar und eindeutig belegen. Und zwar so:

Aus den ersten drei Rückrundenspielen haben wir 4 Punkte geholt – in der Hinrunde aus den gleichen drei Spielen waren es fünf. Drei dieser fünf Punkte waren (weil auswärts in Bremen) überraschend, während jetzt in der Rückrunde drei fest eingeplante Punkte (die gegen Köln) fehlen. Dafür haben wir zwar zum Rückrundenauftakt gegen Bremen wieder drei Punkte geholt, aber die waren – im Gegensatz zur Hinrunde - nichts weniger als Pflicht. Weil: Heimspiel. Und ohnehin hat sich ja inzwischen herausgestellt, dass mit den Bremern in dieser Saison nicht so richtig was los ist. Alles klar?

Jetzt braucht man also nur noch 1 und 1 zusammenzuzählen – und schon weiß man, wie die Saison weitergeht:

In Dortmund ist – machen wir uns doch nix vor – sowieso nichts zu holen (= minus 1 Punkt im Vergleich mit der Hinrunde). Gegen Freiburg m ü s s e n wir dann praktisch schon wieder gewinnen, werden aber - wie das ja bei der Eintracht immer so ist in solchen Spielen – nur einen Punkt holen, zumal wir aus dem Mittelfeld nach wie vor nicht schnell und geradlinig nach vorne spielen können (Schwegler und Ümit noch nicht wieder fit) und ebenfalls nach wie vor bzw. wieder keinen Stürmer haben (Altintop hat Grippe) (= minus 2 Punkte). Dann geht’s nach Hamburg. Hah. Hamburg. Bei denen nimmt ungefähr zu diesem Zeitpunkt gerade der van Nistelrooy Fahrt auf (S o einen müsst mer mal holen! ) (= minus 1 Punkt).

Danach gleich das nächste Auswärtsspiel: Stuttgart. Da haben wir null und überhaupt gar keine Chance – grad jetzt, wo die so gut drauf sind (D a s nenn ich einen Trainer!) – aber das hat gegen die ja schon gute Tradition (= plusminus Null). Nächstes Spiel: Zuhause gegen Schalke. Mit dem wiedergenesenen Altintop (Schlagzeile im Kicker: „Für Halil Altintop ein ganz besonderes Spiel. Er will Trainer Magath und seinen ehemaligen Mannschaftskameraden zeigen, dass er zu Unrecht aussortiert wurde.“) Vollkommen übermotiviert. Eine Zeitlang sieht es trotzdem so aus als ob wir das Ding (Führung durch Maik Franz in der 51. Minute) gewinnen könnten, aber dann geht uns die Konzentration aus. Leichtsinnsfehler. Zehn Minuten vor Schluss Doppelschlag der Schalker: Kuranyi. Farfan (na gut = Vergleich mit Vorrunde = plusminus Null).

Eine unglückliche Niederlage in letzter Minute ist, wie jeder weiß, psychologisch niederschmetternd. Glaubt jemand ernsthaft, dass wir in dieser Verfassung in Hannover punkten? Zumal nämlich sogar d i e irgendwann wieder raus kommen aus ihrem Tief. Aufbaugegner wir sind (= minus 3 Punkte). Dann kommen die Bayern. Dazu brauche ich ja wohl gar nicht mehr groß was zu sagen. Die Bayern. Hey Alter – wir werden uns tapfer wehren, aber der Robben, der schießt uns ganz alleine ab (= plusminus Null).

Jetzt geht die Saison schon auf die Zielgerade und die Lage wird allmählich prekär. Wir müssen nach Bochum ausgerechnet. Die stecken – wie wir – mitten im Abstiegskampf. Ja, wenn wir den Friedhelm noch hätten – der k a n n nämlich Abstiegskampf. Aber Skibbe? Die Punkte in Bochum können wir jedenfalls schon mal abhaken (= minus 3 Punkte). Nächstes Heimspiel, neues Glück? Von wegen. Zu Gast ist Leverkusen. L e v e r k u s e n. Die Mannschaft, die Michael Skibbe maßgeblich mitgeprägt hat. Leverkusen. Der neue deutsche Meister. Noch Fragen? (= plusminus Null)

Zum Glück danach, endlich ein Lichtblick, denn es geht auswärts nach Gladbach. Die haben sich inzwischen Richtung oberes unteres Mittelfeld orientiert, denen kann nix mehr passieren weder nach oben noch nach unten, deren Motivation sackt ab – da ist etwas für uns drin (= plus 1 Punkt).

Eine kleine Serie könnte uns jetzt nicht schaden, aber schon für das Heimspiel gegen Hertha sehe ich wieder schwarz. Die Herthaner haben sich bis dahin nämlich ganz dicht an den Relegationsplatz rangepirscht und lauern jetzt auf ihre letzte Chance. Da wird uns der Friedhelm zeigen wie weit wir gekommen sind, mit unserem gnadenlosen Offensivfußball. Maximal ein Unentschieden wird in diesem Spiel für uns herausspringen: 0:0 (= minus 2 Punkte).

Ok. Jetzt wird es echt bitter. Wir müssen nach M1. Die bilden sich ein, sie hätten mit uns - von wegen Hinspiel - noch ein Hühnchen zu rupfen. Außerdem haben d i e sich in der Winterpause genial verstärkt (So ein Scoutingsystem müsst man haben!). Um es kurz zu sagen: Da ist für uns nichts zu holen (= minus drei Punkte).

Spätestens an diesem Punkt bzw. Nicht-Punkt dürfte jedem klar geworden sein, dass es zwar draußen allmählich Frühling geworden ist, aber wir uns richtig warm anziehen müssen. Die Hoppenheimer kommen. Inzwischen mit neuem Trainer (Veh?) und Ambitionen doch noch einen internationalen Platz zu ergattern (= minus 1 Punkt). Aber es zeigt sich auch ein Lichtlein am Ende des Tunnels: Wir können es am letzten Spieltag immer noch aus eigener Kraft schaffen! Wenn wir in Wolfsburg gewinnen, stehen wir – knapp hinter Hertha – auf dem Relegationsplatz. Und wir gewinnen! (= plus 2 Punkte).

Genau so wird also die Rückrunde verlaufen. Vielleicht auch ganz anders. „Warum gehen die Leute zum Fußball?“ „Weil sie net wissen wie’s ausgeht!“ Manche allerdings schon ,-)


Kommentare:

  1. Eine so positive Einschätzung der Lage hätte ich nicht erwartet! Denn: Nachdem die Schrecken des Eises und der Finsternis hinter uns liegen, werden allein die Mördermannschaften des fürchterlichen Mirko Slomka und des gar schröcklichen Heiko Herrlich uns vernichten, die Fohlen galoppieren an uns vorbei und Friedhelm, der Herr der Apokalypse, wird uns den Rest geben, nachdem uns die qualitativ ohnehin besseren und unbesiegbaren Reichen und Mächtigen in Grund und Boden gerannt und geschossen haben. So sieht's doch aus!

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  2. Dein realistischer Blick auf das Geschehen erfreut mich sehr. Daran erkennt man den wahren Eintrachtler. Ich vermute, dass du -nach dem überraschenden Sieg der Eintracht in Dortmund am Sonntag - deine Meinung vorsichtig revidieren und in Richtung Eurobaboggal denken wirst.

    Vielen Dank, lieber Celtix, für die geflissentliche Kenntnisnahme und den Kommentar.

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  3. Ui-wir steigen ab und keiner merkts.*Lächelt*(Ironie)
    Glaube nicht,dass am Sonntag was zu holen ist-rechne mit einer Niederlage.
    aber 4-5.Siege-müssten machbar sein-trotz der vielen Verletzten.
    Soll am Sonntag -Jung spielen lassen -Chris ins DM-mit Teber und mal schauen-was passiert.
    LG
    (B)

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  4. So wird's kommen. Ob ich meine Dauerkarte für den Rest der Saison noch verhökern kann? Weiß ja vielleicht noch nicht jeder... ;-). Ansonsten verbrenne ich sie halt.

    Friedhelm, der Herr der Apokalypse... Das ist auch nicht schlecht *gg*

    LG Nicole

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  5. Typisch. Hier wird wieder mal alles schöngebabbelt. Abstieg ... pfft! Wir werden alle sterben! Und keiner merkt's ...
    ;-)

    Auswärtssieg!

    Gruß vom Kid

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  6. So, da hammer des für die Saison also abgehakt und können uns jetzt wieder dem naheliegenden zuwenden: Nämlich einem Sieg in Dortmund. Na ja, falls wir eine Mannschaft zusammen bekommen ,-)

    Danke an Friedhelm - und Danke an euch für euren apokalyptischen Beistand :-)

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  7. Ach Kerstin, wenn ich Dich nicht kennen würde, wäre ich für teeren und federn.

    Da ich Dich aber kenne, genau so wird es kommen. ;-)

    ich rufe 50 Punkte aus. Sofort. Ohne Defätismus.

    Hope helten wir hinter uns.

    E Basta

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  8. Man gebe mir ein zusätzliches "p" und tausche ein "e" gegen ein "a"

    Es ist offensichtlich zu spät für mich. Ältere Herrschaften gehören um die Uhrzeit ins Bett.

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  9. Da ich grad gestern abend, fast das gleiche schon einmal gesagt bekommen habe (von wegen „Ach Kerstin…“ ) und weil man, wenn man’s liest, irgendwie vielleicht schon einen Schreck bekommen kann (von wegen „Sooooooo unrealistisch klingt das gar nicht….“) muss ich hier jetzt ausdrücklich vermelden: Dieser Eintrag war nur dazu da, um die bereits wieder überall auftauchenden Unken-Rufer zu bannen: Apage satanas! Nieder mit dem Defätismus!

    Jetzt erst recht: Sieg gegen die Geringelten!

    Und damit, lieber CE, hast du zu jeder Uhrzeit recht: DIE lassen wir hinter uns. Mindestens.

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