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Geht da noch was?

Dann war da der Moment, an dem ich endgültig wusste, dass es bei uns im Moment nicht rund läuft. Der Bock ist wieder da, also : der Bock, der umgestoßen werden soll.  Und zwar im Spiel gegen Gladbach. Hinterher wissen wir: Der Bock steht noch. Nach dem Spiel in Dortmund ist er sogar noch ein Stück größer geworden. Ok, nach dem Verlauf des Spieltages war klar, dass wir da dieses Jahr nichts holen konnten. Wenn die Dortmunder nach der Bayernniederlage in Mainz die Steilvorlage für das Meisterschaftsrennen nicht genutzt hätten, dann wären sie ja schon blöd (eine Vermutung, die nach dem Spiel gestern abend in Bochum als gesichert gelten kann). Aber gleich 0 zu 4 - das hätte echt nicht sein müssen oder dürfen. Tja, und nun suchen wir schon seit Wochen nach Ideen, woran dieses neuerliche Rückrundentrauma wohl liegt.  Je nach Blickwinkel liegt es... ... vor allem an der Abwehr. ... an der Abwehr, aber auch an der mangelnden Effizienz im Sturm. ... an zu wenig Kreativität aus dem Mitt...

Fußballwunderkinder wie wir

Vor einiger Zeit bin ich auf den mir bis dato komplett unbekannten englischen Schriftsteller J.L. Carr aufmerksam geworden. Er lebte von 1912 bis 1996 und hat einige sehr unterschiedliche und auf unterschiedliche Art großartige Bücher geschrieben. Das bekannteste davon ist sicher "Ein Monat auf dem Lande", aber davon soll hier nicht die Rede sein, sondern davon, dass J.L. Carr offensichtlich auch ein großer Fußballfan war. Seine Liebe zum Fußball und zu den Menschen, die Fußball lieben, hat er in seinem Buch "Wie die Steeple Sinderby Wanderers  den Pokal holten" festgehalten. Es erzählt davon, wie ein kleiner englischer Provinzverein es schafft, sich bis zum englischen Cup Final in Wembley durchzukämpfen, auf dem Weg dorthin Leeds United, Manchester, im Halbfinale Aston Villa schlägt und im Finale  (huch!) auf die Glasgow Rangers trifft, und den Pokal dann tatsächlich nach Sinderby holt. Der Weg dorthin ist wild und sorgt landesweit für eine unglaubliche Euphorie. ...

CL-Achtelfinale gegen den SSC Neapel: Rück- und Ausblicke

Lange nichts mehr hier geschrieben, längst ist das neue Jahr nicht mehr neu. Es ist viel passiert, im Großen wie im Kleinen. Und 2023 kann zwar nicht mehr mit einer Pandemie, aber weiterhin mit einem Krieg und außerdem bereits mit einer unvorstellbar grausamen Katastrophe mit zehntausenden Toten aufwarten. Und trotzdem, trotzdem: Die Welt, der Ball, wir alle rollen, drehen, arbeiten, twittern, wuseln weiter, von hier nach da, manchmal auch alles gleichzeitig. Wie auch sonst... Auf dem Weg von und zu Heimspielen der Eintracht verbringe ich viel Zeit in S-Bahnen. Eine nicht enden wollende Baustelle an immer unterschiedlichen Stellen irgendwo auf der Strecke zwischen Mainz und Frankfurt. Statt gut einer halben Stunde dauert die Fahrt eineinhalb, auch mal zwei oder - Rekord - dreieinhalb Stunden. Hin- und zurück. Also: Jeweils. Stehen. Warten. Umgeroutet werden. Und irgendwann inmitten dieser Zeitschleife findet ein Fußballspiel statt, das - so war es bisher in diesem Jahr - jedes Mal gewo...

Bells. Ringing. Christmasday.

Hier im Blog ist es seit Wochen still - jetzt senkt sich also für einen kurzen Moment die Stille auch über die trotzdem nicht wirklich friedliche Welt. Auch in Katar ruht jetzt endlich der Ball, auch im fernen Dubai herrscht (noch) Fußballpause. Still. Still. Der weltmeisterlich gekürte Messi genießt die fußballfreie Zeit in Argentinien (oder Paris?), Olaf Scholz twittert (wie ich las) weihnachtlich aus Lanzarote, Martin Hinteregger feiert in Kärnten, der Rest der Mannschaft des Jahres ist überall über den Erdball verteilt. Wir entzünden Kerzen, freuen uns über den neuesten Adler-Merch, den wir vollkommen überraschend im dezent rotundschwarz verpackten Päckchen finden. Und wir denken an die Welt wie sie ist - vielleicht auch ein bisschen daran wie sie sein könnte oder sollte oder war. Still. Still. Selbst unser neuer Nachbar gegenüber, der bis zur letzten Minute vor Weihnachten lautstark daran gearbeitet hat, das letzte Fleckchen grün in seinem Vorgarten zu betonieren, packt sein schwe...

Showdown in Lissabon

 

So oder so (nach dem Spiel gegen den VfL Bochum)

  "Völlig unerwartet bekam am Mittwoch gegen 18.3o Uhr eine 48-jährige, die mit ihrem 21-jährigen Sohn auf einer Bank im Einkaufszentrum am Brand saß, eine Flasche Parfüm an den Kopf geworfen." (Notiz aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung von Samstag, 8.10.) Ganz wie erwartet und innerlich gut vorbereitet traf Kerstin D. am Samstag gegen 17.15 Uhr als sie  mit ihrem 12-jährigen Kater auf einem Stuhl vor dem Laptop saß,  die 3:0-Niederlage des Champions League-Teilnehmers Eintracht Frankfurt beim bisher sieglosen Tabellenletzten VfL Bochum. (Eigene Recherche) 

Eintracht gegen Wolfsburg: Fast wie früher

Gestern im Stadion war es auf einmal wieder da: Dieses fast vergessene Gefühl aus der Vor-DFB-Pokalsieger- Vor-Corona-und-Vor-Europacusieger-Zeit. Du stehst an einem grauen Tag im Stadion. Es regnet, das Stadion ist nicht gefüllt. Ein Irgendwie-Spiel gegen einen Gegner aus dem Fußball-Niemandsland, der selbst ziemlich unter Druck steht. Das Spiel plätschert. Es ist über weite Strecken Ballgeschiebe. Und am Ende verliert die Eintracht mit 0:1.  Unterschied zu "früher": Wir wissen nicht, wie wir uns dabei fühlen sollen. Hey - so viele überwältigende Erfolge in den vergangenen Jahren, Europacupsieger, wir!, und da sollen wir  uns jetzt wegen eines 0:1 am sechsten Bundesligaspieltag, wegen eines 0:3 am ersten Champions League-Spieltag verrückt machen oder die Mannschaft in Bausch und Bogen nieder machen? Wir spenden Trost. Am Mittwoch mit minutenlangen Gesängen, Schals nach oben singen wir als Höhepunkt für die Mannschaft das Europalied. Gestern mit freundlichem Applaus und einem...